[https://www.derstandard.at/story/2000138101398/russland-verbrennt-anscheinend-gas-das-europa-dringend-braucht](https://www.derstandard.at/story/2000138101398/russland-verbrennt-anscheinend-gas-das-europa-dringend-braucht)

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Eigentlich ist es komplett egal was “wir” (Privatverbraucher in Österreich oder Österreich generell) an CO2 einsparen oder? Also generell alles was der Durchschnittsbürger in Österreich macht um Klima und Umwelt zu schonen scheint angesichts solcher Schlagzeilen komplett nutzlos zu sein. Geht’s nur mir so?

Genauso wenn man hört das die Entscheidungsträger dieser Welt zum Klimagipfel mit hunderten Privatjets anreisen. Oder wenn man sich überlegt das in China aktuell über 200 Kohlekraftwerke gebaut werden während wir diskutieren ob es vertretbar ist ein kleines Kohlekraftwerk eventuell wieder einzuschalten.

25 comments
  1. Naja komplett egal ist es nicht, selbst wenn es im direkten outcome egal ist wenn nur einer brav ist. Einen Fuß abschneiden so wie das gerne mal verlangt wird kann man sich aber halt nicht. Immer einen Schritt in die richtige Richtung voraus, so dass sich weniger und weniger einfach abputzen können weil eben die anderen auch nix machen und ja dann nix was bringt. Die großen Probleme unserer Zeit stammen halt daher, dass wir nicht weltweit koordiniert sind, und dann kann man irgendwie nur in verträglichem Ausmaß auf den kategorischen Imperativ vertrauen oder gleich aufgeben.

    Aber ja, das mit den Fossilen ist in erster Linie eine Frage der Fördermengen. Was gefördert wurde, wird verwendet werden. Wenn jetz irgendwer den Verbrauch senkt, dann kauft in erster Linie mal ein anderer mehr, weils dadurch billiger wird. Da müsste der Preis dann erstmal ordentlich fallen, bevor irgendein Anbieter dann sagt “na, der Preis ist mir irgendwie zu niedrig, jetzt fördern wir weniger :P”.

  2. Auch für China ist Kohle im Vergleich zu Erneuerbaren schon teurer, diese Fehlentwicklung ist vor langem schon eingeleitet worden und nur langsam zu stoppen. Die Kohlepreise derzeit gehen da in die richtige Richtung.
    Was das russische flaring betrifft, man muss das Gas fördern, sonst schließen sich die Bohrlöcher und müssen neu gebuddelt werden. Bin mir allerdings nicht sicher, ob die Russen ganz freiwillig wenig liefern oder nicht wirklich enorme technische Probleme bei diversen Wartungsarbeiten haben.
    Und nutzlos ist Energiesparen schon alleine aus Kostengründen nie gewesen. Nur war’s halt so billig, dass CO2 kein ausreichender Anreiz zum Sparen war. Jetzt geht das Hand in Hand mit diesem Krieg.

  3. Ich habe mir früher immer mega sorgen gemacht wegen der Zukunft, bezüglich Umwelt, Krieg usw. Und habe auch immer versucht das Thema anzusprechen.

    Am Ende hat’s mich aber nur richtig traurig gemacht und das eigene Umfeld interessiert es halt eh nicht, “Ist halt gerade eine warme Zeit, in 2 Jahren wird’s eh wieder kalt” oder “Es war schon immer so, Schieb kein stress” Die klassischen antworten halt von Leuten die es nicht interessiert.
    Und ändern kann ich die Situation auf der Welt alleine auch nicht. Also Versuche ich News bezüglich all diesen Themen zu reduzieren und mein Leben so gut es geht zu leben. Klingt jetzt vielleicht selbstsüchtig aber wenn ich mich in die Depression versetze durch ständige Angst vor der Zukunft bringt das auch keinem was.

    Einfach seinen Teil zur Umwelt beitragen und weiterleben. Mehr kannst eh nicht machen.

  4. Nihilismus bringt uns auch nicht weiter.

    Ja, es ist zum verzweifeln, was da abgezogen wird. Ja, es werden nach jedem Schritt vorwärts, gefühlt vier rückwärts gemacht. Aber wenn man den Zeitgeist beobachtet, dann wird einem aufallen, dass wir dauerhaft im Wandel sind. Viele Dinge sind heute absolute Tabus, die in den 70ern noch vollkommen egal waren. Und umgekehrt. Jede große Veränderung kann man auf einzelne Personen zurückverfolgen.

    Eine einzelne Person wird nichts ändern können. Aber man kann es vorleben und für andere als Vorbild dienen. Wenn man es richtig macht, dann werden die Anderen von selbst folgen.

  5. Egal ist es nicht, aber ein Tropfen auf den heißen Stein. Dennoch wurde es geschafft die Schuld auf den Normalbürger umzuwälzen sodass die Öffentlichkeit jeden anprangert der auch nur ansatzweise nicht mit dem Strom schwimmt.

    Das gilt bei Müll, Energie, Co2, Lebensmittelverschwendung, etc.

    Auf soviel Fleisch kann ich gar nicht verzichten wie ein Kühlketten-bruch bei nur einem LKW ausmacht. Soviel Co2 kann mein Auto nicht sparen wie ein Bagger auf der Baustelle in einer Woche erzeugt (oder ein Schiff wem dieser Vergleich besser gefällt). Soviel Strohhalme und Plastiksackerl kann ich nicht einsparen wie bspw. Wickelfolie bei ein paar Paletten verbraucht wird.

    Klar ist das What-about-ism. Aber wieso spricht diese anderen Probleme keiner an? Postwurfsendungen sind eines der Beispiele die einen großen Effekt ausmachen würden, aber dagegen legt sich keiner ins Zeug. Die Antwort ist leider einfacher als erwartet: Wennst die Firmen beschuldigst oder ihren Gewinn beschneidest kämpfst gegen die Lobby, wennst die Schuld dem Volk zuschiebst kämpfst gegen niemand, die sudern alle nur.

  6. Schau ma mal was in China wirklich ans Netz geht am Ende des Tages. Das Land kriselt gerade massivst.

    Übrigens Erdgas abfackeln ist besser als es einfach in die Atmosphäre zu blasen – CO2 hat einen geringeren Impact auf das Klima als z.B. Methan, aus dem es zu 80 – 99 % besteht.

  7. Die ganze Situation ist ja pervers.
    Russland ist im Krieg mit der Ukraine, wir liefern der Ukraine sehr gute Waffensysteme, eine eindeutig feindliche Handlung.
    Außerdem boykottieren wir Russland, versuchen, russisches Geld einzufrieren, liefern wenig Waren nach Russland. Unsere Lufträume sind für russische Flugzeuge gesperrt.
    ABER WIR KAUFEN WEITERHIN RUSSISCHES GAS.
    Und trotz des Krieges kassiert die Ukraine Milliarden von Russland dafür, dass sie das Gas zu uns durchlassen.
    Würden da nicht Menschen sterben, könnte man das lustig finden.

  8. Gegenfrage:

    Wenn dein Sohn am Heimweg von der Schule 10 mal verdroschen wird, macht es dann noch einen Unterschied wenn du ihm eine Watschen gibst, weilst auch grad an schlechten Tag hat?

    Wenn du diese Frage entspannt mit Ja beantworten kannst, dann kannst du getrost beim Klima auch drauf scheissen.

    Ich für meinen Teil will mich selber in den Spiegel schauen können und zumindest die meisten Tage sagen können, dass ich mein Möglichstes getan habe.

    Jeder einzelne Mensch auf dem Planeten hat einen absolut vernachlässigbaren Beitrag zum Klimageschehen und hat verschieden Ausreden parat, warum wer anderer erst anfangen soll. Und 99% haben sogar Recht. Es ändert trotzdem nichts, dass wir alle dran sind. Auch wenn die Leute in Afrika zB. sehr wenig bis garnichts dafür können und denen theoretisch jetzt 200 Jahre Hollodaro zustehen würden und selbst dann wärens nicht dort, wo wir schon sind mit unserer Industrialisierung.

    Man muss sich allerdings auch nicht fertig machen und sollte immer wieder betonen, dass die Politik sehr viel verschlafen hat. Der Konsument muss nicht alles wissen. Diesen Trick wendet die Wirtschaft leider schon seit Jahrzehnten an um die Schuld abzuwälzen.

  9. Na das seh ich anders. Ich fühl mich zwar nicht für die Erreichung der Klimaziele verantwortlich, das heißt aber nicht, dass ich nicht versuche, (energie-)sparsam zu leben. Ich lass ja auch nicht einfach meinen Müll im Wald liegen, nur weil wer anderer dort auch seinen Dreck nicht weggeräumt hat. Warum sollte ich mein Handeln vom Handeln anderer abhängig machen? Und vor allem: Warum sollte China mein Vorbild sein?

    Es geht auch nicht nur ums CO². Ja, jeden Meter mit dem Auto fahren mag bequem sein. Also für den, der im Auto sitzt. Neben der Umweltbelastung ist es für andere auch Lärmbelästigung, wenn man durch Wohngebiete fährt. Und für mich selber tu ich dabei was Gutes, in dem ich mich ein bisserl bewege.

    Aber natürlich würde ich mir mehr Eingreifen vom Staat wünschen, weil anders wirds nicht funktionieren.

  10. Wie oft denn noch: Russland führt keine “Spezialoperation” sondern einen Krieg, gegen die Ukraine im Speziellen und gegen den Westen im Allgemeinen.

    Gas ist eine wichtige asymmetrische Waffe des Kremlin. Russland kann sich mit dem Gashahn spielen und solche Nachrichten strategisch platzieren.

    Mit solchen Nachrichten probiert Russland natürlich die öffentliche Meinung in den westlichen Staaten zu beeinflussen.

    Deine Zweifel dienen nur dem FSB.

  11. Habt ihr auch schon Probleme eure Medikamente zu bekommen? Ich vertrage kaum ein Antibiotikum und das eine, das ich im Fall immer genommen habe ist schon seit Mai nicht mehr lieferbar…

  12. Abfackeln ist Standardprozedur wenn mans nicht lagern kann, wenn der Gashahn mal offen ist dauerts eine Weile bis man ihn wieder schließen kann.

    Außerdem ist es umwelttechnisch besser das Methan zu CO2 zu oxidieren als es einfach so ausströmen zu lassen

  13. Dreh ein beliebiges Trum in deiner Umgebung um, und sieh dir an wo es produziert wurde. Das kannst du beliebig lange machen, und wirst am ende des Tages feststellen, das China die Werkbank des Westens ist.

    Das diese Werkbank Energie benötigt, ist klar. Würden wir unseren Müll selbst produzieren, würden auch unsere CO2 Bilanzen, sowie diverse andere Indikatoren für massiven Schadstoffausstoß, ganz anders aussehen.

  14. Aber absolut 🙂
    Deswegen bin ich auch so müde von den Menschen mit Klimapsychose, die so dermaßen fernab der Realität sind, dass sie denken, sie hätten auch nur die geringste Auswirkung mit ihrem extremistischen Verhalten.
    Genauso wie der Witz mit dem „nicht fliegen“ – die Fluggesellschaften müssen ihren Verträgen nachkommen und haben selbst während covid ihre Flieger leer um die Welt geschickt, nur um die slots an den Flughäfen nicht zu verlieren 🙂

    Damit unsere Tat eine Auswirkung hätte, müssten wir unsere Gesellschaft komplett eliminieren und selbst dann wäre die „Entlastung“ wshl im niedrigen 0,x% Bereich auf den weltweiten co2 Verbrauch (+ die Welt würden intelligente Köpfe verlieren, die uns einer sinnvollen Lösung näherbringen könnten)

    Edit: mir tun die Menschen mit Klimapsychose auch leid. Leider finde ich kein anderes Wort, weil es eine astreine Psychose ist. Das sind Menschen, die sich um die Gesellschaft Sorgen machen – nur mmn komplett fehlgeleitet. Die sind teilweise emotional echt fertig von dem Thema und alleine deswegen sollte man als Gesellschaft etwas Druck von deren Schultern nehmen.
    Früher war’s der Regenwald und alle Papierprodukte wurden gemieden – heute ist’s „die Umwelt“ und alles Plastik muss gemieden werden .. aja, und die Ozonschicht. Das sind keine Aufgaben, mit denen sich ein „normaler Bürger“, in dem Ausmaß, beschäftigen sollte! Absolut 0 zielführend, sich mit dem Thema selber zu verheizen.

  15. Top Journalismus wenn man wichtiges Geschehen mit “anscheinend” beschreibt und das in Öffentlichkeit veröffentlicht. “Anscheinend” sind Gerüchte wichtig heutzutage.

  16. Der „Westen“ muss sich echt Farbe bekennen und nicht ständig (CO2-)Probleme in andere Regionen verschieben.
    Waren aus Ländern die mit Kohle und Gas Strom produzieren müssen endlich entsprechend besteuert werden.

  17. Ob wir jetzt weniger fleisch essen hat auf den klimaschutz wenig auswirkung aber ob österreich windräder baut, in der eu klimamaßnahmen blockiert etc. ist schon wichtig also können wir auch nicht einfach nichts tun

  18. Das System ist nicht darauf angelegt die globalen Regulierungen durchzusetzen, die nötig gewesen wären um den kommenden Untergang der Zivilisation aufzuhalten. Es ist hingegen sehr viel einfacher den einzelnen Konsumenten in die Verantwortung zu nehmen das zerstörerische System zu nutzen (obwohl es dazu keine realistische Alternative gibt) – das klärt die Schuldfrage und macht das Gewissen beim Gang in die Gruft angenehm rein.

  19. du könntest als normalsterblicher versuchen so viel wie möglich an CO2 zu generieren, und es würde absolut keinen unterschied machen zu wenn du 0 CO2 produzierst.

    von daher würd ich mir da keine gedanken machen.

  20. >anscheinend

    Wenn eine selbsternannte Qualitätszeitung *anscheinend* verwendet, kommt mir das Geimpfte auffa.

    Hört sich für mich zur Gänze völlig unseriös an.

  21. Ein Kohlekraftwerk in Österreich entspricht 157 Kohlekraftwerken in China.

    Also relativ gesehen sollten wir nicht rumheulen.
    Eine Kleinstadt in China hat mehr Einwohner als ganz Österreich.

    China erzeugt 7,4 Tonnen CO2 pro Einwohner/Jahr
    Österreich erzeugt 7,15 Tonnen CO2 pro Einwohner/Jahr.

    China ist erst seit 2012 über die 7 Tonne drüber, während Österreich seit 1970 fast durchgehend drüber ist und teilweise an der 10 Tonnen Marke kratzte.

    Es ist leicht die Schuld auf China zu schieben wahren wir nie besser waren und jetzt nach durchgehendem Wachstum verlangen wir von den Chinesen den Schwanz einzuziehen während wir jeden scheißdreck dort Produzieren lassen um ja billig einzukaufen.

    Doppelmoral ist was feines.

  22. Wir könnten uns alle die Kugel geben in Österreich, wär komplett unerheblich fürs globale Klima. Bald 8mrd Menschen auf der Welt und selbst dann ist noch nicht Schluss – der globale co2 Austoss wird steigen, mit oder ohne Europa.

  23. Am besten fürs Klima wäre wenn die EU die Sanktionen gegen Russland mildert, damit wir denen das Gas wieder abkaufen können. Gas und Öl aus der Pipeline sind viel besser für die Umwelt als Gas und Öl das mit dem Schiff vom anderen Ende der Welt kommt.

    Und Deutschland soll seine Atomkraftwerke laufen lassen statt auf Kohle zu setzen.

  24. Kann mir auch nicht vorstellen das der kleine österreicher auch nur irgendeinen impact haben kann auch nicht alle zusammen.

    Solangs am arsch der welt es plastik von alten (von uns exportierten schrott) kabeln brennen um ans kupfer zu kommen brauch ma uns nicht auf die schulter klopfen.

    Die grünheit in europa geht auf kosten anderer länder.

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