Warum nicht einfach auf den Unis kostendeckende Studiengebühren verlangen, dafür dann Studenten welche in Österreich als Arzt oder ähnliches arbeiten erlauben die zu bezahlende Einkommenssteuer entsprechend um die bereits bezahlte Studiengebühr zu reduzieren?
Wäre meiner Meinung nach weniger problematisch als da mit irgendwelchen mittelalterlichen Arbeitsverpflichtungen daherzukommen. Und lässt den Absolventen die freie Wahl sich auszusuchen was sie danach machen wollen. Wenn man ins Ausland ziehen will kann man das gerne machen, dann wird die Studiengebühr halt nicht refundiert.
Für ich der spannendste Punkt der ganzen Kanzlerrede. Nicht dass ich glaube dass davon viel übrigbleiben wird.
Verwandte Forderungen gab es zb vom (grünen) Gesundheitminister Johannes Rauch, da ging es darum dass Wahlärzte verpflichtend ein paar Tage Kasse anbieten sollten:
>Man müsse darüber reden, ob man Medizin-Absolventen nicht dazu verpflichten könne, für eine bestimmte Zeit als Kassenarzt zu arbeiten – etwa ein, zwei Tage in der Woche, sagte der Minister in der “Tiroler Tageszeitung” (Freitag-Ausgabe). “Das wird ein Konflikt mit der Ärztekammer – und den bin ich bereit zu führen.”
>
>Rauch stößt demnach sauer auf, dass “der größte Teil der ausgebildeten Ärzteschaft sofort in eine Wahlarztpraxis geht und niemand mehr bereit ist, einen Kassenvertrag im niedergelassenen Bereich anzunehmen”.
Vom (roten) Wiener Gesundheitsstadtrat Hacker kam dass Ärzte die an einem öffentlichen Krankenhaus ausgebildet werden auch nach der Ausbildung einige Jahre im öffentlichen Sektor bleiben sollen:
>„Wir arbeiten an einer Regulierung, wo wir als Ausbildner vielleicht auch eine Lösung finden, dass wir Ärzte, die sich ausbilden lassen, auch ans öffentliche Gesundheitssystem für eine Zeit lang nach dieser abgeschlossenen Ausbildung binden“, so Hacker. Darüber hinaus fordert er die Ärztekammer auf, über eine Limitierung von Wahlarztstellen nachzudenken.
Auch der Herr Genosse Doskozik hat Dinge in die Richtung gesagt:
> “Es kann nicht akzeptiert werden, dass wir doch genug Ärzte ausbilden, aber ein Drittel dieser ausgebildeten, wichtigen Ärzte ganz einfach von heute auf morgen ins Ausland geht”, betont er. Er selbst könne sich eine solche Verpflichtung etwa im Ausmaß von zehn Jahren vorstellen.
Die Ärztekammer hat bis jetzt auf derartige Vorschläge immer mir “Sklaverei!!” “Kommunismus!!!” reagiert.
zb
“Die Ärztinnen und Ärzte in Österreich zu Sklaven zu machen, wird kaum dazu beitragen, dass sie gerne in Österreich bleiben, sondern ganz im Gegenteil den drohenden Ärztemangel in unserem Land weiter befeuern”, meinte Mayer wörtlich und warnte: “Dann werden sie eben überhaupt nicht in Österreich mit der Ausbildung beginnen.”
„Die Spitalsärzte zu Leibeigenen des Staates machen zu wollen, bringt gar nichts, dann werden sich erstens viele schon vorher überlegen, ob sie überhaupt den Arztberuf ergreifen sollten
„Es ist jetzt ganz klar, was Doskozil anstrebt – ein verstaatlichtes Gesundheitssystem unter Ausschaltung der verfassungsrechtlich gewährleisteten Selbstverwaltung der Ärzteschaft. In Großbritannien kann man gerade sehr gut erkennen, wie gut ein System funktioniert, in dem der Staat alles regelt – mit hunderten Toten pro Woche, weil die Notfallversorgung nicht mehr ausreichend funktioniert und einem Totalversagen im niedergelassenen Bereich“
Bei der Kritik am Kanzler war man noch ein wenig vorsichtiger:
„Zwangsverpflichtungen in jeder Form lehnen wir ab“, sagt Harald Mayer, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte. „Wir müssen vielmehr danach trachten, dass wir jene, die bei uns ausgebildet werden, mit attraktiven Angeboten in Österreich halten. Ohne Zwang. Zwang ist leistungshemmend.“
Grundsätzlich bin ich mir nicht sicher inwieweit der der Ansatz von Nehammer wirklich vergleichbar ist mit dem Fall in Südtirol. Im Südtiroler Fall ging es doch um teure Ausbildungskosten die entweder rückerstattet oder eben abgearbeitet werden konnten, also ein zweckgebundenes Stipendium quasi. Ich kann mir nicht vorstellen dass das vergleichbar ist mit einem normalen Studium an einer Uni. Ich täte annehmen um so ein Stipendium hat sich die Betroffene ja explizit bewerben und was unterschreiben müssen?
was wäre die Alternative? Arbeitsplätze besser gestalten? wir suchen ärzte vom Ausland? attraktive um/weiterschulungsmaßnahmen für Krankenschwestern? wobei wir Pflegemangel genauso haben (wobei ich für das den Zivildienst oder ein soziales Jahr einführen würde!!)
Man könnt auch einfach probieren es attraktiver zu machen Kassenarzt zu sein. Diese Verpflichtung ist doch keine nachhaltige Lösung. Wer will bitte dann bei einem Arzt sitzen, dem es Mega am Sack geht, dass er das grad machen muss, und der so bald wie möglich wieder damit aufhört. So kann man doch kein vernünftiges Verhältnis zwischen Arzt und Patient herstellen.
Alle monetären Einschränkungen für die Studienzulassung führen nur noch mehr zur Situation, dass nur mehr Kinder aus wohlhabenden Familien sudieren. Schon jetzt sind wir Arbeiterkinder in der Minderheit. Einige davon müssen eh schon arbeiten um sich alles leisten zu können.
Wenn man da jetzt extra Hürden aufbaut bleibt wirklich nur mehr Karl-Justus und Spohie-Amelie übrig, die am Ende des Facharztes wowieso nur die gutgehende Privatklinik bzw Ordination der Eltern übernehmen.
Ich würde z.B. gerne in Österreich bleiben, aber das Gehalt, Arbeitsbedingungen und vorallem die gesellschaftliche Anerkennung muss halt stimmen. Wenn ich daran denke, dass immer noch so getan wird als ob Mediziner direkt nach dem ius practicandi ein kleines Vermögen verdienen und man uns bei jeder kleinen Forderung sofort neidig ist, uns nichts vergönnt, und uns am liebsten noch zwangsverpflichten möchte, lässt mir die Lust vergehen hier zu arbeiten. Auch wenn das eigentlich immer mein Plan war.
Find ich super. Mir sind die ganzen Deutschen O*schloch-Kollegen schon im Studium mordsmässig auf die Nerven gegangen wie sie nicht einmal einen Hehl daraus gemacht haben dass sie sich nach dem Studium wieder schleichen werden. Wer bei uns gratis studiert kann auch getrost 5 Jahre in Ö arbeiten! Ich bin auch in Wien mit Kassenvertrag tätig und mir ist noch kein Zacken aus der Krone gebrochen!
Ich meine auch, dass Dr. Dominik Wlazny verpflichtet werden sollte, nach seiner teuren, vom Staat bezahlten Ausbildung, 10 Jahre lang als Arzt zu arbeiten statt irgendeine Spaßpartei zu gründen…
Über Umwegen führt das dann zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für alle, denn ein zwangsverpflichteter Arzt wird sich nichts gefallen lassen und auf seinen Rechten beharren.
Zumindest kann man das hoffen.
Dann gehen nur noch mehr weg. Wann merkt die politik das schlechter behandeln der falsche weg ist?
Also, ich persönlich würde mich weniger gern von einem “zwangsverpflichteten” Mediziner behandeln lassen als von einem, der das freiwillig macht.
Kassenvertragssystem überarbeiten und Arbeitsverpflichtung durchsetzen – why not both?
Naja… wenn eine Zwangsverpflichtung für Ärzt*innen kommt, warum dann nicht auch für andere (bzw. alle?) Fachbereiche?
Die JBA-Justizbetreuungsagentur sucht z.B. auch ständig (“händeringend”) Psycholgen, die bereit sind, mit gewalttätigen Tätern im Strafvollzug zu arbeiten.
Sollen jetzt Psychologieabsolvent*innen zwangsverpflichtet werden, in Gefängnissen zu arbeiten?
Wo zieht man die Grenze?
Zieht man die Grenze nur bei Ärzt*innen, dann ist das ziemlich sicher verfassungswidrig.
Habe letztens gelesen (kann mich leider nicht mehr an die Quelle erinnern), dass eine der Hauptursachen für die Auswanderung von Jungmedizinern, neben dem miesen Gehalt (welches in DE/CH oft deutlich besser ist), eine zu starke bürokratisierung des Ärzteberufs im österreichischen Spitalssystem ist. Statt Patientenkontakt oder Nähe zu ihrer hochqualifizierten Kerntätigkeit verbringen Ärzte ihre Zeit oft mit Sekretariats- oder Pflegetätigkeiten.
Auf der einen Seite kostet ein Medizinstudium sehr viel und ist auch eine Investition des Staates in eine Person um der Gesellschaft zu helfen. So hat man auch Probleme, wenn man eine Pilotenausbildung macht die vom Arbeitgeber bezahlt wird und dann sich einen neuen Arbeitgeber sucht.
Auf der anderen Seite ist der Ansatz falsch, denn wir sollten solche Bedingungen schaffen, dass Fachkräfte, akademische und handwerkerische, freiwillig nach Österreich kommen wollen. Zusätzlich ist das ein großer Eingriff des Staates und der Staat kann sehr viel falsch machen, auch wenn ein großer Teil der Bevölkerung dahintersteht, siehe Corona.
Ich sehe eigentlich schwarz, unsere Regierung ist unfähig und z.B.: anstatt Vollzeit attraktiver zu gestalten wollen die Teilzeit unattraktiver machen. Dann noch das Problem der illegalen Migration, woran jede Partei außer der FPÖ scheitert. Zusätzlich explodieren die Lebensunterhaltungskosten und der Finanzminister gibt einfach auf und sagt, dass es nicht seine Schuld sei und er nichts ändern kann. Der Kanzler gibt eine Rede zur Lage der Nation, wo er sagt, dass an potenziellen Lösungen gearbeitet wird. Wenigstens haben wir rein rhetorisch die Bestätigung, dass in der Regierung möglicherweiseweise gearbeitet wird.
„Berufspflicht,….., um der Gesellschaft etwas zurückzugeben.“ Wie wäre es wenn Nehammer und co mal was „zurückgeben“?
Wo ist denn das Geld, das momentan überall fehlt? Bei den Ärzten die im weltweiten Vergleich miserabel verdienen und die in Ö inzwischen so schlecht verdienen wie noch nie, vermutlich nicht. Wie wäre es mal wenn man das Geld von den Leuten holt die wirklich an diesen Verschlechterungen schuld sind. Die großen Konzerner und die Politiker, die sie seit Jahrzehnten schmieren. Swarovsky, Glock, Red Bull und wie die alle heißen.
Puh da hab ich ja nochmal Glück gehabt einfach Medizin aus Interesse studiert haben zu können. Ich würd jeden zweiten Patienten anfucken wenn ich als Arzt arbeiten müsste. bei den ganzen wapplern die Ständig in die ordis kommen
Es gibt genug Ärzte aber offenbar zu wenig die sich im öffentlichen Gesundheitssystem versklaven lassen wollen. Staatszwang statt Freiwilligkeit. Damit entlarvt sich die ÖVP als Unterstützer totalitärer Massnahmen. Wo wird das dann noch angewendet? Da könnte man ja eine beliebige Gruppe von Menschen nehmen, die der Allgemeinheit zu dienen haben. Vielleicht einen Arbeitsdienst wie ehemals? Das ist ein massiver Staatseingriff, der eigentlich einer Demokratie nicht würdig ist. Oder kommt da wieder der Dollfuss zum Vorschein?
Wie wäre es wenn man vielleicht einmal nicht die Symptome bekämpft, sondern die Ursache. Hier könnten sich die Politiker etwas von den Medizinern abschauen.
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Warum nicht einfach auf den Unis kostendeckende Studiengebühren verlangen, dafür dann Studenten welche in Österreich als Arzt oder ähnliches arbeiten erlauben die zu bezahlende Einkommenssteuer entsprechend um die bereits bezahlte Studiengebühr zu reduzieren?
Wäre meiner Meinung nach weniger problematisch als da mit irgendwelchen mittelalterlichen Arbeitsverpflichtungen daherzukommen. Und lässt den Absolventen die freie Wahl sich auszusuchen was sie danach machen wollen. Wenn man ins Ausland ziehen will kann man das gerne machen, dann wird die Studiengebühr halt nicht refundiert.
Für ich der spannendste Punkt der ganzen Kanzlerrede. Nicht dass ich glaube dass davon viel übrigbleiben wird.
Verwandte Forderungen gab es zb vom (grünen) Gesundheitminister Johannes Rauch, da ging es darum dass Wahlärzte verpflichtend ein paar Tage Kasse anbieten sollten:
>Man müsse darüber reden, ob man Medizin-Absolventen nicht dazu verpflichten könne, für eine bestimmte Zeit als Kassenarzt zu arbeiten – etwa ein, zwei Tage in der Woche, sagte der Minister in der “Tiroler Tageszeitung” (Freitag-Ausgabe). “Das wird ein Konflikt mit der Ärztekammer – und den bin ich bereit zu führen.”
>
>Rauch stößt demnach sauer auf, dass “der größte Teil der ausgebildeten Ärzteschaft sofort in eine Wahlarztpraxis geht und niemand mehr bereit ist, einen Kassenvertrag im niedergelassenen Bereich anzunehmen”.
[https://www.vienna.at/wahlaerzte-rauch-will-kassenarzt-verpflichtung-mit-aerztekammer-ausfechten/7414060](https://www.vienna.at/wahlaerzte-rauch-will-kassenarzt-verpflichtung-mit-aerztekammer-ausfechten/7414060)
Vom (roten) Wiener Gesundheitsstadtrat Hacker kam dass Ärzte die an einem öffentlichen Krankenhaus ausgebildet werden auch nach der Ausbildung einige Jahre im öffentlichen Sektor bleiben sollen:
>„Wir arbeiten an einer Regulierung, wo wir als Ausbildner vielleicht auch eine Lösung finden, dass wir Ärzte, die sich ausbilden lassen, auch ans öffentliche Gesundheitssystem für eine Zeit lang nach dieser abgeschlossenen Ausbildung binden“, so Hacker. Darüber hinaus fordert er die Ärztekammer auf, über eine Limitierung von Wahlarztstellen nachzudenken.
[https://www.derstandard.at/story/2000135327482/hacker-fuer-bindung-von-aerztinnen-und-aerzten-an-spitaeler-nach](https://www.derstandard.at/story/2000135327482/hacker-fuer-bindung-von-aerztinnen-und-aerzten-an-spitaeler-nach)
Auch der Herr Genosse Doskozik hat Dinge in die Richtung gesagt:
> “Es kann nicht akzeptiert werden, dass wir doch genug Ärzte ausbilden, aber ein Drittel dieser ausgebildeten, wichtigen Ärzte ganz einfach von heute auf morgen ins Ausland geht”, betont er. Er selbst könne sich eine solche Verpflichtung etwa im Ausmaß von zehn Jahren vorstellen.
[https://www.puls24.at/news/politik/hans-peter-doskozil-will-zehn-jahre-arbeitspflicht-fuer-aerzte-in-oesterreich/287079](https://www.puls24.at/news/politik/hans-peter-doskozil-will-zehn-jahre-arbeitspflicht-fuer-aerzte-in-oesterreich/287079)
Die Ärztekammer hat bis jetzt auf derartige Vorschläge immer mir “Sklaverei!!” “Kommunismus!!!” reagiert.
zb
“Die Ärztinnen und Ärzte in Österreich zu Sklaven zu machen, wird kaum dazu beitragen, dass sie gerne in Österreich bleiben, sondern ganz im Gegenteil den drohenden Ärztemangel in unserem Land weiter befeuern”, meinte Mayer wörtlich und warnte: “Dann werden sie eben überhaupt nicht in Österreich mit der Ausbildung beginnen.”
„Die Spitalsärzte zu Leibeigenen des Staates machen zu wollen, bringt gar nichts, dann werden sich erstens viele schon vorher überlegen, ob sie überhaupt den Arztberuf ergreifen sollten
[https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20220501_OTS0004/oeaek-mayer-versklavung-von-oesterreichs-spitalsaerzten-wird-diese-noch-mehr-ins-ausland-vertreiben-und-drohenden-aerztemangel-befeuern](https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20220501_OTS0004/oeaek-mayer-versklavung-von-oesterreichs-spitalsaerzten-wird-diese-noch-mehr-ins-ausland-vertreiben-und-drohenden-aerztemangel-befeuern)
oder
„Es ist jetzt ganz klar, was Doskozil anstrebt – ein verstaatlichtes Gesundheitssystem unter Ausschaltung der verfassungsrechtlich gewährleisteten Selbstverwaltung der Ärzteschaft. In Großbritannien kann man gerade sehr gut erkennen, wie gut ein System funktioniert, in dem der Staat alles regelt – mit hunderten Toten pro Woche, weil die Notfallversorgung nicht mehr ausreichend funktioniert und einem Totalversagen im niedergelassenen Bereich“
[https://www.aerztekammer.at/presseinformation/-/asset_publisher/presseinformation/content/pa-keine-reform-ohne-aerzteschaft/261766](https://www.aerztekammer.at/presseinformation/-/asset_publisher/presseinformation/content/pa-keine-reform-ohne-aerzteschaft/261766)
Bei der Kritik am Kanzler war man noch ein wenig vorsichtiger:
„Zwangsverpflichtungen in jeder Form lehnen wir ab“, sagt Harald Mayer, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte. „Wir müssen vielmehr danach trachten, dass wir jene, die bei uns ausgebildet werden, mit attraktiven Angeboten in Österreich halten. Ohne Zwang. Zwang ist leistungshemmend.“
[https://www.aerztekammer.at/presseinformation/-/asset_publisher/presseinformation/content/pa-taten-sollen-worten-folgen/261766?_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_presseinformation_assetEntryId=1850559&_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_presseinformation_redirect=https%3A%2F%2Fwww.aerztekammer.at%2Fpresseinformation%3Fp_p_id%3Dcom_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_presseinformation%26p_p_lifecycle%3D0%26p_p_state%3Dnormal%26p_p_mode%3Dview%26_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_presseinformation_cur%3D0%26p_r_p_resetCur%3Dfalse%26_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_presseinformation_assetEntryId%3D1850559](https://www.aerztekammer.at/presseinformation/-/asset_publisher/presseinformation/content/pa-taten-sollen-worten-folgen/261766?_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_presseinformation_assetEntryId=1850559&_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_presseinformation_redirect=https%3A%2F%2Fwww.aerztekammer.at%2Fpresseinformation%3Fp_p_id%3Dcom_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_presseinformation%26p_p_lifecycle%3D0%26p_p_state%3Dnormal%26p_p_mode%3Dview%26_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_presseinformation_cur%3D0%26p_r_p_resetCur%3Dfalse%26_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_presseinformation_assetEntryId%3D1850559)
Grundsätzlich bin ich mir nicht sicher inwieweit der der Ansatz von Nehammer wirklich vergleichbar ist mit dem Fall in Südtirol. Im Südtiroler Fall ging es doch um teure Ausbildungskosten die entweder rückerstattet oder eben abgearbeitet werden konnten, also ein zweckgebundenes Stipendium quasi. Ich kann mir nicht vorstellen dass das vergleichbar ist mit einem normalen Studium an einer Uni. Ich täte annehmen um so ein Stipendium hat sich die Betroffene ja explizit bewerben und was unterschreiben müssen?
was wäre die Alternative? Arbeitsplätze besser gestalten? wir suchen ärzte vom Ausland? attraktive um/weiterschulungsmaßnahmen für Krankenschwestern? wobei wir Pflegemangel genauso haben (wobei ich für das den Zivildienst oder ein soziales Jahr einführen würde!!)
Man könnt auch einfach probieren es attraktiver zu machen Kassenarzt zu sein. Diese Verpflichtung ist doch keine nachhaltige Lösung. Wer will bitte dann bei einem Arzt sitzen, dem es Mega am Sack geht, dass er das grad machen muss, und der so bald wie möglich wieder damit aufhört. So kann man doch kein vernünftiges Verhältnis zwischen Arzt und Patient herstellen.
Alle monetären Einschränkungen für die Studienzulassung führen nur noch mehr zur Situation, dass nur mehr Kinder aus wohlhabenden Familien sudieren. Schon jetzt sind wir Arbeiterkinder in der Minderheit. Einige davon müssen eh schon arbeiten um sich alles leisten zu können.
Wenn man da jetzt extra Hürden aufbaut bleibt wirklich nur mehr Karl-Justus und Spohie-Amelie übrig, die am Ende des Facharztes wowieso nur die gutgehende Privatklinik bzw Ordination der Eltern übernehmen.
Ich würde z.B. gerne in Österreich bleiben, aber das Gehalt, Arbeitsbedingungen und vorallem die gesellschaftliche Anerkennung muss halt stimmen. Wenn ich daran denke, dass immer noch so getan wird als ob Mediziner direkt nach dem ius practicandi ein kleines Vermögen verdienen und man uns bei jeder kleinen Forderung sofort neidig ist, uns nichts vergönnt, und uns am liebsten noch zwangsverpflichten möchte, lässt mir die Lust vergehen hier zu arbeiten. Auch wenn das eigentlich immer mein Plan war.
Find ich super. Mir sind die ganzen Deutschen O*schloch-Kollegen schon im Studium mordsmässig auf die Nerven gegangen wie sie nicht einmal einen Hehl daraus gemacht haben dass sie sich nach dem Studium wieder schleichen werden. Wer bei uns gratis studiert kann auch getrost 5 Jahre in Ö arbeiten! Ich bin auch in Wien mit Kassenvertrag tätig und mir ist noch kein Zacken aus der Krone gebrochen!
Ich meine auch, dass Dr. Dominik Wlazny verpflichtet werden sollte, nach seiner teuren, vom Staat bezahlten Ausbildung, 10 Jahre lang als Arzt zu arbeiten statt irgendeine Spaßpartei zu gründen…
Über Umwegen führt das dann zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für alle, denn ein zwangsverpflichteter Arzt wird sich nichts gefallen lassen und auf seinen Rechten beharren.
Zumindest kann man das hoffen.
Dann gehen nur noch mehr weg. Wann merkt die politik das schlechter behandeln der falsche weg ist?
Also, ich persönlich würde mich weniger gern von einem “zwangsverpflichteten” Mediziner behandeln lassen als von einem, der das freiwillig macht.
Kassenvertragssystem überarbeiten und Arbeitsverpflichtung durchsetzen – why not both?
Naja… wenn eine Zwangsverpflichtung für Ärzt*innen kommt, warum dann nicht auch für andere (bzw. alle?) Fachbereiche?
Die JBA-Justizbetreuungsagentur sucht z.B. auch ständig (“händeringend”) Psycholgen, die bereit sind, mit gewalttätigen Tätern im Strafvollzug zu arbeiten.
Sollen jetzt Psychologieabsolvent*innen zwangsverpflichtet werden, in Gefängnissen zu arbeiten?
Wo zieht man die Grenze?
Zieht man die Grenze nur bei Ärzt*innen, dann ist das ziemlich sicher verfassungswidrig.
Habe letztens gelesen (kann mich leider nicht mehr an die Quelle erinnern), dass eine der Hauptursachen für die Auswanderung von Jungmedizinern, neben dem miesen Gehalt (welches in DE/CH oft deutlich besser ist), eine zu starke bürokratisierung des Ärzteberufs im österreichischen Spitalssystem ist. Statt Patientenkontakt oder Nähe zu ihrer hochqualifizierten Kerntätigkeit verbringen Ärzte ihre Zeit oft mit Sekretariats- oder Pflegetätigkeiten.
Auf der einen Seite kostet ein Medizinstudium sehr viel und ist auch eine Investition des Staates in eine Person um der Gesellschaft zu helfen. So hat man auch Probleme, wenn man eine Pilotenausbildung macht die vom Arbeitgeber bezahlt wird und dann sich einen neuen Arbeitgeber sucht.
Auf der anderen Seite ist der Ansatz falsch, denn wir sollten solche Bedingungen schaffen, dass Fachkräfte, akademische und handwerkerische, freiwillig nach Österreich kommen wollen. Zusätzlich ist das ein großer Eingriff des Staates und der Staat kann sehr viel falsch machen, auch wenn ein großer Teil der Bevölkerung dahintersteht, siehe Corona.
Ich sehe eigentlich schwarz, unsere Regierung ist unfähig und z.B.: anstatt Vollzeit attraktiver zu gestalten wollen die Teilzeit unattraktiver machen. Dann noch das Problem der illegalen Migration, woran jede Partei außer der FPÖ scheitert. Zusätzlich explodieren die Lebensunterhaltungskosten und der Finanzminister gibt einfach auf und sagt, dass es nicht seine Schuld sei und er nichts ändern kann. Der Kanzler gibt eine Rede zur Lage der Nation, wo er sagt, dass an potenziellen Lösungen gearbeitet wird. Wenigstens haben wir rein rhetorisch die Bestätigung, dass in der Regierung möglicherweiseweise gearbeitet wird.
„Berufspflicht,….., um der Gesellschaft etwas zurückzugeben.“ Wie wäre es wenn Nehammer und co mal was „zurückgeben“?
Wo ist denn das Geld, das momentan überall fehlt? Bei den Ärzten die im weltweiten Vergleich miserabel verdienen und die in Ö inzwischen so schlecht verdienen wie noch nie, vermutlich nicht. Wie wäre es mal wenn man das Geld von den Leuten holt die wirklich an diesen Verschlechterungen schuld sind. Die großen Konzerner und die Politiker, die sie seit Jahrzehnten schmieren. Swarovsky, Glock, Red Bull und wie die alle heißen.
Puh da hab ich ja nochmal Glück gehabt einfach Medizin aus Interesse studiert haben zu können. Ich würd jeden zweiten Patienten anfucken wenn ich als Arzt arbeiten müsste. bei den ganzen wapplern die Ständig in die ordis kommen
Es gibt genug Ärzte aber offenbar zu wenig die sich im öffentlichen Gesundheitssystem versklaven lassen wollen. Staatszwang statt Freiwilligkeit. Damit entlarvt sich die ÖVP als Unterstützer totalitärer Massnahmen. Wo wird das dann noch angewendet? Da könnte man ja eine beliebige Gruppe von Menschen nehmen, die der Allgemeinheit zu dienen haben. Vielleicht einen Arbeitsdienst wie ehemals? Das ist ein massiver Staatseingriff, der eigentlich einer Demokratie nicht würdig ist. Oder kommt da wieder der Dollfuss zum Vorschein?
Wie wäre es wenn man vielleicht einmal nicht die Symptome bekämpft, sondern die Ursache. Hier könnten sich die Politiker etwas von den Medizinern abschauen.