Immer mehr „Wutpatienten“ in den Arztpraxen

19 comments
  1. > so die Allgemeinmedizinerin: „Die ganzen Medien führen dazu, dass die Menschen glauben, dass jeder Wunsch, den man äußert und jede Forderung, die man stellt, sofort beantwortet und behandelt werden müssen.“

    Es würd ja reichen wenn diese Doppel von Ärzten endlich sauber und transparent ihre Arbeit dokumentieren würden.

    Es is doch klar wenn systeme wie ELGA sabotiert werden von der ärzteschaft dass man dann halt lauter telefonanrufe bekommt mit Leuten die simpelste Fragen beantwortet haben möchten.

    Für mich ist das alles ganz klar ein Verschulden der Ärzte und deren Standesvertretung (Ärztekammer)

  2. Eine Idee wäre vielleicht endlich mal ein System einzuführen wo man nicht stundenlang im, Wartezimmer sitzen muss weil sie einem nicht sagen können wie lamge es dauern wird. So mit Nummern ziehen und Smartphone-App wo man sehen kann, wieviele Patienten aktuell noch vor einem sind.

  3. >Die ganzen Medien führen dazu, dass die Menschen glauben, dass jeder Wunsch, den man äußert und jede Forderung, die man stellt, sofort beantwortet und behandelt werden müssen.“

    Das ist nicht nur in den Arztpraxen so. Dazu kommt noch, dass viele Leute ihre Probleme schon gegoogelt haben und sich selbst überzeugt haben wie die Diagnose, Problemlösung auszuschauen hat und dann grantig werden, wenn der blöde Arzt (oder Handwerker, Mechaniker, Beamte,…) das nicht sofort so macht. Ist immer super wenn ein Kunde einem nicht glaubt und wütend wird, weil “auf Facebook hab ich was anderes gelesen”…

  4. jup. weil auch alle ständig ihre person raushängen lassen müssen.
    es is 1 unterschied ob man sich gerechtfertigt und anständig beschwert oder deppad umfäult und gschissn wird.
    Erwachsene merken kurz an, dass x und y nicht in ordnung is, schreiben hintnach ein brieferl usw.
    Trotteln machen an Ort und Stelle Randale.

  5. Manchmal ist der Arztbesuch – aus was für Gründen auch immer – nervenaufreibend.

    Dass die Sprechstudenhilfe, die den Großteil der Wut unzufriedener Patienten abkriegt da was dafür kann, ist eher unwahrscheinlich.

    Vor Jahren hab ich bei meinem Neurologen sowas mitbekommen. Der hatte Aufnahmestopp – Behandlung nur mit Überweisung.
    Kam so n Trottel, der dann in gebrochenem Deutsch die Sprechstundenhilfe wüst beschimpfte, weil sie ihm keinen Termin gaben. Erst Anrufen wär eine Lösung gewesen.

    Die Leute sind einfach nicht fähig weiter zu denken, als das eigene Ego reicht:

    “Ich bin hier, ich krieg jetzt was ich will, wenn nicht, kriegst du Ärger” Dass “du” in dem Fall aber nichts an der Situation ändern kann? Scheißegal. “Du” wird jetzt beschimpft.

    Vermutlich wird auch der Arzt selbst nichts für “das Problem” können. Ich bin mir sicher, dass viele dieser “Probleme” auf das (zu?) stark belastete Gesundheitssystem zurückzuführen sein könnten:

    Ein Psychiater bei dem ich Patient war ging vor Jahren in Pension. Ich suchte also einen neuen FA der in diesem Gebiet tätig ist.
    In Linz gibt es auf diesem Gebiet 25 Fachärzte.
    Aber nur 4 davon sind Kassenärzte. Man telefoniert sich also durch.

    ” tut mir leid, wir sind auf Kinder und Jugendliche spezialisiert”

    “Tut mir Leid, wir nehmen keine neuen Patienten”

    Tja… blieben noch 2. Einer von beiden gab mir dann einen Termin.
    Das Problem liegt darin, dass die mords Stress haben, von Patienten überrannt werden, es aber immer weniger Kassenärzte gibt.

  6. >Zudem glauben viele, dass man in der heutigen Zeit immer via Mail oder Telefon verfügbar sein muss, so die Allgemeinmedizinerin: „Die ganzen Medien führen dazu, dass die Menschen glauben, dass jeder Wunsch, den man äußert und jede Forderung, die man stellt, sofort beantwortet und behandelt werden müssen.“

    Weiß ich jetzt nicht ob ich das so unterschreibe. Natürlich kann das Telefon besetzt sein, aber ich erwarte mir auch, dass jemand abhebt, wenn ich innerhalb der Ordinationszeiten anrufe.

    Ist natürlich kein Grund irgendeine Ordinationshilfe zu beschimpfen oder sonstwas, aber das stach irgendwie heraus.

  7. Ja, bin in einer großen Praxis auf der MaHü, war die letzten 1,5 Jahre sehr oft dort, bist deppat was man da alles von anderen Patienten am Schalter mitbekommt… sicher schon 10 Situationen miterlebt, wo rabiate Patienten fast oder wirklich rausgeschmissen wurden oder rumgeschrien haben, weil ihnen ein Termin ned gepasst hat oder sie an komischen Film geschoben haben

  8. Unsere gesamte Gesellschaft ist mittlerweile voller Systemen, die dafür gebaut sind Verantwortlichkeit zu leugnen.

    Wenn ich als Kunde ein Problem habe und bei einer Servicehotline anrufe, sitzt dort jemand, der mein Problem nicht lösen kann, weil er es nicht darf (Computer says no). Diese Person kann nichts dafür. “Ich kann leider nichts machen, das System sagt nein”. Mir als Kunde wird aber unrecht getan. Und ich kann nichts machen. Ich kann nicht Mal jemanden zusammenscheißen, weil die einzige Person, die ich erwische nichts dafür kann.

    Keiner kann was dafür.
    Handyrechnung schon wieder falsch? Kann nix dafür.
    Kein Arzttermin zu kriegen? Kann nix dafür.
    Arzt ignoriert Beschwerden meiner Mutter, bis sie zum Privatarzt geht, der sie sofort ins Spital zur Notoperation schickt weil jeden Moment die Ader Plätzen könnte? Kann nix dafür.
    Digitalisierung der Verwaltung klappt nicht? Kann nix dafür.
    ÖVP korrupt? Kann nix dafür.

    Irgendwann platzt den Leuten der Kragen und zwar typischerweise dann dort, wo wirklich keiner was dafür kann und wo sie am ehesten noch schaffen mit einer echten Person in Kontakt zu treten.

    Aber es ist noch schlimmer. 99% der Leute nehmen den scheiß stumm hin und wehren sich nicht. 1% der Leute schreit besonders laut und bekommen dann was sie wollen, auf Kosten der anderen.

    Das größte Problem in unserer Gesellschaft ist die kollektive Verantwortungslosigkeit in Kombination mit völliger fehlender Autonomie der Menschen, denen alle Möglichkeiten genommen werden sich selbst zu helfen.

    Und Arschlöcher. Arschlöcher sind auch ein Riesenproblem. Wie z.b. Leute die beim Arzt auszucken und die Sprechstundenhilfe bedrohen. Denen regnets einfach ein, die können sich fürs scheiße sein nicht auf late stage capitalism ausreden.

  9. Kann ich verstehen, manchmal wird man von Ärzten wirklich schlecht betreut, insbesondere wenn man Schmerzen hat.

  10. Mir ist es letztens so gegangen, dass mich die Sprechstundenhilfe angespflaumt hat, weil ich 10 Min vor Praxisschluss angerufen hab.

    Wusste ich aber nicht, ich kenn die Öffnungszeiten nicht auswendig.

    Wäre auch ok gewesen wenn sie nicht abgehoben hätte oder mir gesagt hätte, dass ich mich am nächsten Tag mich melden soll.

    Mir kommt vor die Leute sind generell sehr ruppig.

  11. Geld sparen und zum Wahl- oder Privatarzt gehen. Das wollen die Leute aber auch nicht. Muss alles gratis sein.

  12. Ist auch im Krankenhaus zunehmend ein Problem.

    Patienten kommen wegen Lapalien(müssen wir untersuchen) oder schlicht, weil sie ein Rezept wollen(gibt’s ned, sorry), sagen dir auch noch freimütig “Ich hab keine Zeit, zum Hausarzt zu gehen”, stehlen unsere Zeit, belegen Ressourcen, kosten Geld und werden dann ungut, wenn die Behandlung nicht ihren Vorstellungen entspricht, weil laut Internet sind sie ja kurz vorm Sterben.

    Vor 2 Wochen haben wir mal wieder kurz erhoben, wie viele Patienten in den letzten Monaten tatsächlich ein Fall für die Notfallambulanz im KH waren. Die Antwort lautet 5% und ist ernüchternd.

  13. Am vergangenen Freitag passiert: Ich benötige für meine Mutter eine neue Packung Spritzen mit Blutverdünner. Ich gehe mit der Originalverpackung in die Ordination. Die beiden Rezeptionistinnen, die ich kenne, sind nicht da, aber eine Aushilfskraft.

    Ich reiche ihr die Originalverpackung und ersuche um ein elektronisches Rezept. Sie macht das und ich latsche zur Apotheke. In der Apotheke sagt man mir, diese Spritzen seien in ganz Österreich nicht lagernd.

    Also gehe ich in Richtung Ordination zurück und will ein äquivalentes Medikament verschrieben bekommen, oder noch besser mehrer alternative mit dem Wort “oder” getrennt (keine Ahnung ob das bei elektronischen Rezepten überhaupt geht)

    Während ich auf dem Weg bin, ruft mich die Ordinationsaushilfe an und sagt, sie habe das elektronische Rezept für das falsche Medikament ausgestellt und diesen Fehler mittlerweile korrigiert.

    Ich bin eh schon fast bei der Ordination und möchte mit ihr persönlich sprechen. Als ich dort bin, frage ich sie, wie ihr dieser potentiell gefährliche Fehler passiert sei, obwohl ich ihr ja die Originalverpackung gegeben habe.

    “I hob mi holt vaschaut, tschuldigung” ist die Antwort.

    Ich bin nicht laut oder unhöflich geworden, kann mir aber schon vorstellen, dass andere Leute bei solchen Vorfällen nicht die Contenance behalten werden…

  14. Wenn ich mir das hier so durchlese, dann merke ich erst was für ein Glück ich mit meinem Hausarzt habe. Medikamenten- bzw. Rezeptbestellung für Dauermedikation sowieso mal per Webformular und das wird üblicherweise innerhalb weniger Stunden, teilweise sogar auch sofort erledigt und das Rezept auf die eCard gebucht.

    Auch sonst kann man Mails schreiben und erhält recht schnell Antworten. Die Mails landen bei den Sprechstundenhilfen und je nachdem ob der Doc dafür gebraucht wird oder nicht, werden sie weitergeleitet und man erhält die Antwort vom Doc selbst.

    Termine bei akuter Erkrankung waren auch nie ein Problem, irgendwie schiebens einen immer irgendwie rein. Man kann sehr offen mit ihm reden, Sachen ausdiskutieren, wenn er was nicht weiß, dann erkundigt er sich bei Fachkollegen. Also echt so wie man es sich wünscht.

    Aber es ist auch interessant wie unterschiedlich die Ärzte den Mailkontakt handhaben. Bei meinem Kardiologen gehen die Mails direkt an ihn und werden so beantwortet. Was bei einer einfachen Rezeptbestellung eher unsinnig ist.

  15. Auch wenn es echt keine Ausrede dafür gibt irgendeine Rezeptionistin zusammenzuschreien muss man doch auch sagen das kaum was so viel Gründe zum Schreien gibt wie in Österreich einen Kassenarzt zu besuchen. Find das so geil wenn ich einen Termin ausmachen muss, dann 30 Minuten im Wartezimmer hocken muss nur damit mich der Doktor anschaut und sagt “Jap du bist definitiv krank, hier hast Krankenstand”.

  16. Meine Frau arbeitet in einer Ambulanz, was die sich manchmal anhören muss und musste geht eigentlich auf keine Kuhhaut mehr.
    Völlig verrückt, und nur in dieser Branche möglich. Wenn mit mir so ein Kunde spricht leg ich auf oder verlasse das Zimmer. ABER Gesundheitsbereich hat das selbe Problem wie Gastro, mit dem arbeitenden Pöbel kann man es ja machen, Bei den Ärtzten sind die gleichen Patienten lammfrom, kaum sinds am Schalter geht die schimpferei los…

    ​

    Es ist verrückt, kein wunder das sich viele was anderes suchen.

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