Da es jetzt ja teilweise stündlich Neuigkeiten und Änderungen gibt:

31.08:

aktueller ORF Artikel: [Kritik am Krisenmanagment](https://orf.at/stories/3283223/)

[ZIB2 (30.08 22:00)](https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-2/1211)

[Ö1 Morgenjournal](https://oe1.orf.at/player/20220831/688282/1661923071000) (31.08)

[Ö1 Mittagsjournal](https://oe1.orf.at/player/20220831/688302/1661941174000) (31.08) (Details zum Kredit des Bundes)

Aktueller Stand (TL,DR): Wien-Energie verkauft den Strom den sie im Winter mit Gas erzeugt (als Nebenprodukt der Fernwärme) als Termingeschäft und muss deswegen als Verkäufer Sicherheiten hinterlegen. Im Juli war bereits klar das die benötigten Sicherheiten die Möglichkeiten der W-E übersteigen und man Zuschüsse von außen braucht (und man hat diese von der Stadt-Wien bekommen)

Was jetzt Stein des Anstoßes ist, die Hilfen für W-E wurden geheim gehalten und erst als die Menge die Möglichkeiten der Stadt-Wien überstiegen fragte man beim Bund um Hilfe und das relativ kurzfristig, die benötigte Menge wurde dem BMF 24 Stunden vorher schriftlich mitgeteilt, ohne Details wofür (im Vergleich, Uniper in Deutschland fragte beim Staat an bevor man die ersten Hilfen benötigte, im Jänner worauf hin dort im April ein Rettungsschirm eingerichtet wurde)

Dazu kommt die Menge die W-E an der Börse handelt, da es ein vielfaches von der Jahresprodukt ist. Welche Geschäfte genau getätigt wurden und werden ist nicht klar soweit aber Aussagen der Politk und W-E verkauft man die Produktion Jahre im vorraus, braucht also die hohen Sicherheiten nicht nur um den Strom für den Winter 22/23 zu verkaufen sondern auch vom Winter 23/24 und 24/25, und das macht man laut Bilanz jedes Jahr (also den Strom vom Winter 22/23 hat man 2019/2020 zum damaligen Preis verkauft)

Und hier wird Hinterfragt warum W-E sich nicht rechtzeitig gemeldet wie weit Termingeschäfte Jahre in die Zukunft notwendig sind (und ob das Spekulation ist, schließlich verkauft man jedes Jahr mehrfache Mengen über Derivate und möchte nun mehr verkaufen als man finanziell absichern kann), und der Bund will Milliarden nicht als Sicherheit gewären solange man nicht alle Fakten kennt

[Was sind Termingeschäfte](https://assets.orf.at/mims/2022/36/67/crops/w=800,q=70,r=1/1479120_body_536167_wienenergie_margins_a_o.png?s=1ed86b7f4bd0fa60b7ec6be3d4f00927dad488e6)

[Einigung auf Kreditlinie: Bis zu zwei Milliarden für Wien Energie – news.ORF.at](https://orf.at/stories/3283256/)

>„Wir stellen als Bund der Stadt Wien eine Kreditlinie über zwei Milliarden Euro zur Verfügung“, sagte im Anschluss Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP). Das Darlehen über die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) sei kurzfristig abrufbar. Binnen zwei Stunden könne Wien darauf zugreifen.

​

30.08:

[ZIB2 mit Stadtrat Hanke (29.08)](https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-2/1211/ZIB-2/14147766)

[Mechanismen hinter dem Finanzdebakel](https://orf.at/stories/3282999/)

[Wien-Energie Kennzahlen (2020/21)](https://assets.orf.at/mims/2022/36/29/crops/w=800,q=70,r=1/1477750_body_535629_wien_energie_kennzahlen_grafik_body_a.png?s=92d241d7a4c93b1e6cb558bb6c36071760e1db56)

ORF Artikel (30.08, 11:00): [„Heute keine Notwendigkeit“ für Hilfen](https://orf.at/stories/3283126/),, [Börsengeschäfte als Achillesferse](https://orf.at/stories/3283124/)

[Ö1 Morgenjournal vom 30.08](https://oe1.orf.at/player/20220830/688226/1661835794000) (Interview mit Finanzminister Brunner), [Ö1 Mittagsjournal vom 30.08](https://oe1.orf.at/player/20220830/688246/1661853737000) (interview mit Rechnungshof und WIFO)

vom 16 März: [Rechnungshof kritisiert Gehälter von Wien-Holding und den Stadwerken](https://wien.orf.at/stories/3147800/) (zu denen Wien-Energie gehört)

[Maßnahmen auf EU Ebene](https://orf.at/stories/3283055/)

[Strompreisindex](https://www.energyagency.at/fileadmin/_processed_/d/3/csm_09_oespi_sept22_5e05197ae1.png)

[der Rechnungshof prüft Wien-Energie](https://wien.orf.at/stories/3171308/)

[Pressekonferenz der Stadt Wien und Wien-Energie](https://tvthek.orf.at/profile/Pressekonferenz-Ludwig-zur-Wien-Energie/13894252/Pressekonferenz-Ludwig-zur-Wien-Energie-UT/14148035) (30.08, 12:30), Artikel dazu: [Es gibt nichts zu verbergen](https://orf.at/stories/3283151/)

[Twitter Thread von W-E](https://twitter.com/WienEnergie/status/1564576557158604803)

27 comments
  1. Wien Energie hat im Jahr 2021 [16,8](https://twitter.com/ArminWolf/status/1564487622822699009?s=20&t=pEuRJKtsgUyrYpxtxVJMEQ) TWh Strom verkauft, Wien verbraucht im Jahr aber nur etwa [8](https://positionen.wienenergie.at/grafiken/endenergiebedarf-wien-bis-2040/) TWh.

    Also haben sie im letzten Jahr einiges für Sicherheiten ausgegeben die wahrscheinlich nicht nötig gewesen wären.

    Wäre halt schön zu wissen ob sie jetzt wieder Unmengen an Strom zum Spekulieren kaufen oder ob es wirklich um den Strom für Wien selber geht.

    Aber Ludwig scheint gerade leider im Urlaub zu sein, sonst könnte der das vielleicht Aufklären.

  2. was ein Milliardengrab das wird können wir uns wahrscheinlich nicht mal vorstellen…. . Das wird die anderen Anbieter auch auf den Plan rufen und Strom wird bald ein Luxusgut werden.

  3. Als (SPÖ-fremder) Sozialist kann ich unseren werten Casino-Genossen nur wieder einmal herzlichst danken, dass sie mit ihrer Mischung aus egoistischem Karrierismus, wirklich faszinierender Inkompetenz und extremer Dreistigkeit den gesamten politischen Unterbau ihrer Aktivitäten bloßgestellt haben. Es is zwar wahr, dass es in der Privatwirtschaft nicht viel anders zugeht, weil die ab einer gewissen Größe genauso gerettet wird, aber für jemanden, der als Mitglied einer derartigen politischen Partei eigentlich eine Vorbildrolle einnehmen sollte, ist das trotzdem unter aller Sau.

    Danke Androsch, danke Hanke, danke all die anderen Wappler, die nie in ihrem Leben das “S” in der SDAPÖ, in der SPÖ der zweiten Republik oder SPÖ seit den 90ern verstanden haben. Aber was reg ich mich eigentlich auf, als hätten die Leute mit tatsächlicher sozialistischer Überzeugung seit Jahrzehnten noch irgendetwas zu sagen in der SPÖ. Is am Ende ja doch nur die Berufspolitiker-Kehrseite der ÖVP, die einzigen ehrlichen Sozialisten in der SPÖ findet man vielleicht in der Lokal-, maximal Regionalpolitik oder in SPÖ-nahen Organisationen, oder halt heutzutage auch in der KPÖ.

    Wie soll man sich da über Politikverdrossenheit wundern?

  4. Haben die jetzt spekuliert oder nicht? Gestern schwor einer von WE im ORF radio hoch und heilig: ganz sicher keine Spekulation

    Hat er sichs vom Karner abgeschaut, das Tatsachen ignorieren?

  5. Wenn sie den Strom einfach bei sich selber kaufen würden, wär das viel billiger. Vor allem wenn sie die Gratistage nutzen. Hoffe sie haben eine Jahreskarte für die Wiener Linien.

  6. amtsmißbrauch? veruntreuung und insolvenzverschleppung sind die relevanten begriffe. netmal das kann die FPÖ. bei uns sind die rechten so unfähig wie die linken.

    ceterum censeo “unit libertatem” esse delendam.

  7. Bin schon gespannt, wer nachher den Kopf herhalten muss. Ludwig und Hanke werden ja eher nicht gehen (wollen).

  8. perfekt… koennts dann bitte anfangen jedes beschissene meme und jeden beschissenen post über des thema zu loeschen?

    beschissenes r/austria is beschissenes r/wien momentan… net dass r/austria sonst besser waer, aba momentan is richtig zum kotzen hier.

    danke

  9. Standard Artikel zur Pressekonferenz vom Ludwig:

    https://www.derstandard.at/story/2000138663449/alles-richtig-gemacht-ludwig-sieht-keine-fehler-bei-wien-in

    > Dafür ließ durchblicken, dass er mit dem Vorgehen der Bundesregierung nicht einverstanden war, die ganze Causa schon am Sonntag publik gemacht und auch noch kommentiert zu haben.

    Ich finds interessant das die SPÖ Wien hier am besten über alles schweigen würde.
    Bei 9 Mrd Schulden der Stadt mal schnell 1,4 Mrd € für die Wien Energie dazu aufnehmen und niemanden informieren ist eine Frechheit.
    Dann nochmal 6 Mrd dem Staat umzuhängen und sich dann aufzuregen das die Regierung das öffentlich kommentiert ist eine noch größere Frechheit.

    Aber dann auch noch zu behaupten das das eh alles normal ist und das die Märkte schuld sind wenn offensichtlich nicht alles normal ist und die Fragen der Journalisten nichtmal beantwortet werden können…

  10. Was sagen eigentlich die Wiener Neos dazu? Wusste man dort das Ludwig Milliardengarantien/Kredite aus dem Stadtbudget vergibt?

  11. Was man insbesondere zu den langfristigeren Geschaeften — sagen wir mal ab so April 2023 — auch mal sagen sollte:

    Es macht — vielleicht zur Ueberraschung Einiger, was aber nichts an der Situation aendert — wenig Sinn sich das Szenario auszumahlen welche Verluste Wien Energie einfahren wuerde wenn der Stromboersenpreis (der die Basis fuer die zu leistenden Sicherheitszahlungen ist) im April 2023 weiterhin bei 500+ EUR/MWh laege.

    Ein solcher Leistungspreis wuerde fuer einen Durchschnittshaushalt (Stromverbrauch von ca. 4MWh/Jahr) nach Steuern, Netznutzungsentgeld usw usf. eine Stomrechnung von ca. 3000 bis 3500 EUR pro Jahr bedeuten.

    Fuer viele Industrie- und Gewerbebetriebe wuerde sich der Energiekostenanteil vervielfachen, den sie entweder an die Konsumenten weitergeben muessten (nur mal so zum Mitrechnen: der Energiepreis bei Lebensmitteln macht bereits jetzt ca. 30% des Gestehungspreises aus) — oder sie gehen in konkurs, die Leute verlieren ihre Arbeit, und koennen sich erst wieder die Stromrechnung nicht leisten.

    Dazu kommen noch Heizungskosten, insbesondere relevant da der Gaspreis der aktuelle Strompreistreiber ist. Gas kostet derzeit ca. 320 EUR fuer 1 MWh thermische Energie (pi*daumen: Ein Gaskraftwerk braucht mind. 2.5 MWh thermische Energie um daraus 1 MWh elektrische Energie zu machen), ein Durchschnittshaushalt der mit Gas heizt verbraucht pro Jahr Gas in Summe von ca. 14 MWh thermisch.

    Es kaemen daher zu den 3k-3.5k EUR Stromkosten noch rund 5k an Heizkosten hinzu. Wie viel Haushalte in Oesterreich koennten sich derartige Energiekosten leisten?

    Unser gesellschaftlicher Wohlstand waere in diesem Fall Geschichte, ob mit Wien Energie oder ohne.

    “Die Causa Wien Energie” waere da ein “unter ferner liefen”, da wir uns mit Massenarbeitslosigkeit, Versorgungsengpaessen, und anderen Szenen konfrontiert saehen die wir sonst nur aus den Medien (und fuer einige unter uns: aus anderen Laendern) kennen.

  12. Ich finde es ja erstaunlich wie jetzt plötzlich die Finanzexperten aus den Boden schießen die ihre Meinung kund geben, eigentlich ja absurd weil anhand der vorhandenen Informationen kann niemand eine fachkundige Einschätzung liefern, eine solche steht eben
    noch aus.
    Aber ja hauptsache wettern gegen die bösen Manager, auch wenn man nichtmal weiß was da eigentlich passiert ist. Entlarvend für jeden der sich hier ein Urteil anmaßt.

  13. Thema mit Stand Heute Morgen aktualisiert

    Runder Tisch von 30.08: [https://tvthek.orf.at/profile/Runder-Tisch/70010/Runder-Tisch-Wien-Energie-Der-Milliardenkrimi/14148034](https://tvthek.orf.at/profile/Runder-Tisch/70010/Runder-Tisch-Wien-Energie-Der-Milliardenkrimi/14148034)

    PS: um die Thematik der Strombörse etwas genauer aus zu führen:

    Es geht um das Risiko das W-E hat, man kauft Gas und verkauft Strom auf Termin, 2 Jahre in die Zukunft. Also profitiert man von sinkenden Strompreisen und steigenden Gaspreisen

    Strom nachkaufen müssen sie dann wenn im Winter weniger geheizt wird als erwartet und sie deswegen weniger produzieren als erwartet. Da der Strom bei W-E als Nebenprodukt der Fernwärme als Überschuss anfällt

    In dem Fall müssen sie nicht nur Strom zum Marktpreis kaufen um die Termingeschäfte zu erfüllen (weswegen steigende Preise dann ein Problem sind, nur nur wegen der höheren Sicherheiten), sie müssen auch das Gas das sie auf Termin gekauft haben und nun zu viel ist verkaufen (oder Speicher zahlen) und hier hilft ein hoher Gaspreis um den hohen Strompreis zu kompensieren

    man macht also trotzdem Gewinn sollte der Strompreis gedeckelt werden, der Gaspreis aber nicht (kann man sich ja jetzt die Forderungen von vor Wochen anhöhren warum man gegen einen Preisdeckel am Gasmarkt für Großkunden war)

    In der Bilanz 2020/21 findet man dann die Hinweise das die Geschäfte nicht so aufgegangen sind wie erwartet, den man hatte mehr Gas gekauft als man braucht, demanach also auch mehr Strom verkauft als man produzierte und Ebit und Gewinn sind um 60% gegenüber dem Vorjahr eingebrochen

    Bei Termingeschäften die 2 Jahre in der Zukunft liegen, und nicht nur abhängig davon sind wie sich der Preis an der Börse entwickelt sondern auch wie kalt es im Winter ist hat man durchaus ein entsprechend hohes Risiko (und man kann von Spekulation sprechen, da bei einem sehr warmen Winter und einer unerwarteten Preisentwicklung, man sehr hohe Verluste macht)

    Die anderen Versorger trifft das aktuell deswegen nicht weil diese in erster Linie am OTC Markt handeln und nicht an der Börse. Diese haben dafür das Risiko das sie gar nichts bekommen sollte der Lieferant oder Käufer Pleite gehen und dann teuer auf der Börse nachkaufen müssen

  14. Der Runde Tisch von gestern war wirklich, wirklich gut aus meiner Sicht, weil keine Politiker vor Ort waren und die Diskussion nur mit Experten besetzt war, also weitgehend Sachorientiert.

    Besonders spannend für mich war die Aussage von der EcoAustria, nachdem die Geschäftsstrategie von Wien Energie internationaler Standard bei Gaskraftwerken ist.

    https://tvthek.orf.at/profile/Runder-Tisch/70010/Runder-Tisch-Wien-Energie-Der-Milliardenkrimi/14148034/Runder-Tisch-Wien-Energie-Der-Milliardenkrimi/15226181

  15. [https://orf.at/stories/3283256/](https://orf.at/stories/3283262/)

    >„Wir stellen als Bund der Stadt Wien eine Kreditlinie über zwei Milliarden Euro zur Verfügung“, sagte im Anschluss Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP). Das Darlehen über die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) sei kurzfristig abrufbar. Binnen zwei Stunden könne Wien darauf zugreifen.

  16. Irgendwie wäre es witzig, wenn die Sicherheiten nicht schlagend werden würden und die Wien Energie am Schluss mit X Mio/Mrd € Gewinn da steht.

    Ohne von der Materie wirklich Ahnung zu haben, erscheint mir das aber eher unwahrscheinlich, aber witzig wärs schon. 😉

  17. That didn’t happen. And if it did, it wasn’t that bad. And if it was, that’s not a big deal. And if it is, that’s not our fault. And if it was, we didn’t mean it…

  18. Gehört Wien Energie dem Bund, Staat oder der Stadt? Wenn nicht, dann lasst de doch zu Grunde gehen und die Stadt selbst kann den Laden günstig erwerben…wäre vermutlich noch das beste Szenario…teuer wird’s sowieso.

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