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25 comments
  1. Hab vor drei Jahren mit Anfang 30 komplett mit Alkohol aufgehört. Mir ist erst dadurch bewusst geworden wie oft einem in Österreich Alkohol angeboten wird. Bei jeder Art von Veranstaltung wird getrunken. Bei den meisten privaten Treffen wird gefragt “Willst a Bier?” und bei den meisten Feiern (Geburtstag/Hochzeit/neues Baby) will dir schon jemand Sekt in die Hand drücken.

  2. Hab mixed Reaktionen mitbekommen. Hab aufgehört weil der Magen nicht wirklich mitspielt. Die schlechtesten Erfahrungen waren Dates wo man “auf ein Getränk geht” aber “mit dir stoß ich nicht an weil da kein Alkohol drinnen ist”. Sonst eher nur Unterstützung bekommen.

  3. ich sehne den tag herbei, an dem die leute endlich verstehen werden was POV ist/heißt und es nicht permanent falsch verwenden

  4. Abstinenzler sind mir generell suspekt, wenn der Mensch weder tschickt noch sauft kommt am Schluss so etwas wie der Kickl dabei raus, oder sein historisches Vorbild.

  5. Ich find’s immer wieder schockierend wie absurd die Saufkultur in Österreich ist. Fast jede/r Jugendliche betreibt schon mit 14/15/16 bedenklichen Alkoholkonsum, später gehts so weiter und die Leute feierns..
    Kotzflecken im Uni-/Fortgehviertel sind gang und gäbe, nur selten hör ich von wem anti-Alkohol-Haltungen.

    Ich bekomm sehr schnell Filmrisse und hatte auch selbst problematischen Umgang mit Alk – mittlerweile gibt’s nie mehr als drei Bier.

    Gratuliere zur völligen Abstinenz!

  6. Ich habe drei Jahre keinen Alk getrunken weil es bei mir aus dem Ruder gelaufen ist.

    Wenn man nicht trinkt ist man immer der Außenseiter weil es kulturell einfach dazu gehört Alk zu trinken. Meine Freunde haben es akzeptiert, meine Kollegen haben es auch akzeptiert als ich den Chef darum gebeten habe keinen Alkohol während der Arbeitszeit zu trinken, dates haben es nie verstanden und es ging danach meist auch nichts mehr als ich es erzählt habe.

    Wirklich unverständlich und pampig wurden nur Leute die selber ein Problem mit Alkohol haben.

    Die einzige ausrede die es gibt und die in allen Kulturkreisen akzeptiert wird ist wenn man sagt, dass man gerade gesundheitliche Probleme hat. Dann gibt es keine weiteren Rückfragen.

  7. Gibts so viele Gelegenheitssäufer? Ich trinke wenn nur am Wochenende und komme damit auch gut durch.

  8. Na ja, heutzutage ist das eh weniger ein Problem. Ich hab mich als Teenager in den 80er, 90ern entschlossen nie zu trinken. Das war oft echt hart. Es ist nämlich nicht das Trinken alleine. Sondern die ganzen Rituale die damit zusammenhängen. Das ständige Prosten. Der Gruppenzwang. Ich war oft so blöd, mit einem Glas Mineral mitanzuprosten. Sprüche wie “geh weg mit dem Dreck, wasch Dir die Füsse damit” etc. hab ich mir oft anhören müssen.

    Heute ist das nicht mehr so arg. Kann aber auch sein, dass es daran liegt das mein Bekanntenkreis älter und etwas g’escheiter geworden ist. Wie geht’s der Jugend heute damit?

  9. ich trink auch seit ca. einem halben Jahr keinen Alkohol mehr – hab vorher auch nicht viel getrunken, aber traus ma trotzdem niemandem sagen – ist bis jetzt aber noch keinem aufgefallen 😂

  10. Ich überlege gerade warum das so ist…

    Ein Versuch einer Interpretation:

    Vielleicht weil es das “Zusammengehörigkeitsgefühl” stört. Alle sind etwas beschwippst außer diese eine Person – egal wie gut die Person drauf ist, es ist was anderes, ohne Alkohol so zu sein.
    Man macht sich, wenn man trinkt, auf eine gewisse Art verwundbar. Diese eine Person nicht, sie ist auf einer anderen Ebene, man könnte sogar sagen “überlegen”.

    Dadurch entsteht eine Differenz und diese Differenz ist für die Alkohol-Trinkenden negativ spürbar.

    Das erklärt für mich auch warum dies beim Rauchen anders ist: Es gibt praktischen keinen beschwipsten Zustand und keiner macht sich “verwundbar” Dadurch gibt es auch keine Differenz, die sich negativ auswirkt.

  11. Ich habe seit eineinhalb Jahren nichts mehr getrunken. Grund: Schwangerschaft und Stillzeit. Ich weiß nicht wie oft es mit passiert ist, dass irgendwer das nicht als ausreichend Grund ansieht nichts zu trinken. So nach dem Motto: ein Glaserl wird schon net schaden oder früher hats immer geheißen, dass dunkles Bier beim Stillen hilft, also musst du jetzt den Sekt, des Bier oder ein Schnapserl mit trinken.
    Bei Verweigerung kommt immer Unverständis.

  12. Ich hab 1989 beschlossen, keinen Alk mehr zu trinken – und es war verdammt anstrengend dem Gruppenzwang nicht zu unterliegen. Letztendlich hab ich meinen Freundeskreis komplett gewechselt, weil die Gruppe dies einfach nicht akzeptiert hat.
    Und über die Jahre war es immer wieder mühsam, weil ich ja bei Firmenfeiern der absolute Außenseiter war. Hat mir etliche Male auch durchaus Nachteile im Job gebracht, weil ich beim Konferenzsaufen nicht mitgemacht hab.

    Und auch heute noch, muss ich immer wieder auf die Frage nach dem “warum” antworten. Inzwischen ist es allerdings einfacher, die Leute dann in dem Glauben zu lassen, dass ich ein trockener Alkoholiker bin. Dann wird es eher akzeptiert, Antialkoholiker zu sein…

    “Ah geh, sei do ned a so, trink a bissal wos”
    “N Absacker – da wirste doch nich außen vor bleiben.”
    “Die Runde geht auf Chef, da kannst nicht nein sagen”
    Und beim Griechen: “Sei ned so, wennst den Ouzo ned trinkst, beleidigst ja den Wirt”. Der soll seine grausliche Odolversion selber saufen… 🤮 Ist der Hauptgrund, warum ich nicht freiwillig zum Griechen essen geh.

    Es ist immer wieder einfach mühsam. Damals, wie heute. Man ist einfach ein Außenseiter. Nur heute hab ich meinen Weg gefunden, hab meine Freunde (die das wertschätzen) – und diejenigen Kollegen, die damit nicht klarkommen, können mich kreuzweise. Und wer nicht akzeptieren kann, dass ich keinen Alkohol trinken will, ist einfach ein Idiot. Punkt.

  13. Liebe alle, die’s noch nicht gesagt bekommen haben:

    Lasst’s euch das nicht gefallen und schmeißt’s diese Leute aus eurem Umfeld, wo’s geht.

    Ich trinke vielleicht… vier Mal im Jahr oder so. Als ich mich zu Halloween hab dazu hinreißen lassen, bei einer 50-Leute-drei-Tage-Homeparty vorbeizuschauen und die Trinkspiele ausgepackt wurden, hab’ ich trocken gefragt “Kann ich auch mit Saft mitspielen?”

    Drauf der Gastgeber: “…bist deppert? Was is das für eine Frage? Natürlich kannst du.” -> Der Rest der Trinkspielgruppe hat mich mit diesem Blick von “Oh Gott, du Arme hast geglaubt, du musst fragen.” angeschaut. 3 von 8 Leuten hatten Wasser im Glas, eine hatte eine eigene Teekanne. In dem Moment wurde mir (mal wieder) bewusst, wie wichtig regelmäßige Hygiene im eigenen Freundeskreis ist.

    Scheißt’s die Leute zam, wenn’s deppert sind. Trefft’s euch nimmer mit Leuten, die euch ständig zum Saufen pushen wollen.

    Und in der Hackn sagt’s staubtrocken “Mein Vater ist an Alkoholvergiftung gestorben.” damit sich die Mistviecher wenigstens ordentlich genieren.

    Schlechte Freunde sind schlimmer als gar keine.

  14. Mein Mann und ich trinken auch keinen Alkohol und ich schließe mich hier der Mehrheit an, wenn sie sagen, dass ständig auf einen eingeredet wird und Leute versuchen, ja oft sogar darauf drängen, dass ma ein Glasl mittrinken. “Ist ja eh nur eins” “Mah wie fad seid’s ihr denn?” Nicht lustig, wenn man sich ständig rechtfertigen muss. Ich finde es aber auch ein Versäumnis der Wirte und Barbetreiber, die mmn antialkoholische Getränke besser “vermarkten” bzw präsentieren sollten. Soll konkret heißen: Jemand der Wein bestellt bekommt es in einem schönen, edlen Weinglas serviert und ein Glas Wasser dazu. Jemand bestellt einen Whiskey bekommt ihn wunderschön im Whiskeyglas präsentiert. Ich bestelle Johannisbeersaft und bekomme ihn in einem abgescheuerten 0815 Glasl. Leider fast überall so. Also liebe Gastronomen denkt mal darüber nach. Es würde nicht so stark auffallen, dass wir Antialkoholiker sind, wenn wir uns optisch nicht so stark unterscheiden würden ![gif](emote|free_emotes_pack|shrug) Das Benehmen von Angesoffenen können wir eh adaptieren (wenns unbedingt sein muss) #bringschtmanuanopfisoftweianagehtnuanagehtnuleicht

  15. Als Barkeeper ist das richtig schlimm. Meistens sag ich dass ich gerne “Capi- oder Vodka Bull” trinke, gebe der Person meinen Alkoholanteil, mische meins anti und geb mir etwas Trinkgeld.

    Beide Parteien glücklich.

  16. Alkohol verursacht im Körper Schäden und zwar überall, weil er überall hin transportiert wird.. Mit steigender Dosis steigt die Konzentration im Blut und damit auch die Vergiftung. Der Körper ist massiv gestresst und arbeitet unter Hochdruck, um das Gift aus dem System zu bekommen.

    Im Normalzustand hat man keine berauschende Alkoholkonzentration im Blut, erst wenn man aktiv beginnt sich mit alkoholischen Getränken zu vergiften.
    Das bedeutet also, dass es vollkommener Blödsinn ist, dass es normal wäre sich zu betrinken. Das muss man sich erst antrainieren und damit man mehr verträgt, muss man regelmäßig trinken, um die Toleranz zu steigern. In Österreich wird also ein komplett dysfunktionales Verhalten sozial massiv gefördert, daher auch die enorme Anzahl an Alkoholkranken und jenen mit einem riskanten Konsumverhalten.

  17. Ich würde wirklich gerne Mal all eure Freunde und Bekannten kennen lernen.

    Viele meiner Freunde und Bekannten sind aus einem Umfeld dem man saufen und wenig Toleranz für Anti-Alkoholiker nachsagt aber die hier geschilderten Geschichten habe ich noch nie erlebt.

    Wir treffen uns einmal in der Woche Mal in größerer Mal in kleinerer Runde in unserer Stamm Kneipe und oft ist mindestens einer dabei der nix trinkt. Und niemanden stört es.

    Gestern waren wir wieder dort zu dritt.
    Ich habe nur Anti-Alk getrunken, der eine Kollege Fastet und Had auch nix getrunken und der dritte im bunde hat eine Anti und zwei Spritzer getrunken.

  18. Habe nicht aufgehört aber den Konsum stark eingeschränkt. Erschreckend wie wenig Verständnis es dafür gibt, dass ich nicht jeden Tag trinken möchte.

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