(nachdem das Ding durchaus kritisch ist tagge ich mal nicht mit Propaganda obwohl es moment ist (man kann fairerweise sagen vielleicht ist es Propaganda pro gesteckte Klimaziele erreichen))
Eckpunkte für die dies nicht lesen:
– Grundsätzlich haben die Wiener allein von den Gegebenheiten weniger C02 Fußabdruck als Leute die am Land leben
– Die drei größten Faktoren sind Verkehr (36%), Energie (30%) und Gebäude.
– Beim Verkehr tut sich nicht viel.
– Beim Thema Gebäude hat die Stadt alle möglichen Dinger erfunden die bei der Sanierung helfen und Leute auch unterstützen an die Föderungen ranzukommen aber es ist schwer wirklich verlässliche Zahlen zu kriegen wieviel jetzt wirklich saniert worden ist.
– Bei Energie wird mehr auf grüne Energiequellen gesetzt (insbesondere starker Ausbau von Photovoltaik), der Experte ist vergleichsweise zufrieden, will aber mehr Fernwärmeausbau.
– Hauptkritik/Schlusssatz ist dass die Stadt insbesondere sich gerne hypt und vermarktet und für jede kleine Maßnahme selber lobt.
Bei der thermischen Sanierung wird da so flapsig geschrieben: „kostet nur 200-300€ mehr pro qm“.
Das sind bei einer 100qm Wohnung mal locker flockig 30000€ extra, was mehr als das doppelte ist, als eine eigentliche Sanierung. Und durch das Richtwertmietsystem hat der Vermieter keine Möglichkeit, das in sinnvoller Zeit wieder hereinzubekommen.
Jetzt les ich gleich wieder „ja, die bösen Vermierter brauchen sich ja keine goldene Nase an den Mietern verdienen“.
Aber Vermieter haben auch keine Verpflichtung ein Sozialamt zu sein und ihr Geld gratis der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.
Zusammen mit dem Heizungstausch und mehr kommt dann so eine Sanierung gleich mal auf 70-100k€ was bei einer Miete von 1000€ einen ROI von 70-100 Jahren macht. Da muss man in der Zwischenzeit die Wohnung schon wieder zweimal grundsanieren und nach Mieterwechsel kleinere Adaptierungen. Und selbst bei der Hälfte der Kosten ist das auf Lebenszeit ein Verlust, so dass es nicht verwunderlich ist, wieso es so viel Leerstand gibt und auch eine Leerstandsabgabe nur mäßig wirksam sein wird.
> SPÖ und Neos haben sich vorgenommen, den CO2-Ausstoß im Verkehr bis 2030 zu halbieren. „Dafür sind der konsequente Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, die Ausweitung des Rad- und Fußverkehrs sowie der Umstieg auf CO2-freie Antriebe die zentralen Instrumente“, heißt es im Koalitionsabkommen. Bis 2030 will die Stadt den Anteil des motorisierten Individualverkehrs an der Mobilität auf 15 Prozent senken.
Unverbindliche Ziele setzen und hohle Floskeln dazu raushauen kommt immer gut.
Im 2014 beschlossenen Stadtentwicklungsplan STEP 2025 wurde das Ziel einer Reduzierung des MIV im Modal Split auf 20% bis 2025 formuliert.
Und dann?
Nichts. Seit 2012 hat sich der PKW-Anteil nicht mehr wesentlich verändert.
Aber kein Problem. Man verschiebt das Ziel einfach weiter in die Zukunft, und um Fortschritt zu suggerieren, wo keiner stattfindet, macht man aus den 20% bis 2025 (um das noch zu erreichen, müsste man in den kommenden 1 ½ Jahren wohl drastische Maßnahmen setzen) eben 15% bis 2030. Wenn in 5 Jahren wieder nichts vorangegangen ist, kann man noch einen drauflegen und 10% bis 2035 propagieren.
> Diesem Ziel nähert man sich derzeit in Minischritten: 2021 lag der Anteil des Individualverkehr bei rund 26 Prozent, 2014 bei 28 Prozent.
Diesem Ziel nähert man sich überhaupt nicht.
2018 lag der PKW-Anteil bei 29%, gegenüber 28% im Jahr 2014, dann gab es 2019 einen schlagartigen unplausiblen (!) Abfall um 4 Prozentpunkte, und im weiteren Verlauf einige Verwerfungen durch Covid.
So zu tun, als sei der PKW-Anteil von 2014 bis 2021 nachhaltig durch entsprechende Maßnahmen um zwei Prozentpunkte gesenkt worden, ist unseriös.
Oder stellen wir den Öffi-Anteil von 2014 (39%) auch einfach dem von 2021 (30%) gegenüber und behaupten, bei den Öffis entferne man sich in Megaschritten von den Zielen?
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(nachdem das Ding durchaus kritisch ist tagge ich mal nicht mit Propaganda obwohl es moment ist (man kann fairerweise sagen vielleicht ist es Propaganda pro gesteckte Klimaziele erreichen))
Eckpunkte für die dies nicht lesen:
– Grundsätzlich haben die Wiener allein von den Gegebenheiten weniger C02 Fußabdruck als Leute die am Land leben
– Die drei größten Faktoren sind Verkehr (36%), Energie (30%) und Gebäude.
– Beim Verkehr tut sich nicht viel.
– Beim Thema Gebäude hat die Stadt alle möglichen Dinger erfunden die bei der Sanierung helfen und Leute auch unterstützen an die Föderungen ranzukommen aber es ist schwer wirklich verlässliche Zahlen zu kriegen wieviel jetzt wirklich saniert worden ist.
– Bei Energie wird mehr auf grüne Energiequellen gesetzt (insbesondere starker Ausbau von Photovoltaik), der Experte ist vergleichsweise zufrieden, will aber mehr Fernwärmeausbau.
– Hauptkritik/Schlusssatz ist dass die Stadt insbesondere sich gerne hypt und vermarktet und für jede kleine Maßnahme selber lobt.
Bei der thermischen Sanierung wird da so flapsig geschrieben: „kostet nur 200-300€ mehr pro qm“.
Das sind bei einer 100qm Wohnung mal locker flockig 30000€ extra, was mehr als das doppelte ist, als eine eigentliche Sanierung. Und durch das Richtwertmietsystem hat der Vermieter keine Möglichkeit, das in sinnvoller Zeit wieder hereinzubekommen.
Jetzt les ich gleich wieder „ja, die bösen Vermierter brauchen sich ja keine goldene Nase an den Mietern verdienen“.
Aber Vermieter haben auch keine Verpflichtung ein Sozialamt zu sein und ihr Geld gratis der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.
Zusammen mit dem Heizungstausch und mehr kommt dann so eine Sanierung gleich mal auf 70-100k€ was bei einer Miete von 1000€ einen ROI von 70-100 Jahren macht. Da muss man in der Zwischenzeit die Wohnung schon wieder zweimal grundsanieren und nach Mieterwechsel kleinere Adaptierungen. Und selbst bei der Hälfte der Kosten ist das auf Lebenszeit ein Verlust, so dass es nicht verwunderlich ist, wieso es so viel Leerstand gibt und auch eine Leerstandsabgabe nur mäßig wirksam sein wird.
> SPÖ und Neos haben sich vorgenommen, den CO2-Ausstoß im Verkehr bis 2030 zu halbieren. „Dafür sind der konsequente Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, die Ausweitung des Rad- und Fußverkehrs sowie der Umstieg auf CO2-freie Antriebe die zentralen Instrumente“, heißt es im Koalitionsabkommen. Bis 2030 will die Stadt den Anteil des motorisierten Individualverkehrs an der Mobilität auf 15 Prozent senken.
Unverbindliche Ziele setzen und hohle Floskeln dazu raushauen kommt immer gut.
Im 2014 beschlossenen Stadtentwicklungsplan STEP 2025 wurde das Ziel einer Reduzierung des MIV im Modal Split auf 20% bis 2025 formuliert.
Und dann?
Nichts. Seit 2012 hat sich der PKW-Anteil nicht mehr wesentlich verändert.
Siehe [älteren Kommentar](https://www.reddit.com/r/Austria/comments/10wrw1q/comment/j7qcbjt/) dazu.
Aber kein Problem. Man verschiebt das Ziel einfach weiter in die Zukunft, und um Fortschritt zu suggerieren, wo keiner stattfindet, macht man aus den 20% bis 2025 (um das noch zu erreichen, müsste man in den kommenden 1 ½ Jahren wohl drastische Maßnahmen setzen) eben 15% bis 2030. Wenn in 5 Jahren wieder nichts vorangegangen ist, kann man noch einen drauflegen und 10% bis 2035 propagieren.
> Diesem Ziel nähert man sich derzeit in Minischritten: 2021 lag der Anteil des Individualverkehr bei rund 26 Prozent, 2014 bei 28 Prozent.
Diesem Ziel nähert man sich überhaupt nicht.
2018 lag der PKW-Anteil bei 29%, gegenüber 28% im Jahr 2014, dann gab es 2019 einen schlagartigen unplausiblen (!) Abfall um 4 Prozentpunkte, und im weiteren Verlauf einige Verwerfungen durch Covid.
So zu tun, als sei der PKW-Anteil von 2014 bis 2021 nachhaltig durch entsprechende Maßnahmen um zwei Prozentpunkte gesenkt worden, ist unseriös.
Oder stellen wir den Öffi-Anteil von 2014 (39%) auch einfach dem von 2021 (30%) gegenüber und behaupten, bei den Öffis entferne man sich in Megaschritten von den Zielen?