
Ich habe gerade einige Artikel gelesen, in denen es um einen drohenden wirtschaftlichen Kollaps um das Jahr 2040 herum geht. Diese Analysen stützen sich auf ein Modell, das in den 70er Jahren am MIT entwickelt wurde und über die Jahre hinweg immer wieder mit neuen Daten gespeist wurde bzw. vorallem zeigte, dass die Vorhersagen in den vergangenen Jahren (leider) sehr akkurat waren. Insb. geht es dabei natürlich um wirtschaftliches Wachstum, Resssourcenverfügbarkeit, Umweltverschmutzung usw (Klimawandel wird nicht wirklich mit einbezogen, da das Modell wie gesagt aus den 70ern stammt).
Auch neueste Simulationen anhand dieses Modells zeigen, dass wir genau „in der Zeit“ sind bzw. sogar dem Zeitpunkt etwas voraus, der vorhergesagt wurde (~2040).
Natürlich ist mir völlig klar, dass solche Modelle nicht die Komplexität der Welt abbilden können, aber in Anbetracht der momentanen Situation macht mir sowas schon massives Bauchweh. Die Pandemie, die Gespaltenheit der Bevölkerung, die immer größer werdende Schere zwischen Arm & Reich, Ressourcenverschwendung, Umweltverschmutzung…und nicht zuletzt der Klimawandel. Autsch.
Egal, ob dieses Modell nun stimmen mag oder nicht – die Zukunft schaut jedenfalls nicht rosig aus.
Ich versuche ja optimistisch zu bleiben und hoffe, dass die Menschheit das irgendwie hinkriegt (man siehe wie schnell die Impfung entwickelt werden konnte).
Aber wenn es um langfristige Probleme geht (Armutsbekämpfung, Umwelt- & Klimaschutz etc) reagieren wir einfach viel zu verhalten. Das macht mir wirklich Sorgen.
Wie geht ihr mit solchen Gedanken um und bewahrt euch davor, wahnsinnig zu werden?
Und ja, das mag vielleicht für viele Menschen übertrieben klingen, aber wie soll man in diese Welt guten Gewissens Kinder setzen?
Mir ist bewusst, dass ich in diesem Post die Komplexität der Thematik sehr stark heruntergebrochen habe. Ich möchte hier nur einen Austausch über Zukunftsperspektiven anstoßen und keine sensationslustige Panikmache betreiben.
[Hier](https://www.vice.com/en/article/z3xw3x/new-research-vindicates-1972-mit-prediction-that-society-will-collapse-soon) könnt ihr übrigens über das Modell nachlesen.
31 comments
Ich mach ma ganz einfach keine Gedanken über Dinge die ich ned ändern kann.
Es kommt wies kommt, ändern kann mans eh nicht wirklich.
Irgendwann stirbt jeder ob durch alter oder irgendeine Katastrophe, ändern kann mans eh nicht.
Carpe diem
Ich gehe so damit um, dass ich nur an Dinge denke bei denen ich auch “realistisch” etwas verändern kann. Wenn man die ganze Zeit über solche globalen Probleme nachdenkt, dann wird man früher oder später Wahnsinnig.
Das ist ein sehr interessantes Thema mit dem ich mich auch immer wieder beschäftigte.
Aber ich lande dann immer bei dem Schluss:
Erstens kommt es anders, und zweitens als man Denkt.
Weltuntergangsängste gehören zur menschlichen Kultur dazu.
Schöne Beispiele sind das mittelalterliche Christentum oder die alten Kulturen Mittelamerikas mit ihren Opferkulten.
In der Modernen Welt des 20/21 Jhd. sind diese Weltuntergangsszenarien nicht mehr göttlicher Natur. In den 80er Jahren hat uns das Ozonloch bedroht, dann ist der Wald gestorben. zwischen den 60er und den 90er Jahren drohte der uneingeschränkte Atomkrieg,
Um 2000 waren wir alle vom internationalen islamischen Terrorismus bedroht, um 2020 stand die Weltbevölkerung davor durch Corona dezimiert zu werden (Freies Zitat nach Kurz: Wir alle werden jemanden kennen der an Corona gestorben sein wird)…
Der Trend geht dahin dass neben der Bedrohung durch Corona jetzt der Klimawandel unsere nächste Bedrohung wird und auch bestehen bleiben wird wenn Corona einigermaßen gemanagt werden kann. Statt dem Obolus für das Fegefeuer im Mittelalter zahlen wir jetzt Co2 Steuern. Bringt der Sache zwar nichts, bringt aber Steuergeld das verteilt oder in Prestigebauten investiert werden kann.
Abschließen möchte ich sagen dass die Welt schon immer im Wandel war und nichts so bleibt wie es war. Manches wird besser, anderes wird schlechter.
Anstatt die Welt zu retten wäre es oft hilfreicher im die und jetzt seine Lebenszeit gut zu nutzen, und als verantwortungsbewusster Mensch durch sein Verhalten die Umwelt nicht zu belasten und bewusst zu konsumieren.
Stoizismus
Memes
Schlecht.
Jahrelange Therapie, versuchen, im Jetzt zu leben und zu akzeptieren, dass ich manche Dinge nicht ändern kann weil hüft eh ned…
Kinderwunsch hab ich (zum Glück) keinen, die Verantwortung kann und will ich nicht übernehmen.
Schulter zucken und Ellbogen verhornen lassen.
Viele Leute beruhigen sich diesbezüglich mit “preppen” selbst. Andere ziehen aufs Land und werden Selbstversorger. Ich denk mir dabei dann nach längerem überlegen immer “na super, wenn alles hops geht lebe ich dann eben 4 Wochen länger als alle anderen”
try not to worry about things you can’t change
Mir egal, kann ich nicht ändern. Der Gedanke hebt meinen Puls nicht um eins.
Keine Kinder in die Welt setzen.
acidgurkerl
Ich altere schneller.
Ich hab das scho vor 15 jahren durch gemacht und damit abgeschlossen..wird passieren, früher oder später…es gibt kein ewiges wachstum, jeder der sich mit Resourcenkreisläufen bissl auskennt oder mal nen Vortrag darüber gehört hat, versteht dass sich das ned ausgeht.
Gleichzeitig unterwandert die Oligarchie immer stärker die demokratischen Institutionen.
Also ja wird n beschissenes jahrhundert aber es muss zusammenbrechen, es schaut nicht danach aus als würden wir eine teansformation schaffen.
Ich beschäftige mich gar nicht damit. 🤷🏼♀️ Hab‘ keine Kinder, lebe naiv im Hier und Jetzt und wenn‘s wirklich zu schlimm wird kann ich jederzeit selbst einen Schlussstrich ziehen.
So lebt es sich sehr unbeschwert – blind, aber unbeschwert. 😊
Alkohol
Die Welt ist nicht so schlecht wie wir glauben. Wir sind gebiast von negativer Berichterstattung.
Einer der besten TED-Talks aller Zeiten handelt genau von diesem Thema: [https://www.youtube.com/watch?v=hVimVzgtD6w](https://www.youtube.com/watch?v=hVimVzgtD6w)
Absolut sehenswert, regt zum Nachdenken an!
Wie Karl Kraus schreibt: wenn die Welt untergeht, gehe ich nach Wien. Da passiert alles 50 Jahre später.
Man müsste damit ungehen lernen, dass wir (ab Baujahr ~90) halt die erste Generation sind, denens schlechter als den Eltern geht.
Ja, es gibt tolle technische Errungenschaften, aber die Zukunftaussichten sind eher beschwerter als früher.
Klassisch: ich trinke und hoffe das ich bis dorthin gestorben bin.
Edit: weil ich es gerade gelesen habe, zeuge ich natürlich auch keine Kinder.
Galgenhumor
Ich hatte vor einem Jahr eine Diskussion mit meiner Mama. Ich war schwanger und mich hat genau eben jene Angst ganz schlimm gepackt. Was tu ich dem Kind in mir nur an? Dabei war es eigentlich ja ein Wunschkind, ich wollte es so sehr, der natürliche Drang in mir ne Mama zu sein war so groß gewesen.
Ich verbringe sehr viel Zeit im Internet. Die Horrodszenarien unserer Zukunft sind mir nicht fremd.
Meine Mama meinte nur, dass die Menschen schon so vieles überlebt haben und die Idioten bekommen alle ganz sorglos auch Kinder.
Wenn die “gescheiten” und gewissenhaften Menschen keine Kinder mehr bekommen, wer soll dann gewissenhafte Kinder groß ziehen?
Hilft dir das? Vermutlich nicht. Aber mein Kind ist jetzt ein paar Monate alt und ich weiß, dass ich in vielen Dingen mein bestes tun werde, damit es so gut wie möglich diesen Planeten erleben kann. Ich werde ihm beibringen, was die Bürde des Wohlstands bedeutet und wie fragil dieser Wohlstand aber auch ist.
Und dann machen wir das beste draus. Und ich werde mein bestes tun, um ein gutes Vorbild zu sein.
Man wähle nach Möglichkeit jene Leute, deren Planunghorizont länger als eine Legislaturperiode ist, die auf die Wissenschaft hören und deren ethische Grundsätze vernünftig sind. Das ist sicher nicht immer einfach.
Etwas, das man auch aus der Geschichte lernen kann, ist, dass man etwas gegen mögliche Katastrophen tun kann, auch wenn es sehr schwierig aussieht. In den 60ern, 70ern und 80ern fürchtete man sich davor, dass der Kalte Krieg heiß werden könnte. Durch diplomatisches Geschick, ökonomische Realität und die betroffenen Bürger wurde er es nie. In den 80ern und 90ern war das Waldsterben in Mitteleuropa ein großes umweltpolitisches Thema. Man traf einige Maßnahmen zur Luftreinhaltung und das Thema verschwand langsam wieder. Das Ozonloch konnte man durch Einschränkungen in der Verwendung von FCKW in den Griff bekommen.
Portfolio diversifizieren
Ganz ehrlich? Ich bin Anfang 20 und hab gefühlt keine Ahnung vom Leben. Ich plane nichts und schau nicht weiter als nächstes Wochenende. Mein gesamter Alltag besteht aus Uni und Nebenjob, ab und zu Freunde treffen und Zeit mit der Familie verbringen. Wenn du mich heute fragst wo ich in einem Jahr stehen werde kann ich dir nix drauf antworten. Ich hab einfach nicht das Gefühl, dass ich irgendetwas an all dem ändern kann, was gerade in der Welt passiert, mein oberstes Ziel ist es, nicht abzukacken und mein Studium mehr oder weniger erfolgreich abzuschließen, alles was danach kommt ist ein Fragezeichen. Keine Ahnung ob dir diese Einstellung weiterhilft aber ich hab keine Zukunftsängste, weil ich nicht einmal an die Zukunft denke. Vielleicht geht es ja jemanden da draußen genauso…
Zukunftsängste zu haben macht aus meiner Sicht eigentlich schon keinen Sinn.
Erstens Prognosen sind immer schwierig, vorallem, wenn sie die Zukunft betreffen.
Ein paar Beispiele: 1930 glaube niemand an einen (zweiten) Weltkrieg. 1980 konnte sich niemand vorstellen, dass wir alle mit mehrern Computern rum rennen. 2003 konnte sich niemand vorstellen, dass wir das Internet permanent in useren Hosetaschen herumtragen. Vor zwei Jahren glaubten wir alle nicht, dass wir in eine Pandemie rutschen.
Es gibt mehr also genügend Beispiele, die dir zeigen, dass Prognosen für die Zukunft genauso gut sind, als ein bisserl Teesatz zu lesen. Natürlich stehen wir vor Herausforderungen, die wir aber als Menscheit im gesamten sicherlich bewältigen werden können. Insofern macht es für mich keinen Sinn sich vor der Zukunft im gesamten zu fürchten.
Ich bin ganz ehrlich ziemlich pessimistisch dem ganzen gegenüber eingestellt und hab sehr starke Zweifel daran, dass die Menschheit das Ruder noch herumreißen wird. Gier und Machthunger haben das Gefüge glaub ich schon zu sehr und zu tief infiziert als dass da noch ein Weg raus wäre. Liegt aber auch vielleicht an meinem Nachrichten-Konsum, bei dem bekanntermaßen negative Berichterstattung viel mehr Reichweite und Zugriffe generiert als positive. Ich hoffe aber sehr, dass ich mich irre und die ganzen Weltuntergangsszenarien nicht eintreffen werden.
Ich hab aber (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt) meinen Frieden damit geschlossen (Albert Camus ftw). Ich spende an wohltätige NGOs und versuche, meinen Impact in der Welt so “gut” wie möglich zu gestalten und hoffe, dass so viele Menschen wie möglich das auch tun. Viele große Dinge kann man als kleines Rad in der Maschine ohnehin nicht ändern, aber man das, was in der eigenen Macht steht, tun. Vielleicht mache ich das auch nur, um mir selber kein schlechtes Gewissen machen zu müssen, aber was solls.Auch trotz der Widrigkeiten auf der Welt kann man finde ich versuchen, ein gutes Leben zu führen. Und sich schlecht zu fühlen weil es anderen nicht so gut geht, hilft den Betroffenen auch nicht. Aber man kann dagegen seinen Betrag leisten.
Bezüglich Kindern – ich will keine Kinder, aber eher weniger wegen der heutigen Zustände, sondern weil ich einfach keine will. Außerdem denke ich mir, dass wenn ich irgendwann doch einen Kindeswunsch habe, am ehesten in Frage kommen würde, eines zu adoptieren. Es gibt so viele Kinder, die keine Eltern haben und welche brauchen, da muss ich nicht auch noch eigene in die Welt setzen, sondern eher versuchen, mich um die zu kümmern, die schon da sind.
Wozu über etwas den Kopf zerbrechen was man in keinster Art und Weise beeinflussen kann? Absolute Verschwendung von Zeit und Energie.
Wie wärs mit ein bisschen Hoffnung Leute? Ich glaube eine bessere Zukunft ist *immer* erreichbar solang man den Kopf nicht in den Sand steckt und bereit ist seinen Beitrag zu leisten. Die Welt wird mit Optimismus gebaut.
Natürlich ist es eine Herausforderung sich diesen zu kultivieren aber ich stelle es mir auch anstrengend vor sein Leben mit Gleichgültigkeit und Zynismus zu gestalten. Als Mensch zu existieren ist so oder so mit Unwohlsein verbunden, auf welche Art man sich das Leben schwer macht kann man sich aber wenigstens noch selbst aussuchen.
Warum Zukunftsangst? Man sollte begreifen das es uns in Europa noch nie besser gegangen ist als heute und das trotz beinahe 2 Jahren Pandemie.