
Hab sie gestern aufgescheucht, als ich versehentlich drauf gespieben hab, auf einem Parkplatz bei der Autobahnabfahrt Melk. Es handelt sich um eine Äskulapnatter (ein zugegeben sehr großes Exemplar), ist heimisch und absolut ungefährlich. Also: kein Grund zur Angst wenn man einer begegnet. Außerdem: Augen auf, bevor man ins Gebüsch speibt.
Beware, die größte heimische Schlange
by u/Aldaron23 in Austria
11 comments
Bei dem Titel hab ich gerade eher einen Politiker, Firmenchef oder Bänkler erwartet.
Laaaaaaaaaange Schlingelschlange ist laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaang 🐍
Aber, brauchst du das Sackerl no?
Ich musste an René Benko denken, aber der kleine Knilch ist nochmal deutlich kleiner als die Äskulapnatter hier.
Magst nicht die gesamte, echt geil geschriebene Story ausm Thread aus r/wien hier posten? War echt genial von dir geschrieben.
Als Kind bin ich mal mit dem Radl durch den Wald gefahren und eine von denen (mindestens 2 Meter) lag quer auf dem Gehweg.
Ich dachte das ist ein Schlauch bis ich drüber gefahren bin und sie mich angefaucht hat. Bin direkt abgesprungen und zu meinen Eltern gelaufen, die auch dabei waren.
Als jemand mit Schlangenphobie war das ziemlich traumatisch. Wusste auch nicht dass es so große schlangen bei uns gibt.
Hier noch mal die origin story der Begegnung mit dieser Schlange:
Ich war übers verlängerte WE auf einem Fest in OÖ und bin heute mit Freunden im Auto zurückgefahren. Leider wird ma bei längeren Fahrten oft schlecht und ich hatte meine Reisetabletten verschmissen (und 5 Tage feiern und heit früh ungekühlte Pizza von gestern essen hat sicher auch nicht geholfen) und so kam es kurz vor Melk zum Unvermeidbaren.
Der Fahrer hat grad noch rechtzeitig gemerkt, dass ich’s nimmer lang durchhalte und ist aus Angst um seinen Dacia von der Autobahn abgefahren. Wir fanden uns auf einem kleinen Parkplatz an einem Abhang mit Privatsphäre versprechenden Bäumen und Gebüsch ein.
Ich rannte einige Meter hinters Auto und kniete mich zum Rande des Gebüschs hin, um meinen Mageninhalt zu entleeren. Problematisch war, dass ich einen sehr langen buschigen Bart habe, den ich heute vor Fahrtantritt nicht wie üblich zu einem Zopf zusammengezähmt hatte und der nun im Wind in alle Richtungen wehte und sich auch ohne Wind generell in Richtung Schwerkraft im Weg befindet.
Um meinen vier Mitinsassen den Geruch von Bier-al-Tonno-Brei im Bart zu ersparen, bewegte ich mein Gesicht möglichst nahe zum Boden hin, während ich meinen Bart zur Seite hielt, was insgesamt in der Restfettn bereits eine anspruchsvolle Aufgabe war, sodass ich nicht genau auf den unmittelbaren Untergrund vor mir achtete.
Nachdem nach wiederholtem Würgen auch die letzten Reste des Katerfrühstücks meinen Körper verlassen hatten, sank mein Blutalkoholspiegel spontan auf das straßenverkehrstaugliche Limit und ich war in der Lage meinen Blick zu fokussieren. Ich betrachtete das Ergebnis, nur um festzustellen, dass ich es offenbar auf einem sehr dicken Fahrradschlauch platziert hatte.
Fasziniert von modernen Mountainbike Durchmessern, sank mein Blutalkoholpegel spontan auf 0,0, als der Schlauch sich begann nur wenige Zentimeter vor meiner Nase in Richtung des Dacias zu bewegen. Ich sprang mit einem professionellen Nazgul-Schrei auf die Beine und stellte dank Maturaabschluss fest, dass es sich bei dem vermeintlichen Fahrradschlauch tatsächlich um eine Schlange handelte, die sich nun elegant durch meinen Speibachhaufen hindurchwindete.
Nun fasziniert vom Durchmesser der Schlange, ging ich ein paar Schritte zurück, um ihre Länge abschätzen zu können, was durch das Gebüsch erschwert wurde.
Nach wenigen Sekunden streckte die Schlange jedoch einen guten Meter entfernt vom sichtbaren Teil ihres Körpers den Kopf aus der Böschung und fuchtelte wild mit ihrer Zunge herum, als würde sie das vollständige aromatische Bouquet der Substanz ermitteln wollen, die sie hier, wider jeder Wahrscheinlichkeit, am Parkplatz Autobahnabfahrt Melk, aus heiterem Himmel an diesem sonnigen Tag getroffen hatte.
Beeindruckt und ehrfürchtig vor ihrer schieren Größe, rief ich meiner Fahrgemeinschaft zu, dass sie sich das unbedingt anschauen müssten, was einchörig mit “Host jetzt an Poscha?” beantwortet wurde.
Als ich gerade erklären wollte, dass ich ihnen nicht mein Erbrochenes zeigen möchte, wand sich die Schlange aus dem Gebüsch heraus ins kurze Gras hin zum Dacia und offenbarte mir und meinen Freunden ihre volle, prächtige Länge.
Wir alle reagierten unterschiedlich, als sie sich an uns vorbeischlängelte: Angst, Freude, Ekel, Faszination- doch bei uns allen schwang Ehrfurcht mit. Für die Schlange tendenziell nur Ekel.
Nach einigen Metern im Gras war die Schlange zumindest physisch nicht mehr angekotzt und verschwand für immer in den endlosen Weiten des Melker Parkplatz Gebüschs. Eine Erinnerung für die Ewigkeit für uns beide <3
Tuat ma lad, Schlange
Pass auf! Nicht das sie dich erwürgt.
Ich hätte wahrscheinlich wie ein kleines Mädchen gekreischt und wäre weggelaufen.
Danke für den Hinweis, ich werde beim nächsten Speiben acht geben!
Danke für die aufheiternde Geschichte ! Hab heute einen langweiligen Fortbildungstag vor mir
Hättest dir eine Auszeichnung verdient 🥇