
Ausgelöst durch https://orf.at/stories/3281305/ und auf die Gefahr, viel gesagtes zu wiederholen, in der Hoffnung, dass evt. ein BReg Mitglied diesen Sub liest:
Es tut weh zu lesen, dass die Arbeitslosen und Mindestsicherungabezieher gefühlt die 30te Einmalzahlung bekommen, kinderlose Niedrigeinkommenshaushalte aber fast gar nichts sehen!
Ich verdiene derzeit leider netto nur einen zweistelligen Betrag mehr, als ich Mindestsicherung erhalten würde! Dafür stehe ich Montags bis Freitags im Büro, für 40 Stunden! Warum? Weil ich es falsch finde aus Kosten anderer zu leben, wenn ich für meinen Unterhalt selber sorgen kann. Angekommen ist bis jetzt nur der Energiegutschein.
Leider ist allbekannt, dass neben der handvoll Bedürftigen viel Schindluder mit den Sozialleistungen betrieben wird.
Anstatt eine bestimmte Zielgruppe (teilweise vollkommen unverdient) überzubevorteilen wäre es endlich angebracht, alle Leistungsbezüge (inbesondere Arbeitseinkommen) an die reale Inflation anzupassen!
Das Argument Lohn-Preis-Spirale zieht deshalb nicht, weil es nicht sein kann, dass alles teurer werden darf, nicht aber der Faktor Arbeit. Wenn die Kosten der Arbeirskraft steigen, dann steigt eben der Preis der Arbeitskraft! Wie in jedem anderen Bereich. Gaspreis steigt -> Stahlpreise steigen wegen teurerem Betriebskosten des Hochofens; Lebenserhaltungskosten steigen -> Lohn steigt! So einfach und nicht anders!
Ich weiß, dass dieser Sub kein Fan von Grantausbrüchen ist, aber mittlerweile verspüre ich ein Bedürfnis öffentlich darüber zu schimpfen!
Edit: Ich bin im Rahmen der Diskussionen im Kommentarbereich darauf gekommen, dass ich meine. ursprünglichen Post nicht gut formuliert habe!
Ich möchte klarstellen, dass ich die fehlende Aufmerksamkeit der Politik für die Gruppe „sehr niedriges Einkommen ohne Kinder“ stark bemängle und in keinster weiße dafür bin, dass Sozialleistungen keine Stärkungen erfahren oder gar gekürzt werden! Die Mindestsicherung ist super aber bitte vergesst nicht, dass es auch schutzbedürftige Erwerbstätige gibt!
19 comments
> Weil ich es falsch finde aus Kosten anderer zu leben, wenn ich für meinen Unterhalt selber sorgen kann.
Lass dich nicht so ausnutzen. Wenn du nur knapp über der Mindestsicherung verdienst gibt’s echt keinen Grund in dieser Hackn zu bleiben. Kündige!
Du musst ja ned ewig arbeitslos sein – such dir einfach was besseres. Und wenn der Arbeitsmarkt nichts besseres hergibt bist es echt nicht du der das System ausnutzt, sondern der Arbeitsmarkt der die Gutmütigkeit und das Gewissen von leuten wie dir ausnutzt.
E: Ich zahl gern in den Topf ein wenn Leute wie du sich was raus nehmen können die sonst von irgend an oasch AG ausgnutzt werden von vorn bis hintn.
> Das Argument Lohn-Preis-Spirale zieht deshalb nicht,
Das Argument zieht allein deshalb nicht weil die die trenzen dass man dann alles teurer machen muss auch die sind, die die Preise bestimmen und sich amal leisten könnten wenns ein Jahr ned teurer wird. Wird der vierte Bentley halt 2 Monate später gekauft.
Knapp über 1000 im Monat? Gibt es wirklich noch irgendeinen KV, der so niedrig ist?
Die gefühlte 30te Einmalzahlung möchtest Du einfach mal mit der Realität abgleichen.
>Anstatt eine bestimmte Zielgruppe (teilweise vollkommen unverdient) überzubevorteilen wäre es endlich angebracht, alle Leistungsbezüge (inbesondere Arbeitseinkommen) an die reale Inflation anzupassen!
Dein Arbeitgeber stellt dich an, weil die Arbeit du du leistet mehr Wert ist, als das Gehalt (inklusive aller Abgaben usw.) welches er dir dafür bezahlen muss. Nur weil die Inflation steigt heisst das nicht, dass dein Arbeitgeber auch grössere Gewinne macht. Wenn er gezwungen wird dir mehr zu zahlen, dann werden viele Arbeitgeber sich zweimal überlegen ob es nicht besser wäre auf die Arbeitskraft ganz zu verzichten und (falls möglich) die Leistungen stattdessen aus dem Ausland zuzukaufen.
Lohn-Preis Spirale ist kein Argument, sondern ein geldpolitischer Effekt. Einer der dazu führen kann, dass die Geldentwertung noch stärker befeuert wird. Ich verstehe den Ruf nach vollem Lohnausgleich, der kann nur dazu führen, dass die Inflation dann nochmal sprunghaft ansteigt. Deshalb bisher auch die Einmalzahlungen. Übrigens solltest du ebenfalls 500 EUR + 250 EUR/Kind als Negativsteuer/Steuergutschrift bekommen.
Es will keiner offen aussprechen aber ganz Europa ist in einer schweren Krise, defakto im Krieg, abhängig und abgeschnitten von der Energie eines feindlichen Staates. Das wird die nächsten Monate, möglicherweise Jahre ziemlich beschissen werden. Wer kann, bereite sich darauf vor. Ich bin ziemlich sicher, dass die staatlichen Strom und Gasversorger niemandem im Winter etwas abdrehen, aber die Frage ist ob sie überhaupt etwas haben zum abdrehen.
Ist nicht bis jetzt bei **allen** erst der “Energiegutschein” angekommen?
Und was meinst du bitte mit “Leider ist allbekannt, dass neben der handvoll Bedürftigen viel Schindluder mit den Sozialleistungen betrieben wird”? Ich hoffe du meinst nicht, dass es nur eine handvoll Bedürftiger gibt und alle anderen nutzen den Sozialstaat aus, weil das wäre eine sehr perverse Ansicht.
Lässt dich für einen Hungerslohn ausnutzen von deinem Arbeitsgeber (zweistellig über der Mindestsicherung? Oida…) und dann bist des de Leid die noch weniger haben neidisch wenn’s in Zeiten der Krise Entlastungen kriegen? Du bist a der perfekte Systemerhalter.
Du sprichst die unangenehme Wahrheit die hier viele nicht hören möchten. Arbeiten lohnt sich nicht. Erst recht bei all den Sozialleistungen die Arbeitslose und Sozialfälle bekommen.
In den Kommentaren raten sie dir zu kündigen und ein Sozialfall zu werden. Wie absurd diese Situation ist… aber jede Forderung den Mittelstand zu stärken, endet in neoliberalen Vorwürfen
Dieser sub besteht praktisch nur aus Sudern also keine Sorge. Kinderlose werden wenig unterstützt weil wir eben kinderlose sind, Österreich braucht Nachwuchs um wirtschaftlich zu bleiben.
Wenn du nicht mal einen 100 mehr als mindestsicherung bekommst, dann machst ja fast noch Verlust beim Arbeiten.
Ganz ehrlich, mir wäre es so scheiß egal ob du dann “sozialschmarozzen” würdest. Für so ein niedriges Gehalt sollte man einfach nicht 40h arbeiten müssen.
> Ich verdiene derzeit leider netto nur einen zweistelligen Betrag mehr, als ich Mindestsicherung erhalten würde! Dafür stehe ich Montags bis Freitags im Büro, für 40 Stunden! Warum?
DAS HIER IST DAS PROBLEM. Die Mindestsicherung beträgt je nach BL 978 bis 1.271€. Du verdienst also maximal 1370€ netto bzw. irgendwas um die 1600€ brutto. Im besten Fall.
Als erstes würde ich beim Chef stehen und ihm sagen, dass, wenn er nicht vernünftig zahlt, ich morgen nimmer da bin.
Ich verstehe deine Frustration, aber bei der Mindestsicherung muss man jetzt wirklich nicht zum Sparen anfangen. Auch wird gerne vergessen, dass Mindestsicherung auch bedeutet kein 13./14. Monatsgehalt.
Man sollte da eher bei Mindestlohn, Vermögenssteuer, Steuerschlupflöcher stopfen ansetzten.
Ich versteh deinen Grant – aber die Situation ist kein Grund, nach unten zu treten, denn Leute, die grad Mindestsicherung oÄ beziehen, können auch nichts dafür, wie mies das grad abläuft. Ich bekomme diese Einmalzahlungen, da ich gerade eine Ausbildung übers AMS mache, und mir wärs auch lieber, wenn stattdessen Mal über einen Strom/Gaspreisdeckel oder Profitabschöpfung bei diesen Konzernen nachgedacht werden würde. Das, was grad passiert, ist ein absoluter Witz, bürokratischer Nonsens und so kanns nicht ewig weitergehen.
Du solltest aufhören nach unten zu treten und deinen Zorn auf die Bonzen da oben richten.
Zeig ein bissi Solidarität mit denen, denen es gleich scheiße geht wie dir.
United we stand, divided we fall.
“Es tut weh zu lesen, dass die Arbeitslosen und Mindestsicherungabezieher
gefühlt die 30te Einmalzahlung bekommen, kinderlose
Niedrigeinkommenshaushalte aber fast gar nichts sehen!”
Also ich hab bisher nur einmal 300€ vom Staat bekommen, ich weiß nicht so recht, wovon du eigentlich sprichst. Aber wärst ja nicht der erste, der befremdlicherweise selber nicht zum Großbürgertum (und nicht mal zum Kleinbürgertum) gehört und trotzdem auf die schimpft, die am wenigsten haben.
Alle die ein zu geringes oder gar kein Einkommen haben müssen unterstützt werden. Was unsere Regierung stattdessen macht ist halt die Drecksunternehmen jetzt fördern, damit die vom Gas wegkommen. Da kannst dir nur an den Kopf greifen. (Es sind wieder mal die Unternehmen der oberen Zehtausend. Die kleinen Buden unterstützt sowieso niemand.)
Allgemein sind diese Einmalzahlungen bei laufend steigender Inflation eine Frechheit. Aber es hilft nix – wie ich schon seit Beginn sage. Diese “Regierung” gehört auf die Müllhalde der Weltgeschichte.
Wenn du nur etwas über dem Mindestlohn bekommst würde ich einen anderen Beruf suchen. Oder weniger arbeiten. “Working poor” zahlt sich meiner Meinung nach nicht aus – solche Sklaverei-Gesellschaften gehören auch auf die Müllhalde der Weltgeschichte.
Meiner Meinung nach sollen gar keine Einmalzahlungen mehr getätigt werden.
Wenn jeder 500€ kriegt, dann ist das so, als würde man ein Feuer mit Benzin löschen. Das treibt die Inflation nur noch mehr an bzw. verschiebt das Unausweichliche.
Inflation zu bekämpfen ist simpel:
Leitzins hoch => Konsum sinkt => Preise sinken
Bekommen eigentlich Frauen die in der Karenz sind auch eine Hilfe vom Staat?
Kann deinen Frust gut verstehen!
Ich selbst bin aufgrund einer Beeinträchtigung und damit einhergehenden Erwerbsunfähigkeit auf Sozialhilfe angewiesen und bekomme (zusammen mit meiner Familienbeihilfe) fast gleich so viel wie meine Mutter, die die Mindestpension bezieht (wenn man jetzt mal die 13. und 14. Auszahlung nicht berücksichtigt), obwohl sie ihr Leben lang Schwerstarbeit verrichtet hat.
Dann kenne ich noch eine andere Frau, die berufstätig ist und auch weniger bekommt, als ihr Sohn, der (in Wien) Sozialhilfe bezieht.
Das ist nicht fair und da muss sich dringendst was bei den Gehältern ändern. Arbeit muss sich lohnen.
Manchmal hab ich ja den Eindruck, dass das von gewissen politischen Kräften aber so gewollt ist, dass sich die Wut auf uns Beihilfebezieher, anstatt auf die PolitikerInnen, entlädt, um dann als Antwort darauf Beihilfen zu kürzen, anstatt Rahmenbedinungen zu schaffen, dass ArbeiterInnen gerecht entlohnt werden müssen.