Neuer ORF News Artikel zur Atomenergie, der wie in Ö üblich ein sehr negatives Bild zu dem Thema zeichnet.

Mich würde interessieren, wie denn r\Austria zu dieser Technologie steht? Denkt ihr, dass Atomenergie gefährlich ist, oder seht ihr das womöglich auch etwas differenzierter?

https://orf.at/stories/3308478/

15 comments
  1. Dazu hats in der Vergangenheit schon mehr genügend Diskussionen hier gegeben.

    Zur Gefährlichkeit:

    https://preview.redd.it/cfm7v9wxe8na1.jpeg?width=958&format=pjpg&auto=webp&v=enabled&s=cc30b5d0d1b4d2df19378f4cff9e35a6099bca87

    Atomkraft ist eine der sichersten und klimafreundlichsten Arten um Energie zu erzeugen. Mehr Details mit Zahlen und Quellnachweisen gibt es auf: [https://ourworldindata.org/safest-sources-of-energy](https://ourworldindata.org/safest-sources-of-energy)

  2. Bin grundsätzlich gegen Atomenergie, insbesondere nicht als Lösung gegen die Energiekrise. Denn die Atomkraft kann die derzeitige Krise nicht lösen, dafür würde das Errichten von Kraftwerken zu lange dauern.
    Und auch generell sind Atomkraftwerke nur in der Theorie sicher und gut.
    In der Praxis wird die Lebensdauer ständig erhöht, denn Atomkraftwerke sind ja teuer und schwer zu errichten. Sieht man ja gerade wieder in Frankreich wo die Kraftwerke marode sind, aber viel zu wenig unternommen wird.
    Auch in der Ukraine sieht man die Gefahr, dort wird bei Atomkraftwerken mit schwerek Waffen geschossen. Das ist enorm gefährlich.
    Terroranschläge sind ebenfalls ein Problem. Und wenn es UmweltaktivistInnen es regelmäßig aufs Gelände schaffen um zu protestieren, dann wird es ein Terrorkommando noch leichter schaffen.
    Und Fukushima ist nach Aussagen des Betreibers ja auch super gegen Erdbeeben gerüstet gewesen. Hat halt nicht gestimmt, stattdessen wurde der Betreiber verstaatlicht, die Gewinne bis zur Katastrophe wurden privatisiert, die Kosten durch die Katastrophe aber sozialisiert…

  3. Ein durchschnittliches Kohlekraftwerk verstrahlt die Umgebung mehr als ein Atomkraftwerk, Atomkraftwerke produzieren kein CO2, aber wenn ein Atomkraftwerk einen Supergau hat sind halt unter Umständen Millionen von Menschen betroffen, nicht nur lokal. Und das Ding mit der Endlagerung ist halt auch noch nicht gelöst.

  4. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die größte Gefahr von der Atomkraft ausgeht, die Verlangsamung der Energiewende ist. Kernkraftwerke sind zu teuer und zu langsam im Bau um für den Klimawandel relevant zu sein. Das ist vielleicht nicht überall der Fall, aber hier zulande und in einem großen Teil von Europa wohl schon.

    Daher ist mir relativ egal in welchen Metriken Kernkraftwerke eigentlich viel besser sind als Kohle- oder Gaskraftwerke, den wir sollten keine neuen Bauen, auch wenn viele auf Reddit das anders sehen.

  5. Im Grunde bin ich in diesem Thema neutral. Mich persönlich würde ein Atomkraftwerk in meiner Nähe nicht stören. Ein Super-GAU ist immer möglich, selbst mit den besten Maßnahmen und Richtlinien. Immerhin sind wir nur Menschen und Menschen machen Fehler.

    Das derzeitige Thema, das mit der Atomkraft in Verbindung gebracht wird, ist ja die Energiekrise. Für die Krise selbst bringen mehr Atomkraftwerke nicht viel, Bau und Inbetriebnahme dauern viel zu lange und es löst das eigentliche Problem nicht.

    Selbst kurzfristig würde es uns nur einen Aufschub (wenn überhaupt) bieten. Das eigentliche Problem, die Energieverschwendung, muss angegangen und behandelt werden. Nicht nur um aus der Krise wieder herauszukommen, sondern auch um eine Zukunft für nachfolgende Generationen zu schaffen.

  6. Fakt ist, dass wir zwar seit Jahrzehnten den CO2 Ausstoß allgemein sehr gut senken, aber mehr Strom brauchen (werden). Dafür müssen wir die Grundlast irgendwie abdecken und dafür wird weder Wind noch Solar passen, egal wie sehr wir uns in die Tasche lügen.

    In Ö hätten wir noch gut Kapazität für Wasserkraft, wobei man da nur schwierig an der UVP vorbei kommt. Mir persönlich ist Strom wichtiger als die Versetzung von Fischen, aber was soll’s. Atom ist die perfekte Alternative – energiedicht, sicher und enorm CO2-arm. Dann braucht der Bau halt 10 Jahre, was soll’s. Wir müssen Themen wie die Energiewende langfristig denken und das fehlt. Nur ein kleiner Bruchteil der Wissenschaftler sagt, dass wir die Zeit nicht haben, das Risiko sollten wir eingehen.

    Btw: Der Atomausstieg Deutschlands ist in meinen Augen dümmer, wissenschaftsfeindlicher und gefährlicher, als es COVID-Schwurbler jemals sein konnten.

  7. >Denkt ihr, dass Atomenergie gefährlich ist, oder seht ihr das womöglich auch etwas differenzierter?

    Subtil /s

  8. Seit Jahrzehnten importieren wir in der Nacht günstigen Atomstrom um damit die Pumpspeicher zu füllen. Und dann heftet man sich „Strom aus Wasserkraft“ auf die Fahnen.

    Österreichs Position in der Hinsicht ist einfach verlogen. Wir können unseren Strombedarf nicht als Insel ganz alleine decken und man muss sich was überlegen, was die Grundlastversorgung übernimmt und da ist Atomkraft recht gut geeignet eigentlich. Wie dummdämmlich auch Deutschland hier agiert hat, zeigt recht gut, dass man lieber politisch beliebte Positionen hat anstatt umwelttechnisch gute. Dort wurde Atomkraft ja abgedreht, weil in Japan ein Tsunami ein AKW zerstört hat. Vollkommen hirnrissig, weil den Strom hat man dann mit mehr Kohle produziert 🫣

  9. Das Problem ist halt, dass die meisten älteren AKWs auf uralten Technikkonzepten basieren. Wenn man Forschung vorantreiben würde, wie z.B. die Firma von Bill Gates, würde man eine Implosion/Kernschmelze ausschließen können, den Abfall aufs minimalste reduzieren und gewaltige Mengen an Energie lukrieren.

    Auf der Welt werden aktuell aber auch so viele AKW/Reaktoren wie noch nie zuvor gebaut: https://world-nuclear.org/information-library/current-and-future-generation/plans-for-new-reactors-worldwide.aspx

    Österreich ist halt ein engstirniges, im gestern lebendes Land. Schade. Ich würde jederzeit für den Bau eines AKW plädieren.

  10. Bin froh dass sich Österreich gegen Atomenegie entschieden hat.
    Gibt ja auch genug Alternativen wenn man sie nur Bauen würde aber anscheinend gibts da eine industrielle Lobby die boykottiert… oder die Politik/Gesetzgeber/Beamtentum hat mal wieder zu viele Bretter vorm Kopf seit den letzten Jahrzehnten.

  11. Das Hauptproblem von Atomkraft sind die enormen Kosten, nicht die Sicherheit. Das ist nur etwas worüber die Fans nicht gerne reden möchten, deshalb werden die anderen immer als ahnungslose Spinner abgetan die sich vor den Strahlen fürchten.

    Und zur in der Überschrift angesprochenen “Renaissance” der Atomkraft: Der Atomstromanteil am Strommix sinkt seit Jahren, sowohl in Europa als auch weltweit. 2020 wurde Atomkraft bereits durch Wind+PV überholt und wenn man sich den Graph anschaut kann man in etwa erahnen wie es in der Zukunft aussehen wird: https://i.imgur.com/snxjC6L.png

  12. Finde Atomenergie auch spannend aber unpraktikabel, wo willst in Österreich ein Kraftwerk bauen? Zwentendorf das zur Kühlung Donauwasser benutzt, unprkatisch im Sommer bei den Wasserständen/mangel in Zukunft und wohin mit dem Abfall? Hand hoch welche Gemeinde gerne einlagert.

  13. Die Ablehnung von Atomkraft ist ähnlich irrational wie bei Gentechnik.

    Bei einem Atomkraftwerk bekommt die österreichische Bevölkerung mehrheitlich Panik. Bei zig Kohlekraftwerke, von denen eine viel höhere Gefahr ausgeht eher nur ein seufzendes “ja… Die sollt ma auch irgendwann los werden…”

    Fakt ist, dass wir für die Grundlast derzeit nur Atomkraft und fossile Energie haben. Der Energiebedarf steigt durch die Elektrifizierung anderer Bereiche enorm.

    Erneuerbare kommen zunehmend in Rohstoffknappheiten. Ich glaub nicht, dass wir es uns leisten können, jetzt von der Atomkraft abzuschwören, solange stattdessen noch Kohlekraftwerke laufen.

    Und zu den geläufigen Gründen:
    Endlagerung ist deutlich besser gelöst, als bei fossiler Energie.
    Lange Bauzeit: wer glaubt ernsthaft, dass in 20 Jahren kein Kohlekraftwerk mehr in Europa läuft?
    Teuer? Nur wenn man bei Erneuerbaren die Schwankungen ignoriert. Wie die dafür nötigen Speicherkapazitäten geschaffen werden soll weiß noch niemand, weil beim derzeitigen Technologie-Stand die Rohstoffe knapp sind.

  14. Was ich an der ganzen Sache in Europa, vor allem Frankreich, bedenklich finde ist, dass man ja keine AKWs will, keine neuen baut, aber welche braucht. Darum hat man halt noch alte Reaktoren mit geflickten Rissen am werkeln. Also man sollte sich einmal klar entscheiden, wohin die Reise geht.

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