
“Welche Eingriffe und Maßnahmen es sein müssen, um soziales Leben wieder in die Ortskerne zurückzubringen, sei von Fall zu Fall zu entwickeln – ein Patentrezept gebe es nicht.” So der *erste Ortskernkoordinator der Steiermark*.
Findet das noch irgendwer ziemlich fehlgeleitet? Ich denke es gibt recht offensichtlich Einen Haupt- und einen Nebenfaktor:
– Aufenthaltsqualität
– Zeit
Beides bezieht sich auf den Weg zur gewünschten Einrichtung, sei es ein Geschäft, Gastwirtschaft oder Freizeiteinrichtung.
Zur Aufenthaltsqualität tragen u.a. bei: Lärm, Bewegungsfreiheit, Ästhetik. Zeit ist klar. Je mehr Sachen am Weg liegen, desto günstiger.
Die großen Städte haben schon lange erkannt: man schlagt mehrere Fliegen mit einer Klappe, wenn man Autos aus dem Kern heraußen haltet, und Wohnungen ins Zentrum verlegt. Ja, so einfach ist es fast, denk ich. Was sind Eure Meinungen?
7 comments
Österreich: *klatscht massenweise Einkaufszentren irgendwo in die Pampa*
Auch Österreich: Wieso sterben die Ortskerne aus?
jo eh, das problem ist, dass Raumplanung in Österreich in Gemeindehand liegt, und der Bürgermeister halt Geld ins Gemeindebudget gespült kommt, je mehr Häuser gebaut werden, ganz egal wo.
Beispiele für die “Raumplanung” in der Steiermark:
[SPAR und McDonald’s in der Pampa](https://www.google.com/maps/@47.6025689,15.7212275,1257m/data=!3m1!1e3) an der Schnellstraßenausfahrt Mürzzuschlag Ost
[Gewerbepark](https://www.google.com/maps/@46.8051,15.5592629,2273m/data=!3m1!1e3) an der Autobahnausfahrt Leibnitz
[Gewerbegebiet](https://www.google.com/maps/@46.8517576,15.5153472,851m/data=!3m1!1e3) an der Autobahnausfahrt Lebring
[Shoppingcity Seiersberg](https://www.google.com/maps/@47.0122232,15.410232,519m/data=!3m1!1e3) direkt am Knoten Graz-West der A2 und A9
[Einkaufszentrum Deutschlandberg](https://www.google.com/maps/place/Deutschlandsberg+Einkaufszentrum/@46.8204731,15.2277228,956m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x476fc134952cbba7:0x91d4362f06de89ca!8m2!3d46.8203761!4d15.2314477) zwischen B76 und Ortskern
fallbeispiel Mistelbach; bezirkshauptstadt in NÖ.
seit der Zielpunkt-pleite steht deren ehemaliges geschäft leer. vor einiger zeit hieß es noch, dass da der Penny von gegenüber reinkommt, weil der aktuelle so klein is, dass er net das ganze im prospekt beworbene sortiment führen kann. zumindest wurden bauarbeiten im ex-Zielpunkt begonnen.
vorgestern hat der neue Penny im Osten zwischen Hofer und Burger King eröffnet.
zu wenig kundschaft haben sie am hauptplatz sicher net. wenn sie es also als wirtschaftlich erachten, sich 100 m neben den Hofer zu setzen, und dafür die exklusivlage am hauptplatz ausschlagen, dann dürften die bedingungen hier zu schlecht sein. parkplätze gibt’s eigentlich genug; womöglich verlangt der besitzer zu viel miete. vor ein paar monaten hat der dm seine filiale im wirtschaftspark M-City ausgebaut, und dann die filiale am hauptplatz geschlossen. bei diversen anderen geschäften is es ein kommen und gehen. lang’ halten kann sich hier nix. die bauarbeiten im ex-Zielpunkt sind unfertig beendet.
wenn schon eine bezirkshauptstadt daran scheitert, wie soll das in kleinen orten funktionieren?
ceterum censeo “unit libertatem” esse delendam.
Fallbeispiel Bezirkshauptstadt Hollabrunn:
Das Zentrum und die Einkaufsstrasse sind praktisch ein Monopol. Fast alle Gebäude gehören derselben Familie. Über ein paar Jahre hebt die Familie die Mieten in diesen Gebäuden auf das Niveau von Wien an.
Resultat: Die Geschäfte tun sich zusammen und bauen gemeinsam am Stadtrand ein neues Einkaufszentrum.
>Einen Haupt- und einen Nebenfaktor:
>
>- Aufenthaltsqualität
>- Zeit
>
Preise hast vergessen, wennst im Zentrum sau viel Miete zahlen musst muss natürlich die Ware auch teurer verkauft werden.
Also ich war letztens mal wieder in Gmunden und kann halt sehen, warum dort keiner hinfahren würde zum Einkaufen – trotzdem Begegnungszone, Straßenbahn, guter Gastronomie,…
* Parken muss ich irgendwo, also kostenpflichtige Parkgarage oder kostenpflichtige Parkplätze mit weitem Gehweg oder kostenpflichtige Straßenbahn (nicht für mich, weil Klimaticket, aber ok).
* Wenn ich dann zum Spar geh, dann muss ich die Sachen wieder zum Auto tragen, weil mit dem Wagerl kann ich nicht hinfahren – dazu gibt es in Gmunden alleine 2 Eurospar, in Altmünster auch einen und in Pinsdorf kommt auch einer. Im SEP gibt es einen Billa UND einen Billa+. Überall kann ich die Sachen bequem zum Auto fahren mit dem Wagerl.
* Die paar Sportgeschäfte haben halt recht “limitierte” Auswahl, paar Sachen findet man, aber wirklich viel eher nicht. Und das beste: will man vorher online schauen, was die überhaupt für Marken haben, findet man online nichts dazu, also mal auf gut Glück hinfahren und schauen anstatt gleich zum großen Intersport?
* Die “Modegeschäfte” sind allesamt für Frauen 50+
* Random mal “schauen was es gibt” – meine persönliche Vorstellung von Horror, einfach verschwendete Zeit.