Mehr Väterbeteiligung scheitert oft am Geld

18 comments
  1. Kann das nur bestätigen! Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind ein Witz für Väter.

    Ich war mit beiden Kindern jeweils 1 Jahr in Karenz, habe in der Zeit aber nur jeweils für die ersten 2 Monate Karenzgeld bekommen, war also insgesamt 20 Monate unbezahlt zuhause!

    Dann gibts noch diesen tollen “Partnerschaftsbonus”, wo es groß heisst, diese €2000 bekommt man, wenn man sich die Karenz annähernd 50/50 aufteilt – haben wir gemacht – 1. Jahr meine Frau, 2. Jahr ich – bekommen haben wir das trotzdem nicht, weil die Berechnungszeit nicht von der tatsächlichen Karenzzeit ausgeht, sondern von der Bezugszeit des Karenzgeldes, also 12 Monate meine Frau, 2 Monate ich in unserem Fall.

    Verstehe so auch voll und ganz, warum sich die meisten Väter das dann nicht antun, auch wenn ich das nie anders gemacht hätte.

  2. Ja, da beißt sich das Konzept in den Schwanz.

    Immer noch ist das Gehalt des Mannes ein relevanter Aspekt bei der Partnerwahl, ergo kümmert sich der durchschnittliche Mann um ein höheres Gehalt als es die durchschnittliche Frau tut.

    Dann kommts zum ersten Kind und auch wenn man gerne 50:50 machen würde, geht sich das einfach finanziell nicht aus. Kinder verbrauchen einen Haufen Geld, und in dieser Zeit, wo plötzlich mehr Geld notwendig ist, ist es finanziell eh schon schwer genug, wenn die Frau mit ihrem niedrigeren Gehalt in Karenz geht. Wenns dann noch der Mann mit seinem höheren Gehalt tun täte, dann wirds richtig eng.

    Ich verdien ganz ok, trotzdem wars erst mal finanziell richtig eng im Papamonat.

    €700 als mehr oder weniger gesamtes Familieneinkommen für ein Monat, das muss man sich erst mal leisten können.

    Und wenn man sich das leisten kann, dann bringen die €700 (die man eh erst verspätet bekommt) auch nicht viel.

  3. No na ned. Das der Papamonat auf 700€ gedeckelt ist, ist schon der erste ziemliche Schwachsinn. Das ist einfach eine massive Gehaltseinbuße die kaum einer nehmen kann/will.

    Von den paar Kollegen die Väter geworden sind, hat genau einer den Papamonat genommen. Der Rest hat Überstunden und Urlaubstage abgebaut und einen inoffiziellen Papamonat gemacht.

  4. Papamonat sollte 1:1 mit dem Gehalt ausgeglichen werden, natürlich mit Obergrenze aber die 700 sind eine Frechheit. Beim ersten Kind hab ich den noch genutzt beim zweiten dann nicht mehr da es finanziell eine zu große Einbuße gewesen wäre.

  5. Kann halt keinen wundern, dass die Bevölkerung so stark abnimmt.

    Bedingungen sind für Frauen schon letztklassig. Ich find das sollte man auch mal ansprechen, da bei Kindern eher mit haushaltseinkommen gerechnet wird.

    Normale, 1 Jahres karenz liegt irgendwo unter der mindestsicherung. Wenn du 2, 3 Jahre gehen bekommst du schon nur mehr 600 pro Monat.

    Gut, 3 Jahre sind vielleicht lang. 1 Jahr aber auch kurz.

    Gehaltsabhängig geht nur 1 Jahr, maximal 2000 pro Monat. Dazu brauchst du aber einen Job bei dem das überhaupt möglich ist.
    Lehrer zb, in den ersten 5 Jahren nur befristete Verträge, einkommensabhängige karenz unmöglich.

    Dann kommen natürlich Risiken wie Ausfall des Vaters

    Ich versteh nicht ganz wie man erwartet das Mütter unter der mindestsicherung leben, aber gut.

    Kinder kriegen ist eine finanzielle landmine. Und da den zweiten Partner auch noch reintreten lassen, ist für viele halt nicht machbar. Da ists eh klar, daß ein Einkommen gesichert sein muss.

  6. im arbeiterbereich wird da auch versucht es zu verhindern wo es nur geht, kenne einige die in laakirchen, bei einem der größten arbeitgeber dort, arbeiten und denen wurde alles an steinen in den weg gelegt wo es nur ging. auch mit drohungen nach der rückkehr einen massiv schlechteren arbeitsplatz zugewiesen zu bekommen usw.

    bei den angestellten im selben betrieb wars dann eher wenig problem, da gings dann recht leicht.

  7. jo, papamonat sollte besser bezahlt werden, oder zumindest nicht auch noch von urlaubs-/weihnachtsgeld abgezogen werden, aber ansonsten finde ich unser system weltklasse und da jammern wir echt auf sehr hohem niveau. ich mein, auf diese ganzen leistungen besteht ja sogar rechtsanspruch! wenn ich nach der karenz zu meinem chef sage ich mach jetz nurmehr 30 stunden kann er nur sagen “ok super danke” 😂

  8. Kinderbetreuung außerhalb Wiens kost halt auch eine Lawine… hier in Graz für Krippe max ~400 EUR bis 110 EUR sozial gestaffelt (netto ab 4500 bis 1750 Familieneinkommen) Berechnungsgrundlage immer das vorige Jahr… sollte unterjährig der Verdienst schrumpfen dann erfolgt eine Umstufung nur wenn man mehr als 25% weniger verdient. (Bei 24,9% -> pech gehabt – ich mein selbst beim strom gibts sowas wie nachzahlung oder gutschriften)
    Bei 2 Kindern zahlt man im Gutverdienerfall schon 700 EUR (2 Stufen weniger da Geschwisterrabatt und 2 Kinder in der selben Einrichtung)
    Das alles sind Kosten für ganztags (es gibt nämlich fast keine halbtags Plätze – meine kids gehen 2-3 Tage a 6h zahlen müssma aber ganztags ansonst hättma keinen Platz bekommen)
    Zu den Kosten kommen dann noch so zusätzlich Geld für Bastelmaterial und Jause ~20-30 EUR mtl
    Das System ist so rückständig und trotzdem is ma froh wenn man zumindest einen Platz bekommt….und dann jedes Jahr zittern muss ob man nächstes Jahr auch einen bekommt..

  9. Rechte (wirtschafts-) Politik führt zu einer Abnahme der Kinderrate. Irgendwie ironisch die Familie zu preisen und sie hinterrum so stark zu f*cken.

  10. Ich bin weiblich, in der Familienplanung und ganz ehrlich, ich mönnte mir nie vorstellen, 100% beim Kind zu bleiben. Das wäre mir zu anstrengend und auch einfach zu riskant wegen Altersarmut, weil mir Beitragsjahre fehlen.

    Für mich kommt daher echt nur ein Modell in frage, wo sich in gleichen Anteilen um das Kind gekümmert wird. Ein bisschen so wie Coparenting, nur dass man in einer Beziehung ist. Zu zweit ist sowas einfacher zu bewerkstelligen

  11. Ach ich finds allgemein nicht so schlecht in Ö, vorallem wenn man es mit anderen Ländern vergleicht. Einkommensabhängiges Karenzgeld für 14 Monate, wenn beide gehen und dann noch die Ansprüche auf Elternteilzeit.

    Der Papamonat ist aber ein Witz, da ist Urlaub/Zeitausgleich nehmen gscheiter, besonders wenn man gut verdient.

  12. Liebe Leute, ich bin Redakteur beim ORF Wirtschaftsmagazin ECO und mache einen Beitrag zum Thema Väterkarenz. Dazu bin ich auf der Suche nach Vätern, die überlegen oder sich entschieden haben in Karenz zu gehen. Falls jemand Interesse hat mit mir darüber zu sprechen, bitte einfach melden! LG Michael

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