Debatte über Nebentätigkeit von Spitalsärzten

8 comments
  1. Bei zu wenigen Ärzten im Spital ist es natürlich am besten die Arbeit noch unattraktiver zu machen. Geniale Idee! Es wird wirklich alles probiert anstatt Arbeitsbedingungen bzw. Bezahlung zu verbessern.

  2. Ich verstehe nicht, warum (Spitals-)Ärzte immer darüber klagen, dass sie einerseits heillos überarbeitet sind (was verständlich ist), gleichzeitig dann aber noch nebenbei arbeiten und eine Wahlarztpraxis betreiben. In anderen Branchen werden solche Nebentätigkeiten aus diesem Grund kritisch gesehen, oder teilweise sogar vom Arbeitgeber untersagt.

  3. Es gibt keine Debatte.

    Es gibt nur einen äußerst dummen Chef der die Lebensrealität seiner Mitarbeiter und Arbeitsplätze nicht kennt.

  4. Also Vollzeitjob und dann ist es in einem Beruf, in dem es wichtig ist, dass Leute voll mental bei der Sache und leistungsfähig sind trotzdem noch OK, nebenher extra nochmal im gleichen Beruf zu arbeiten?

    Ich hätte da lieber mal eine Übersicht über Einhaltung von Ruhezeiten etc.

  5. Hier hat ein Internist die ganze Debatte bissl zusammengefasst: [https://www.drmirtl.at/aktuelles](https://www.drmirtl.at/aktuelles)
    Der ist Wahlarzt, also sicher etwas gebiased, aber seine Argumente kann man sehr gut nachvollziehen. Die Neiddebatte in Österreich ist einfach immer wieder zum Kotzen. Ich glaub sogar, dass Ärzte im Vergleich mit anderen Sektoren zb IT eigentlich zu wenig verdienen (Hier bitte irgendwelche Labormedizin ausgenommen, die ne Million verdienen). Ein typischer OA kommt in einem attraktiven Fach (also wo viel Sonderklassegebühren anfallen) auf aller höchstens 200k. Schnitt liegt eher so bei 150. Wärs mir für die ganze Kacke (Nachtdienste (sind mit 30 sicher cool, mit 60 macht die keiner gerne), Stundenausmaß (ein Orthopäde meinte mal im ersten Jahr nachm Studium ist er als Assi auf eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 106 Stunden gekommen (ein ganzes Jahr lang), hat aber höchstens 20 Überstunden zahlt bekommen), Verantwortung (ich sitz lieber vor ein paar Codezeilen, als irgendwo herumzuschneiden) nicht wert.

  6. aus meiner sicht müsste man Kassenordi-Stellen wieder attraktiver machen und/oder einen geringeren Teil der Kosten für Privatuntersuchungen von der Kasse decken.

    ​

    Privatordis zu verbieten wird verfassungsrechtlich schwierig und wenn man einen Nebenverdienst für KH-ärzte vertraglich ausschließt würde der ärztemangel im KH sicher auch nicht besser.

  7. Aus eigener Erfahrung: ich bin 40h Krankenhausarzt und habe auch “Nebentätigkeiten”. Diese sind mit dem Arbeitgeber abgesprochen und vertraglich geregelt.

    Meine 2 Nebentätigkeiten sind:

    1. Unterricht auf der Uni inklusive Prüfungen
    2. Vertretung in Ordinationen bei Ausfällen (Krankheit u.s.w.)

    Ums Geld wegen mache ich das wirklich ned. Da hätte ich lieber IT studieren sollen.

    Viele Ärzte arbeiten in solchen Nebenjobs, damit das System erhalten werden kann. Ohne dem gibt es weniger Lehrkräfte, weniger ÄND, weniger Vertretungen, weniger Gutachter, u.s.w.

    Die Geschichte mit der “Privatordi” können sich nur Ärzte leisten die schon aus dem System ausgestiegen sind und 20h machen – die juckt das Verbot eh ned und befinden sich mMn in der absoluten Minderzahl.

    Sollte man wissen, bevor man solche Debatten anstößt.

Leave a Reply