Hot take: unser Nationalbewusstsein besteht größtenteils aus irgendeinem trivialem Blödsinn, der verdeutlichen soll, dass wir “ned wie die piefkes” sind.

46 comments
  1. PR eines Tochterunternehmens einer deutschen Handelskette ist jetzt aber auch nicht gerade repräsentativ.

    Dass wir in Österreich, neben vielen anderen Eigenheiten, eine gewisse sprachliche Eigenheit pflegen, halte ich aber für was Beschützenswertes. Und wenns “von oben” nicht durch entsprechende kulturfördernde Aktionen beschützt wird, muss mans halt “von unten” beschützen. Auch wenns oft trivial aussieht, hat das in Summe durchaus einen spürbaren Effekt, der unser Alltagsempfinden formt. Beim Semmerl denk ich halt eher an etwas Warmes, Gemütliches; beim Brötchen eher nicht. Das hat für mich durchaus Relevanz.

  2. Nationalismus trifft halt immer eine breite Schicht.

    Bedenklicher find ich die Auswahlmöglichkeiten… ist mir momentan zu tagespolitisch

  3. Red mir die Semmel ned schlecht! Wenn du erstmal a bissl weiter in der Welt herumkommst wirst auch du sie zu schätzen lernen!

  4. Ich würd noch dazugeben, dass wir so schöne natur haben und das wasser bei uns so gut is. Das hör ich auch immer wieder

  5. Die ganzen “hippen” Firmen, wie zum Beispiel hier der komplett heimische Aldi-Ableger, greifen das jetzt auch auf; beharren auf das Verdeutlichen von regionalen Sprachunterschieden, machen Werbung auf Mundart, etc.

    Irgendwie peinlich das ständige Vergleichen mit Deutschland, einem weitaus wichtigerem Land, dem wir eigentlich ziemlich Wurst sind. Ist unser eigene Selbstbild denn wirklich so oberflächlich?

  6. Ja, weil Österreicher halt eben Deutsche sind. Aus irgendeinem Grund jedoch reagieren die meisten darauf allergisch, deswegen versucht man krampfhaft Unterschiede zu finden.

  7. Ist Brötchen auf dem Vormarsch? Hab vor Kurzem erst gehört, wie ein Österreicher zu seinem Kind etwas mit Brötchen gesagt hat.

  8. Ich möchte kurz erwähnen, dass du in Bayern auch gejagt wirst, wenn du Brötchen statt Semmel sagst.

  9. Österreichischer Nationalstolz lässt sich zusammenfassen als:

    BEI UNS IS DES OBA SO!

    und

    ALSO BEI UNS IS DES OBA NED SO!

  10. Wenn sich der österreichische Nationalstolz auf semi- lustige Aussagen wie ” Schnitzel mit Tunke = Verbrechen”, ” Leberkässemmerl = gut” und Streitigkeiten um das ” beste Bier” beschränkt ( bzw. wie man was ausspricht/ bezeichnet), dann soll mir das recht sein.

    >irgendeinem trivialem Blödsinn

    Genau das ist es. Und du nimmst es gerade viel zu ernst.

  11. Um meine Sichtweise besser zu verdeutlichen, hier ein stark vereinfachter historischer Ablauf österreichischen Nation-Buildings:

    1871: Deutsche Einigung, Österreich stellt sich zuvor bei Königgrätz gegen Bismarck und wird somit nicht Teil des neuen deutschen Staates

    In Österreich-Ungarn leben zahlreiche Nationen; Tschechen, Polen, Magyaren, Kroaten, Slowenen, etc…und natürlich Deutsche (nicht “Österreicher”, das ist wichtig!)

    Ende 1.WK: Die Donaumonarchie zerfällt und aus jenen Teilen, in denen größtenteils Deutsche leben, entsteht ein neuer Staat: Deutschösterreich.
    In der Bevölkerung verbreiten sich zunehmend großdeutsche Ansichten, warum sollte man sich denn nicht mit den “anderen Deutschen” zusammentun?

    Ende 2. WK: Das 3. Reich wird aufgelöst, Österreich soll nie wieder zu Deutschland. Mann muss im Laufe der kommenden Jahrzehnte nun eine komplett neue, bezeichnend “österreischische” Nationalidentität erschaffen, die sich klar von der deutschen abgrenzt.

    Wie macht man das? Bezieht man sich auf den ehemaligen Vielvölkerstaat, welcher tatsächlich eindeutig “österreichisch” war? Fördert man die Mehrsprachigkeit auf regionaler und staatlicher Ebene, wie z.B. in Kanada?

    Oder bleibt man ein klar deutscher Nationalstaat, der sich im Grunde nicht wirklich von den einzelnen Regionen Deutschlands unterscheidet?

    Die Antwort war natürlich letztere. Aber irgendwie muss man sich halt dennoch von Deutschland distanzieren, um ein erneutes Disaster zu vermeiden. Daher wurde diese peinliche Daseinsberechtigung erschaffen, die auf ständige Vergleiche mit Deutschland beruht und jeden kleinsten sprachlichen oder kulturellen Unterschied immer und immer wieder aufzeigen muss, oftmals als Zeichen der Rivalität oder gar Verachtung gegenüber Deutschland. Wo es nicht wirklich viele Unterschiede gibt, muss man halt umso hartnäckiger auf das eigene “Anderssein” hinweisen

    Den Deutschen ist das ganze natürlich komplett egal, aber ich als Österreicher finde es eigentlich ziemlich peinlich und schade, dass wir uns scheinbar nur durch aggressives Deutschlandbashing definieren können.

    In einer perfekten Welt würden wir uns z.B. durch unseren einzigartigen Mix aus deutscher und osteuropäischer Geschichte und Kultur unterscheiden, aber die unausgesprochene Wahrheit ist leider, dass man hierzulande alles, was östlich Wiens liegt als “minderwertig” ansieht und trotz der gemeinsamen Geschichte kaum Interesse an Kultur- und Sprachaustausch da ist.

  12. Ich könnte jetzt falsch liegen aber soweit ich weiß ist das bei den Kanadiern auch nicht groß anders.

  13. Hot take: Unser Nationalbewusstsein besteht größtenteils aus der Tatsache, ob man in Österreich lebt und die Staatsbürgerschaft und keinen Migrationshintergrund aus einem ärmeren Land hat…

    EDIT: Mit der letzten Aussage ist gemeint, dass etwa Albaner eher jedem sofort sagen, dass sie Albaner sind, während Dänen das eher weniger machen.

  14. Als Exilpiefke kan ich sagen: Österreicher sind weniger arrogante, aber dafür leicht exzentrische (und damit sympathische) Bayern. Eh komisch, dass sich ein ganzes Land nach zwei Regionen benannt hat (wie Bayern). Eigentlich sind ja alle “Deutsche”.

    Und in Deutschland ist Österreich kein Thema, außer es kommt mal wieder so ein lustiger Politskandal. Das ist wirklich ein komischer Komplex von euch. Die Schweizer juckt es ja auch nicht.

  15. 🤦‍♂️
    Semml is auch in DE a Semml sofern es sie gibt.
    Das Brötchen is bei uns a Weckerl.
    Woher kommt dieser dumme Irrglaube?

  16. Also, das Argument ist etwas komische: Hofer gehört doch zu Aldi oder? Also deutscher Konzern. https://de.wikipedia.org/wiki/Hofer_KG

    Leider hat in den letzten 20 Jahren eine UNGLAUBLICHE Verhunzung des österreichischen Dialekts stattgefunden. Ich merke das bei den Jüngeren – die sprechen nicht mehr “österreichisch” sondern real hochdeutsch, also piefkenesisch. Das hat bereits angefangen mit den Privatsendern auf Kabel, die meistens aus Deutschland kamen und ihre Sprachprägung hier durchgesetzt haben. Ich finde das fürchterlich und versuche dem entgegenzuwirken durch Verwendung bestimmter wienerischer Sprachprägungen. Wie “Kineten”. “Kieberer”. “Leiwand”. Wenn’s tief sein muss dann “oida”.

    Heute ist der Einfluss von youtube zu spüren. Da gibt es auch eine stark geprägte Präsenz deutschsprachiger Blogger/Vlogger Youtube stars und sonstiges Unfugszeugs. Langfristig wird der österreichische Dialekt eliminiert.

  17. OP trifft es auf den Punkt. Nationale Identität wird überall gefördert, besonders von der Politik, um Leute daran zu hindern große Änderungen am System zu wollen. Ein Aufstand gegen den Status Quo ist “unpatriotisch” und bla bla

  18. Ich kann dir Folgen und weiß was du meinst, aber das ist für mich tatsächlich anders. Österreich hat seine eigenen Dinge und macht sein eigenes Ding, während Deutschland sein eigenes Ding macht.

    Ein Beispiel aus dem Bereich Lebensmittel: Als ich letztens in Deutschland war ist mir aufgefallen, dass du quasi nirgends einen ordentlichen Kaffee bekommst. Den konntest du fast überall nur mit Zucker trinken. In Österreich ist ein Kaffee jetzt zwar auch oft nicht die Offenbarung, aber man kann ihn selbst beim Dorfwirten in der Regel ohne Zucker trinken. Das mag vielleicht Trivial sein, aber es ist ein Unterschied.

    Und wenn wir schon bei Kaffee sind: Die Kultur und das Gesellige scheint in Österreich auch anders zu sein als in den meisten Bereichen von Deutschland und nachdem ich in Deutschland war schätze ich die Kaffeehauskultur von Wien wieder viel mehr.

    Und die Sprache wurde hier schon ein paar Mal angesprochen, kulturell gibt es teilweise auch gröbere Unterschiede, wenn es darum geht Probleme anzusprechen oder nicht anzusprechen. Über wen man vor wem schimpfen darf und über wen nicht.

    ​

    Das kann man natürlich alles als “Trivial” einordnen, aber als Gesamtpaket ist es das in meinen Augen nicht.

  19. Das liegt hauptsächlich an der Sprache, hätten wir eine andere wäre es nicht so, nächstes Thema

  20. Ja. Ich, der als deutscher in österreich lebt, muss sagen, dass sich viel zu oft die österreichische nationalität daraus besteht, österreichisch und nicht deutsch zu sein.
    Und das ist mMn irgendwie schon lächerlich, wenn man bedenkt, was für ein schönes Land Österreich eigentlich ist.

  21. Nicht wirklich eine neue Erkenntnis.

    Aber dass Aldi sich so schamlos bei euch Österreichern einschmeichelt, ist echt peinlich. Also für den Konzern, versteht sich.

  22. Ich WILL mich von den Deutschen abgrenzen. Ich BIN kein Deutscher. Das ist der Grund warum wir Österreich sind, warum wir Krapfen haben, mit Marillenmarmelade, Krampuslaufen, Griaß di, sagen und die EAV haben und 1000 andere Dinge. Und ja, Krampus gibt’s auch in Bayern und Slowenien. Es ist die Mischung.

    Und wenn du willst auch ganz allein: ICH bin aus Österreich. Und wenn ihr mich DAFÜR downvoted, seid ihr nicht in r/de besser aufgehoben?

    Edit: Was soll der Scheiß Thread? Ein Spinner liest was von einer Semmel, dreht durch und faselt was von Nationalismus und bei euch gehen alle Sicherungen und ihr müssts zeigen wie “vernünftig” und gar nicht nationalistisch ihr seid und erklärts, das wir praktisch eh alle Deutsche sind?

    Mei, seids ihr alle leicht zu manipulieren.

  23. Schon geil dass des bayuwarische nationalgehabe sich auf genau die gleiche Nomenklatur seiner Backwaren stützt.

    Daher wohl das grausige “na immerhin aus Bayern” zu herkunftsabfrage in NÖ

  24. dEs hoAßt ErDaPFel… damit kommt mir meine Freundin oft… jo eh mag schon sein, aber wenn ich mal einen Kartoffelsalat bestell, verstehts auch jeder den es betrifft.

  25. Lustig, weil das erste, was Ö sprachlich nach WW2 gemacht hat, ist eine Liste an Wörtern als gleichwertig zu den deutschen Begriffen anerkennen zu lassen und das ÖWB herauszubringen und zwar aus exakt diesem Grund, sich von DE abzugrenzen.

  26. Wir Grenzen uns auch von Australien ab, aber da reicht ein einfaches “No kangoroos in Austria.” um’s klarzustellen, da ist es auch egal, dass es nicht zu 100% stimmt. Der größte kulturelle Einfluss in Österreich ist aus den USA und Deutschland. USA seit 2WK, und mit einer ganzen Menge Fernsehen. Über die USA wird auch viel geschimpft. Zufall? Ich lehne auch Halloween ab, wir haben da schon Allerheiligen, Allerseelen, eine Zeit der Besinnlichkeit um der Toten zu gedenken. Aber wegen dem Einfluss heißt es jetzt PARTYY!!! Und Süßkram erpressen und Eiern an Hauswänden.

    Deutsche sind in Österreich immernoch die größte Ausländergruppe, bringen Sprache und Verhaltensmuster mit. Und wegen der fehlenden Sprachbarriere wird auch viel deutsches Fernsehen geschaut, und heutzutage kommt YouTube/TikTok dazu. Sich etwas von der eigenen Kultur erhalten zu wollen und die deutsche wieder zurückzudrängen ist nicht falsch. Die Art wie das gemacht wird, über Deutsche und ihrer Sprache zu lästern, ist den Deutschen gegenüber unfair, weil eigentlich sind’s eh ganz leiwand.

    Es ist eigentlich Ausdruck einer Ablehnung von zu viel deutschem Einfluss. Weil ein bisschen ist eh ok, wir übernehmen ja gerne mal was von anderen Ländern. Gulasch, Serbische Bohnensuppe, Kaugummi, Kipferl und Kaffee, Baguette, auch Ausdrücke wie Kukuruz um mal beim Essen zu bleiben.

    Weil manche hier meinen, dass die Deutschen es nicht nötig haben, es genauso mit Österreich machen, ja, klar. Deutsche in Österreich 217k auf 9 Mio, plus Medien. Österreicher in Deutschland 187k auf 83mio. Die Deutschen wehren sich dafür stärker gegen den Einfluss von Englisch auf ihre Sprache, weil Medien. Schaut mal auf Schottland/Wales und England, Portugal und Spanien.

  27. Jetzt nachdem ich mir die meisten Kommentare durchgelesen habe, kann ich sagen, dass meine ursprüngliche Vermutung richtig war.

    Du findest hier die lustigen Leute, die das nicht so ernst nehmen und die Eigenheiten als charmant sehen. Du findest aber genügend wütende Nationalisten, denen vor purem Zorn der Schaum vor dem Mund gestanden ist, während sie ihre Tastatur bearbeitet haben.

    Ein Deutscher hat es gut auf den Punkt gebracht: wir interessieren uns nicht für euch, wir definieren uns nicht in Relation zu euch wie es viele Österreicher machen.

    Und zu denjenigen, die hier eine künstliche Trennung einer größeren, deutschsprachigen Kultur postulieren oder sogar so tun als gäbe es diese und als hätten wir nicht Jahrhunderte zusammen miteinander verbracht, in denen wir uns gegenseitig beeinflusst haben, einfach nur um sagen zu können, dass Österreich was GANZ ANDERES als Deutschland ist:
    Sucht euch ein Hobby, Nationalismus der Amis nachzumachen ist cringe.

Leave a Reply