
Für viele Menschen wird es mit Juli 2023 wieder deutlich teurer.
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Mit Ende Juni 2023 läuft die vergangenes Jahr erhöhte Pendlerpauschale aus. Was das für rund 1,3 Millionen Autofahrer jetzt bedeutet.
Mehr als 2,2 Millionen erwerbstätige Österreicher müssen jeden Tag zu ihrem Arbeitsplatz pendeln. Die Mehrheit, etwa 85 Prozent, nimmt dafür das Auto. Unter bestimmten Voraussetzungen steht jedem Arbeitnehmer eine Pendlerpauschale und ein sogenannter “Pendlereuro” zu. Die Höhe wird anhand der Distanz und Zumutbarkeit von Öffis zwischen dem Wohnort und der Arbeitsstätte berechnet und beträgt 31 Euro bis 306 Euro pro Monat.
Im Mai des vergangenen Jahres hatte die Regierung den Betrag befristet um 50 Prozent erhöht, den “Pendlereuro” sogar vervierfacht. Mit Ende Juni läuft die Frist nun aus, Pendler fallen künftig um bis zu 1.800 Euro Bonus jährlich um!
Die Ungerechtigkeit der derzeitigen Ausgestaltung des Pendlerpauschales lässt sich auch anhand eines einfachen Beispiels zeigen, bei dem zwei Beschäftigte mit identem Arbeitsweg, aber unterschiedlichem Einkommen, miteinander verglichen werden: Eine Arbeiterin mit einem monatlichen Lohn von 1.800 € erhält für dieselbe Wegstrecke knapp 450 € weniger an jährlicher Steuerersparnis als ein leitender Angestellter mit einem Monatsbrutto von 9.000 €. Die befristete Erhöhung zwischen Mai 2022 und Juni 2023 hat diese Problematik sogar noch weiter verschärft.
https://www.heute.at/s/1800-euro-weniger-pendler-droht-naechster-keulenschlag-100268614
27 comments
Das Pendlerpauschale gehört grundsätzlich abgeschafft. Wer erhöhte Transportkosten haz, weil er/sie nach Kleinkirchberg ob der Alm gezogen ist und dann täglich 2x50km pendelt (“ich bin aufs Auto angewiesen!”) bekommt das querfinanziert, aber wenn man sich eine Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes sucht und dafür mehr Wohnkosten hat bleibt man drauf sitzen.
Das Ding setzt diverse unerwünschte Anreize:
– Die große Pendlerpauschale gibt es nur bei Unzumutbarkeit der Öffis, also besser irgendwohin ziehen wo’s keinen Bahnhof gibt.
– Die Staffelung nach Entfernungsgruppen macht es im Grenzbereich attraktiv, ein bisschen weiter weg zu ziehen.
– [Ärmere Menschen profitieren deutlich weniger als Reiche, weil das zu versteuernde Einkommen reduziert wird.](https://vcoe.at/presse/presseaussendungen/detail/vcoe-pendlerpauschale-rasch-sozial-und-oekologisch-treffsicherer-machen) Letztlich ist das eine Speckgürtelsubvention.
Anstatt das Geld sinnvoll in bessere Infrastruktur und Alternativen zu stecken wirft man es hirnlos zum Fenster raus und fördert ~~maximal~~ ressourcenintensive Lebensstile.
Jo. I zahl mit meim Steuergeld eh nur ungern die Blechlawine die jeden Tag vor meiner Haustür vorbeirollt obwohls a Straßenbahn+ super Zuganbindung gibt. Für die Landbevölkerung is jeder 5 minütige Weg von da Haustür zur Haltestelle unzumutbar.
pendlerpauschale is sowieso a witz. davon profitieren vorallem die obersten einkommen die am speckgürtel wohnen, nicht die wirtschaftlich schwachen wie die övp so gerne behauptet. und zum umstieg auf öffis bringts einen auch ned.
Man bekommt die Pendlerpauschale ja nicht nur wenn man mit dem Auto fährt sondern weil man eine weite Anreise hat, ich fahre bis auf die kurze Strecke zum Bahnhof mit dem Zug und der U-Bahn und bekomme auch eine Pendlerpauschale. Und ich verstehe auch nie dieses Pendlerbashing ala man muss ja nicht am Arsch der Welt wohnen und dann in Wien arbeiten. Ich würde es gerne mal erleben dass alle Wienpendler mal für einen Tag daheim bleiben. Denke dann wird in Wien nicht viel offen haben und auch die Büros ziemlich leer sein.
Die Pendlerpauschale gehört abgeschafft, ja. Aber zuerst gehört ein Rechtsanspruch für homeoffice her. Dadurch spart sich der Fiskus dann automatisch schon mal einen Teil der pauschale.
Ich profitiere sehr von der PKW Pendlerpauschale, aber es würde viel mehr Sinn machen, diese auf Öffifahrten zu beschränken. Blöd halt, dass jetzt zu viele davon abhängig sind.
Mehr leistbare Häuser/ Wohnungen bauen, würd a helfen! Dann muas ma a nimma pendeln.
ggfs kann ma überdimensionierte Büros von Consultingunternehmen die ned ausgelastet san, umwidmen und Wohnungen draus machen.
Ich hätte gerne einen Mietkostenzuschuss für meine Stadtwohnung.
Das wäre weit umweltfreundlicher als das Pendlerpauschale, ich versiegle weniger Fläche, erzeuge ~0 Co2 für meinen Arbeitsweg oder tägliche Wege, da ich alles mit dem Rad erledige und auch gar kein Auto besitze.
Stattdessen subventionieren wir EFH und Autofahren, noch dazu sozial ungerecht. Man sollte es ganz streichen, ist so zumindest ein guter Anfang.
Unpopular opinion – die Hälfte von dem Sub hat keine Ahnung wie die Pendlerpauschale funktioniert und glaubt jeder Autofahrer kriegt monatlich 400 Euro vom Staat überwiesen.
Ich bin mir ziemlich sicher dass sie meisten Pendlerpauschale Rezipienten gar ned pendeln.
Gut so, Pendlerpauschale ist ein schlechter Anreiz.
Verstehe die ganze Ganze überhaupt nicht. Pendlerpauschale von 1800€/Jahr, damit die Leit ind’ Hacken fahren können? Ich muss da auch hin, wieso krieg i dann keine Jahreskarte für die WL, nur weil i in Wien lebe, ist es trotzdem net umsonst. Das würde gegenüber der Pendlerpauschale ja fast gor nix kosten.
Ich finds immer lustig, wie hier Leute den “bösen Autofahrern” mit komischen Ratschlägen kommen wie “ja dann zieh halt um, damit du nicht pendeln musst” oder “dann wähl halt jemanden der die Öffis ausbaut” usw.
Jetzt sollen Leute auch schon ihren Wohnsitz wechseln müssen oder ihr Wahlverhalten ändern? Wofür eigentlich? Selbst wenn Österreich zu 100% Klimaneutral wird hat das vielleicht 0,1% Einfluss auf die globale Erderwärmung also nicht mal ein Tropfen auf einem heißen Stein und dieses “ja wir müssen doch ein Zeichen für die Welt setzen, dann wird alles gut” ist doch nur ein Phantasiewunsch.
Lassts mal die normalen Leute mit eurem selbstgerechten Aktivismus in Ruhe. Kein Mensch würde ein Auto nehmen, wenn die Öffis gscheit ausgebaut sind. Ich fahre auch mit Öffis aber zur alten Arbeit habe ich mit den Öffis doppelt so lange gebraucht und warum hätte ich aufs Auto verzichten sollen? Um irgendwelchen Leute auf Reddit, die ich nicht kenne und mich nicht interessieren, zu imponieren?
Ah die Pendlerpauschale oder wie mans auch nennen kann:
Zersiedlungsprämie…
Einfach Lohnsteuer auf niedrigerer Einkommen senken, zusätzliche Stufen oben einführen und die Pendlerpauschale abschaffen. Dann kann jeder selber entscheiden.
Die Pendlerpauschale gehört sowieso komplett abgeschafft. Günstiger am Land wohnen und damit auch noch zersiedelung fördern und teurere Infrastruktur baun lassen zu müssen gehört doch nicht noch zusätzlich subventioniert.
Mein Arbeitsweg ist genau 19,8 km mit Öffis. Tell me again about Ungerechtigkeit. 😖
Umweltverschmutzung darf nicht steuerlich begünstigt werden
Das Problem ist nicht die Pendlerpauschale sondern die Wohnraumpolitik der vergangenen Jahrzehnte
Gut so.
Erst fördert man, dass Leute weit wegziehen, in Gebiete die keinen ÖPNV haben, und dann wundert man sich, dass Leute Autofahren und davon nicht wegkommen.
Eigentlich sollten diejenigen Steuern sparen, die wenig Straße, wenig Treibstoffsicherheit und wenig Parkplatz brauchen.
Verursachen ja weniger Kosten.
Pendlerpauschale gehört im Gesamten einfach abgeschafft.
Ich mein, es war befristet. Was haben sich die Leute erwartet?
Ich fahr selber so gern Auto wie alle anderen, aber der Pendlerverkehr gehört viel mehr in die Öffis.
Wie viele Autos bei mir in der Stadt nur mit Fahrer und sonst keinen Mitfahrer vorbeifahren (während ich bei der gut ausgebauten Strassenbahn wart) ist fast kriminell.
Die ganzen verwöhnten Wiener hier, die glauben, dass alles selbstverständlich ist, sollte mal einer auf den Boden der Tatsachen zurückholen.
In OÖ gibts halt in vielen Gegenden, vorallem im Mühlviertel, kaum Arbeitsplätze, da ist für viele die einzige Wahl, in den Linzer Industriebetrieben gutes Geld zu verdienen.
Gerade in der Voest muss sicher die Hälfte der Arbeiter mehr als eine halbe Stunde in die Arbeit fahren.
Gibt zwar Schichtbusse, die auch genutzt werden, aber viele müssen erst mal 20 minuten bis zur Haltestelle mit dem Auto fahren.
Wenn man in Wien in einer netten Altbauwohnung aufgewachsen ist, kann man sich das vielleicht nicht vorstellen, aber die wenigsten, die ein Haus am Land haben, würden das aufgeben wollen, um in einen grindigen Plattenbau gezwängt zu werden.
Und selbst wenn, die Städte sind eh schon überfüllt genug, um den nötigen Wohnraum zu schaffen müsste man wohl viele Grünflächen verbauen und die Stadt noch mehr verschandeln.
Eine nicht so geringe Anzahl der Mühl- und Waldviertler Voestler hat auch einen kleinen Bauernhof als Nebenerwerb, das kostet auch alles Zeit und Geld.
Keiner fährt täglich 1-2 Stunden in die Arbeit, weils so lustig ist.
Wenn du lieber in einer Stadtwohnung lebst, kannst dus gern machen, aber den andern brauchst du das nicht aufzwingen.
Ich versteh nicht, warum die heutige Linke so geil auf Einschränkungen ist.
Ich glaub die Diskussion rennt a bisserl in die falsche Richtung.
Wir brauchen ein vielfältiges Paket an Änderungen:
a) mehr Öffis, auch am Land. Ausbau der Hochgeschwindigkeitszüge, Subvention ebendieser, Abschaffung von Inlandsflügen.
b) mehr Möglichkeit für Homeoffice
c) bessere Stadtplanung/Raumplanung: Schaffung von Gemischten Wohn/Gewerbe/Industriezentren, sodass Ned alles so konzentriert ist und man ned 1.5h zur Arbeit fahren muss.
Reine Wohnsiedlungen helfen niemandem
d) Pendlerpauschale abhängig vom Einkommen und unter Berücksichtigung des Verkehrsmittels. Der Gutverdiener mit Höchststeuersatz und Porsche braucht ned auch noch ne Beihilfe vom Staat
e) Herabsetzung der Lohnsteuer, Leistung soll belohnt werden, Chancengleichheit erhöhen
f) Erbschafts und Vermögenssteuer (die wenigsten werden selber reich, Österreich ist Traumland für Vermögende)
“Keulenschlag” lol
Das war ein zeitlich begrenzter Bonus.
An alle Städter die sich über die pendelden Ländler aufregen und umgekehrt, ihr habt das Leben nicht verstanden 😂
Die gehört sowieso reformiert. Einkommensobergrenzen und deutliche Lenkung in Richtung Öffis und Rad/Scooter. Ebenso gehört es honoriert wenn jemand mit dem Auto nur bis zum Bahnhof und nicht komplett bis in die Stadt fährt.