Christian Kern: „Mir ist mein Anteil am Schlamassel bewusst“

9 comments
  1. Im Nachhinein betrachtet: sein Verhalten hat sicher negativ beigetragen. Was zu planen und dann zu gehen und einfach erwarten oder hoffen dass andere das tun, das ist schon ein sehr idiotischer Ansatz, das funktioniert auch in der Privatwirtschaft nicht so. (Habe das grade in meiner Firma, erst Abteilung wechseln und dann surprised Pikachu dass erst alles zusammenkracht und dass dann alles was man haben wollte über den Haufen geworfen wird)

    Aber richtiger ist vermutlich dass allein seine Existenz und dass er so gut aufgenommen wurde ursprünglich eher ein Symptom dafür war dass die Partei eigentlich schon seit dem Ende der Vranitzky/Blair/Schröder Probleme damit hat sich zu positionieren und ihre Inhalte zu kommunizieren. Das liegt ziemlich sicher auch an verkrusteten Strukturen, dass da vermutlich eine “next generation” am Werk ist die nicht wirklich neue Ansätze hat im Vergleich zu ihren Vorvätern (wie gesagt der letzte neue (in Wahrheit negative) Ansatz war der Manager/neolib/Hartz 4 Ansatz wo man ein bissi auf die Thinktanks der Wirtschaft reingefallen ist).

    Eine Neufindung mit jungen Leuten ala Spanien und Portugal ist theoretisch möglich (oder ein Kompromiss der Flügel wie in den USA) aber es sieht verdächtig danach aus als würden sie das eher wieder in den Sand setzen.

  2. Sein problem ist einfach sein geltungsdrang. Faymann und gusenbauer, die Wahlen gewonnen haben, koennen offensichtlich ohne die Aufmerksamkeit.
    Ebenso schüssel, molterer, proell etc.

    Was soll dieses Interview bringen ausser oel ins Feuer zu gießen und sich selbst ins Spiel zu bringen..

    Btw kenn ich auch keinen einzigen Politiker (ausser vl strache und grasser) die ihren beziehungsstatus derart prominent in den klatschspalten diskutieren lassen..

  3. War nicht einer seiner letzten Sätze in seiner Abschiedsrede damals über seinen Nachfolger „.. und es wird Zeit, dass es eine Frau wird!“ oder irgendwie so? Damals hat man sogar übers Radio sehen können, wie in dem Moment den Sozis in den Startlöchern das Gesicht davonfährt. So viel Auswahl dürfte mit der Vorgabe nicht da gewesen sein.

  4. So wie er es aus heutiger Sicht argumentiert, machte es durchaus Sinn, PRW als seine Nachfolgerin vorzuschlagen. Es hat halt nicht geklappt. Passiert.

    > Von Bruno Kreisky ist der Grundsatz überliefert: Wir müssen sozialpolitisch links, wirtschaftspolitisch pragmatisch und sicherheitspolitisch rechts sein.

    Egal ob das jetzt ein erfundenes Zitat ist: Klingt durchaus, als ob man damit an der Urne was reißen könnte. Darum kann man getrost davon ausgehen, dass ein anderer Weg eingeschlagen wird. Denn ganz ehrlich, egal wer diese Befragung gewinnt – Ruhe einkehren wird deswegen nicht. Die zwei Flügel – Realos und Bobos – scheinen einander relativ unversöhnlich gegenüberzustehen.

  5. Naja, in Österreich gibt es eine sehr starke Politikverdrossenheit mit vielen Protestwählern.
    Wie wäre es damit, bei der nächsten Nationalratswahl mit einem Systemwechsel-Program anzutreten?

    Die Österreicher sind ermüdet von den alten Gesichtern und das ist auch verständlich; keiner hat 30 Jahre lang was interessantes zum sagen.
    Man könnte zum Beispiel vorschlagen, dass Abgeordnete und die Regierung maximal eine Legislaturperiode in der Politik tätig sein dürfen und dann in die Pension gehen, die Partei wird aufgelöst und die Basis formt sich dann (zusammen mit den Basen anderer Parteien) neue Splitterparteien mit neuen Grundsätzen.

    Also Grundsätze formulieren, Wahlprogramm erstellen, eine Legislaturperiode in der Regierung/Opposition verbringen und dann die Parteiauflösung und die Entstehung von Splitterparteien mit Durchmischung der Basen einmal alle 5 Jahre.

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