> „Nachhaltige“ Verbrennung von Holz als Kernfrage
Die US-amerikanische Tageszeitung „Politico“ sieht vor allem den Entwurf zur Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III), der vorsieht, dass die Verbrennung von Bäumen und anderem Waldholz in der EU nicht mehr als erneuerbare Energie gelten soll, als entscheidende Frage der Abstimmung – denn dadurch würde Energieerzeugung aus Holz nicht mehr gefördert werden, was weitreichende Auswirkungen hätte. Damit reagiert die Kommission etwa auf Bedenken des Weltklimarats, laut dem holzartige Biomasse nicht als CO2-neutral angesehen werden dürfe, da bei der Verbrennung Emissionen schneller freigesetzt werden, als die Bäume nachwachsen.“
Ka kluge Idee die Lungen der Erde wegzubrennen wenns mit uns eh scho an Arsch geht.
Man kann nur hoffen, dass so entschieden wird. Habe noch nie verstanden warum das als nachhaltig gelten soll
Ich kopiere mal einen alten Beitrag von mir hier rein. Da geht es vor allem um Holz zum Heizen. Als Baumaterial schaut die Sache aber schon ein bisschen anders aus:
So kann man das leider nicht ganz stehen lassen, da steckt leider sehr viel Greenwashing dahinter. Holz/Pellets mögen auf Jahrzehnte vielleicht C02 neutral sein, klimaneutral sind sie aber bei weitem nicht.
In den Jahrzehnten die es benötigt das C02 durch die nächste Generation wieder zu binden, schmelzen uns die Gletscher weg, Dürren werden häufiger und weitere Naturkatastrophen mehren sich . Die C02 Bilanz mag dann nach Jahrzehnten wieder bei Null sein (vorausgesetzt es wird nachgepflanzt, in Europa zumeist schon, [Weltweit schaut es leider anders aus](https://www.energiezukunft.eu/umweltschutz/weltweiter-holzverbrauch-uebersteigt-nachhaltiges-angebot/?s=09)), die Schäden die in der Zwischenzeit entstanden sind aber nicht mehr rückgängig zu machen. Rein aus C02 Sicht, müsste man die Bäume im Wald behalten.
Jede Verbrennung erzeugt C02, es ist immer das gleiche Molekül. Durch eine größere Holzfeuchte stößt Holz zum Zeitpunkt der Verbrennung mehr C02 als Erdgas/Heizöl oder Kohle aus.[Siehe hier:](https://twitter.com/FehringerMartin/status/1541985676824121347) Selbst bei optimaler Verbrennung hast du bei Holz 60% mehr C02 pro Wärmemenge als bei Gas.
Auch die “Sowieso Freisetzung” wird sehr oft irreführend angeführt. Totholz das verrottet speichert auf Jahrzehnte Kohlenstoff im Boden und dient als Dünger für die nächste Generation, das ansonsten in Sekunden in die Atmosphäre geblasen wird.
Auch macht das Verbrennen von Biomasse etwa 50% der Luftverschmutzung in Europa aus. [Studien gehen von mehr als 13 Mrd. Euro Kosten für das Gesundheitssystem aus.](https://www.newscientist.com/article/2314156-health-impacts-of-wood-burning-cost-eu-and-uk-e13-billion-a-year/#ixzz7PCRPMkEx) Hier die Qualität der Luft beim Heizen [im Vergleich zum Silvsterfeuerwerk:](https://twitter.com/achimdittler/status/1495838948396048384) Die angegebenen Schadstoffmenge sind im Praxistest leider auch um ein vielfaches höher als von den Herstellern angegeben. [Siehe hier:](https://www.newscientist.com/article/2314156-health-impacts-of-wood-burning-cost-eu-and-uk-e13-billion-a-year/#ixzz7PCRPMkEx)
Holzi Holzi Holz
Es ist halt dahingehend lächerlich, dass dies von derselben EU Kommission kommt, welche Erdgas und Kernenergie als nachhaltig eingestuft haben.
Was aber definitiv angepasst gehört sind die Kriterien, ab wann holzartige Biomasse (noch) nachhaltig ist. Denn es macht natürlich weder Sinn dem „Vorbild“ der Osterinsel zu folgen, noch Holz um die halbe Welt zu verschiffen, nur um es dann „nachhaltig“ zu verheizen.
Eine lokale Nutzung von holzartiger Biomasse mit Augenmaß sollte für mein Dafürhalten aber auch zukünftig zu Recht als nachhaltig deklariert werden dürfen – auch wenn das dann auf weitaus weniger Nutzer zutreffen wird als viele vielleicht meinen/hoffen.
Ich sehe in meine Augen schon Menschen die meinen ihre Plastikverpackung ist genau so super wie die Kartonschachtel, weil Holz ist ja gar nicht nachhaltig ist.
Man muss mal von der Idee weg, dass wir “nachhaltig” leben. Das menschliche Leben auf der Erde ist seit Tausenden Jahren nicht “nachhaltig”.
Holz ist genial, weil es nachwachsend ist und Österreich sich damit selbst versorgen kann. Energieversorgung aus dem eigenen Land ist strategisch enorm wichtig… siehe einfach die aktuelle Gasversorgung aus Russland.
Wenn es um Feinstaub und Co. geht, gibt es mittlerweile ausgereifte Filtertechnologien, die man auch nachrüsten kann.
Holz ist nur nachhaltig wenn die verheizte Menge auch nachwächst und im Kern gehts darum, dass das verbrennen von Holz sofort CO2 freilässt aber die Bindung von CO2 sehr viel langsamer geschieht, dahingehend ergibt das schon Sinn, die Leute sind nur aufgrund ihrer Ahnungslosigkeit hysterisch, selbiges gilt für die Einstufung von AKWs als Brückentechnologie.
Die einzige nachhaltige Energie ist also die, die man gar nicht erst verbraucht.
Habe heute gesehen, dass im Vergleich zu anderen Brennstoffen der Preis von Braunkohlebriketts am wenigsten gestiegen ist.
Wenn schon aus Mellach heuer nix mehr wird, dann kann ich vielleicht im kleinen Maßstab für unsere Klimaschutzministerin auf Kohle umsteigen. Und da Holz eh nicht nachhaltig zum Verbrennen ist, nehme ich ruhigen Gewissens die Kohle.
Mein Küchenherd wäre dafür geeignet.
Die energetische Leistung pro ha von Holz ist miserabel. Ein FM Fichtenholz hat einen Brennwert von 2000 kWh. Ein Fichtenwald liefert um die 15 FM/ha/Jahr. Das sind 30 000 kWh/ha/Jahr thermische Energie.
Ein ha Biogas Mais liefert pro Jahr etwa 20 000 kWh elektrische Energie. Da Gasmotoren maximal einen Wirkungsgrad von 50% haben, sind das mindestens 40 000 kWh/Jahr/ha thermische Energie.
1 ha Miscanthus liefert um die 60 000kWh thermische Energie. Aber im Vergleich zur Photvoltaik ist selbst Miscanthus schlecht: 900 000 kWh/ha. Dabei ist der PV wurscht obs trocken ist oder nicht, was man auf jeden Fall einplanen muss. Der absolute Knüller ist aber Windkraft: Eine 5 MW Anlage braucht ca 1 ha Fläche für Zufahrt und Anlage, und ca 1ha Fläche wo kein Baum oder sowas stehen sollte, der den Aufbau stört ect. So eine “2ha” Anlage produziert 6,4 Mio kWh. Also gut 3200000 kWh/ha.
Würden wir also in einem Energiewald eine WKA stellen, könnten wir 204 ha Wald in Ruhe lassen, was den Kohlenstoff im Holz hält, anstatt den auch noch in die Atmosphäre zu blasen.
Achja, und meine Rechnung rechnet noch keine Wärmepumpen mit ein. Mit so einer könnte man mindestens 400-600 ha “außer Dienst setzen”.
Abgesehen davon, dass Biomasse auch angebaut/gepflegt/geerntet werden muss, und eine intensive Nutzung langfristig den Boden und dem Ökosystem schadet.
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Konkret gehts um:
> „Nachhaltige“ Verbrennung von Holz als Kernfrage
Die US-amerikanische Tageszeitung „Politico“ sieht vor allem den Entwurf zur Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III), der vorsieht, dass die Verbrennung von Bäumen und anderem Waldholz in der EU nicht mehr als erneuerbare Energie gelten soll, als entscheidende Frage der Abstimmung – denn dadurch würde Energieerzeugung aus Holz nicht mehr gefördert werden, was weitreichende Auswirkungen hätte. Damit reagiert die Kommission etwa auf Bedenken des Weltklimarats, laut dem holzartige Biomasse nicht als CO2-neutral angesehen werden dürfe, da bei der Verbrennung Emissionen schneller freigesetzt werden, als die Bäume nachwachsen.“
Ka kluge Idee die Lungen der Erde wegzubrennen wenns mit uns eh scho an Arsch geht.
Man kann nur hoffen, dass so entschieden wird. Habe noch nie verstanden warum das als nachhaltig gelten soll
Ich kopiere mal einen alten Beitrag von mir hier rein. Da geht es vor allem um Holz zum Heizen. Als Baumaterial schaut die Sache aber schon ein bisschen anders aus:
So kann man das leider nicht ganz stehen lassen, da steckt leider sehr viel Greenwashing dahinter. Holz/Pellets mögen auf Jahrzehnte vielleicht C02 neutral sein, klimaneutral sind sie aber bei weitem nicht.
In den Jahrzehnten die es benötigt das C02 durch die nächste Generation wieder zu binden, schmelzen uns die Gletscher weg, Dürren werden häufiger und weitere Naturkatastrophen mehren sich . Die C02 Bilanz mag dann nach Jahrzehnten wieder bei Null sein (vorausgesetzt es wird nachgepflanzt, in Europa zumeist schon, [Weltweit schaut es leider anders aus](https://www.energiezukunft.eu/umweltschutz/weltweiter-holzverbrauch-uebersteigt-nachhaltiges-angebot/?s=09)), die Schäden die in der Zwischenzeit entstanden sind aber nicht mehr rückgängig zu machen. Rein aus C02 Sicht, müsste man die Bäume im Wald behalten.
Jede Verbrennung erzeugt C02, es ist immer das gleiche Molekül. Durch eine größere Holzfeuchte stößt Holz zum Zeitpunkt der Verbrennung mehr C02 als Erdgas/Heizöl oder Kohle aus.[Siehe hier:](https://twitter.com/FehringerMartin/status/1541985676824121347) Selbst bei optimaler Verbrennung hast du bei Holz 60% mehr C02 pro Wärmemenge als bei Gas.
Auch die “Sowieso Freisetzung” wird sehr oft irreführend angeführt. Totholz das verrottet speichert auf Jahrzehnte Kohlenstoff im Boden und dient als Dünger für die nächste Generation, das ansonsten in Sekunden in die Atmosphäre geblasen wird.
Auch macht das Verbrennen von Biomasse etwa 50% der Luftverschmutzung in Europa aus. [Studien gehen von mehr als 13 Mrd. Euro Kosten für das Gesundheitssystem aus.](https://www.newscientist.com/article/2314156-health-impacts-of-wood-burning-cost-eu-and-uk-e13-billion-a-year/#ixzz7PCRPMkEx) Hier die Qualität der Luft beim Heizen [im Vergleich zum Silvsterfeuerwerk:](https://twitter.com/achimdittler/status/1495838948396048384) Die angegebenen Schadstoffmenge sind im Praxistest leider auch um ein vielfaches höher als von den Herstellern angegeben. [Siehe hier:](https://www.newscientist.com/article/2314156-health-impacts-of-wood-burning-cost-eu-and-uk-e13-billion-a-year/#ixzz7PCRPMkEx)
Holzi Holzi Holz
Es ist halt dahingehend lächerlich, dass dies von derselben EU Kommission kommt, welche Erdgas und Kernenergie als nachhaltig eingestuft haben.
Was aber definitiv angepasst gehört sind die Kriterien, ab wann holzartige Biomasse (noch) nachhaltig ist. Denn es macht natürlich weder Sinn dem „Vorbild“ der Osterinsel zu folgen, noch Holz um die halbe Welt zu verschiffen, nur um es dann „nachhaltig“ zu verheizen.
Eine lokale Nutzung von holzartiger Biomasse mit Augenmaß sollte für mein Dafürhalten aber auch zukünftig zu Recht als nachhaltig deklariert werden dürfen – auch wenn das dann auf weitaus weniger Nutzer zutreffen wird als viele vielleicht meinen/hoffen.
Ich sehe in meine Augen schon Menschen die meinen ihre Plastikverpackung ist genau so super wie die Kartonschachtel, weil Holz ist ja gar nicht nachhaltig ist.
Man muss mal von der Idee weg, dass wir “nachhaltig” leben. Das menschliche Leben auf der Erde ist seit Tausenden Jahren nicht “nachhaltig”.
Holz ist genial, weil es nachwachsend ist und Österreich sich damit selbst versorgen kann. Energieversorgung aus dem eigenen Land ist strategisch enorm wichtig… siehe einfach die aktuelle Gasversorgung aus Russland.
Wenn es um Feinstaub und Co. geht, gibt es mittlerweile ausgereifte Filtertechnologien, die man auch nachrüsten kann.
Holz ist nur nachhaltig wenn die verheizte Menge auch nachwächst und im Kern gehts darum, dass das verbrennen von Holz sofort CO2 freilässt aber die Bindung von CO2 sehr viel langsamer geschieht, dahingehend ergibt das schon Sinn, die Leute sind nur aufgrund ihrer Ahnungslosigkeit hysterisch, selbiges gilt für die Einstufung von AKWs als Brückentechnologie.
Die einzige nachhaltige Energie ist also die, die man gar nicht erst verbraucht.
Habe heute gesehen, dass im Vergleich zu anderen Brennstoffen der Preis von Braunkohlebriketts am wenigsten gestiegen ist.
Wenn schon aus Mellach heuer nix mehr wird, dann kann ich vielleicht im kleinen Maßstab für unsere Klimaschutzministerin auf Kohle umsteigen. Und da Holz eh nicht nachhaltig zum Verbrennen ist, nehme ich ruhigen Gewissens die Kohle.
Mein Küchenherd wäre dafür geeignet.
Die energetische Leistung pro ha von Holz ist miserabel. Ein FM Fichtenholz hat einen Brennwert von 2000 kWh. Ein Fichtenwald liefert um die 15 FM/ha/Jahr. Das sind 30 000 kWh/ha/Jahr thermische Energie.
Ein ha Biogas Mais liefert pro Jahr etwa 20 000 kWh elektrische Energie. Da Gasmotoren maximal einen Wirkungsgrad von 50% haben, sind das mindestens 40 000 kWh/Jahr/ha thermische Energie.
1 ha Miscanthus liefert um die 60 000kWh thermische Energie. Aber im Vergleich zur Photvoltaik ist selbst Miscanthus schlecht: 900 000 kWh/ha. Dabei ist der PV wurscht obs trocken ist oder nicht, was man auf jeden Fall einplanen muss. Der absolute Knüller ist aber Windkraft: Eine 5 MW Anlage braucht ca 1 ha Fläche für Zufahrt und Anlage, und ca 1ha Fläche wo kein Baum oder sowas stehen sollte, der den Aufbau stört ect. So eine “2ha” Anlage produziert 6,4 Mio kWh. Also gut 3200000 kWh/ha.
Würden wir also in einem Energiewald eine WKA stellen, könnten wir 204 ha Wald in Ruhe lassen, was den Kohlenstoff im Holz hält, anstatt den auch noch in die Atmosphäre zu blasen.
Achja, und meine Rechnung rechnet noch keine Wärmepumpen mit ein. Mit so einer könnte man mindestens 400-600 ha “außer Dienst setzen”.
Abgesehen davon, dass Biomasse auch angebaut/gepflegt/geerntet werden muss, und eine intensive Nutzung langfristig den Boden und dem Ökosystem schadet.