In Dänemark sollten die Mieten um 10 Prozent steigen, denn sie sind wie bei uns in Österreich an die Inflation gekoppelt. Diese Koppelung hat die dänische Regierung jetzt aufgehoben: Bis 2024 dürfen die Mieten maximal um 4 Prozent steigen, bereits vorgenommene Erhöhungen müssen sogar rückgängig gemacht werden.
Klingt eigentlich sehr ok, oder?
Ich denk mir: Wenn das an die Inflation gekoppelt ist, erhöht das ja eben die Inflation erst recht wieder und das ist nicht gescheit.
Quelle: https://kontrast.at/daenemark-mieten-inflation/

43 comments
  1. In Österreich hängt das ja am VPI, welcher auch wieder die Mieten beinhaltet.

    Würdest sowas dummes in Excel machen hättest einen Zirkelbezug, aber der Staat kann sowas natürlich rechtlich durchsetzen

  2. Ein mögliches Gegenargument: Was machen nun Vermieter, deren Kreditzinsen gestiegen sind und sie diese nun nicht mit Hilfe der Mieterhöhung abfedern können?

    Hierbei wäre meine Meinung: Risiken von Spekulation sollten nicht auf den Mieter abgewälzt werden. Hätte sich die Zinslage über die Jahre zu gunsten des Vermieters verändert hätte er ja diese Gewinne auch nicht weitergegeben.

  3. Man könnte Firmen, die Wohnungen vermieten, zur Gemeinnützigkeit verpflichten. Zumindest ab einer bestimmten Anzahl, die niedrig genug sein müsste, dass es sich nicht rentiert, das Eigentum auf viele Firmen zu spreaden. Oder sicher stellen, dass Gewinne nur in die Schaffung neuen Wohnraums fließen können.

  4. Wie soll mein Vermieter seinen AMG-SUV-Coupe betanken??? Mit Luft und Liebe?

    Ich bin bereit 20% mehr zu zahlen!!!1!

    So geht Wirtschaft!!

  5. Na will keiner, FPÖVP4EVA, gehts dem Bonzen gut, gehts uns allen gut.

    Trickle down effekt ist super. Schau ein Ausländer!

  6. die folgen eines mietpreisdeckels kannst du in Berlin aktuell recht gut sehen.
    tl;dr: schlechte idee.

    ceterum censeo “unit libertatem” esse delendam.

  7. Nein also meine Mieterhöhung von 100€ nächstes ninat ist total gerechtfertigt, mein Vermieter hat ja schließlich vor 30 jahren einmal ein neues fenster verbaut. Diese hohen kosten bei Investitionen können ja schließlich nicht von den besitzern getragen werden.
    Die müssen ja wirklich schaun wie sie über die runden kommen die armen.

  8. Hier finden sich Details dazu: https://gorrissenfederspiel.com/en/new-bill-regarding-cap-on-residential-rent-increases-introduced/

    > The bill caps *annual rent adjustments based on increases in the Danish net price index in both 2022 and 2023 at 4%*. […]
    >
    > Landlords may, however, increase the rent by more than 4% if able to document that the operating expenses related to the property have increased by more than 4%. […]
    >
    > In addition to the new rules on rent increases, an analysis will be carried out in order for a new rent adjustment index to be introduced. The new index is expected to come into force on 1 January 2025 and will, once introduced, replace the net price index as the basis for rent adjustments.

  9. Die langfristige Konsequenz wird sein, dass jeder Vermieter jährlich um den maximal möglichen Betrag erhöht.

    Bis jetzt habe ich defacto immer bei bestehenden Mietverträgen auf eine jährliche Indexierung verzichtet.
    Wenn ich zukünftig davon ausgehen muss, dass die Regierung möglicherweise in bestehe Verträge eingreift, werde ich Verträge tendenziell mit der kürzest moeglichen Laufzeit abschließen und jedes Mal moeglichst maximal erhöhen.

  10. Mir wärs am liebsten wenn sofort sämtliche Immobilieneigentümer enteignet werden. Wie kann es das geben, dass Leute auf der Straße verrecken und sich Familien in kleinst Wohnungen pferchen müssen, während andereit ihren leerstehenden Wohnungen am fucking Markt spekulieren.

  11. Kommt drauf an.

    Sowas macht nur Sinn, wenn man zugleich die Befristung von Mietverträgen abschafft, sonst wird quasi jeder Mietvertrag am Ende der Frist gekündigt werden und höher neu abgeschlossen werden – außer du ziehst um.

  12. Wenn Mieten gedeckelt sind, wie bei uns in Österreich für den Altbau, dann kriegt ein Vermieter sagen wir maximal 5€/m2;
    Wenn er 100.000 in die Wohnung investiert mit ner geilen Sanierung, und das Haus immer top in Schuss hält: 5€/m2.
    Wenn er 15.000 investiert und das Haus grad halt so erhält, dass es (wahrscheinlich) nicht zusammenbricht: 5m2.

    Was glaubt ihr, was der durchschnittliche Vermieter machen wird?

    Und wenn die Preise für Handwerker etc mit der Inflation mitsteigen (übrigens: Bau-Inflation ist höher als VPI, Mieten sind aber an den VPI gekoppelt), aber die Mieten dürften nicht angepasst werden: na, was wird wohl passieren?

    Kontrast.at ist übrigens sehr schirche linke Propaganda, das sollte zumindest nicht die Hauptquelle deiner Meinung zu einem Thema sein..

  13. Ich frage mich, warum man die Altbau-Gesetze nicht endlich novelliert. Die Definition eines Altbaus mit einer Jahreszahl festzulegen, ist wohl eine der absolut hirngeschädigsten Entscheidungen, die im österreichischen Parlament jemals getroffen wurde.

    Stattdessen folgender Vorschlag: Ein Gebäude zählt ab dem 31. “Lebensjahr” als Altbau. Bis dahin kann der Vermieter höhere Mieten so wie bei den jetzigen Neubau-Wohnungen verlangen. Dahingehend würde ich nicht allzu viel ändern. Es muss immer noch einen Anreiz dafür geben, in ein Gebäude zu investieren und das soll sich für die Investoren dann schließlich auch lohnen. Aber 30 Jahre nach der Erbauung zählt es dann als Altbau, und dann wird wie bei den jetzigen Altbauten die Miete wesentlich strikter gedeckelt.

    Zusätzlich dazu wäre es natürlich noch super, wenn auf Bundesebene endlich ein Gesetzt dazu beschlossen wird, das Leerstand nicht erlaubt ist. (Natürlich detaillierter definiert als der Satz hier…)

    Investoren hätten damit weiterhin etwas zum investieren, Mieter hätten einen halbwegs fairen Zugang zu bezahlbaren Wohnungen, und wir wären die Spekulationsprimaten los.

  14. Ok, aber das funktioniert doch nur, wenns die 3y Befristungen nicht mehr gibt, oder?

    Sonst schmeist der Vermieter den Mieter nach 3y quasi garantiert raus und verlangt beim neuen Mietvertrag wieder “Marktübliche Miete”, aka 25% mehr.

  15. Also ganz ehrlich: Immobilienbesitz ist ja fast 1:1 an Kapitalvermögen gekoppelt. Also insofern erreicht man mit dieser Maßnahme tatsächlich die, denen die Teuerung eh nicht so wehtut. Find ich in Ordnung.

  16. Ich weiss nicht, wie der Markt und die Regulierung der Mietverhaeltnisse in Daenemark ist, aber es ist anzunehmen, dass unser Markt staerker reguliert ist, zu Gunsten der Mieter.

    Wenn das so ist, ist so ein Vergleich natuerlich unfair.

    Im Prinzip scheint mir die Bindung der Mieten an einen passenden Index als eine gute Sache. Meistens ist ja eine Mietwohnung, die man schon ettliche Jahre bewohnt doch deutlich billiger als vergleichbare Wohnungen, die neu vermietet werden.

    Wichtig waere, in Wien diese befremdliche Altbau-Regelung wegzubekommen.

  17. Vielleicht eine unpopuläre Meinung, aber ich finde privates Vermieten sollte sowieso abgestellt werden – Vermietung sollte sich auf öffentlichen und gemeinnützigen (=nicht profitorientierten) Wohnbau bzw. Gesellschaften beschränken.

    Weiter sollte (Wohn-)Immobilienbesitz stets an einen Eigenbedarf gekoppelt sein. Wenn ich schon von “Anleger-” oder “Vorsorgewohnungen” lese, geht mir das Geimpfte auf.

  18. Mietdeckel ist der falsche Weg, führt nur dazu, dass die Vermieter noch unwilliger werden, Reparaturen und Erhaltungsmassnahmen durchzuführen.

    Starker gemeinnütziger Wohnbau ist die Lösung, massive Erhöhung des Angebots an leistbarem Wohnraum. Man lasse den Markt das regeln. Da stehen die Rechten ja so drauf.

  19. Finde das Mieterhöhungen immer an Investitionen gekoppelt sein sollten. Du baust dieses und jenes in die Wohnung ein dann darfst du mehr verlangen (Darüber ob neue Sachen gebraucht werden sollten aber auch die Mieter zuerst abstimmen) An die Inflation angepasste Mieten sollte es nur bei Miete warm geben, da gibts ja wirklich was das Teurer wird (hier sollte dann aber der Heizpreis als Richtwert genommen werden und nicht die Inflation)

  20. Vergleiche: dänische Regierung vs. österreichische Regierung. wundern darfs einen nicht.

    wo ein politischer Wille, da ein politischer Weg. Man müsst halt auch was in die Richtung wählen.

  21. Das Problem ist das die kleinen Vermieter mit den schönen Wohnungen, alles per Kredit finanzieren.
    Wenn die Zinsen steigen müssen die auch mehr zahlen.
    Baukosten und Renovierungsarbeiten sind so teuer geworden das alles steht.
    Somit rentiert es sich nicht mehr, also gibt es auch weniger Wohnungen am Markt und die was frei sind werden teurer.
    Sozialer Wohnbau ist zu langsam und zu dumm bei uns. Ich möchte da nicht im Wohnblock leben. Ich suchs mir lieber aus wo ich wohne.
    Die haben ja zb in Wien die alten ohne Wohnraumlüftung so abgedichtet das es zu schimmeln beginnt.

  22. Ganz einfach. Mietverträge werden auf die Minimumsfrist befristet, nach N Jahren gibt es einen neuen Mietvertrag mit entsprechend höherem Mietzins.

  23. Das was wahrscheinlich am meisten helfen würde wäre eine Aufklärung wie man dank Mietmängel die Miete billiger machen kann. Gibt viele Gründe mit denen man 5-15% von der Miete abziehen kann. Vorallem in Wien. Viele Häuser haben noch Bleileitungen(auch wenns illegal ist pfusch halt unso) das sind schon fast 10% Reduktion wenn man das beweisen kann usw. Man kann sich solche Bleitests kaufen kosten zwar 40€ aber für fast 10% Mietreduktion zahlt sich das aus.

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