“Kameraden, seid bereit!”: Udo Landbauer und das andere Liederbuch

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  1. > Folgt man dieser Ansage, lässt das Buch über “Art” und weltanschauliche Verortung seiner Macher wenig Fragen offen. Zu einem erheblichen Teil besteht die “Liedersammlung für unsere Gemeinschaft” (so das Vorwort) aus genuinem NS-Liedgut, das heißt aus Liedern, die während der NS-Ära von Nazis für Nazis geschrieben wurden. So finden sich darin etwa nicht weniger als acht Lieder aus der Feder des HJ-Barden Hans Baumann. Herbert Napiersky, ein weiterer Co-Autor des Soundtracks zum nazideutschen Vernichtungskrieg, ist mit zwei Liedern vertreten: “Es dröhnet der Marsch der Kolonne” und “Lasset im Winde die Fahne weh’n” (“Alle müssen zur Fahne ste’n / Wenn wir zu Felde traben / (…) Also ruft die neue Zeit / Kameraden, seid bereit!”).

    > Auch ansonsten werden Freunde der Wehrmacht gut bedient: für Luftwaffenfans gibt es die Fallschirmjägerhymne “Auf Kreta”, wer es mehr mit der Panzertruppe hält, kommt bei “Ob’s stürmt oder schneit” auf seine Kosten (“Was gilt denn unser Leben für unsres Reiches Heer, ja Reiches Heer? Für Deutschland zu sterben, ist uns höchste Ehr'”). Selbst “Der mächtigste König im Luftrevier”, das eigentlich aus der Zeit des Ersten Weltkriegs stammt, ist hier in der NS-Version abgedruckt, welche schon in Strophe eins die “Herren der Welt” besingt.

  2. > Rote Linien der Abgrenzung nach rechtsaußen scheint die FPÖ nicht mehr zu kennen. Sie werden ihr, so die nicht ganz neue und doch ernüchternde Erkenntnis, von ihrer Klientel aber auch nicht abgefordert.

    Das ist für mich der entscheidende Punkt. Die Wähler sind unter uns, wir begegnen ihnen im Alltag. Wir müssen uns allen diesen Leuten auch im Alltag stellen, nicht immer verlegen lächeln oder flüchten, sondern besonders oft ungemütlich widersprechen.

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