In der ZIP2 von gestern ([https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-2/1211/ZIB-2/14171647/Filzmaier-zum-Ausgang-der-SPOe-Sitzung/15358792](https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-2/1211/ZIB-2/14171647/Filzmaier-zum-Ausgang-der-SPOe-Sitzung/15358792)) hat Peter Fitzmaier gesagt, dass das durchschnittliche SPÖ-Mitglied im Pensionsalter ist.

Mit der überalternden Gesellschaft wird das ein generelles Problem. Laut einer Statistik von 2019 ([https://www.agenda-austria.at/grafiken/ein-gipfel-fuer-die-altenrepublik/](https://www.agenda-austria.at/grafiken/ein-gipfel-fuer-die-altenrepublik/)) waren >50% der österreichischen Wahlberechtigten über 51 Jahre alt, trotzdem, dass inzwischen Wählen ab 16 freigegeben ist.

Diese Zahl wird in naher Zukunft weiter nach oben rutschen.

In Zeiten des Bevölkerungswachstums hat es immer mehr Junge als Alte gegeben. Gesellschaftlicher Wandel hat sich somit vergleichsweise früh in der Politik niedergeschlagen, da die nächsten Generationen früher die Mehrheit der Wähler gestellt haben.

Das ist inzwischen hinfällig. Die Boomer werden politisch das Sagen haben, bis sie alle tatsächlich aussterben.

Themen der jüngeren Generationen (z.B. Klimawandel, Radverkehr, Öffis, Bildung, leistbares Wohnen für Familien) werden weiter ignoriert werden, während die Politik weiter die Pensionisten umgarnt, weil die weiter die Wählerschaft dominieren.

Und das wird mehr oder weniger so bleiben, da (zumindest laut aktuellen Daten) in der Zukunft in jeder Generation weniger Leute nach kommen, als in der Generation davor waren. Die Geriarchie werden wir nicht mehr los.

Wir haben eigentlich als Gesellschaft schon verloren.

24 comments
  1. Darüber reden wir schon seit Jahren.

    Wir leben in einer Gerontokratie.

    Maximalalter bei Wahlen wärs. Aber da beißt sich die Katze in den Schwanz.

  2. Easy Lösung: Wahlalter nicht nur nach unten, sondern auch nach oben beschränken. Mit Eintritt in die Pension hat man sein Wahlrecht abzugeben. Sounds fair to me.

  3. Da gibts mehrere Probleme, wir haben auch über 1,5 Millionen Menschen in Österreich, die mangels Staatsbürgerschaft nicht wählen können. Und einen guten Teil, der sich völlig verabschiedet hat und gar nicht mehr am demokratischen Prozess teilnimmt.

    Bei der Nationalratswahl 2019 haben knapp ~53 Prozent der in Österreich lebenden Menschen eine gültige Stimme abgegeben.

    D.h. die ÖVP hat einen Erdrutschsieg gefeiert, obwohl sie nur von ein bissl mehr als jedem Sechsten gewählt wurde.

  4. Die demokratischere Antwort wäre es, den vielen Jüngeren ohne Wahlrecht (wg Staatsbürgerschaft) das Wahlrecht zu geben

  5. Und die Wahlen sind nicht das Hauptproblem, in wenigen Jahrzehnten sind sowieso alle Länder mit ihren Geburtenraten am schrumpfen.

    Das ist ein Problem auf einer Stufe mit dem Klimawandel, redet halt keiner drüber.

  6. Themen der jüngeren Generationen (z.B. Klimawandel, Radverkehr, Öffis, Bildung…

    ​

    was immer du für einen privaten generationenkonflikt in deiner familie hast, du mußt das alter von den inhalten entkoppeln lernen. die “probleme” der jüngeren generationen, die du da aufzählst, waren vor 30 keine anderen…da waren sie halt weniger mainstream als im moment. sprich, die damals “jüngeren” waren peak spießer und umwelttöter (plus *innen).

    die mehrheit der menschen kommt leider nicht zum denken. deine im moment heroisierten “jüngeren” werden dich in 30 jahren genauso enttäuscht haben wie die jetzigen älteren. aber im rpinzip hat es nichts mit dem alter zu tun. das ist ein anderes gesellschaftliches problem.

  7. Was glaubst du warum es VOLKSparteien gibt?

    Parteien wie die SPÖ (bzw. SPD) und ÖVP (CDU/CSU) sind von ihrer Grundstruktur her eben genau KEINE identitätspolitischen Parteien, die nur begrenzte Interessen vertreten. Diese Parteien wollen in ihrer Politik einen breiten gesellschaftlichen Konsens abbilden. Das wäre zumindest das hehre Ziel ihrer Politik.

    Vielleicht sollten wir mal nachdenken, warum Identitätspolitik, also eine Konzentrierung von Politik auf extrem scharf definierte Zielgruppen, immer mehr Überhand nimmt.

    Warum bist du der Meinung, dass ein Politiker bzw. eine Politikerin ausschließlich ihre “eigene” Gruppe (bzw. “Rasse”) aus der er/sie stammt vertreten kann?

    Übrigens: Wenn man sich die Geschichte anschaut, sind oftmals große progressive Entscheidungen von der älteren Generation politisch umgesetzt worden … also alleine daran kann es wirklich nicht liegen bzw. ist für mich kein Argument.

  8. In anderen Worten: Wasser ist nass.

    Willkommen in der politischen Realität unserer Zeit. Dass sich erst was ändern wird, wenn “gewisse” Dinosaurier nicht mehr unter uns weilen, ist doch old news, pun intended.

    Frischen Wind braucht die Welt, nur gibts den solang nicht wie gewisse Sesselpicker weiter an den Hebeln sitzen und sich ei e schöne private Pension zusammenklauen, ja klauen, können. Alles auf Kosten der Nachwelt, weil mir ist wurscht was nach mir kommt und meine wenjgen Erben können sich schön zurücklehnen und sich an ihrer erhabenen Position ergötzen.

    Zur Klarstellung, ich meine nicht alle Boomer, aber ein paar mit Power sind halt leider einfach nicht ähm von der Macht weg zu kriegen. Da nutzen alle Porteste der jüngeren Leute nix.

    Solange engagierte Jungpolitiker wie zB Bierpartei keine reelle ernstgemeinte Wahrnehmung in unserer Politiklandschaft erfahren, wir weiter an der 4% Hürde picken bleiben, Altparteien vor neuen fördern, Medien für Parteitreue entlohnen, keine Altersgrenze bei Chef/Vorstandsposten einführen, ganze Wählergruppen aus dem demokratischen Prozess ausschließen etc pe pe, solange wirds für jede Person unter 50 in dem Land nur noch Traufe geben, weil Regen ist langsam auch schon alle, wort- wie sprichwörtlich.

    Jepp, heut bin ich Pessimistin.

  9. Ich glaube es ist ein Trugschluss zu glauben, dass alles so viel besser wäre, wenn es mehr jüngere gäbe. Ja, wahrscheinlich wäre die eine oder andere progressive Entscheidung leichter herbeiführbar, aber im großen und ganzen ist Österreich ein strukturell konservatives Land.

    Fast 50% der Wähler bis 29(!) Jahre haben bei der Wahl 2019 das rechte Spektrum gewählt (also ÖVP oder FPÖ). https://orf.at/stories/3138987/ Und die SPÖ ist laut Umfragen für die meisten nur eine Option, wenn jemand wie Doskozil Parteichef ist, der eine eher rechte Linie vertritt.

    Das Hauptproblem sehe ich darin, dass es in der österreichischen Innenpolitik an Expertise fehlt. Besonders in der ÖVP, aber auch in der SPÖ (von der FPÖ fange ich erst gar nicht an). Dabei könnte man theoretisch auch von der ÖVP erwarten, dass sie ab und zu eine Entscheidung trifft, die allen zugute kommt. Aber dafür bräuchte man halt Minister, die wissen was sie tun. Z.B. hätten auch junge Menschen was davon, wenn eine konservative Partei dafür sorgen würde, dass es für den Mittelstand leichter wird, Vermögen anzuhäufen oder Immobilien zu kaufen. Das wird ja oft propagiert (erst vor kurzem wieder von Nehammer und davor von Kurz). Aber man ist einfach unfähig funktionierende Konzepte dafür zu entwickeln. Diese Unfähigkeit sehe ich derzeit als das größte Problem für die Zukunft unseres Landes.

  10. Das wichtigste ist das die Pensionen angehoben werden /s

    Wer kann der jüngeren Gen überhaupt garantieren das sie so eine Top Pension wie die jetzige „Alte“ Gen bekommen werden?

  11. Ich empfehle dazu ungefragt die Lektüre von Stefan Schulz: Die Altenrepublik

    ### ISBN

    978-3-455-01468-6

  12. Für mich ist das eines der Probleme ein politisches System, das auf Wiederwahl ausgerichtet ist.

    Das führt zum Befriedigen von Zielwahlgruppen und blendet ev. wirkliche Probleme und damit verbundene nötige Handelunhsschritte aus.

    Abhilfe würde eine Beschränkung der Legislaturperioden geben.

    Da das nicht passieren wird steuern wir unweigerlich auf ein Desaster hin.

  13. Schau dir mal an, wie die ‘Jungen’ in Kärnten gewählt haben. nix mit “Themen wie Klimawandel, Radwege, …”

    die FPÖ ist bei den U30 Jährigen locker auf Platz 1 – auch im Bund.

    edit: bei den männl. U30. nicht bei U30 allgemein.

  14. Aus Österreich raus diversifizieren und schauen das man diesen Staat langfristig nicht mehr benötigt, dann muss man sich vom alten Wahlvolk nicht runterzarren und knechten lassen.

  15. Die einzig positive Erkenntnis is, dass sich das langfristig wieder von selbst löst wenn die Dinos aussterben. Aber kurzfristig is es halt so, da kann man wenig machen.

  16. Man sollte die Wählerstimmen nach dem Verhältnis gewichten, wenn es viel mehr alte gibt dann sollten ihre Stimmen proportional weniger zählen als die der jungen.

  17. Wie wärs mit Wahlalter +/- 16? Die ersten 16 Jahre darfst ned Wählen, und die letzten 16 (Durchschnittliche Lebenserwartung – 16) auch ned.

    Aja stimmt, da isses scho a bissl zu spät wenn das die Pensionisten selber beschließen müssen…

  18. ” Wir haben eigentlich als Gesellschaft schon verloren. ”

    Da gehört schon eine gewisse Arroganz dazu, zu glauben, dass alle jungen Menschen die Weisheit mit Löffeln gefressen haben.

  19. Die Folgen der immer weiter schrumpfenden Geburtenraten werden *weitaus* schlimmer sein, als “Boomer geben politisch den Ton an”. Von der kompletten Überlastung des Sozialstaates aufgrund der alternden Bevölkerung, zum Fehlen an essenziellen Arbeitskräften, dem Aussterben ruraler Gebiete, bis hin zu sozialer Unruhe und starkem Rechtsdruck aufgrund von ethnographischer Veränderung und kultureller Verfremdung. Vieles davon kann wahrscheinlich schon jetzt nicht mehr verhindert werden. Wir befinden uns in einem noch nie dagewesenen demographischen Wandel, der wirtschaftlich und sozio-politisch verherende Folgen haben wird und sowohl den Boomern als auch unserer Generation herzlich egal zu sein scheint.

    Aber zumindest wird dieses enorme Existenzproblem unserer Gesellschaft überhaupt mal angesprochen. Ob man tatsächlich auch an langfristigen Lösungen interessiert ist, sei dahingestellt. Japan versucht das schon seit längerem und ist bis jetzt gescheitert.

  20. Bei welcher Wahl war das, wo die Ü60 weniger FPÖ wählten als die U25?

    Ist noch nicht einmal so lange her. War irgendeine Nationalratswahl.

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