Was kommt nach der GIS? Drei Szenarien für die ORF-Finanzierung ohne Ausnahme für Streaming

12 comments
  1. Faszinierend wie bei der Haushaltsabgabe immer die Anzahl an dort lebenden Personen komplett ignoriert wird. Das pro Person abzurechnen ist meiner Meinung nach noch die akzeptabelste Lösung, obwohl ich generell dagegen bin Leute dazu zu zwingen für alles außer Nachrichten zu zahlen.

  2. Mein bevorzugtes Szenario wäre den ORF ganz zu privatisieren, nachdem er Bildungsauftrag usw. sowieso nicht mehr nachkommt und nur irgend ein Schrott gesendet wird. Einmal abgesehen davon, dass lineares Fernsehen sowieso nur mehr etwas für die Boomer-Generation ist.

  3. Haushaltsabgabe wär mein Favorit. Budgetfinanzierung wär mir zu unsicher was die politischen Begehrlichkeiten von Rot, Schwarz oder Blau angeht.

    Und dann völlige Überarbeitung, vor allen von ORF1. den gesamten billigen Serienramsch rausschmeißen und runter auf maximal 2 Vollprogrammsender und Sport+. Natürlich auch massiver Ausbau der TVThek nach dem Vorbild der deutschen Sender/BBC.

    Keiner braucht 24/7 lineare Berieselung mit 3 Sendern im Jahr 2023.

  4. Ich bin inzwischen für eine Budgetfinanzierung. Ursprünglich hab ich die GIS-Gebühr fair gefunden. Wer es nutzt zahlt, wer nicht der nicht (und auch ich hab in meiner vorherigen Wohnung bezahlt ohne mich zu beschweren). Aber da ich jahrelang belästigt wurde obwohl ich keinen Fernseher hab (und zwar weil ich verdammt nochmal KEIN Signal hab) bin ich ang’fressen. Dass nun alle zahlen müssen empfinde ich als Frechheit. Der VfGH hat in typischer Juristenmanier einen zentralen Punkt völlig ignoriert: online ist NICHT das ganze ORF-Programm verfügbar. Wenn, dann müsste man weiter unterscheiden wie schon bisher bei nur Radio und Vollprogramm, je nachdem wer wie viel nutzen kann. Aber da das nicht kommen wird sondern einfach alle voll zahlen, bin ich für eine Budgetfinanzierung.

    Das Argument, politisch abhängig zu sein, fand ich schon immer schwach, weil der Gesetzgeber es ja so oder so immer in der Hand hat und hatte. Man muss es ja nicht so regeln dass die Höhe mit jedem Budget neu ausverhandelt werden muss. Wenn man einfach ins ORF-Gesetz schreibt, dass dem ORF ein bestimmtes Budget zusteht, dann KÖNNTE das zwar auch wieder geändert werden … aber auch die bisherige Regelung hätte theoretisch vom Gesetzgeber jederzeit geändert werden können. Sicherheitshalber kann man es ja auch mit 2/3-Mehrheit absichern.

  5. Ich kamma ja echt ned vorstellen, dass ein Szenario ohne GIS kommt. Die GIS wird einfach alles daran setzen, dassa sich ned selbst abschaffen muss. Damit bleibt eh nur die Variante, dasst dem GIS-Hawara auch sagen musst, dass du kein Handy und keinen PC hast.

    Außerdem was machst sonst mit den ganzen Mitarbeitern die als Skill nur “Orschloch” stehen haben?

    Abseits davon isma sogar noch die Finanzierungs übers Budget lieber. Dann zahlts im Endeffekt jede Person und ned jeder Haushalt was Singles wieder wesentlich mehr belastet als alle anderen.

  6. > Die drei Denkvarianten:

    > * GIS auch auf Streaminggeräte;
    > * Haushaltsabgabe unabhängig vom Empfang wie in Deutschland und der Schweiz;
    > * Budgetfinanzierung wie in der Mehrzahl europäischer Länder.

    Natürlich als weitere Option wieder mal nicht berücksichtigt:

    Kein frei verfügbares Streamingangebot des ORF mehr, sondern Zugriff nur noch nach Login für Gebührenzahler.

    Damit wäre das Problem ganz einfach gelöst und das stünde auch nicht im Widerspruch zum Grundversorgungsgedanken.

    De facto ist ein ORF-TV-Empfang mit einem Fernseher ohne eine zusätzliche Anmeldung/Registrierung heute bereits nicht mehr möglich und es wäre bereits seit langem umsetzbar, Gebühren nur noch von denen zu verlangen, die den ORF-Empfang auch tatsächlich freigeschaltet haben.

    Mit seinem frei zugänglichen Online-Angebot (das nicht über den TV-Tuner empfangen wird) versucht der ORF seit langem sehr durchschaubar, die Debatte zu verschieben und zu verwässern.

    Der ORF weigert sich beharrlich, sein Online-Angebot hinter ein Login zu stellen, u.a. um folgendes zu verhindern:

    Abschaffung der Gebührenpflicht in ihrer jetzigen Form und mit ihren anachronistischen Gebührenpflichtskriterien und Einführung eines simplen kostenpflichtigen ORF-Accounts, mit dem man Zugriff zu den ORF-Angeboten erhält – online sowie über Antenne, Sat und Kabel.

    Tatsächlich kann man über den Sinn und Zweck eines öffentlichen Rundfunks, seine Finanzierung, und Möglichkeiten zur Wahrung einer gewissen Unabhängigkeit eines solchen Rundfunks diskutieren, aber der ORF führt unehrliche Scheindiskussionen.

    Ungerecht ist, dass man gebührenpflichtig wird, wenn man einen Fernseher im Haushalt hat, mit dem man nur Netflix schaut und Spiele spielt, und obwohl man mit dessen Tuner alleine ohne eine weitere Anmeldung/Regstrierung gar kein ORF-TV-Angebot mehr empfangen kann. Das interessiert den ORF aber natürlich nicht. Und diese Ungerechtigkeit lässt sich ohne eine Gesetzesänderung nicht beheben.

    Die vermeintliche Ungerechtigkeit, dass Nicht-Gebührenzahler das ORF-Programm kostenfrei streamen können, könnte der ORF hingegen sofort und ohne notwendige Gesetzesänderung lösen: Onlineangebot nur noch für Gebührenzahler zugänglich machen.

    Dem ORF geht es nicht um Gerechtigkeit, auch wenn selbst ein Armin Wolf gerne so tut:

    > Man könnte das mit der GIS, die bisher nur für Radio- und TV-Geräte fällig wird, ja auch kreativer lösen. Z.B. mit einer Haushaltsabgabe wie in D., ohne Landes- u. Bundesabgaben von einem Drittel, dafür Senkung auf einheitlich € 15 im Monat.
    > Das wäre gerechter und attraktiver.
    >
    > https://twitter.com/arminwolf/status/1426830431626928128

    Gerechter inwiefern? Attraktiver inwiefern?

    Ich habe es hier [schon einmal geschrieben](https://www.reddit.com/r/Austria/comments/xksqcg/gis_stress_warum/ipg1pkv/?context=999): wenn eine Mindestpensionistin oder eine alleinerziehende Supermarktkassiererin im Rahmen einer Haushaltsabgabe in absoluten Summen den gleichen Beitrag zur Finanzierung eines “unabhängigen” öffentlichen Rundfunks leisten soll, wie ein Armin Wolf oder ein Dietrich Mateschitz ✝, und sich dem durch Verzicht nicht mehr entziehen kann, ist das weder gerecht noch gerechter als bisher.

    > Das gemeinsame Vermögen der 10 reichsten ÖsterreicherInnen betrug, grob nach Wikipedia, im Jahr 2022 55,6 Milliarden USD (= EUR). Jährlich 2 % dieses Vermögens alleine würde bereits das derzeitige ORF-Budget abdecken, einschließlich der Werbeeinnahmen.
    >
    > 55,6 Mrd. EUR * 0,02 = 1,11 Mrd. EUR
    >
    > Oder einfach jeweils lächerliche 3000 EUR jährlich von jedem der 346 172 Millionäre in Österreich. Dann kann der Einfachmilliionär, der jährlich schmerzliche 0,3 % seines Vermögens zahlen müsste, die Gerechtigkeits-Diskussion bei einem Glas Champagner mit dem Mateschitz führen, der 0,000015 % seines Vermögens zu zahlen hätte.
    >
    > 346 172 * 3000 EUR = 1,04 Mrd. EUR
    >
    > https://www.reddit.com/r/Austria/comments/xksqcg/gis_stress_warum/ipg1pkv/?context=999
    > https://www.reddit.com/r/Austria/comments/xksqcg/gis_stress_warum/ipg88qi/

    Stattdessen lachen sich die Millionäre und Milliardäre im Land über die Idee einer Haushaltsabgabe von 20-30 EUR im Monat kaputt und kassieren Millionenförderungen für ServusTV, OE24TV, etc.

    Ja, das ist gerecht(er). /s

    GIS auch auf Streamingeräte ist lächerlich, da es praktisch keinen Haushalt ohne solche mehr gibt. Dann kann man es auch gleich als Haushaltsabgabe gestalten ohne es unsinnig zu verkomplizieren.

  7. Paywall für alles was den ORF betrifft. Mit einem Smart TV kann ich zwar Streamen aber tu ich nicht, wenn ich es will zahle ich halt.
    Mich interessieren auch die Nachrichten vom ORF nicht, gibt genug andere Informationsquellen wo ich zudem mehr geliefert bekomme… wer sich interessiert hat sowieso diverse Quellen und schaut nicht nur ZIB etc.
    Ich zahle gerne eine Abgabe für sinnvolles aber der ORF soll bitte erstmal schauen das wenigstens ein Teil seines Programms aus mehr besteht als dem bisherigen Schwachsinn.

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