„Große Vermögen überdauern Generationen. Sie werden in der Regel vererbt, in den seltensten Fällen sind sie „selbst erarbeitet“.“
oohje da spricht da Neid, wo sind die Zahlen dazu?
Ich starte mal bewusst ohne Source: 30% der multis haben es geerbt, 25% haben etwas geerbt und erst selbst was daraus gemacht, der Rest is pure selfmade.
Also weit nicht so viel wie alle immer annehmen.
„Die Vermögen können sich in weiterer Folge fast wie von selbst vermehren, ohne dass sie einen steuerlichen Beitrag zur Gesellschaft leisten müssen.“
Fehlinformation, wer in Österreich Vermögen vermehrt liegt bei 50% Gesamtsteuerlast.
Beispiel: Du hast 5million in einem Unternehmen das 3% Dividende bezahlt. Das Unternehmen hat einen Gewinn und muss diesen mit der köst besteuern, von diesem nettoertrag wird deine Dividende ausbezahlt auf die du nochmal eine Steuer von 27% zahlen musst.
>MYTHOS: “DER ADMINISTRATIONSAUFWAND FÜR VERMÖGENSSTEUERN IST ZU HOCH”
>
>Ein Blick auf den Kalender zeigt: Wir leben im Jahr 2023, dem Zeitalter der Digitalisierung. Mit der Einführung eines Vermögensregisters, der Auswertung von Grundbüchern oder Kontodaten sollte eine Besteuerung effizient umsetzbar sein.
​
Ha Ha. Selten so gelacht.
Das ist genau der Grund, weshalb ich von einer Diskussion zu dem Thema nichts erwarte. Ein Fragen-Antworten-Artikel für Kinder, geschrieben von einem ehemaligen Berufsfotografen mit einem Master in Digitaler Kunst.
Alle Märchen “widerlegt”, ja, zweifelsfrei. Ein Comic fehlt. Jetzt schießt noch der bekannte Hotelier von der anderen Seite dagegen und wir sind auf dem Gipfel der Weisheit angelangt.
Ich bin zwar verfechter einer Vermögenssteuer, aber so einfach ist es eben nicht, wie es der Herr dahrstellt.
Weißt was einfach ist, Firmenstimmrechte an Mitarbeiter Genossenschaften oder einen Staatsfond zu geben.
Vermögenswerte wie Schmuck, Kunst, Autos usw an Museen
Ein Artikel der mit marxistischen Parolen startet ist sicher objektiv bei diesem Thema. Eine Zeitung die von einer Partei herausgegeben wird sicherlich auch.
Vermögensteuern sind ineffizient, da sie hohe bürokratische Kosten bringt und die gesamten Steuereinnahmen kaum steigen, in manchen Fällen sogar sinken. Eine Erbschaftssteuer wäre deutlich effizienter.
Könnte das bitte Mal ein leitartikel in DER krone , zib 2 oder servus tv sein, damits auch die letzten Vollpfost. In. En .xx verstehen!?!?
Diese Widerlegung ist – so wie fast jeder Beitrag zum Thema Vermögenssteuern in letzter Zeit – nichts als eine ideologisch motivierte Verkürzung der Debatte, bei der mit halben Informationen gearbeitet wird, um den eigenen Standpunkt aufzufetten. Cherry Picking ist dafür noch vorsichtig ausgedrückt.
Von den rein ideologischen Postulaten (v.a. “richten Schaden an”, “lieben Schauermärchen”) abgesehen, hat der Artikel schon auch drastische inhaltliche Schwächen. Auszugsweise:
​
1. Die Wegzugsbesteuerung würde sich im EU-Raum mit den Grundfreiheiten (v.a. Niederlassungsfreiheit, Kapitalfreiheit) beißen. Und dass Österreich zwar quasi Steuerschlusslicht ist, ist schön und gut, aber andere Länder – auch innerhalb der EU – machen es Vermögenden deutlich leichter, Vermögen am Fiskus vorbeizuschleusen (u.a. Irland).
2. “Sehr unwahrscheinlich” ist ein Wert jenseits von 1 Mio. für ein Haus mit Grundstück tatsächlich nicht, bzw. kommt es auf die Bewertungsmethode an. Nehme ich einen Immobilienpreisspiegel (maßgeblich z.B. bei der Revision von Grundbucheintragungsgebühren), lande ich z.B in den Bezirken Bregenz, Dornbirn oder Innsbruck sogar bei den derzeit etwas gedämpften Preisen relativ schnell bei Werten um die Million für abgezahlte Häuser. Nach dem Bewertungsgesetz bzw. der GrundstückswertVO wird man sicher nicht so hoch kommen, außer für extrem große Immobilien. Diese Differenzierung macht einfach niemand, wenn es um das Thema geht, obwohl sie für die Beurteilung eines der wichtigsten Argumente extrem wichtig wäre.
3. 95-96% *könnten* von einer Vermögenssteuer profitieren. Ja, sie könnten auch von einer Einmalzahlung iHv EUR 1 Mio. profitieren, nur gibt es die halt leider nicht. Die bloße Möglichkeit, dass etwas besser wird, ist erfahrungsgemäß in der politischen Landschaft Österreichs nichts wert.
4. Von der Überschätzung der Digitalisierung abgesehen: Auswertung von Grundbüchern sagt nur etwas über die Grundstücksgröße und Belastungen, nicht aber über die Bebauung oder deren Bewertung. Die Auswertung von Kontodaten ist datenschutzrechtlich heikel, v.a. dann, wenn sie über Drittanbieter vorgenommen wird (man denke an das Datendebakel bei der GIS, an das sich schon wieder niemand mehr erinnern kann).
Edit: Dass das Thema Betriebsvermögen/Gesellschaftsanteile/Stiftungsvermögen bzw. -begünstigungen völlig ausgespart wird, ist auch eher schwach, v.a. deshalb, weil man damit auch die wichtigsten Steuervermeidungsstrategien völlig ignoriert. Das ist auch für das prognostizierte Steueraufkommen wesentlich.
Zusammengefasst also ein Artikel, der genauso polemisch und inhaltsleer ist, wie die Einlassungen der NEOs zu dem Thema. Wenn einer schon für oder wider Vermögenssteuern werben will, dann soll er wenigstens Quellen angeben, unter denen man sein Konzept dann auch tatsächlich beurteilen kann. So ist die ganze Aussage: Vermögenssteuern brauchts, und du, Wahlvolk, hoffe, dass dann alles besser wird!
Ich bin auch für Vermögenssteuern aber bitte keine Links zu Parteizeitungen, genauso wenig zu Krone & Fellner Zeugs. Bitte gescheiten Journalismus
>Gespenster und Vermögen haben vier Gemeinsamkeiten: Sie richten Schaden an, sie überdauern Generationen, sie sind unsichtbar und es gibt eine Menge Märchen dazu.
WTF habe ich gerade gelesen?
Wäre besser man würde sich auf die Argumente konzentrieren.
10 comments
Viel Text, wenig Inhalt
„Große Vermögen überdauern Generationen. Sie werden in der Regel vererbt, in den seltensten Fällen sind sie „selbst erarbeitet“.“
oohje da spricht da Neid, wo sind die Zahlen dazu?
Ich starte mal bewusst ohne Source: 30% der multis haben es geerbt, 25% haben etwas geerbt und erst selbst was daraus gemacht, der Rest is pure selfmade.
Also weit nicht so viel wie alle immer annehmen.
„Die Vermögen können sich in weiterer Folge fast wie von selbst vermehren, ohne dass sie einen steuerlichen Beitrag zur Gesellschaft leisten müssen.“
Fehlinformation, wer in Österreich Vermögen vermehrt liegt bei 50% Gesamtsteuerlast.
Beispiel: Du hast 5million in einem Unternehmen das 3% Dividende bezahlt. Das Unternehmen hat einen Gewinn und muss diesen mit der köst besteuern, von diesem nettoertrag wird deine Dividende ausbezahlt auf die du nochmal eine Steuer von 27% zahlen musst.
>MYTHOS: “DER ADMINISTRATIONSAUFWAND FÜR VERMÖGENSSTEUERN IST ZU HOCH”
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>Ein Blick auf den Kalender zeigt: Wir leben im Jahr 2023, dem Zeitalter der Digitalisierung. Mit der Einführung eines Vermögensregisters, der Auswertung von Grundbüchern oder Kontodaten sollte eine Besteuerung effizient umsetzbar sein.
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Ha Ha. Selten so gelacht.
Das ist genau der Grund, weshalb ich von einer Diskussion zu dem Thema nichts erwarte. Ein Fragen-Antworten-Artikel für Kinder, geschrieben von einem ehemaligen Berufsfotografen mit einem Master in Digitaler Kunst.
Alle Märchen “widerlegt”, ja, zweifelsfrei. Ein Comic fehlt. Jetzt schießt noch der bekannte Hotelier von der anderen Seite dagegen und wir sind auf dem Gipfel der Weisheit angelangt.
Ich bin zwar verfechter einer Vermögenssteuer, aber so einfach ist es eben nicht, wie es der Herr dahrstellt.
Weißt was einfach ist, Firmenstimmrechte an Mitarbeiter Genossenschaften oder einen Staatsfond zu geben.
Vermögenswerte wie Schmuck, Kunst, Autos usw an Museen
Ein Artikel der mit marxistischen Parolen startet ist sicher objektiv bei diesem Thema. Eine Zeitung die von einer Partei herausgegeben wird sicherlich auch.
Vermögensteuern sind ineffizient, da sie hohe bürokratische Kosten bringt und die gesamten Steuereinnahmen kaum steigen, in manchen Fällen sogar sinken. Eine Erbschaftssteuer wäre deutlich effizienter.
Könnte das bitte Mal ein leitartikel in DER krone , zib 2 oder servus tv sein, damits auch die letzten Vollpfost. In. En .xx verstehen!?!?
Diese Widerlegung ist – so wie fast jeder Beitrag zum Thema Vermögenssteuern in letzter Zeit – nichts als eine ideologisch motivierte Verkürzung der Debatte, bei der mit halben Informationen gearbeitet wird, um den eigenen Standpunkt aufzufetten. Cherry Picking ist dafür noch vorsichtig ausgedrückt.
Von den rein ideologischen Postulaten (v.a. “richten Schaden an”, “lieben Schauermärchen”) abgesehen, hat der Artikel schon auch drastische inhaltliche Schwächen. Auszugsweise:
​
1. Die Wegzugsbesteuerung würde sich im EU-Raum mit den Grundfreiheiten (v.a. Niederlassungsfreiheit, Kapitalfreiheit) beißen. Und dass Österreich zwar quasi Steuerschlusslicht ist, ist schön und gut, aber andere Länder – auch innerhalb der EU – machen es Vermögenden deutlich leichter, Vermögen am Fiskus vorbeizuschleusen (u.a. Irland).
2. “Sehr unwahrscheinlich” ist ein Wert jenseits von 1 Mio. für ein Haus mit Grundstück tatsächlich nicht, bzw. kommt es auf die Bewertungsmethode an. Nehme ich einen Immobilienpreisspiegel (maßgeblich z.B. bei der Revision von Grundbucheintragungsgebühren), lande ich z.B in den Bezirken Bregenz, Dornbirn oder Innsbruck sogar bei den derzeit etwas gedämpften Preisen relativ schnell bei Werten um die Million für abgezahlte Häuser. Nach dem Bewertungsgesetz bzw. der GrundstückswertVO wird man sicher nicht so hoch kommen, außer für extrem große Immobilien. Diese Differenzierung macht einfach niemand, wenn es um das Thema geht, obwohl sie für die Beurteilung eines der wichtigsten Argumente extrem wichtig wäre.
3. 95-96% *könnten* von einer Vermögenssteuer profitieren. Ja, sie könnten auch von einer Einmalzahlung iHv EUR 1 Mio. profitieren, nur gibt es die halt leider nicht. Die bloße Möglichkeit, dass etwas besser wird, ist erfahrungsgemäß in der politischen Landschaft Österreichs nichts wert.
4. Von der Überschätzung der Digitalisierung abgesehen: Auswertung von Grundbüchern sagt nur etwas über die Grundstücksgröße und Belastungen, nicht aber über die Bebauung oder deren Bewertung. Die Auswertung von Kontodaten ist datenschutzrechtlich heikel, v.a. dann, wenn sie über Drittanbieter vorgenommen wird (man denke an das Datendebakel bei der GIS, an das sich schon wieder niemand mehr erinnern kann).
Edit: Dass das Thema Betriebsvermögen/Gesellschaftsanteile/Stiftungsvermögen bzw. -begünstigungen völlig ausgespart wird, ist auch eher schwach, v.a. deshalb, weil man damit auch die wichtigsten Steuervermeidungsstrategien völlig ignoriert. Das ist auch für das prognostizierte Steueraufkommen wesentlich.
Zusammengefasst also ein Artikel, der genauso polemisch und inhaltsleer ist, wie die Einlassungen der NEOs zu dem Thema. Wenn einer schon für oder wider Vermögenssteuern werben will, dann soll er wenigstens Quellen angeben, unter denen man sein Konzept dann auch tatsächlich beurteilen kann. So ist die ganze Aussage: Vermögenssteuern brauchts, und du, Wahlvolk, hoffe, dass dann alles besser wird!
Ich bin auch für Vermögenssteuern aber bitte keine Links zu Parteizeitungen, genauso wenig zu Krone & Fellner Zeugs. Bitte gescheiten Journalismus
>Gespenster und Vermögen haben vier Gemeinsamkeiten: Sie richten Schaden an, sie überdauern Generationen, sie sind unsichtbar und es gibt eine Menge Märchen dazu.
WTF habe ich gerade gelesen?
Wäre besser man würde sich auf die Argumente konzentrieren.