Was sind das eigentlich für Flecken in NÖ? Schotterböden und alte Flüsse? Warum sieht man die so stark?

9 comments
  1. Das sind doch einfach verschiedene Felder. An manchen wird gerade was angebaut, andere wurden bereits geerntet oder gemäht

  2. Ja, das sind Teils alte Bach und Flussläufe, teils Krytoturbation aus der letzten Eiszeit, teils der Untergrund. Das sieht man so stark, weil die Pflanzen je nach Untergrund anders wachsen. Nennt sich auch Bewuchsmerkmal.

  3. Hab’ mich mit Streetview genau dorthingestellt. Anfangs dachte ich Wolken, es war aber strahlend blauer Himmel. Die dunklen Flecken sind auch nicht immer an den tiefsten Punkten, also sind es keine Wasserflecken durch mangelnden Abfluss. Sind wohl eher Versickerungsunterschiede durch unterschiedliche Lehmzusammensetzungen. Im Mostviertel ist das zumindest so, ich hab innerhalb meiner Felder (knapp 20ha) drei unterschiedliche Bodenklassen.

  4. Ich vermute, das sind die Wahlergebnisse der letzten Landtagswahlen, die insbesondere in Niederösterreich deutlich sichtbar sind.

  5. Hierbei wird es sich wahrscheinlich um verschiedene Böden/Sande/Kies handelnt die von der Urdonau abgelagert wurden.

    https://preview.redd.it/er42xt3ug1ea1.png?width=1000&format=png&auto=webp&v=enabled&s=f0ccda941c1f0c743b453dbfc8a976f889b49bd3

    siehe auch die Geologische Karte vom Weinviertel

    [geologiekarte_weinviertel_gross-dt-engl.png (1800×1247) (weinvierteldac.at)](https://www.weinvierteldac.at/wp-content/uploads/2017/02/geologiekarte_weinviertel_gross-dt-engl.png)

  6. Vor der Maria Theresia waren große Flächen hier Steppe bzw zum Teil Wüste. Maria Theresia hat das setzen von Wäldern in den Auftrag gegeben was wesentlich die Dünenbildung unterbunden hat. Die hellen Spuren sind also Streifen welche direkt darunter einen sehr hohen Sandanteil haben denn: Sand kann Wasser nicht wirklich speichern und es versickert schneller> Pflanzen sind an diesen Stellen Unterentwickelt/ wachsen einfach nicht so gut.
    Das trifft natürlich nicht auf alle Gebiete in Niederösterreich zu usw, aber auf einen Teil.

    Andere Teile wiederum waren vor der Besiedlung (da gehen wir jetzt locker 1k Jahre zurück) tiefstes Sumpfgebiet mit Bächen usw welche ebenfalls zu einer lokalen Akkumulation von Sand etc geführt haben. Wieder gilt, Ausnahmen gibt’s auch da.

    Quelle: Familienverzeichnis, Gemeinde Archiv bzw wir haben einfach mal alte Landwirte gefragt. Solche Fragen können sie am besten beantworten (Warum sind hier Steine? “da war Mal das Öddorf, wurde im X-Jahrhundert aufgelassen weil die Brunnen versiegt sind)

  7. Einer der früheren Flussläufe auf dem zweiten Bild ist auf einer Karte von 1822 noch sichtbar: [https://maps.arcanum.com/de/map/cadastral/?layers=3%2C4&bbox=1842286.3371312285%2C6151092.5349510135%2C1851377.5661828967%2C6154742.403051631](https://maps.arcanum.com/de/map/cadastral/?layers=3%2C4&bbox=1842286.3371312285%2C6151092.5349510135%2C1851377.5661828967%2C6154742.403051631)

    Wenn du die Karte weiter nach links schiebst (nach Aderklaa) sieht man sogar, dass zu dieser Zeit in einem Teil des Flussbettes sogar noch Wasser gewesen ist. Wobei dieser Part der Karte ein Jahr früher entstanden ist. Vielleicht wurde der Bach genau in diesem Zeitraum trocken gelegt. In dem Zusammenhang ist auch interessant, dass dort, wo das Blatt von 1822 beginnt, zum Teil Grundstücke eingezeichnet wurden, die genau dem Verlauf folgen.

    Es war früher in der Landwirtschaft nicht unüblich, Bäche trocken zu legen oder umzuleiten. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung hat man dafür noch nicht gebraucht 😉

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