
Nach dem ich die Kommentare in dem [Thread](https://www.reddit.com/r/Austria/comments/zqicx9/werdet_ihr_in_der_hockn_oft_angeschrien/) gelesen habe, ist mir wieder mal bewußt wie tabuisiert das Thema Agression in unserer Gesellschaft ist. Ich bin selber Choleriker, aufgewachsen in einer Familie von Cholerikern. Agression hat durchaus eine genetische Komponente wie das [Warrior Gene](https://en.wikipedia.org/wiki/Monoamine_oxidase_A) beweißt (gibt a super Doku dazu schauts euch die an!), aber auch natürlich sehr viel Umfeld. Ich versuch in diesem Thread jetzt mal zu erklären. Ich will hier nichts entschuldigen, aber hoffe aber etwas Verständnis zu schaffen was in einem Choleriker vorgeht, und wie beide Seiten damit umgehen können. Ich vermute, dass die anderen “grantler” sich im Moment verstecken, aber ich bin ziemlich sicher nicht der einzige hier. Aber es ist halt ziemlich stigmatisiert daher ist das auch ein Wegwerf Account.
Bevor mich jemand in Therapie schicken will ich bin sehr selbst reflektiert und kann meine eigene Aggression sehr kontrollieren, d.h. von einmal im Monat als Kind (mit Sachen werfen) zu alle 3-5 Jahre (nur mehr schreien) und das meistens in kontrollierter Umgebung (mit dem Cholerischen Bruder schreien bis beide wieder runter sind).
Aber auch wenn man sich meistens unter Kontrolle hat in momenten der Schwäche kanns einmal passieren, dass man auszuckt und schreien anfängt. (Und bitte ich rede hier nicht von körperlicher Gewalt, in dem Fall bitte die Polizei rufen!!!) Und hier möchte ich anmerken aus Sicht des Schreiers, ich hab Angst vor diesen Momenten. Z.b. hab ich erst letzte Woche mit einem Kollegen geschrien weil mein Chef mir im letzten Moment ein neues Feature aufgedrückt hat und mein Kollege meine Anweisungen entweder ignoriert oder nicht verstanden trotz mehrmaligen Nachfragens meiner Seite. Ich bin aber schon in einem Zustand knapp vorm Burnout weil in 5 Projekten gleichzeitig Feuer löschen soll. Mir war es dann so peinlich und ich hab mich 3x entschuldigt. Mein Kollege wußte aber dass ich aus dem letzten Loch pfeife und hat mir verziehen. (Danke dafür falls du mitliest!)
Kontrolle braucht Kraft, wenn man aber selber keine mehr hat dann geht auch die Kontrolle flöten.
Gründe warum jemand schreien kann sind vielfältig und manche Menschen gehen damit definitiv besser um als andere. Viele Choleriker wie ich lernen im Laufe ihres Lebens Strategien. Wenn jemand für sich selber keine findet sollte man die Therapie suchen. Aggression muss nicht schlechtes sein. Man kann durchaus nicht auffällig sein, weil man z.B. einen Beruf ergriffen hat wo Agression hilft, z.B. als Soldat. (in der Doku die ich angesprochen habe, war z.B. ein US Marine der sehr erfolgreich und kaum auffällig war weil er die Aggression in seinem Beruf leben konnte). Aber meistens ist es es pure Machtlosigkeit. Meine Mutter (selber Cholerikerin) hat sich von Berufswegen damit beschäftigt. Oft ist es einfach Hilflosigkeit in der Situation, dann versuchen manche Menschen durch Menschen durch schreien etwas erzwingen, das gar nicht geht, und jemand der nicht reflektiert ist wird glauben, dass er/sie im Recht ist. Es hat auch nichts damit zu tun ob jemand nett ist oder nicht. Ich denke viele werden eine sehr nette Person kennen die hin und wieder mal scheinbar out of character ausflippt.
So was kann man tun?
Als “Täter”:
1) Findet Strategien mit eurer Aggression umzugehen, wenn ihr keine findet sucht Hilfe. Therapie ist immer gut, oft kann es helfen jemanden zu finden dem es gleich geht, dann kann man in kontrollierter Umgebung Dampf ablassen. Für mich selber ist es eine nüchterne Analyse der Situation. Ist es wirklich schlimm? Stirbt wer? Äußerlich werden mich die meisten eher als Phlegmatiker warnehmen weil ich innerlich schon sehr chill über die meisten Situationen bin.
2) Seids offen mit euren Mitmenschen. Es macht einen großen Unterschied wenn mein Gegenüber weiß ob ich jetzt schrei weil ich schon am Ende bin oder einfach als Vorgesetzter Macht demonstrieren möchte. Auch wenn es sehr unangenehm ist, wenn deine Kollegen wissen wie sie mit dir umgehen müssen in der Situation ist vieles einfacher. Vor allem wenn alle wissen dass das ein Quirk von dir ist und nicht bösartigkeit.
3) Bleibts Respektvoll: Wenn schon schreits, bleibts trotzdem Respektvoll. Ich kann nicht für jeden sprechen, aber Beleidigend wurde ich nie. Laut werden kann leichter verdaut werden, als das A Wort. Manche schaffen das aber nicht.
4) Seids nett. Nein wirklich. Wenn man 99% der Zeit ein guter Kollege und Chef ist werdens einem die Leute eher nachsehen, als wenn man sonst auch immer ein A-Loch ist.
Als “Opfer”:
1) Wie gesagt ich rede hier von Schreiern. Bei Gewalttätigen sofort die Polzizei rufen!!! Dieser Mensch braucht Therapie und ist gefährlich.
2) Nicht jeder Choleriker ist ein A-Loch. Ich erinnere mich noch gut an einen Lehrer von mir. Der Typ war leiwand, aber er hatte seine Zuck-Aus. Unsere Klasse wußte wenn die Glatze rot anlief dann hat er wieder seine 15min und dannach war alles wie immer und sonst hat er immer jeden geholfen. Man soll keinen Missbrauch dulden, aber aufstehen und gehen und 30min später kommen reicht oft, bis der Choleriker sich wieder beruhigt hat. Viele sind dann wieder normal ansprechbar. Bitte bleibts ruhig für uns ist die Situation oft selber sehr peinlich im nachhinein.
3) Nach der Beruhigungspahse fragts nach was los ist. Wie gesagt oft ist es Verzweiflung/Kraftlosigkeit. Communication is key. (Wenn jemand wirklich, dass gemacht hat um sich gut zu fühlen braucht ihr auch keine Empathie zeigen. Gebt sie denjenigen die es verdienen!)
Das hier soll keine Entschuldigung sein, sondern Verständnis schaffen. Vlt. kann in Zukunft einer der sofort kündigen will, sich die 15-30min Zeit nehmen und abwarten Wir Choleriker sind auch nur Menschen, aber viele von uns sind auch sehr direkt und ehrlich (eben weil wir eher agressive Typen sind) und kämpfen auch für die Kollegen (hab schon selber Vorgesetze Angefahren, weil die abgeviechert haben mit meinem Team).
Ich wünsche euch ein beschauliches Fest und keine Schreierei auf der Weihnachtsfeier 😉
33 comments
Ich finds ja ganz nett, dass du Verständis schaffen willst, aber der Leidtragende bleibt immer der (oder die) , der/die angeschrien wird. Da kanns dem Choleriker im nachhinein noch so peinlich sein, das bringt dem Angeschrieenen trotzdem nix.
Wenn das einmal passiert und der Schreihals sich im Nachhinein aufrichtig entschuldigt kann man ja unter Umständen noch drüber hinwegsehn, aber ab dem 2. mal weiß man eigentlich, dass das vermutlich nicht das letzte mal war.
Is vielleicht a blöder Vergleich, ich bring ihn trotzdem: Stell dir vor du hast einen Freund, der, wenn er nüchtern is, ganz normal und freundlich zu allen ist. Wenn er angesoffen is, wird er a Arschloch und stänkert nur gschissen fremde Leute an. Wenn das einmal is – ja ok – b’soffene Gschicht halt. Wenn das aber immer wieder vorkommt, dann überlegst du dir auch 2x ob du mit dem wirklich noch auf a paar Bier gehn willst. Und genauso verstehe ich jeden, der einen Choleriker als Vorgesetzten hat und sich fragt: “Will ich mir den Scheiss wirklich immer wieder antun?”
Bei uns in der Firma gibts auch so einen. Schreit wegen Kleinigkeiten seine direkten Kollegen an und a halbe Stunde später is er wieder ganz normal, wie wenn nie etwas gewesen wär. (Ich muss zum Glück(!!!) nicht direkt mit diesem Idioten zusammenarbeiten). Da gabs neulich auch schon ein Gespräch mit der Geschäftsführung, der steht also auf der “Watchlist”. Und ehrlich gesagt hoffe ich, dass der eher früher als später seinen Job wegen seinem unausstehlichen Verhalten verliert. Ich weiß von den Kollegen, die immer wieder seinen Zorn zu spüren bekommen, dass die kurz vorm Kündigen sind und nur noch mit Bauchweh in der Früh in die Arbeit gehen. Deren einziger “Lichtblick” is, dass es neulich eben das Gespräch mit der GF gab. Momentan reißt er sich halbwegs zusammen.
Was ich mit all dem sagen will: Pass bitte auf mit Opfer – Täter – Umkehr! (Ich kann ja nix dafür, ich bin halt Choleriker. Is mir ja eh peinlich). Euch mag es peinlich sein, anderen macht ihr mit dem Verhalten aber den Arbeitsalltag zur Hölle. Also Therapie lieber früher als später.
Trotz alledem: Dir auch ruhige und besinnliche Feiertage!
Also Nicht-Choleriker sollen sich auf Choleriker einstellen und nicht gleich kündigen wenn man so einen als Vorgesetzten erwischt? Ähm… nö danke?
So wie du “Verständnis” für deine Mitarbeiter hast, haben sie auch keines für dich und wer gehen kann wird gehen. Die Erfahrung wirst du wohl schon gemacht haben und wenn nicht, wirst du sie noch machen 😉
Choleriker sind halt für Führungspositionen nicht geeignet.
Was wenige “grobe” Personen – ich inkludiere mich da selbst – verstehen ist, dass solche Aussetzer sehr starke Auswirkungen auf die Psyche und die Wahrnehmung der Betroffenen haben.
Emotionale Gewalt ist Gewalt, hinterlässt Narben und schädigt oft langfristig. Da kann man sich einreden, dass man “da ja nur drüberstehen muss”, aber das ist völliger Blödsinn.
Am besten sofort raus aus dem toxischen Verhältnis bevor man zu Schaden kommt und den Täter sollte man einfach vereinsamen lassen.
Es gibt natürlich ein Maß, dass man aushalten kann, aber wenn ich angeschrien werde, dann bin ich raus, da gibts nix.
Wenn ich schon deinen Kommentar sehe von “ja das ist genau warum ich anonym poste” dann merkt man wie dünn deine Haut ist und wie wenig Push-Back du aushälst.
Das hörst wahrscheinlich net gerne, aber ich glaub da ist verstecktes Trauma vorhanden.
Und auch wenn du “sehr selbstreflektiert” bist – was immer lustig ist, wenn man sich selbst so bezeichnet – könnte ein bisschen mehr Einsicht nicht schaden.
Source: Bin selber cholerisch und war in Therapie.
Hat sehr geholfen, kanns nur weiterempfehlen.
Tl;dr Opfer Täter Umkehr
Ja na bin ebensfalls intrinsischer Grantler (ganze Familie is so) und ich hab auch sehr viel Mühe in Coping-Mechanismen gesteckt, damit ich eben nicht jedem den Kopf ausreiss, der sich zum Zeitpunkt meines Ausbruchs in meiner unmittelbaren Nähe befindet. Es is sehr schwer, vor allem wenn man eben nur gewohnt ist, dass Personen beim kleinsten scheiss hochgehen – ich ertapp mich oft dabei, wie ich für meine Verhältnisse ganz normal mit jemandem rede, vl. halt gerade ned so gut gelaunt bin, und die Person dann glaubt ich wär grantig oder böse auf sie. Hab anscheinend einfach nen generellen ‘rauen Ton’ von meiner Familie geerbt…
Fehler sin ok solange man sich ihrer bewusst ist und dagegen ankämpft. Einfach sagen ‘ich bin so, kommt klar’ bringt keinem (vor allem einem selbst) was.
Bitte geh einfach in Therapie und red dich nicht raus.
“Reflektiert sein” toll, anscheinend reicht das übers anonyme posten auf reddit nicht merklich raus.
Wer sich selber so wenig unter Kontrolle hat, dass er Leute nicht anschreien kann, hat in einer Führungsposition nix zu suchen.
Change my mind.
Ich hatte einen Chef der Choleriker war, der hat regelmäßig Azubis zum weinen gebracht, männlich, wie weiblich. Die dauernden Entschuldigungen helfen da auch nicht, man kann auch psychisch Schaden anrichten.
Dein Entschuldung mit körperlicher Gewalt hilft da nicht, psychische Gewalt ist auch Gewalt und wenn Du beim Psychologen wärst wüsstest Du das auch.
Ich hatte es gerade erst mit einem cholerischen Kunden zu tun. In einer Situation in der man nicht einfach kündigen kann sondern sich überlegen muss ob man einen Riesen Auftrag sausen lässt oder den Terror aushält.
Ich hab kein Verständnis, bei Frauen heißt es immer „die sind zu emotional“ aber deine Ausbrüche sollen wir aushalten?
Gewalt ist Gewalt, ob Du das wahrhaben willst oder nicht.
Bei diesem Thema bin ich zwiegespalten. Ich war ein paar Jahre lang mit einer Colerikerin befreundet doch auf Dauer war das einfach zu viel, verwirrend und oft auch verletzend.
Natürlich verstehe ich, dass man einzelne Verhaltensweisen vom Elternhaus übernimmt, in die man dann in Stresssituationen zurück fällt.
Ich kenne solche Rückfälle, doch bei mir äußern sie sich im komplette Gegenteil.
Wenns mir wirklich schlecht geht – egal ob berufliche oder private Überforderung – mache ich zu und rede kaum mehr.
(Zuhause war immer klar, wenn Vater betrunken ist und Mutter überfordert, verhalte dich ruhig. Über Emotionen zu reden war sowieso ein Tabu Thema.)
Eine Therapie hat mir geholfen und ich bin der Meinung, dass so etwas den meisten Menschen mit dem Hang zu unkontrollierten (!) Wutanfällen auch gut tun würde.
Sie mögen sich oft als Temperamentvoll bezeichnen, doch für mich hängt immer der Beigeschmack von Überforderung mit drinnen.
Ich verstehe sie durchaus, doch ich heiße ihr Verhalten nicht gut.
Ich hab zittrige Händ, ich sollt nie Herzchirurg werden. Wer sich so wenig unter Kontrolle hat, dass er Kollegen, oder noch schlimmer, Untergebene anschreit, sollt nie in eine Führungsposition kommen. Für manches ist halt ned jeder geeignet, damit muss man leben. Natürlich kann man an allen Fehlern arbeiten, aber wenn man einen Fehler nicht und nicht los wird, muss man die Konsequenzen ziehen.
Danke für die Erklärung. Das ganze hängt halt auch immer sehr stark von der Persönlichkeit der Person ab, die den Wutanfall ab bekommt.
Ich kann damit inzwischen gut umgehen (Doktorat war dafür eine sehr harte Schule) und jetzt stecke ich so einen Auszucker einfach weg (sofern das Einzelfälle sind)
Ich kenne auch KollegInnen, die eher schlecht ausgestattet sind mit Selbstbewusstsein und bei denen nagt das natürlich sehr.
Letztendlich muss jeder für sich entscheiden ob er/sie das akzeptieren kann und will.
Gefallen lassen muss es sich jedoch keiner.
Den Hinweis auf einen womöglichen Grund für aggressives Verhalten in der Genetik finde ich extrem schwach, eigentlich sogar armselig.
Selbst wenn dies exakt so nachweisbar/erklärbar wäre (die Forschung steht da afaik noch relativ am Anfang), beträfe es ja einen guten Teil (min 1/3) der Männer. Also deutlich mehr als der Anteil an Cholerikern in der Bevölkerung.
Ich finde am Arbeitsplatz herumzuschreien ist bereits Gewalt.
tl;dr?
Wie mas auch drehen und wenden will, es ist und bleibt psychische Gewalt – daran gibts nix schönzreden oder zu verharmlosen!
Kann man sowas eigentlich bei der AK melden, denn bei manchen menschen kann das ja durchaus zu echten psychische problemen führen – auch wenns dem gewalttäter noch so „leid tut“.
Ich soll mich von dir anschreien lassen und danach auch noch DICH fragen ob’s dir eh gut geht?
In diesem Sinne: Geht’s dir noch gut?
Habe selbst jahrelang unter einem cholerischen Chef gelitten, nur war der Chef mein Vater. Seine Angestellten fanden sein Verhalten aber auch nicht so dufte, glaube ich. Täter und Opfer gehören definitiv nicht in Anführungsstriche.
Das ganze hat tiefe Narben hinterlassen und mich schon sehr früh politisch geprägt. In der Politik dulden wir keine Diktatoren mehr, wir sollten es auch in Wirtschaft und Familie nicht tun.
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> Laut werden kann leichter verdaut werden, als das A Wort.
Sprich für dich selbst.
Also wenn du alle 3-5 jahre mal auszuckst weil du mit arbeit zugeschaufelt bist und dann auch noch über einen kollegen stolperst der nicht in dieser situation der kompetenteste zu sein scheint, dann bist du in meinen augen nicht der typische choleriker.
Das wird eher ein stressbedingter auszucker sein den man auch als warnzeichen wahrnehmen sollte.
Der typische choleriker terrorisiert sein team regelmäßig auf tages und wochenbasis
Vielleicht können da die Angestellten Lernprozess anstoßen.
1x Aushagln = 1x Tasern
Habe keinen Bock mich dauerhaft anschreien zu lassen nur weil sich ein erwachsener Mensch sich nicht unter Kontrolle hat und meint man kanns an anderen rauslassen.
Hatte auch einen Choleriker als Chef und es war die schlimmste Zeit meines Lebens. Es war mein erster richtiger Job im Arbeitsleben nach der Schule und ich war somit noch recht jung. Es gab dafür nie eine Entschuldigung, man hat auch nie gemerkt, dass es ihm leid tat. War er wütend wegen irgendetwas hat er es sehr gerne in einer längeren Schreiattacke an mir oder meiner gleichaltrigen Kollegin ausgelassen. Öfters hat er auch wegen den kleinsten und unnötigsten Dingen geschrien. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass er zuerst eine Situation absichtlich so “herrgerichtet” hat, um wieder auszucken zu können. Es war schrecklich. Vor allem so jung und in der ersten Arbeit. Er ging aber immer nur auf uns Jungen los. Die Fluktation dort war enorm, aber kann man es den Leuten verübeln, dass sie weg wollten? Zudem war es nur ein sehr kleines Büro, also konnte man sich auch nicht verstecken.
Meine Kollegin und ich hatten so Angst. Ich hatte in der Früh beim Aufstehen Bauchweh, wenn ich wusste ich muss dort hin. Ich bekam Panik, wenn ich sein Parfum gerochen habe oder gehört habe, dass er gleich im Büro ankommen wird. Ich war für jeden Tag dankbar, wenn er viele Außentermine hatte und nicht anwesend war. Ich hätte nie gedacht, dass psychische Belastung so auf den Körper geht, aber es ist leider so. Ich möchte soetwas nie wieder.
Ich habe mir damals gedacht ich bin 19, mein Arbeitsleben hat gerade erst angefangen. Soll das jetzt für immer so sein? Also bin ich so schnell ich konnte von dort weg. Wie komm ich dazu, dass nur, weil er Aggressionsprobleme oder whatever hat, mir meine psychische und in folgedessen körperliche Gesundheit ruinieren zu lassen? Dafür dass ich doch einfach nur Arbeiten gehen wollte?
Jetzt habe ich wirklich einen netten und verständnisvollen Chef und obwohl ich schon länger dort bin, habe ich noch immer etwas Angst davor mit ihm zu reden, obwohl mein aktueller Chef das absolute Gegenteil ist. So verstört hat mich das, es wirkt noch immer nach.
Mein Verständnis ist zwar leider beschränkt, aber ich finde es toll, dass du dich damit auseinandersetzt und nicht davon läufst. Auch die Sicht eines Cholerikers zu hören, ist interessant. Einsicht ist der erste Weg zur Besserung und zeigt auch von Stärke. Versuch es weiter unter Kontrolle zu bringen, du machst damit das Leben anderer Leute besser und rettest ihre Psyche. Viel Glück dabei.
Wenn mich wer anschreit wird ignoriert aka kein geschäft wird gemacht oder kriegt eine aufs maul. ,Null Verständnis für Schimpansen die sich nicht im Griff haben.
Ad Warrior Gene – weil ich selbst am Spektrum bin. Ich glaub das meiste sind einfach nur „undiagnostizierte“ Fälle von ADHS und Autismus (Level 1 bzw. Asperger). Was sowas angeht ist die gesamte Forschung leider immer noch in Babyschuhen. Von der Gesellschaftlichen Akzeptanz red ich noch gar nicht. Heute ADHS/Autismus zu haben ist wie vor 100 Jahren einen Rollstuhl zu benötigen – ein freundliches „Geh scheißen!“ kriegst in den meisten Fällen.
Lauter Stoiker auf redit. Ich hoffe keiner von denen heult Mal weil er sich grad nicht im Griff hat und erpresst damit andere emotional.
Oje du armer!
Nachdem ich mehr als zwei Jahrzehnte so einem armen Opfer ausgeliefert war, darf ich nun eine Therapie machen, in der Hoffnung vielleicht irgendwann einmal sowas wie normales Leben führen zu können. Vielleicht schaffe ich es irgendwann mit Medikamenten und vielen Stunden Therapie, in der echten Welt da draußen sogar normale Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Wenn ich Glück habe bekomme ich vielleicht sogar irgendwann einmal die Panikattacken in den Griff. Das wär doch nett.
Natürlich sollte ich da auf Leute wie dich Rücksicht nehmen! Nicht das es dich noch kränkt! Denn schließlich ist es ja auch wirklich schwer andere nicht runterzuputzen. Ich mein da muss man… ja also… puh… also schon fast irgendwie nichts tun… Kein Arschloch sein ist ja auch echt kompliziert!
Achja und zu deinem Freibrief per Genetik: Meiner war ein Verwandter, trotzdem schaffe ich es kein Mistkerl zu sein.
Du armes Mäuschen! Was soll man denn sonst tun außer andere zu missbrauchen, wenn man sich schlecht fühlt. Am besten sollten wir uns alle mal bei dir Entschuldigen und ganz fest für dich klatschen!
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Hast du eigentlich jemals auch nur einen Gedanken daran verschwendet was so ein Verhalten bei den Opfern auslöst? Fällit dir eigentlich der wahnwitzige Egoismus in deinem Text auf? Weil Täter sich schlecht fühlen könnten bei ihren Taten sollen Opfer Verständnis haben? Ich bin völlig sprachlos ob dieser irrsinnigen Dreistigkeit.
Nein. Für Menschen wie dich habe ich kein Verständnis. Ihr seit nicht “direkt und ehrlich”. Ihr seit Täter. Die andere Missbrauchen um sich besser zu fühlen. Sonst seit ihr nichts.
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Ich habs ehrlich versucht, aber ich kann dir leider nicht in Worte fassen wie sehr du mich mit deinem vor selbstmitleid triefenden Text anwiederst.
Wenn du noch irgendwo einen Funken Anstand in deinem Körper besitzt dann geh in Therapie und hör auf deine Mitmenschen zu misshandeln. Wenn nicht, dann spar dir wenigstens dein Selbstmitleid.
Interessant zu lesen. Ändert aber genau null an der Tatsache dass schreien, trotz aller Nuancen, vor allem bei Vorgesetzten gar nicht geht. Dass ist meine persönliche Meinung als Kind cholerischer Eltern und als „Teil“- Choleriker. Ich weiß dass ich es in mir habe und es ist MEINE Aufgabe Strategien für einen professionellen Umgang zu finden. Auch nur einen Millimeter Verantwortung abgeben zu wollen, nenn es Verständnis haben oder wie auch immer, geht gar nicht. Wenn du Kollegen/Untergebene hast die damit klar kommen, schön für dich. Jedoch zu „erwarten“ dass jemand auf einen zugehen soll oder es hinnehmen soll ist schon sehr schwach. Nochmal: Es ist DEINE/MEINE Verantwortung damit professionell umzugehen. Offen darüber sprechen ist sicher ok, aber Verständnis erhoffen ist es nicht.
Ja wir sind alles nur Menschen und jeder hat schlechte Tage. Mein Anspruch an mich selbst ist dies nicht auf Kollegen/Kunden/Klienten abzuladen. Wenn ich um 7 schon höre „ma heut is ein scheiss Tag“ vergeht mir schon. Das ist ein du Problem. Du hast damit klar zu kommen. Du hast die Verantwortung professionell zu bleiben. Ich bin dein Kollege und nicht dein Therapeut oder bester Freund, der sich deine Problemchen geben soll/muss.
Just my 2 cents.
Wenn du mich anschreien solltest, dann hast du das Verhältnis zu mir stark verletzt. Eine Entschuldigung danach ist, als würdest du eine eingeschlagene Ziegelwand mit einer Rigipsplatte „richten“. Es sieht wieder normal aus, aber der Schaden ist dennoch da. Nochmal anschreien und die Bude bricht zusammen.
Danach habe ich keinerlei Vertrauen in dich beziehungsweise, kann ich das dann nur sehr sehr schwer wieder aufbauen, weil die Angst da ist.
Mich verletzt es enorm, wenn ich angeschrien werde und auch, wenn du es nicht böse meinst, hast du mir meine Bude kaputt gemacht.
Schreien als Umgangston ist das letzte und das werde ich dir dann auch zu spüren geben.
> Ich bin aber schon in einem Zustand knapp vorm Burnout weil in 5 Projekten gleichzeitig Feuer löschen soll.
du bist bereits im burnout. du wartest darauf, dass es irgendwann zum kollaps kommt, statt das jetzt zu erkennen
> wenn die Glatze rot anlief dann hat er wieder seine 15min
Sobotka.
ceterum censeo “unit libertatem” esse delendam.
An scheiss selbstreflektiert! Geh in die Therapie und belästig deine Mitmenschen ned mit Schreirei.
I hab kein Verständnis für Haßläufer, a wennst as no so schen betitelst oder noch so einen schönen Ausdruck dafür wählst und muss i a ned.
Bin bei der vorherigen Firma gangen nachdem der GF mich ein einziges Mal angeschrien hat, des war a da gleiche wie du…. schreit seine Mitarbeiter und Projektleiter an und entschuldigt sie dann beim Essen in da Kantine. Bin dann der Vorletzte von 6 Leit gwesn der in der Abteilung innerhalb von einem Jahr gangen is. Es war sonst a schöner Job aber mit so an unnötigen Deppn der Leit anpleat nur weil er sich ned unter Kontrolle hat, geb i Mi ned ab, weder geschäftlich noch privat.
Bin jetzt in einer anderen Firma auch Projektleiter und würd nedmal laut mit jemandem sprechen geschweige denn schreien, weil i weiß, dass Leute die anpleat werden jeglichen Respekt von dir und jegliche Sympathie für dich verlieren.
Und des “warrior gene” des wirklich wissenschaftlich bewiesen ist, auf einen Büro Hengst zu beziehen, ders afoch ned unterdrücken kann wenn ihm a Schoaß zwickt, is des dümmste des i heut glesn hab, obwohl ich heute schon das Protokoll von der letzten Betriebsratsitzung durchgelesen hab.
Ich war über 10 Jahre in einer Stabsstelle zwischen mehreren Geschäftsführern, die eine Bandbreite an Charakteren abgedeckt haben.
Auf lange Sicht konnte ich mit dem Choleriker am besten umgehen. Der war ein ziemlich direkter und undiplomatischer Typ, aber gut einschätzbar. Wenn ihm was nicht gepasst hat, ist er explodiert, aber danach war das Thema erledigt und er war niemals nachtragend. Mit seiner Art musste man schon umgehen können (war für viele sehr schwierig), aber man wusste zumindest, wie man grad bei ihm dran ist.
Am schlimmsten war für mich der Chef vom Typ charismatisch, visionär, sehr menschlich… Der hat es oft persönlich genommen, wenn was daneben ging und war dann ewig beleidigt, was immer latent wahrnehmbar war. Und wenn dem was nicht gepasst hat, hat er herumgeeiert, anstatt zu sagen, was Sache ist. Das fand ich persönlich viel unangenehmer und belastender als die gelegentliche Schreierei.
Dann gab es noch den highly Professional, der sich wie aus dem Leadership Lehrbuch verhalten hat, Entscheidungen getroffen und klar kommuniziert hat und sehr wohl überlegt jedem/jeder genau den Bullshit erzählt hat, von dem er geglaubt hat, dass man es als Mitarbeiter/in hören will. Hat nicht weh getan, aber Spaß war das auch keiner.
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Ich will damit auf keinen Fall cholerisches Verhalten verteidigen oder relativieren, sondern lediglich darauf hinweisen, dass es noch viele ungute Verhaltensweisen mehr bei Führungskräften gibt. Und nur weil jemand nicht schreit – sei es durch Selbstkontrolle, oder weil man nicht der Typ ist – ist man nicht zwangsläufig eine bessere Führungskraft.
Das Problem an der Sache: Bis in die oberen Führungsebenen schaffen es meist genau solche Kandidaten. Bei einem Neo-Teamleiter, dem die neuerworbene Macht zu Kopf steigt, kann man vielleicht die Ebene darüber einschalten. Aber wenn es das obere Management betrifft, hat man als Mitarbeiter/in kaum eine andere Chance, als sich mit der Situation irgendwie zu arrangieren, oder den Job zu wechseln. Dort sitzen dann meist die selben Typen.
Ich habs wieder gelöscht was ich eigentlich schreiben wollte, ich will dich nicht beleidigen. Solltest du (und du suggerierst das ja) in einer Position sein, in der du Personalverantwortung hast, dann halte ich das für unglaublich unprofessionell. Ins Unternehmertum/in Personalverantwortung zu gehen, und irgendwelche gesellschaftlich inkompatiblen Verhaltensmuster in einer Machtposition auszuleben, sorry, dafür fehlt mir jegliches Verständnis.
conclusio der wert(los)en community: wir dulden keinerlei emotion außer sie kommt brav in engelszungen daher. ihr seid`s ja wohl (fast) alle nicht realistisch und/oder brainwashed. so schafft sich die menscheit ab.
fällt mir ein lied von graham parker dazu ein: passion is no ordinary word
Fk off
Du bittest um Verständnis und Entschuldigung sollte die Schnur reißen.
Ich bin gern gewillt jemandem einen schwachen Moment zu verzeihen, Grundvoraussetzung ist meiner Meinung allerdings der aufrichtige Wille an sich zu arbeiten und diese Situation nicht wieder aufkommen zu lassen.
Mit der Erläuterung Choleriker seien halt so kann ich mich daher nicht abfinden. Auch ich kenne Wut, auch ich kenne Frust, auch ich kenne Rage, das ist wohl bei jedem Menschen mit etwas mehr Testosteron im Blut normal, aber das heißt nicht, dass ich als erwachsener Mensch diese Gefühle an anderen auslassen darf.
0 Tolerance ist auch meiner Meinung nach nicht sehr zielführend, weil sonst bald alle sozialen Kontakte einen Grund finden abzubrechen, aber schreien und insbesondere anschreien (auf eine Person gerichtet) kann nicht auf die leichte Schulter genommen werden und muss entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen (Entschuldigung, Therapie, Kündigung bei Wiederholungstätern).