
>Seit Mai mussten 25 Züge wegen Überfüllung geräumt werden. Nächstes Jahr soll es in Fernzügen ein Drittel mehr Sitzplätze geben.
>Wien, Innsbruck – Der Ärger bei Bahnfahrern war groß. Immer wieder wurden ÖBB-Züge im Sommer wegen Überfüllung geräumt, Passagiere mussten aussteigen. Insgesamt 1560 Fahrgäste wurden seit 1. Mai aufgefordert, Züge zu verlassen, rechnet Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) in einer Antwort auf eine parlamentarische SPÖ-Anfrage vor. Insgesamt sei es an Starkreisetagen zu 25 Zugräumungen gekommen, rund die Hälfte davon am Bahnhof Wien-Meidling, weitere rund 14 Prozent am Wiener Hauptbahnhof. Etwa 10 Prozent der Zugräumungen – also offenbar entweder 2 oder 3, so exakt ist das nicht angegeben – seien am Innsbrucker Hauptbahnhof durchgeführt worden. Dabei sind laut Gewessler seit Mai an Starkreisetagen zusätzlich 46 Entlastungszüge mit insgesamt 36.604 Sitzplätzen gefahren, um das erhöhte Passagieraufkommen aufzufangen.
>Die Kapazität im Fernverkehr soll ab dem nächsten Jahr aufgestockt werden. „Beginnend mit 2023 wird die Sitzplatzkapazität im Fernverkehr um ca. 30 Prozent erhöht“, betont Gewessler in ihrem Antwortschreiben. Dieser Kapazitätszuwachs werde mit Railjets der neuen Generation erreicht. Derzeit seien 8 Stück in Produktion, ein weiterer Abruf sei in Verhandlung.
>Zusätzlich ist laut der Ministerin geplant, auf einigen innerösterreichischen Strecken so genannte interregionale Verkehre einzuführen. Dabei würden zusätzlich rund 30 Züge angeschafft, die die Hauptverkehrsachsen Süd- und Weststrecke entlasten sollen. Eine Absage erteilt sie den Überlegungen einer generellen Reservierungspflicht. „Eine generelle Reservierungspflicht im gemeinwirtschaftlich bestellten Personenverkehr ist nicht vorgesehen“, so die Ministerin: „Das offene System der ÖBB und damit ein Zustieg zu jeder Zeit in jeden Zug bleibt unangetastet.“
>Eine kostenlose Reservierung werde im Klimaticket auch künftig nicht automatisch inkludiert sein. „Eine Inkludierung von Reservierungsgebühren in den Tarif des Klimatickets würde den Kundenpreis und/oder den öffentlichen Zuschussbedarf ein zu eins erhöhen“, meint Gewessler. Hier überlässt man es den Verkehrsunternehmen, ob sie Reservierungsgebühren verlangen oder nicht. Aktuell gibt es je nach Unternehmen kostenpflichtige oder kostenlose Reservierungen – bei den ÖBB sind sie kostenpflichtig. Gewessler: „Die preisliche Gestaltung der Sitzplatzreservierung obliegt den das Klimaticket anerkennenden Verkehrsunternehmen.“ (mas)
8 comments
Gerade auf der Weststrecke gibts zum Glück die Westbahn mit der man diesem ÖBB Chaos halbwegs entkommen kann.
Fortschritte!!
Öbb Intercity Bus ist kein Zug aber ohne Reservierung darfst draußen bleiben oder 1.klasse aufzahlen wenn noch was frei ist.
Gar ned mal so viel eigentlich – vor allem wenn man sich das mediale Drama drumrum anschaut und das bis auf ein paar wenige Fälle bei den meisten halt SSKM mitschwingt, weil sie zur Stoßzeit ohne Reservierung unterwegs waren.
Ich bin ja auch am Überlegen, ob ich nächstes Jahr das Klimaticket kauf. Aber die ÖBB beobacht ich bis dahin schon noch sehr genau, weil über die Hintertür per Reservierungszwang den Vorteil des Klimatickets auszuhebeln fänd ich eine Schweinerei.
Vor ein paar Wochen, Railjet auch Richtung Innsbruck an einem Sonntagmittag: steht auf der Anzeigetafel “nur mit Sitzplatzreservierung zusteigen” und wird auch kurz vor Ankunft durchgesagt. Wir haben zum Glück eh nur eine Station fahren müssen und gepflegt drauf gschissn (Was wollens denn tun? Uns bei der nächsten Station außihaun? Da miassma eh hi). Also im hintersten Waggon eingestiegen, kontrolliert hat niemand auf den 8 Minuten Fahrtstrecke und ich muss sagen, da hab ich früher (und am deutschen Korridor – Stichwort 9€-Ticket) schon vollere Waggons erlebt. Man ist sich nicht auf die Füße gestiegen, es waren sogar vereinzelt noch Sitzplätze frei, also da hab ich den Hinweis zur Reservierungspflicht schon frech gefunden.
Wenns die Kapazitäten erhöhen und das Thema damit vom Tisch ist, umso besser. Momentan stinkts mir sehr nach Körberlgeld.
Hab letzte Woche Donnerstag in Linz erlebt, dass aufgrund eines technischen defektes in 2 Schlafwagen des ÖBB nightjet nach Paris die Passagiere dieser wagone aussteigen mussten. Die Passagiere waren natürlich aufgebracht obwohl die ÖBB ihnen hotelgutscheine ausgedruckt hat. Ma verliert ja doch einen Tag.
Hab nur nicht verstanden wieso ma die 2 defekten wagons nicht am Bahnhof Linz ersetzt (waren die ersten 2 nach der lok) und zumindest 2 alte cityjet wagone stattdessen mitnimmt. Besser sitzen als einen Tag verlieren… Manchmal hat ma das Gefühl, dass Flexibilität nicht die Stärke der ÖBB ist.
1560 Leute haben keine Sitzplatz Reservierung gemacht
Die, dies gar net einsteign ham lassen werden wahrscheinlich eh net gezählt oder wie?