Rassismus bei der Wohnungssuche: Franziska bekommt die Wohnung, Muzayen nicht

15 comments
  1. Also ich als Vermieter würde auf zwei Dinge achten, unabhängig von Herkunft:

    1) ob derjenige finanziell stabil wirkt
    2) niemals niemals niemals an Großfamilien vermieten

  2. *Menschen mit Migrationsbiografien würden wegen Diskriminierung in noch teurere Wohnungen gedrängt, sagt Asiye Sel – “obwohl gerade diese Menschen oft sozioökonomisch besonders schlecht gestellt sind”.*

    Auch das ist mit Sicherheit eine Ursache für das Ergebnis dieses Experiments. Wenn man weiß, dass “AusländerInnen” da schlechter gestellt sind dann berücksichtigt man das bei der Auswahl. Von daher wäre eine bessere Chancengleichheit am Arbeitsmarkt wahrscheinlich der Schlüssel für weniger Diskriminierung.
    Ich merke es selbst momentan bei einem Kunden. Ein österreichisches Traditionsunternehmen, aber ein Top-Level-Manager sowie zwei darunter haben einen arabischen Namen. Das ist mir sofort aufgefallen weil ich das sonst noch in keiner anderen Firma gesehen habe.

  3. Ich und meine frau haben auch versucht in der gegend um eisenstadt vor jahren ein haus zu mieten. Da sie nicht gerne telefoniert, hab ich das übernommen.
    Ich habe einen ausländischen namen, lebe seit 35 jahren hier und bin staatsbürger. Anyways, hab mich halt am telefon vorgestellt und um einen besichtigungstermin gebeten. Mir wurde mitgeteilt, dass das haus schon vermietet ist. Jedoch kam mor das recht komisch vor, da die anzeige keine 12h online war.
    Hab dann meine frau überredet, sie soll doch bitte auch anrufen. Sie ist gebürtige österreicherin mit dementsprechenden namen.
    Wir haben einen termin am selben tag bekommen zur besichtigung.

  4. Ohne den Alltagsrassismus in Abrede stellen zu wollen: Wie objektiv kann so ein Test sein, wenn man den echten Namen einer Immobilien-Redakteurin verwendet? Grad wenn man bei gewerblichen Anbietern anfragt würde ich die Wahrscheinlichkeit, dass der Name erkannt und zugeordnet wird schon deutlich höher einschätzen.

  5. Das hat mir die Maklerin über die ich meine aktuelle Wohnung nehmen musste auch so bestätigt. Auf die Frage wie sie entscheidet wen aus den zahlreichen Anfragen sie zur Besichtigung einlädt meine sie: *Ich schau mir nur die Namen an und nehme die seriösen und unkomplizierten.* Mir war klar was sie meint, Wahnsinn eigentlich.

  6. Es wundert mich nicht! Habe schon selber genug mit ausländischen Mietern zu tun gehabt. Natürlich gibt’s solche und solche aber wenn man die Wahl hat, zu wählen dann …

  7. Eigentlich müsste man ja nur fragen: Womit verdienen Sie Ihren Lebensunterhalt? Wenn da nix Schlüssiges kommt: Nein.

  8. Kann ich mit tschechischen Nachnamen aber seit +100 Jahre Österreich als Lebensmittelpunkt inklusive Staatsbürgerschaft Österreich bis in die Monarchie hinein bestätigen.

  9. Folgendes habe ich heute morgen unter diesen Artikel im Standardforum gepostet:
    “Ohne die persönlichen Erfahrungen der beiden Damen in Abrede stellen zu wollen: Dieser Artikel ist unseriös!
    Nur ein paar Punkte dazu: 1) Einleitend wird er zwar als “Selbstversuch” bezeichnet, ist aber wie eine Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Studie aufbereitet und will damit nicht vorhandene Objektivität vortäuschen. 2) Zwei Namen sind keine Stichprobe: Wie würde es z.b. “Kevin”, “Chantalle”, “Chen Lu” oder einer “Violeta” ergehen? 3) Es gibt keine Aussagen zur (vermeintlichen) Herkunft der *Vermieter* bzw. *Makler*. Es wird aber unterschwellig unterstellt, dass “die Österreicher” bzw. “die Wiener” so sind.
    Fazit: Simpler Gesinnungsjournalismus für die Bubble.”

    … Ergebnis: Zensurkeule nach nicht einmal 2min.

  10. Ich bin Student und in einer Hausgemeinschaft mit 11 Zimmern.
    Wir haben nun den zweiten Fall, dass ein Mitbewohner aus dem Nahen Osten sich den Hintern, nach dem WCgang in der Dusche putzt und diese nicht ganz sauber zurücklässt, Gespräche helfen nicht.
    Daher verstehe ich eine gewisse kulturelle inkompatibillität und gewisse Wünsche bei der Mitbewohnerwahl durchaus.

  11. Meine ehemalige Vermieterin hat nachträglich festgestellt (es kamen öfters amtliche Briefe an Leute ins Postkasterl der Mietwohnung deren Namen sie nie davor gehört hatte) dass da ein ehemaliger Mieter seine halbe Verwandtschaft gemeldet hatte.

    War mir nicht gekannt davor dass das so leicht geht.

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