Paukenschlag beim AMS: Tirol-Chef abberufen

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  1. >**Gründe für die Entlassung aus datenschutzrechtlichen Gründen unklar, Sabine Platzer-Werlberger übernimmt die Landesgeschäftsführung.**

    >Innsbruck – Eine E-Mail mit folgenschwerem Inhalt machte am Dienstag im Arbeitsmarktservice Tirol die Runde. Mit gestrigem Datum wurde Alfred Lercher, Landesgeschäftsführer des AMS Tirol, vom Verwaltungsrat von seiner Stelle abberufen. Genaue Gründe für die Abberufung wurden nicht genannt, „aus Datenschutzgründen“ wurde jegliche Auskunft verweigert.

    >Vorerst übernimmt die stellvertretende Landesgeschäftsführerin Sabine Platzer-Werlberger. Sie bestätigte auch die Abberufung Lerchers, Gründe nannte sie keine. Der Posten des Landesgeschäftsführers werde aber neu ausgeschrieben und dann neu besetzt.

    >Lercher wollte gestern zu seiner Abberufung gegenüber der TT keine Stellungnahme abgeben. Damit bleibt der Grund für seine Abberufung vorerst im Dunkeln. Generell muss laut Arbeitsrechts-Experten eine „massive Störung des Vertrauensverhältnisses“ vorliegen, um eine Person freizustellen. Es muss also zu einer sehr groben Pflichtverletzung gekommen sein.

    >Lercher hatte mit 39 Jahren am 1. Dezember 2020 die Landesgeschäftsführung übernommen. Er arbeitete seit 2002 beim AMS Tirol. Seine Laufbahn begann er als Berater in der Servicezone des AMS Reutte, die er ab 2008 leitete. 2010 wechselte er als Experte für das Arbeitslosenversicherungsgesetz in die Abteilung „Service für Arbeitsuchende“ der Landesgeschäftsstelle Tirol, der er seit 2017 als Abteilungsleiter vorstand.

    >Lercher kam im ersten Jahr der Corona-Krise und damit in äußerst turbulenten Zeiten an die Spitze des AMS. In Tirol gab es Rekordwerte bei den Arbeitslosenzahlen, das AMS war auch bei der Abwicklung der Anträge für Kurzarbeit gefordert. Tirol war als das führende Tourismus-Bundesland am massivsten von Schließungen betroffen: Die Zahl der Arbeitslosen lag im Sommer 2020 bei fast 47.000. Im Pandemiesommer haben an die 9100 Unternehmen Kurzarbeit für über 93.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim AMS angemeldet. Auch das Pandemiejahr 2021 war noch von Lockdowns und Einschränkungen in den Tourismushochburgen Tirols geprägt.

    >Anfang 2022 kam schließlich die Erholung. Schon beim Lockdown Ende 2021 entpuppte sich der Tiroler Arbeitsmarkt als „sehr robust“. Lercher erklärte damals, dass er nicht mit einer dermaßen raschen Erholung des Arbeitsmarktes gerechnet habe. In Tirol wurden für die Corona-Kurzarbeit 835 Millionen Euro ausgegeben. Lercher zeigte sich als großer Anhänger der Kurzarbeit, umgerechnet 16.000 Vollzeitstellen seien durch das Modell Kurzarbeit gerettet worden.

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