
Bezugnehmend auf [diesen orf.at Artikel über Silent Quitting](https://orf.at/stories/3282123/):
Woher kommt eigentlich der Anspruch gewisser Unternehmer die Arbeitnehmer müssten “gewillt sein acht Tage die Woche, 25 Stunden täglich einsatzbereit zu sein” während Arbeitgeber oft nur den Mindestlohn zahlen und den auch nur weil es Pflicht ist?
In other news [Kritisiert die Wirtschaftskammer](https://tirol.orf.at/stories/3170349/), dass Arbeitnehmer durch “fragwürdige Methoden” wie Bonuszahlungen und Zusatzurlaub von ihren Ausbildungsbetrieben “weggelockt” werden.
Ich glaube, dass “die Wirtschaft” noch nicht verstanden hat, dass Arbeitskräfte heutzutage ein knappes Gut sind und man sich bemühen muss sie zu gewinnen und zu halten.
Prinzipiell sind ja staatliche Eingriffe in “den Markt” total schlecht, aber hier wäre es für die WK schon toll, wenn es Regulation gäbe. Angebot und Nachfrage sollen schließlich nur da gelten wo die Unternehmer einen Vorteil daraus ziehen und nicht die Arbeitnehmer.
33 comments
wieder jemand der einen grundsatz nicht verstanden hat.
[klick mich](https://www.youtube.com/watch?v=w5RkeYIbSYk)
>!/s!<
*stille Kündigung“ bedeute, seine Aufgaben im Job zu erfüllen, nicht aber darüber hinauszugehen*
#Das nennt man normales Arbeiten !
Silent quitting wär am absolut untersten minimum zu arbeiten das man grad nicht gefeuert wird.
Fakt ist aber das wir 2022 nicht mehr einem 80 Jahre alten Arbeitsmodell folgen sollten und es sollte sich längst viel mehr geändert haben.
Bin seeehr happy mit Teilzeit und ja es gibt auch nette Chefs, muss man nur finden. Job hopping sei dank.
Das gibt’s doch schon lang bei uns und nennt sich “Dienst nach Vorschrift” oder?
Aber ja, natürlich sudern die Arbeitgeber. Is halt a Umstellung wenn man plötzlich, in manchen Branchen, nimmer am längeren Ast sitzt.
>Wegen hinterfragenswerter Praktiken würde es laut David Narr, dem
Lehrlingskoordinator in der Wirtschaftskammer, sogar zu einer
Wettbewerbsverzerrung am Arbeitsmarkt kommen. Vereinzelt würden
Unternehmen nämlich mit Prämien oder zusätzlichen Urlaubstagen um neue
Fachkräfte werben.
Da fehlen einem fast die Worte bei so einer dummen Aussage…
Hat der Herr noch nie von Angebot und Nachfrage und dem freien Markt gehört? Oder gilt das nur für die Arbeitgeberseite? Ist das Angebot knapp, steigt der Preis und jetzt sind eben Arbeitnehmer ein knappes gut und der Preis steigt entsprechend.
Das die Wirtschaftskammer am liebsten Arbeitnehmer hätte die für ein halbes Leberkässemmel 24/7 arbeiten ist aber auch nichts neues.
Sind Versuche Druck auf die Arbeitnehmer auszuüben. Das erste Mal seit 40 Jahren neigt sich die Waage nämlich zu deren Gunsten. Boomer gehen in Pension, es kommen wenig Junge nach. Ist in der ganzen westlichen Welt so.
Da geht einigen grad der Reiß deren Geschäftsmodelle auf der massiven Ausbeutung günstiger Arbeitskraft beruhen. Weil die Drohung mit Kündigung nicht zieht, da mehr Nachfrage als Angebot und weil die Leute einen Hebel haben um mehr Geld zu verlangen.
Boomer müssen noch lernen das Arbeitskräfte nicht unbegrenzt sind und man sie gut behandeln muss für gute Leistung. Bauern scheinen das mit ihrem Vieh sogar früher zu lernen.
Letztens erst wurde hier diskutiert warum der Staatsunternehmen so wenig zahlen. Jetzt scheint es ja super lukrativ zu sein. Hat sich das jetzt so schnell geändert?
Österreich kratzt an der vollbeschäftigung und am arbeits*markt* ist plötzlich mehr nachfrage nach arbeitskraft als angebot. D.h. unweigerlich steigt deren preis, bzw. ist die angebotsseite in einer bedeutend besseren verhandlungsposition.
Versteht die wirtschaftskammer plötzlich die grundlegende dynamik des marktes nicht mehr?
Das geilste was ich vor kurzem gehört hab, war so ein Wirtschaftsvertreter, der vor den Metaller-Verhandlungen meinte, dass die Erträge schlecht waren und die Risiken hoch sind und man daher wenig Lohnerhöhungen hergeben kann…
Ok, seit wann hat die schlechte Führung eines Unternehmens irgendwas mit den am Markt üblichen Preisen für Arbeitskraft zu tun?
Und Arbeitnehmer haben auch das Risiko, dass sie einfach “abgebaut” werden, wenns den Unternehmer beliebt.
Und jetzt kommens mit “Silent Quitting”! Und was is mit “Silent Firing”, wo dir dein Chef jahrelang keine Gehaltserhöhung gibt und dich nicht weiterbildet?
Einfach lächerlich. Die werden sich noch anschauen, wenns keine Hackler mehr finden, weils zu notig san marktübliche Preise für Arbeitsleistung zu zahlen. So wie die Wirten.
Edit: Typos.
Silent Quitting ist auch wieder nur ein Narrativ der Unternehmensvertreter und Arbeitgeber, um der breiten arbeitenden Masse ein schlechtes Gewissen einzureden. Du bekommst X EUR gezahlt? Sehr gut, tu das mindeste für die X EUR aber nicht mehr. Versprechen in Karriere und Zukunft sind nichts mehr wert.
Aus dem Artikel:
“„stille Kündigung“ bedeute, seine Aufgaben im Job zu erfüllen, nicht aber darüber hinauszugehen” – “Unter Berufung auf eine von „Harvard Business Review“ publizierte Studie bezifferte „Forbes“ den Schaden, der US-Unternehmen durch „Quiet Quitter“ entstehen würde, mit einer Höhe von bis zu 150 Milliarden Dollar jährlich.”
Wie kann ein Schaden entstehen, wenn man seine Arbeit macht? Warum nennt man das überhaupt “Quiet Quitting”? Inwiefern ist dieses Verhalten schädlich? Warum steht es Unternehmen zu, “mehr als die Pflicht” zu verlangen, Angestellten aber nicht?
> In other news Kritisiert die Wirtschaftskammer, dass Arbeitnehmer durch “fragwürdige Methoden” wie Bonuszahlungen und Zusatzurlaub von ihren Ausbildungsbetrieben “weggelockt” werden.
Haha, sau geil wenn die Wirtschaftskammer mal wieder deutlich macht, dass sie von Wirtschaft eigentlich nix versteht und nur ein Abstellplatz für Parteifunktionäre ist, der sich an Lobbying versucht.
Die “Debatte” ist ja einfach nur gestört.
“Angebot und Nachfrage bestimmt den Preis” ist grundsätzlich genauso ein Mythos wie “Geld vereinfacht Tauschhandel”. Braucht man sich ja nur den Strompreis anzuschauen um eines besseren belehrt zu werden. Oder der Tatsache dass Rohstoffe (inklusive nachwachsender wie Getreide) mit der Zeit immer teurer werden, obwohl deren Verfügbarkeit (zumindest vor Corona) im Laufe der Zeit genauso immer mehr wurde. Unterm Strich spielen einfach sehr viele Faktoren eine Rolle bei der Preisbestimmung. Angebot&Nachfrage ist dabei nur mehr einer von vielen Faktoren, der sich aber in der Praxis nicht gerade vorrangig bemerkbar macht.
>Woher kommt eigentlich der Anspruch gewisser Unternehmer die Arbeitnehmer müssten “gewillt sein acht Tage die Woche, 25 Stunden täglich einsatzbereit zu sein” während Arbeitgeber oft nur den Mindestlohn zahlen und den auch nur weil es Pflicht ist?
Ich finde die viel bessere Frage ist: Ein Arbeitsvertrag ist grundsätzlich erstmal ein Vertrag zwischen zwei gleichgestellten Parteien. Woher kommt also der sich eingeschlichene Unsinn, den Arbeitnehmer durch das stellen solcher Ansprüche als Unterlegen Partei zu behandeln ? Der Arbeitsvertrag regelt nun einmal genau wann, wie und wo der Arbeitnehmer ein Untergebener ist, aber eben nur dann, und nicht außerhalb dieser Vereinbarung. Selbst die alten Römer waren sich diesen Umstands bewusst und behandelten ihre Lohnsklaven (rechtlich) besser…
Wenn ich will, dass Arbeiter was machen, muss ich ihnen auch ein Umfeld bieten in dem sie das wollen. Sind auch nur Menschen.
ich glaube manche sind noch im Feudalismus hängengeblieben und haben noch nicht mitbekommen, dass auch der Arbeitsmarkt ein Markt mit Angebot und Nachfrage ist.
quitting heisst aufhören, tut man aber nicht, wenn man das erfüllt was man soll dann hat das nichts mit aufhören zu tun.
Ah schwappt das jetzt auch zu uns, hat ja nicht lange gedauert.
Die können mich gern haben mit diesen Artikeln. Zahlts den Leuten ein Gehalt mit dem sie in der Lage sind mehr als nur zu überleben und hörts auf euch als Opfer hin zu stellen. Jahrzehntelang wird sich bereichert auf Kosten der Angestellten und jetzt neigt sich das langsam dem Ende (hoffentlich) zu und das gepläre is groß.
Geht’s scheißen
Was für ein scheiß Begriff.
“Quiet Quitting” hab ich schon mehrmals gesehen und es war immer das gleiche Szenario:
Mitarbeiter kann die Arbeit nicht in der erforderlichen Zeit erfüllen(weils einfach zu viel ist) und macht Überstunden ohne Ende um die Leute nicht hängen zu lassen.
Er macht das Management wiederholt drauf aufmerksam.
Management macht nix und ist nicht mal bereit das ganze finanziell auszugleichen.
Mitarbeiter entscheidet irgendwann, dass es reicht und macht Dienst nach Vorschrift.
Management fällt aus allen Wolken, weil es hat doch eh alles funktioniert….
Leistung lohnt sich nicht, das ist das Problem.
>acht Tage die Woche, 25 Stunden täglich einsatzbereit
Hab ich neulich auch wieder gemerkt. Erster Tag vom Sommerurlaub, Firma ruft an ob ich in die Arbeit kommen kann. Hab ich abgelehnt weil ich eh grade nicht daheim war.
Eigentlich lächerlich, der Sommerurlaub wird schon im Jänner eingeteilt bei uns und ich hab dem Chef damals freie Hand gelassen in welcher Woche er mir meinen Urlaub einteilt.
Ich “quiet quitte” offenbar schon seit Dienstantritt, weil ich genau soviele Stunden arbeite wie ich verpflichtet bin. Na dann, bis zur Pension halt ich das durch.
WKO: “Der Markt reguliert sich selbst, da darf man nicht eingreifen!!111”
Auch WKO: “buhuuu…. ich kann meine Angestellten nicht mehr exploiten, weil meine Konkurrenz sie besser behandelt und sie tatsächlich wechseln… Hilfe ÖVP!!”
Kann gut verstehen, wenn man in der Forschung ist oder einen anderen Beruf, wo man was für die Menschheit erreichen kann oder sehr viel Geld verdient. Aber bei den üblichen Berufen wie Handwerker, Fabrikarbeiter etc. würd ich nie auf den Gedanken kommen unbezahlte Überstunden zu machen oder mich wirklich reinzuknien.
WKO und IV sind ein Haufen unzurechnungsfähiger Wirtschaftssprecher für Großkonzerne.
[deleted]
NEIN. Das heißt nicht Silent oder Quiet Quitting. Das heißt “ACTING YOUR WAGE”.
Scheiss WKO, scheiss Mahrer
“But you know, Bob … That only makes someone work just hard enough not to get fired …”
https://youtu.be/j_1lIFRdnhA
Ich bin Assistenzarzt. Ich habe dank opt out eine wöchentliche erlaubte arbeitszeit von regelhaft 56 stunden, bei bedarf 72. ich mache 4-5 25 stunden dienste pro monat. Aus itgendwelchen bürokratischen Spitzfindigkeiten muss ich aber meine gesetzlich vorgeschriebene ruhezeit am folge tag mit zeitausgleich „bezahlen“ (also wenn ich von montag auf dienstag arbeite, müssen die übrigen 7 stunden kernarbeitszeit entsprechend ZA genommen werden). Je mehr dienste ich mache, desto mehr „minusstunden“ sammle ich, desto mehr überstunden muss ich im monat an normalen tagen machen, damit ich keinen ärger bekomme mit dem arbeitgeber.
Diesen monat muss ich noch 14 stunden irgendwo auftreiben.
Unternehmen fordern mehr als das wofür Arbeitnehmer bezahlt werde.
Arbeitnehmer verrichten “nur” die Arbeit wofür sie bezahlt werden.
Unternehmen behaupten es entstehe ein großer Schaden.
Arbeitnehmer lassen sich das nicht gefallen und Kündigen.
Unternehmen wundern sich wieso.
?????
Stonks?
Durch die amerikanische Hustle-Kultur die zu uns überschwappt
geht’s der wirtschaft gut – geht’s der wirtschaft gut
¯_(ツ)_/¯
Was für ein Schwachsinn. Angebot und Nachfrage ist also nur gut wenn’s dem Unternehmer dient. Ansonsten ist’s Wettbewerbsverzerrung. Die Armen…
Rächt sich halt auch wenn man alle irgendwie ins Studium schicken muss. Die kannst halt selten am Bau, Küche etc brauchen und verwenden. Und die paar Lehrlinge suchen sich was andres weil der Lehrbetrieb evtl doch nur ausnutzt und nicht optimal ist. Die wechseln evtl. Darum auch gleich noch die Branche? Wer hätte das gedacht? … >> Platzhalter für überraschtes Pikachugfriß <<
für mich is das einfach ein neuer begriff für etwas das es schon immer gegebenhat….I werd in mein leben nie nur eine minute (überminute) unbezahlt arbeiten. ist schon mal vorgekommen das ich dann einfach mitten in der arbeit aufgehört habe bei einem aushilfsjob wo der meinte das geht scho so.nope wir sind nicht bei der caritas
ich soll früher kommen wegen aufsperren? Klar aber nur gegen bezahlung sonst bin ich punkt da. ich soll vorher kommen damit alles bereit ist? zahlen bitte
geht natürlich nur wenn man auf die arbeit verzichten kann