
>Die Hochschulen in Tirol sind ins neue Semester gestartet. 52 Prozent der neu zugelassenen Studierenden an der Uni Innsbruck sind EU-Bürger. Sieben Prozent kommen aus Drittstaaten und 41 Prozent aus Österreich.
Innsbruck – „Studierende willkommen“. So steht es auf einem Transparent, das sich über die Gassen der Innsbrucker Altstadt spannt. Studierende sind in Innsbruck in den meisten Fällen gern gesehen. Sie sorgen für Umsätze in den Lokalen, treiben die Mietpreise ungewollt in die Höhe, was Vermieter freut, und beleben den Christkindlmarkt.
„Wenn man konservativ rechnet, geben die Studierenden zehn bis 15 Millionen Euro im Monat aus“, meint der Vizerektor der Uni Innsbruck, Bernhard Fügenschuh. Neben den 27.000 Studierenden beschäftigt die Stamm-Universität rund 5000 Mitarbeiter. Die Universität Innsbruck bringe der Stadt ungefähr eine Milliarde Euro an Wertschöpfung im Jahr.
Auch heuer verzeichnet die Uni Innsbruck an die 4000 Neuzugänge. So wie im letzten Jahr ist auch heuer die Mehrheit von ihnen nicht aus Österreich. 52 Prozent kommen aus Deutschland und Südtirol, sieben Prozent aus Drittstaaten. 41 Prozent der neu zugelassenen Studierenden sind Österreicher. Während an der Medizin-Universität die Quote dafür sorgt, dass 75 Prozent der Studienplätze für Österreicher reserviert sind, gibt es Studiengänge, wo bereits mehr Deutsche als Österreicher vertreten sind. Betrachtet man die Gesamtzahl der Studierenden, dann ist knapp mehr als die Hälfte der 27.000 aus Österreich.
„Der Beste soll den Studienplatz bekommen“, meinen die Vorsitzenden der Österreichischen Hochschülerschaft, ÖH, Daniel Müller und Lukas Schobesberger. Man schätze die Internationalisierung der Unis. Der hohe Ausländeranteil „stört uns nicht“. Nur die Abwanderung, sobald die Ausbildung zu Ende sei, sei ein Problem, räumt Müller ein.
Was vorzugsweise studiert wird, unterliegt gewissen Schwankungen. „Die beliebtesten Studien sind seit einigen Jahren immer noch diesselben“, sagt Vizerektor Fügenschuh. Am häufigsten werden Wirtschaftswissenschaften studiert, gefolgt von Architektur, Pharmazie und Rechtswissenschaften.
Die Studierendenzahlen in Innsbruck sind stabil. Knapp 4000 Neuzugängen standen im letzten Wintersemester 4353 Abschlüsse gegenüber. Es machen zwar mehr Frauen als Männer den Abschluss, bei den Doktoratsstudien ist es aber andersherum. „Während die Zahl der inskribierten Doktorandinnen noch annähernd gleich groß ist wie diejenige der Doktoranden, sind bei den Abschlüssen nur noch ein Drittel von Frauen.“ Fügenschuh sieht die Gründe in Betreuungspflichten oder Finanzierungsproblemen. „Denn Frauen sind grundsätzlich prüfungsaktiver als Männer.“ Neben der Stamm-Universität zählen die Medizin-Uni und und das MCI mit jeweils mehr als 3000 Studierenden zu den größten Hochschulen in Tirol.
Sorge vor Sparkurs an der Uni
Nach zweieinhalb Jahren Pandemie sind offene Universitäten der größte Wunsch der Studierenden. „Wir haben Angst, dass die Universitäten schließen könnten, weil die Energiepreise zu hoch sind“, sagt ÖH-Vorsitzender Müller. „Das wird nicht passieren und ist auch in keinem Gremium andiskutiert worden“, hält Uni-Sprecher Uwe Steger dagegen. „Wir werden nicht schließen und die Studierenden werden auch nicht bei fünf Grad in den Hörsälen sitzen müssen.“
Zum Aufwärmen hat es den einen oder anderen Studierenden schon immer in Innsbrucks Lokale oder auf die Tanzfläche gezogen. Innsbruck hat 131.000 Einwohner. Vergleichbar große Städte in Deutschland gibt es zwar genügend, in vielen wird aber abends schnell einmal der Gehsteig hochgeklappt. Den StudentenvertreterInnen ist das dennoch zu wenig. Sie fordern, in Innsbruck die Lokalszene auszubauen. „Es fehlt an Bars, Clubs oder auch an Konzerten“, kritisiert Müller. Die Studierenden haben sich indes auf das Feiern im Freien verlegt. Weniger Konsumzwang, mehr billiges Bier. „Das war auch Corona geschuldet, wo alle Lokale geschlossen waren.“
14 comments
Sie nehmen mehr Ausländer an und wundern sich wenn es nach dem Abschluss eine Abwanderung gibt? erstauntespikachu.jpg
> Nur die Abwanderung, sobald die Ausbildung zu Ende sei, sei ein Problem, räumt Müller ein.
Wie schon so oft vorgeschlagen: Viel höhere Studiengebühren, ein staatlicher Kredit der erst nach Ende der Ausbildung zurückzuzahlen ist, wenn man den Kredit zurückzahlt erhält man den pro Jahr zurückgezahlten Betrag als Steuergutschrift.
Vorteil davon: Wer studiert und dann im Inland bleibt zahlt nichts, weil mit der Steuergutschrift ausgeglichen. Wer studiert und dann ins Ausland abwandert zahlt, weil man keine Steuergutschrift erhält. Egal ob die Person Österreicher ist oder nicht. Außerdem sollte das im Vergleich zu vielen anderen Vorschlägen konform mit dem EU-Recht sein.
>„Der Beste soll den Studienplatz bekommen“, meinen die Vorsitzenden der Österreichischen Hochschülerschaft, ÖH, Daniel Müller und Lukas Schobesberger. Man schätze die Internationalisierung der Unis. Der hohe Ausländeranteil „stört uns nicht“. Nur die Abwanderung, sobald die Ausbildung zu Ende sei, sei ein Problem, räumt Müller ein.
Alles was man über die ÖH wissen muss in einer Nussschale. Sammelbecken für Narzissten und andere Soziopathen
Südtiroler machen einen gewaltigen Teil davon aus, bin ich mir sicher.
Die in Innsbruck studieren in Horden, stammen großteils aus dem Norden, jede:r Studierende im Vorlesungszimmer erhält sofort einen Schimmer auf Basis der sprachlichen Natur, wie die kostenlose Tour der Nordösterreicher, kaum zu vergleichen, eröffnet Gedanken die Plätze zu streichen, oder Einheimische mit Plätzchen und Kakao zu streicheln und auf Lau, studieren zu lassen, gleichsam zu begrenzen die Massen, durch staatliche Kredite, womöglich gegen europäische Sitte, so wird weiter das Tiroler Pferd geritten, doch es ist schon krank – und kranke Pferde reitet mensch nicht, denn sie sind bald tot…
Aus Sicht des Steuerzahlers gibts das “gratis” Bildungssystem nicht aus Altruismus, das muss uns was bringen, sprich die Ausgebildeten bleiben hier und bieten ihre Dienste an, sonst kann man das getrost privatisieren. Können ja dann weiterhin “Die besten den Studienplatz bekommen”, müssen halt diese Besten auch dafür zahlen.
In Innsbruck läuft halt schon jahrelang ein ziemlicher Teufelskreis.
Die Masse an Studenten verursacht eine Knappheit der Wohnungen. Das lässt die Preise steigen, sodass man sie sich, abseits der StudentenwWG’s Wohnraum (speziell als Berufseinsteiger) kaum leisten kann, was dann halt wieder dazu führt, dass die Mehrheit, egal ob Österreicher oder Ausländer, nach dem Studium schleunigst abhaut. Aber die neue Generation an Studenten warten eg schon vor der Tür, und sind bereit wieder etwas mehr für ein Zimmer (sind ja teilweise schon bei Kosten von über 700€ angelangt) zu zahlen, wohlwissend, dass es ja eh nur für eine kurze Zeit ist. Bleiben ist unter solchen Umständen meistens keine Option.
Die Idee dass die Besten die Plätze bekommen sollen funktioniert halt ned wenns um Konkurrenz durch ein Land geht, dass 10 mal so groß ist aber ziemlich dieselbe Demographie ausweist.
Als Erläuterung: Wenn in Österreich 1000 Studis Psychologie machen wollen, dann wollens in Deutschland 10.000 Studis.
D.h. 11.000 Studis wollen Psychologie studieren. Wir haben aber nur 1000 Plätze. D.h. die besten 9% bekommen einen Platz. Da aber unser Bildungssystem sehr ähnlich ist und die generelle Demographie auch heißt das, dass sich die 1000 Plätze dann aus 909 Deutschen und 91 Österreichern zusammensetzen.
Momentan sind die Verhältnisse in Innsbruck für alle Studiengänge fast 1:1. Schaut man sich aber die Kosten fürs Studium in Deutschlandien an wird sich dieses Verhältnis (für uns) nur zum schlechteren verschieben.
Bei der Logik dass die Besten den Platz bekommen sollen (ohne die Bevölkerungsverhältnisse reinzurechnen) finanzieren wir halt für die Deutschen die Akademiker und bleiben selber leer aus.
der Österreichische Steuerzahler bzw. die Top 30% der Verdiener sind nur mehr die Melkkuh der Nation…
Das Problem ist seit Jahren den meisten Innsbrucker:innen bekannt. Wenn vier Studis je 500 Euro (und das ist sogar noch billig) für ein WG-Zimmer in einer 100m2-Wohung zahlen, dann kann natürlich jede Familie scheißen gehen, die mit denen um eine Wohnung konkurrieren darf.
Lösungen scheints keine zu geben. Den Politiker:innen ists wurscht, die Vermieter:innen verdienen sich dumm und dämlich und die Mittelschicht wird halt verdrängt – braucht eh keiner.
Studiengebühren jetzt. Wie kommen wir Steuerzahlerinnen und -zahler dazu, Leuten die Ausbildung zu sponsern, die dann hier nichts beitragen?
Lasst doch gerne Ausländer bei uns studieren, kümmert euch aber bitte darum, dass sie nach dem Studium bei uns bleiben mit guten, ordentlich bezahlten Jobs.
Internationalisierung der Unis ist eh gut, da hängen wir stark hinterher. Das Problem ist halt, dass das hauptsächlich Deutsche und Südtiroler sind, weil die meisten unsere Studien in Deutsch durchgeführt werden.
Können ruhig alle bei uns studieren, wenn sie sich verpflichten mindestens 5 Jahre auf dem Gebiet in Österreich zu arbeiten.
Wenn nicht, bekommen sie die Rechnung fürs Studium.