[https://www.derstandard.at/story/2000138616799/liquiditaetsproblem-wien-energie-braucht-cash](https://www.derstandard.at/story/2000138616799/liquiditaetsproblem-wien-energie-braucht-cash)

Und aufgefallen ist das Sonntag früh beim Frühstück oder wie?Bei aller Liebe zu Wien, aber so eine Krise am Sonntag platzen zu lassen und sich dann nicht mal am Montag zu einer Pressekonferenz herablassen zu können ist schon grenzwertig.

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Übrigens, so schauen die Energiepreise derzeit in der EU aus: [https://euenergy.live/](https://euenergy.live/)Sieht nach >1 € je kwh aus.

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Edit: Es sind mittlerweile übrigens zehn Mrd., aber die Woche ist noch Jung. Da geht noch was.

>Wien Energie: Hanke bittet um “Schutzschirm” von bis zu 10 Milliarden

[https://www.puls24.at/news/politik/wien-energie-peter-hanke-bittet-um-schutzschirm-von-bis-zu-10-milliarden/274141](https://www.puls24.at/news/politik/wien-energie-peter-hanke-bittet-um-schutzschirm-von-bis-zu-10-milliarden/274141)

35 comments
  1. Naja, bei einer Margin von 8 Mrd. € wovon bereits 1,7 von der Stadt Wien vorgestreckt wurden ist das auch keine komplexe Rechnung.

  2. Und die PRW lassens das heute im Sommergespräch erklären. What could possibly go wrong. “Ich als Ärzte finde Strom ungemein wichtig. Jeder sollte einen haben.”

  3. Deutschland hat im April ein entlastungspaket verabschiedet, darunter 100mrd für margin calls – ist jetzt also kein Wien Energie alleiniges Problem

  4. Ich finde es ganz gut, so sieht der Endkunde wenigstens das die Preissteigerung nicht nur beim ihm “im Wohnzimmer” Probleme macht. Wird ja in letzter Zeit oft genug über Konzerne geschimpft die sich anscheinend selbst bereichern…

  5. Toll gemacht Wien. Wo sind die ganzen SPÖ Fans hier? Und nein, sowas passiert nicht von heute auf morgen. Unternehmen, die nur von einem Prodult abhängig sind (Strom) sollten das gefälligst bis zu einem gewissen Grad hedgen…

  6. Je länger sich Wien Energie mit einem Statement Zeit lässt, desto eher glaub ich, dass doch dubiose Geschäfte dahinter stecken…

  7. Wenn die Information im Proloblatt stimmt (mag hier nicht darauf linken, Headline: “So hat Wien Energie Milliarden verspekuliert”), dann dürfte das Problem eine Spekulation mit Leerverkäufen sein.

    Also in erster Linie wären dann nicht die hohen Strompreise schuld, sondern der Casino-Sozialismus ganz so wie damals bei der BAWAG. Die Wien Energie würde dann so wie damals die Hedgefunds bei AMC und GameStop komplett mit heruntergelassener Hose dastehen und die anderen Marktteilnehmer könnten ihr (zu Recht!) den Arsch komplett aufreissen.

    Und nachdem das Stromangebot derzeit sehr unelastisch ist wäre das Schliessen dieser Shorts ein noch viel größeres Problem, weil man dazu Strom am Markt einkaufen müsste, was wiederum den Preis rauftreiben würde. Eventuell würde es am günstigsten kommen wenn man das Unternehmen einfach crashen lässt, anstatt wenn man denselben Fehler wie bei der Hypo wiederholt und die Milliardenhaftung der Republik umhängt.

  8. Mathematik bei der SPÖ:

    Gestern: “Wir brauchen 1.7 Milliarden von Wien und dann noch ein paar wenige hundert Millionen vom Bund.”

    Heute: “Also insgesamt sechs Milliarden.”

  9. Ich seh schon die Gschicht kost wieder mal locker flockige 15-20Mrd die wir Steuerzahler blechen dürfen und nach 15 Jahren und div. Untersuchungsausschüssen war natürlich keine dafür verantwortlich.

  10. Die SPÖ Freunderlwirtschaft versucht e alles um noch ein paar SPÖ-Mäuler mehr zu füttern. Da kann man dann sicher was vom Rettungsschirm nehmen.

  11. Ich sehe schon ein paar Köpfe rollen – wäre ja nicht Österreich, wenn dazu kein Skandal aufgedeckt wird.

    ![gif](giphy|cjnbYwnTbb01m5XD32)

  12. Um das einmal klar auch auszusprechen. Was da bei der Wien Energie abgeht ist über Jahrzehnte hausgemachte Fehlplanung und fehlende Diversifizierung. Es gab seit der Zeit der UdSSR Warnungen davor sich so von deren Gas abhängig zu machen. Es musste seit spätestens 2004 jedem klar sein, dass man diversifizieren muss, weg vom russischen Gas, weg von Erdgas überhaupt.

    In diesem Zusammenhang muss man auf österreichischer Ebene bei der OMV fast schon von Landesverrst reden und in Wien von unverantwortlichem Management und Oversight Versagen. Defakto ist Wien ohne Gas eine tote/kalte Stadt. Fast der ganze Strom kommt aus Gaskraftwerken, damit auch die Fernwärme aber auch die einzelnen Haushalte hängen bei der Heizung am Gasnetz.

    Der Laden gehört zugedraht. Wobei nein, als Verbund Kunde kommt irgendeiner auf die Idee der muss den Scherbenhaufen kaufen und mein Strompreis geht durch die Decke.

  13. Kann mir eine fachkundige Person erklären wieso wir die höchsten Strompreise in Europa haben? Fast viermal den der Spanier? Sind die anderen nicht so gasabhängig oder wie?

  14. hm, nur weil der Konzern “Wien” Energie heißt, wäre es ja nicht verboten, wenn er sich an Kraftwerksprojekten außerhalb der Landeshauptstadt betwiligt, oder? Lt. Wikipedia haben sie ja auch eine Beteiligung an Innkraftwerken in Bayern. Aber 2021 produzierte die Wien Energie lt. Geschäftsbericht von 6,2 TWh Strom weniger als eine TWh nachhaltig. Das ist sehr wenig.

  15. Der CFO von der Wien Energie muss doch einfach nur trade republic deinstallieren. Dann hats sich’s mit den Shorts.

  16. Ich würde da nicht zu schnell wegen Korruption und Filz sudern

    Die Presse schreibt von Verspekulieren mit Termingeschäften, als hätte die Wien Energie gezockt

    Tatsächlich sind Termingeschäfte beim Handeln mit Rohstoffen und Energie, deren Preise stark schwanken, die Norm. Ähnlich handelt zB auch zB der nette kleine Weizenbauer von nebenan (auf Rohstoffanbieterseite), wenn er sich überlegen muss, einen jetzt angebotenen Preis zu sichern, oder auf steigende Preise zu spekulieren

    Wenn die Bauern mal wieder wegen schwieriger Lage jammern, die Preise und Verfügbarkeit im Supermarkt gar nicht ungewöhnlich aussehen, ist auch oft diese Situation entstanden: Der Markt (bzw die saisonale Ernte) ist in eine von den meisten Bauern unvorhergesehene Richtung verlaufen und sie haben sich bei den Termingeschäften verspekuliert

    Gleichzeitig sind diese Termingeschäfte aber ein Instrument, das viele Krisen verhindert, eben weil man sich davor sichern kann, dass jede Volatilität der Marktpreise direkt auf das eigene Geschäft durchschlägt. Im Energiemarkt liegt die Notwendigkeit der Termingeschäfte auch im Verbraucherschutz begründet: Preisgarantien sind bei Neuverträgen üblich, aber der Spotpreis schwankt tagesweise stark. Termingeschäfte machen es möglich, dass die Energieversorger nicht bei der ersten längeren Phase hoher Preise an der Börse über den Jordan gehen, oder Altverträgen die Versorgung einstellen

    Auch wenn dieser Verlust schmerzt, ist er erstmal alleine kein Anzeichen von Mauschelei. Alle Versorger, die die jetzige Kostenexplosion nicht rechtzeitig vorgesehen haben, oder aus anderen Gründen sehr defensiv waren und sich hohe Bestände früh gesichert haben, stehen jetzt vor einem Scherbenhaufen

    Bei der Entwicklung am Spotmarkt wird der Verlust die nächsten Tage auch täglich wachsen.

    Wäre Wien Energie eine private Firma, würde man jetzt wohl ein Ende der Versorgung androhen, außer es gäbe ebenso Staatshilfen.

  17. Was ich nicht ganz verstehe – braucht man fürs operative Geschäft in der Energiebranche Termingeschäfte mit dermaßen hohen Schwankbreiten. Das ist doch ganz klar eine Spekulationsblase die hier auf der europäischen Strombörse ensteht. Und die Dolmen von Entscheidungsträgern schauen da nur zu, während sich der Putin eins ins Fäustchen lacht. Ins goldene Fäustchen selbstverständlich.

  18. wenn sich eins die entwicklung auf dem strommarkt anschaut, sollt sich eins eigentlich nicht wundern…

    der ÖSPI zieht die folgenden vier quartale der EEX futures heran ([https://www.energyagency.at/fakten/strompreisindex](https://www.energyagency.at/fakten/strompreisindex)) … die ÖSPI monatswerte für 2022 bewegen sich zwischen 200 und 400 punkten ([https://www.energyagency.at/fileadmin/1_energyagency/presseaussendungen/strompreisindex/oespi_downloads/oespi_monatswerte.pdf](https://www.energyagency.at/fileadmin/1_energyagency/presseaussendungen/strompreisindex/oespi_downloads/oespi_monatswerte.pdf)) … warum ist das interessant? die monatswerte werden im vormonat errechnet (d.h. für september werden die august futures der folgenden vier quartale herangezogen) … drum auch bereits der brutale anstieg auf einen indexwert von 400 im september.

    so weit so unverdächtig.

    wenn eins nun aber auf die EEX futures schaut ([https://www.eex.com/de/marktdaten/strom/futures](https://www.eex.com/de/marktdaten/strom/futures)) und hier nun nach quartalen darstellt, und die preisentwicklung sich in der größenordnung anschaut, da wird’s hässlich…

    |datum der futures|base 4/22 [1/23]|peak 4/22 [1/23]|
    |:-|:-|:-|
    |15.07.22|463,80 [452,41]|647,58 [620,25]|
    |15.08.22|563,94 [573,89]|727,42 [810,53]|
    |29.08.22|890,00 [1026,90]|1242,87 [1501,93]|

    im vergleich dazu die ungefähre preisentwicklung märz bis juni [https://www.e-control.at/documents/1785851/1811654/GH_Preise_Strom.png/b675be0c-1f33-4f1e-b3ad-1470e4dcaafc?t=1555064774480](https://www.e-control.at/documents/1785851/1811654/GH_Preise_Strom.png/b675be0c-1f33-4f1e-b3ad-1470e4dcaafc?t=1555064774480) … hier bewegt sich der spot markt in der größenordnung von 200-350 €/MWh

    warum ist das nun alles interessant?

    weil wien energie für 2021 (vgl. [https://dokumente.wienenergie.at/wp-content/uploads/110653_WienEnergie_Lagebericht_2021_3_RGB-Screen.pdf](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/515326/umfrage/umsatzerloese-der-wien-energie-gmbh/) s.15) einen umsatz von ~3 Mrd erzielt hat. der anstieg des umsatzes ergibt sich zu einem beträchtlichen teil aus dem materialaufwand für strom und gas (vgl. [https://dokumente.wienenergie.at/wp-content/uploads/wien-energie-jahrbuch-2020.pdf](https://dokumente.wienenergie.at/wp-content/uploads/wien-energie-jahrbuch-2020.pdf) s. 7) … anstelle von ~1mrd euro in 2020 stieg dieser 2021 bereits auf mehr als ~2mrd euro. bei einem ÖSPI in der größenordnung von 80-150 im zeitraum 2021…

    während der ÖSPI für september 2022 nun ja bereits 400 punkte hat und dabei der anstieg für die futures der letzten tage noch gar nicht voll eingepreist ist (der ÖSPI für oktober wird wohl irgendwas zwischen 600 und 800 punkten haben)

    mit anderen worten: um die aktuelle preisentwicklung fürs nächste jahr erfüllen zu können, müsste wien energie einen umsatz von 9-12mrd haben, was alleine schon aus vertraglichen einschränkungen wohl kaum möglich sein wird – da es bedeuten würde, dass die aktuellen strom- und gaspreise für endkund*innen noch einmal mindestens um einen faktor 2 bis 3 ansteigen müssten

    tl;dr: der energiepreis ist eine gewaltiger umsatztreiber; aktuelle tarife nach dem ÖSPI können aber keineswegs die zu erwartenden energiepreise des nächsten jahres decken; die behebung der differenz wird sowohl mit einer umsatzanpassung stattfinden (indexanpassung und einsparungen durch endnutzer*innen) und/oder durch staatliche intervention. die kolportierte größenordnung klingt – bei den momentanen prognosen für die nächsten vier quartale – nicht unrealistisch.

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