EXCLUSIVE: Das Leben der Maria Mandl (The Life of Maria Mandl)

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  1. Ein bestialisches Wesen, das jegliche Menschlichkeit verloren hat. Krank. Einfach nur krank. Und sie war nicht das einzige sardistisch – kranke Monster in der Zeit…

    Aber diese ganze Zeit, diese ganzen furchtbaren Geschehnisse, sind in der heute mMn nicht begreifbar. Ich habe in meinem Pandemiejob als Entrümpler zwei Konvolute in Händen gehalten, die mir ein kleines bisschen dieses Unfassbare begreifbar (im wahrsten Sinne des Wortes) machten.

    Das eine war ein Dienstausweis eines SSlers, ein Kraftfahrer. Darin stand: Wohnort/Dienstort: Birkenau.
    Und auf einem Zettel aus einem Tagebuch war irgend ein Spruch vom GröFaZ – auf der Rückseite hatte er stolz notiert, wie viel “Stück ins Lager geliefert” wurden. Stück. Hunderte Stück. Die tägliche Routine des Grauen und der Perversion.
    Dazu ein SS Kalenderblatt mit einem Bild einer Wache am Turm des KZ – der sieht dem Gesicht vom Ausweis verdammt ähnlich…

    Und ein anderes Konvolut:
    Familiendokumente. Geburtsurkunden, Heiratsurkunde etc… Und dann:
    Eine amtliche Scheidungsurkunde – die Frau, würde vom Gericht wegen Nichtvollzugs der Ehe durch den Mann geschieden. Gegen den Willen der Frau.
    Warum? Nun, er war Jude, sie Arierin.
    Er konnte die Ehe nicht “vollziehen”, denn er war zu dem Zeitpunkt bereits im KZ.
    Ein paar Monate später bekam die Frau dann die offizielle Sterbeurkunde. Er war an einer “Lungenkrankheit” verstorben und in der Urne Nr… beigesetzt worden.
    “Eine Überführung der Urne ist nicht möglich, da die Überreste nicht einer Person zugeordnet werden können.”
    Ein paar Jahre später hat sie sich dann umgebracht.
    Und auf der letzten Seite war in einem Kuvert ein Stern. Gelb. Aus Stoff, schief ausgeschnitten und grob mit der Hand umsäumt. Und vier Buchstaben aus Tusche: JUDE. Den hat sie bis zum Ende aufbewahrt. Und irgendjemand aus der Verwandtschaft hat es dann auch aufbewahrt.

    Heute noch, hab ich Schwierigkeiten meine Emotionen zu kontrollieren, wenn ich daran denke…

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