Ich kenne mittlerweile ein paar Leute die sich an dem Teach for Austria probiert haben, meine These ging immer stark ins “die brennen sicher bald aus” aber die Wahrheit ist, ich kenn ungefähr die gleiche Anzahl von Lehramtslehrer die hingeschmissen haben/geburnouted sind.
Ich persönliche bringe anderen sehr gerne Sachen bei. Bisher hab ich mich bei allen Jobs immer um die neuen Mitarbeiter gekümmert und ihnen alles beigebracht und hatte immer Spaß dabei. Auch bei Jugendlichen könnte ich mir das gut vorstellen. Das Problem ist hier aber eher, dass die Bezahlung von Lehrern viel zu schlecht ist als dass sich so ein Jobwechsel lohnen würde. 🤷🏼♂️
Klassischer Zapp Brannigan. So lange Leute in den Tod schicken bis sich das Problem erledigt.
>Im Konferenzzimmer Im dritten Stock des neuen, lichtdurchfluteten Schulgebäudes arbeitet sie praktisch nie, mit einem Arbeitsplatz in der Größe von einem Quadratmeter sei das Konferenzzimmer eher ein Ort zum Austausch als zur Vorbereitung.
Damit ist mMn einer der größten Faktoren angesprochen. Die Schule als Arbeitsplatz ist einfach äußerst unattraktiv und auch im Moment das was mich am meisten an meinem Lehrberuf im Moment stört. Ein Quadratmeter ist schon fast großzügig, kein eigenes Telefon für Elterngespräche oder ein digitales Arbeitsgerät, (An meinem Standort gibt es heiße 8 (langsame/alte) PCs für 65 Lehrpersonen, nicht genug Stauraum für Lehrpersonen und Lernende (mag auch am alten Gebäude der Schule liegen) sind so kleine Dinge, die in Summe den Frustpegel merklich ansteigen lassen.
Es kann nicht sein, dass ich von meinem privaten Handy/Laptop die ganze Schulkommunkation/Arbeit (speziell als KV) machen muss, wenn ich nicht will, dass alles mindestens doppelt so lange dauert. Natürlich könnte ich am Schul-PC arbeiten, aber würden das alle machen, wäre das unmöglich und um Eltern anzurufen könnte ich zum Sekretariat, wobei die Dame dort wohl wenig Freude hätte, wenn das alle tun würden.
Als Kirsche oben drauf gibt es zwar immer mehr Digitalisierung aber mit der Konsequenz, dass fast alles doppelt gemacht wird. Also digital UND analog…..
Weiterhin fehlt die Möglichkeit, dass man nur ein paar Stunden unterrichten kann. Ich werde als ITler nit knapp 80k Gehalt niemals Vollzeit Lehrer werden um dort die Hälfte zu verdienen bei viel schlechteren Arbeitsbedingungen.
Aber 4-8h pro Woche unterrichten kann ich mir vorstellen. Das ist eine gute Abwechslung und Dienst an der Gesellschaft. Gleichzeitig werde ich aufgrund meines “richtigen” Jobs auch immer aktuelle Technologien lehren und nicht irgendwelches Zeug das seit 20 Jahren nicht mehr in Verwendung ist.
Sorry aber bei 12 Jahren Schule und vielen deppaten Lehrern hats in keinem einzigen Fall an der mangelnden Fachkompetenz, sondern immer am nicht lehren/vermitteln gelegen.
Aber ja klar, alles menschenmögliche unternehmen, also alles außer Arbeitsbedingungen verbessern/Gehalt anpassen. Weil das wär ja viel zu easy und würd das Problem tatsächlich lösen
” Diese würden Lebenserfahrung aus der Privatwirtschaft mitbringen, “angelernt” müssten alle werden. Sind Quereinsteiger vielleicht sogar die besseren Lehrer?”
​
Hihi, hoho, warum gibts wohl bald keine gscheiden Lehrer*innen mehr?
Das Geile ist ja, dass ich mittlerweile immer mehr Lehramtsstudenten kenne, die wegen den Quereinsteigern lieber was anderes machen. Das lohnt sich auch nur, wenn man sich dann den Job aussuchen kann.
Studiere selbst mittlerweile im 8.Semester Lehramtsst und schließe dieses monat den Bachelor ab. Ehrlich gesagt fühle ich mich grob verarscht das nur weils di politik seit Jahrzehnten verkekt das sie den job attraktiv macht, ich wuasi für die wirscht studiere.
Nach dem Studium muss ich in einer mittelschule dann alle fäscher unterrichten, auch wenn mi des absolut ned interessiert.
Verdienen tu ich aufs leben gerechnet deutlich weniger als meine älteren Kolleginnen und das bei mehr Arbeit (custodiat ist im neuen Vertrag unbezahlt und pflicht).
Aber das bildungsministerium will ja den Bachelor Lehrgang um ein jahr Verkürzung, das bringt sicher viel. Ich kenne einen einzigen studierenden der/die sich das Studium deswegen nicht ausgesucht hätte. Frag mal einen mediziner ob er deswegen nicht Medizin studieren wollte weils 6 statt 5 jahre dauert… meine Kolleginnen und ich bekommen für das extra jahr selbstverständlich keine Kompensation ist auch klar.
Kann überhaupt nicht verstehen warum keiner lehramt studieren will bei 1,8k netto nach matura und 6 jahre Studium… Habe vor dem Studium eine lehre gemacht und da deutlich, wirklich deutlich mwhr verdient…. Tja wieder mal ranten
Toll, wenn jemand kommt, der mit dem Fach zu tun hat.
Verrückt wird’s, wenn aus Mangel an geprüften dann Leute genommen werden müssen, die zwar ein großes Selbstvertrauen haben, aber sonst nichts.
Reales Beispiel: Eine studierte Anthropologin bewirbt sich und gibt gleich 8 Schulfächer an, wo sie sich berufen genug fühlt. Da wünsche ich den Oberstufenstufenschüler:innen viel Spaß.
Bei diesem ganzen Quereinsteiger Quatsch kommt mir das Kotzen. Die Regelungen wurden gut österreichisch wieder so geschaffen, dass man finanziell dafür bestraft wird, ein Lehramtsstudium abzuschließen. Ich hoffe, dass möglicht viele Junge das System durchschauen und ihre Lebenszeit nicht mit diesem Studium verschwenden. Ich hab diesen Fehler begannen und bereue es zutiefst.
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Ich kenne mittlerweile ein paar Leute die sich an dem Teach for Austria probiert haben, meine These ging immer stark ins “die brennen sicher bald aus” aber die Wahrheit ist, ich kenn ungefähr die gleiche Anzahl von Lehramtslehrer die hingeschmissen haben/geburnouted sind.
Ich persönliche bringe anderen sehr gerne Sachen bei. Bisher hab ich mich bei allen Jobs immer um die neuen Mitarbeiter gekümmert und ihnen alles beigebracht und hatte immer Spaß dabei. Auch bei Jugendlichen könnte ich mir das gut vorstellen. Das Problem ist hier aber eher, dass die Bezahlung von Lehrern viel zu schlecht ist als dass sich so ein Jobwechsel lohnen würde. 🤷🏼♂️
Klassischer Zapp Brannigan. So lange Leute in den Tod schicken bis sich das Problem erledigt.
>Im Konferenzzimmer Im dritten Stock des neuen, lichtdurchfluteten Schulgebäudes arbeitet sie praktisch nie, mit einem Arbeitsplatz in der Größe von einem Quadratmeter sei das Konferenzzimmer eher ein Ort zum Austausch als zur Vorbereitung.
Damit ist mMn einer der größten Faktoren angesprochen. Die Schule als Arbeitsplatz ist einfach äußerst unattraktiv und auch im Moment das was mich am meisten an meinem Lehrberuf im Moment stört. Ein Quadratmeter ist schon fast großzügig, kein eigenes Telefon für Elterngespräche oder ein digitales Arbeitsgerät, (An meinem Standort gibt es heiße 8 (langsame/alte) PCs für 65 Lehrpersonen, nicht genug Stauraum für Lehrpersonen und Lernende (mag auch am alten Gebäude der Schule liegen) sind so kleine Dinge, die in Summe den Frustpegel merklich ansteigen lassen.
Es kann nicht sein, dass ich von meinem privaten Handy/Laptop die ganze Schulkommunkation/Arbeit (speziell als KV) machen muss, wenn ich nicht will, dass alles mindestens doppelt so lange dauert. Natürlich könnte ich am Schul-PC arbeiten, aber würden das alle machen, wäre das unmöglich und um Eltern anzurufen könnte ich zum Sekretariat, wobei die Dame dort wohl wenig Freude hätte, wenn das alle tun würden.
Als Kirsche oben drauf gibt es zwar immer mehr Digitalisierung aber mit der Konsequenz, dass fast alles doppelt gemacht wird. Also digital UND analog…..
Weiterhin fehlt die Möglichkeit, dass man nur ein paar Stunden unterrichten kann. Ich werde als ITler nit knapp 80k Gehalt niemals Vollzeit Lehrer werden um dort die Hälfte zu verdienen bei viel schlechteren Arbeitsbedingungen.
Aber 4-8h pro Woche unterrichten kann ich mir vorstellen. Das ist eine gute Abwechslung und Dienst an der Gesellschaft. Gleichzeitig werde ich aufgrund meines “richtigen” Jobs auch immer aktuelle Technologien lehren und nicht irgendwelches Zeug das seit 20 Jahren nicht mehr in Verwendung ist.
Sorry aber bei 12 Jahren Schule und vielen deppaten Lehrern hats in keinem einzigen Fall an der mangelnden Fachkompetenz, sondern immer am nicht lehren/vermitteln gelegen.
Aber ja klar, alles menschenmögliche unternehmen, also alles außer Arbeitsbedingungen verbessern/Gehalt anpassen. Weil das wär ja viel zu easy und würd das Problem tatsächlich lösen
” Diese würden Lebenserfahrung aus der Privatwirtschaft mitbringen, “angelernt” müssten alle werden. Sind Quereinsteiger vielleicht sogar die besseren Lehrer?”
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Hihi, hoho, warum gibts wohl bald keine gscheiden Lehrer*innen mehr?
Das Geile ist ja, dass ich mittlerweile immer mehr Lehramtsstudenten kenne, die wegen den Quereinsteigern lieber was anderes machen. Das lohnt sich auch nur, wenn man sich dann den Job aussuchen kann.
Studiere selbst mittlerweile im 8.Semester Lehramtsst und schließe dieses monat den Bachelor ab. Ehrlich gesagt fühle ich mich grob verarscht das nur weils di politik seit Jahrzehnten verkekt das sie den job attraktiv macht, ich wuasi für die wirscht studiere.
Nach dem Studium muss ich in einer mittelschule dann alle fäscher unterrichten, auch wenn mi des absolut ned interessiert.
Verdienen tu ich aufs leben gerechnet deutlich weniger als meine älteren Kolleginnen und das bei mehr Arbeit (custodiat ist im neuen Vertrag unbezahlt und pflicht).
Aber das bildungsministerium will ja den Bachelor Lehrgang um ein jahr Verkürzung, das bringt sicher viel. Ich kenne einen einzigen studierenden der/die sich das Studium deswegen nicht ausgesucht hätte. Frag mal einen mediziner ob er deswegen nicht Medizin studieren wollte weils 6 statt 5 jahre dauert… meine Kolleginnen und ich bekommen für das extra jahr selbstverständlich keine Kompensation ist auch klar.
Kann überhaupt nicht verstehen warum keiner lehramt studieren will bei 1,8k netto nach matura und 6 jahre Studium… Habe vor dem Studium eine lehre gemacht und da deutlich, wirklich deutlich mwhr verdient…. Tja wieder mal ranten
Toll, wenn jemand kommt, der mit dem Fach zu tun hat.
Verrückt wird’s, wenn aus Mangel an geprüften dann Leute genommen werden müssen, die zwar ein großes Selbstvertrauen haben, aber sonst nichts.
Reales Beispiel: Eine studierte Anthropologin bewirbt sich und gibt gleich 8 Schulfächer an, wo sie sich berufen genug fühlt. Da wünsche ich den Oberstufenstufenschüler:innen viel Spaß.
Bei diesem ganzen Quereinsteiger Quatsch kommt mir das Kotzen. Die Regelungen wurden gut österreichisch wieder so geschaffen, dass man finanziell dafür bestraft wird, ein Lehramtsstudium abzuschließen. Ich hoffe, dass möglicht viele Junge das System durchschauen und ihre Lebenszeit nicht mit diesem Studium verschwenden. Ich hab diesen Fehler begannen und bereue es zutiefst.