Und darum wird die AFD noch mehr Zuwachs bekommen.
In Deutschland gibt es einen erheblichen Bevölkerungsanteil, der im Leben festgefahren und unzufrieden ist. Menschen die kaum, oder keine, Hoffnungen auf Besserung ihre Situation haben, aber Ängste vor weiteren Abstieg.
Teils in Ökonomischer Hinsicht, teils hinsichtlich persönlicher und sozialer Teilhabe, und oft auch beides. Teilweise natürlich aus Selbstverschulden, aber meistens zu einem großen Teil auch strukturell bedingt.
Diese Menschen werden, sofern sie sich überhaupt noch am politischen Prozess beteiligen, zwangsläufig irgendwann auf “Alternative” Parteien umschwenken, wenn sie nicht das Gefühl haben, dass die “normalen” ihnen etwas bieten können. Und keine Partei, welche in den letzten Jahrzehnten in der Regierungsverantwortung war, hat auch nur im Ansatz genug gemacht um jene Menschen abzuholen.
Und irgendwann fangen jene dann an, politisch betrachtet, vor Verzweiflung wild um sich zu schlagen.
Zunehmend zieht dann auch das Argument nicht, dass die AFD rechts und Nazis seien- Denn das betonen stets jene Parteien, und ihre (scheinbaren) Unterstützer:innen, von denen sich diese Menschen “verarscht” fühlen. (Oder sie teilen bereits rechte Ansichten.)
Wenn mir Bernd Höcke erzählen würde, dass etwas schlecht sei, dann ist das für mich, als überzeugte linke Person, geradezu Werbung für jene Sache.
Unser System, wie es besteht, kann nicht mit einer solchen Menge unzufriedener Menschen umgehen. Dazu müsste an den Grundfesten unseres kapitalistischen Systems gerüttelt werden und gänzlich andere Politik gemacht werden.
Dabei geht es nicht einmal darum, dass wir “ihre Sorgen ernst nehmen müssen” und das wir ihnen gut zuhören und zureden müssen. Viele von ihnen haben keine rationale Sorgen. Aber wir haben ein gesellschaftliches System, welches Sorgen schafft und keine Sorgen löst.
Das müssten wir ernst nehmen. Tuen wir aber nicht.
Es ist unvermeidlich, dass wir irgendwann die AFD in die Regierung bekommen.
An alle hassgetriebenen Menschen die glauben unter autokratischen Strukturen ein besseres Leben zu haben…in Russland sind gerade ein paar Wohnungen frei geworden.
> Er sei von den etablierten Parteien maßlos enttäuscht. Die vielen Flüchtlinge. Die Milliarden für die Ukraine. Die 3000 Euro Inflationsausgleich für die Bundesregierung.
„Und uns lassen sie hängen“, schimpft Morgenstern
Der 82jährige Versager flennt rum, aber sagt nicht was er eigentlich will. Soll ihm die Regierung Geld geben, weil die in der Ukraine welches bekommen? Solche Leute sind halt einfach dumme Versager und versuchen anderen die Schuld zu geben. Hatte irgendnen Drecksjob, der zu wenig Rente führt und jetzt ist die Regierung schuld.
Ich Frage mich: im meckern sind sie groß, aber die genauen Probleme kann keiner genau identifizieren?
Ausländer für die eigenen Unzulänglichkeiten zu verteufeln ist für mich kein Argument.
Mag sein dass sie (finanziell) abgehängt sind, aber dann kriegt doch den Arsch hoch. Ich habe mir während meines Studiums den Arsch aufgerissen, nebenher Geld verdient und 16h Tage geschoben. Und das auch auf dem zweiten Bildungsweg nach 8 Jahren Berufserfahrung. Wenn man will, geht vieles.
Auf der faulen Haut ausruhen und auf andere schimpfen ist halt selten ein guter Weg.
Nein, dem Focus-Chefredakteur wird hier eher klar, wie er und sein Magazin noch weiter davon profitieren können.
Erschreckend, was Rony und Schantal so denken und mit der Wahl der AfD einfach mal so gutheißen.
>Otto Morgenstern steht breitbeinig in seiner Hofeinfahrt […].
Irgendwie absurd, dass er Morgenstern heißt, ein bei Juden weit verbreiteter Nachname.
Das beste Gegenbeispiel zu den ländlich geprägten AfD-Hochburgen ist der einwohner**schwächste** Landkreis Deutschlands: Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen.
Lüchow ist 110 km von der Hamburger Stadtgrenze entfernt, 125 km von der Hannoveraner Stadtgrenze entfernt und mehr als 200 km von Berlin entfernt. Die nächstgelegene Großstadt zu Lüchow ist Wolfsburg mit **75** km Entfernung. Um’s kurz zu fassen: Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat wenige Einwohner, eine niedrige Bevölkerungsdichte und liegt in jeder Himmelsrichtung weit von einer Großstadt entfernt. In Frankreich würde man sagen: Der Landkreis Lüchow ist “hyper ländlich” bzw. “hyper-ruralité”.
Trotzdem liegen im Landkreis Lüchow-Dannenberg gute Zukunftsperspektiven vor. Bereits 1997 wurde vom Kreistag beschlossen, dass der Landkreis eine Stromversorgung zu 100% aus Erneuerbaren Energien anstrebt. Seit 2012 erzeugt die Region mehr Energie als dort verbraucht wird. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist also Energie-Exporteur.
Die AfD hat in der Kreistagswahl 2021 in Lüchow-Dannenberg im Vergleich zur Wahl 2016 sogar Stimmen **verloren**. Die AfD erhielt 2021 nur noch 4,56% der Wählerstimmen im Landkreis.
Erstmal:
Ein Focus Online Artikel den ich trotz Ungenauigkeiten gerne gelesen habe. Hölle friert zu.
Zu einem Teil der Statements:
> Susann Weithaas rechnet mit der Ampel ab: „Statt um die Mehrheit der Bürger kümmern die sich um Minderheiten und Probleme, die eigentlich keine sind. Gender-Sprache zum Beispiel ist totaler Nonsens. Oder die sexuelle Orientierung. Soll doch jeder machen, was er will, aber nicht andere Leute damit nerven. Wir haben hier ganz andere Sorgen.“
> Ich frage nach einem Beispiel. „Die Schulen sind marode, es gibt zu wenige Lehrer“, antwortet Frau Weithaas. „Unser Sohn geht in die 7. Klasse. Der hat 12 bis 15 Stunden Ausfall pro Woche und keinen Physikunterricht. Chemie nur eine Stunde, Biologie nur eine Stunde – was sollen denn die Kinder für später mal lernen? Das ist doch eine Katastrophe.“
Ignorieren wir mal dass in jedem “es gibt wichtigeres als gleichgeschlechtliche Liebe immer ein ‘Ich will das nicht’ mitdrinschwingt”, merkt man wie stark die Skandalisierung und Monothematisierung von Focus Online, Pi-News, Bild und deren politischen Armen CDU/CSU/AfD aufgeht.
Was durch und durch im Artikel merklich ist die komplett verknappte Wahrnehmung “weil Hilfsgender nach Ukraine gesendet werden, ist kein Geld für meine Rente da. Weil da jemand genderinklusive Sprache will, bekommen wir marode Schulen.”
Panzer nach Ukraine schicken hält uns nicht von höherem Mindestlohn ab. CDU/CSU/FDP und der Seeheimer Kreis der SPD tun dies.
Aber solange Menschen Zusammenhänge nicht begreifen und vor allem Nicht-Zusammenhänge nicht erkennen, vor allem auch weil Focus/PI/Bild etc pp daraus Kapital schlagen können, haben wir ein Problem.
Für ein unabhängiges Ostdeutschland oder wie
Ein paar richtig geistreiche Kommentare hier…
Kein Bock die Husoquelle zu klicken. Darf ich raten? Weil der Focus sie alle aufgehezt hat jahrzehntelang und mit ihrer Berichterstattung dazu geführt haben, dass auch nichts mehr vorangeht, weil alles was irgendwie Zukunftsinvestitionen sind, Lava ist?
​
Ne, so weit haben sie nicht reflektiert vermutlich?
Ich kann allen nur die zwei Videos vom Parabelritter empfehlen.
Die ganze Thematik ist so komplex.
Der Osten ist abgehöngt, die Leute hier haben seit Jahrzehnten das Vertrauen an die Politik verloren . Es war/ ist logisch das sowas passiert
Was ich so gar nicht verstehe, wenn man der DDR hinterher trauert, wieso wählt man dann nicht einfach die Linke statt der fucking AfD?
Marode Schule, Unterrichtsausfall, Angst vor finanziellem Kollaps durch geringes Lohn- und Rentenniveau in einer allgemein strukturschwachen und armen Region.
Da kann man sich als Regierung ja ausmalen, wie das in ein paar Jahren in anderen Teilen der Republik aussieht.
>Am Ende meiner Reise treffe ich eine junge Frau. Sie läuft beschwingt über den Schleizer Markplatz. Die Sonne strahlt. Wir unterhalten uns. Sie sagt: „Eigentlich ist die Regierungspolitik richtig, gerade beim Klimaschutz, aber die Parteien arbeiten schlecht zusammen.“ Als Mutter von zwei Kindern sei es ihr ein Anliegen, dass „wir unsere Umwelt besser schützen“.
>
>Angesprochen auf die hohe AfD-Akzeptanz in ihrer Heimat, wird die Frau plötzlich leiser: „Darf ich ehrlich sein? Ich schäme mich dafür.“ Mit ihrer Meinung stehe sie allerdings ziemlich alleine da. „Wenn ich mich auf Arbeit so umschaue, da sind gefühlt 80 Prozent für die AfD.“
>
>Bevor ich mich verabschiede, frage ich die Thüringerin nach ihrem Namen. „Oh“, sagt sie, „ich möchte meinen Namen nicht nennen. Zum Schutz meiner Kinder. Die Eltern von Mitschülern sind AfD-Politiker. Und ich will nicht, dass meine Kinder dadurch Probleme kriegen.“
“Das darf man ja eigentlich gar nicht mehr sagen” – jedenfalls dort, wo die AfD die Hegemonie erringt.
> Bei meiner Reise durch AfD-Hochburg wird mir klar, warum die Menschen rechts wählen
Wäre schön, wenn der Text des Artikels auch auf das “warum” eingangen wäre. So hat er erstmal nur gezeigt, _dass_ die Leute die AfD wählen.
Keine der Behauptungen wird untermauert oder im Text berichtigt. Was bleibt, ist Stammtischnonsens, keine nachvollziehbare Motivation.
Keine Soziale Teilhabe, schwindende Bildung und ganz vorne dabei, wenig bis mein Migrationsanteil. Von politischer Bildung Mal ganz zu schweigen.
Ich bin in Ostdeutschland geboren. Als die Mauer fiel war ich 6 Jahre. Inzwischen wohne ich in Köln, meine Familie nach wie vor in meiner Geburtsstadt. Meine Eltern seit je her solide politisch weit links, gelegentlich auch anfällig für Stammtischparolen, am Ende siegt aber meist die Vernunft. Wirtschaftlich immer recht gut dagestanden. Ich will kurz mal zusammenfassen, was ich von ihnen immer wieder höre, warum sie immer das Gefühl hatten durch die Politik als Bürger zweiter Klasse behandelt zu werden. Diese Dinge werden mE selten benannt. Das ist nämlich kein Gejammer dummer Ossis, sondern hat durchaus solide Ursachen.
1. Nach der gewollten Wende fühlten sie sich übergangen als man in Hinterzimmern beschloss statt wie im GG vorgesehen nach der Wiedervereinigung ganz Deutschland in die Schaffung einer neuen Verfassung einzubeziehen wurde die DDR “nach Art. 24 GG” (der für andere Dinge vorgesehen war) angeschlossen wurde.
2. Die Überführung des Wirtschaftssystems in die Marktwirtschaft durch das Monstrum der “Treuhand” die staatliche Betriebe in private Hand legte ist besonders für meinen Vater ein rotes Tuch. Die Auswahl der Investoren wurde durch historisch noch nie dagewesene Vetternwirtschaft, offene Bestechung, Hinterzimmerabreden und absoluter Gleichgültigkeit betrieben (das ist keine Übertreibung). Allein die Dauer dieser Überleitung war für viele mit einer extrem langen Unsicherheit über den Fortbestand des Betriebes überhaupt verbunden. Und für den glücklichen Fall der privaten Übernahme (die eben meist an windige Investoren ging) wurden viele Betriebe schlicht wirtschaftlich ausgeschlachtet und dicht gemacht. Diese ganzen Vorgänge sitzen bei vielen tief. Das Moloch der Treuhand war eine Totgeburt. Einmal etabliert hat man aber trotz eklatanten, praktisch willkürlicher Führung das Ding einfach laufen lassen.
3. In den 90er Jahen haben 80% (!) der Ostdeutschen ihre Arbeit verloren. Für Leute die bis dahin mit dem Wort arbeitslos nichts anfangen konnten und die lebenslange betriebszugegörigkeit die absolute Regel war, war das eine persönliche Katastrophe.
4. 1990 wurden in Ostdeutschland sämtliche Eliten im Bereich Wirtschaft, Politik, öffentliche Verwaltung/Justiz und Kultur komplett ausgetauscht und durch Westdeutsche ersetzt. Die haben dann auf die Ebenen unter ihnen natürlich ebenfalls Westdeutsche gesetzt. In Ostdeutschland gab (und gibt es überwiegend bis heute) es kein einziges größeres Unternehmen bei dem im Vorstand und höherem Management auch nur eine Ostdeutscher sitzen würde. Ostdeutschen waren gut für “ganz unten”. Man arbeitete stets für Westdeutsche. Aufstiegschancen gab es praktisch nicht.
5. Ostdeutsche Renten wurden politisch bewusst immer niedriger berechnet als Westdeutsche. Mag das zwar im Hinblick darauf wie Sozialversicherung funktioniert nachvollziehbar sein, sahen die Menschen darin schlicht ihre erwerbsbiografien politisch völlig als entwertet an. Die ungleichen Löhne sind bis heute ein Problem.
6. Die radikale Beseitigung aller Strukturen in Ostdeutschland unabhängig von politischer Belastung wurde oft in bestimmten Bereichen wie zum Beispiel die öffentliche Gesundheitsversorgung zb mit dem erfolgreichen Modell von Polikliniken, Kindergärten/Krippen als völlig unverhältnismäßig und radikal angesehen, insbesondere da sie durch offenkundig mangelhafte Systeme ersetzt wurden.
7. Entgegen aller Versprechungen von blühenden Landschaften wurde der Ausbau der Infrastrukturen kläglich vernachlässigt oder nur sehr stiefmütterlich behandelt.
8. Von Heuschrecken die zB in Ostdeutschland absolute Schrottkaren zu absolut überteuerten Preisen den unerfahren Bürgen andrehten ganz zu schweigen.
Für viele Ostdeutsche war jede unmittelbare Berührung mit dem Staat oft mit Enttäuschungen verbunden. Daneben verblassen positive Entwicklungen häufig und ich finde es ist eben nicht nur “einbildung” oder Ergebnis des unflexibelen Ostdeutschen, dass er mit diesen Erfahrungen sich insgesamt bestenfalls ignoriert schlimmstenfalls aktiv “verarscht” fühlt.
Was die gesellschaftliche Neustrukturierung für Schwierigkeiten bereitete, ist noch eine weitere Geschichte. Meine Eltern konnten sich weitestgehend anpassen. Viele andere auch. Manche aber nicht.
Und leider funktioniert der Satz der Bauernfänger der AfD “schaut euch an wofür Geld da ist (Flüchtlinge, Ukraine, Bundeswehr). Für euch hat man es nicht übrig” meiner Erfahrung nach besonders gut. Das kein einziger (Ost)deutscher auch nur einen Cent weniger Sozialleistungen bekommen hat und an keine Stelle an irgendeiner Investition etwas weg genommen wurde versteht man nicht. Simple psychologische Manipulationen (einheitliches Feindbild mit pseudobezügen zu realen persönlichen Problemen herstellen und dann die Leute mit dem Aufruf zur Bekämpfung hinter sich versammeln. Migranten als Objekt staatlicher rundum Fürsorge darstellen als Kontrast zum politisch unfair behandelten Ostdeutschen. Und die Lösung: Wir müssen die nur los werden, dann geht es euch allen besser).
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Und darum wird die AFD noch mehr Zuwachs bekommen.
In Deutschland gibt es einen erheblichen Bevölkerungsanteil, der im Leben festgefahren und unzufrieden ist. Menschen die kaum, oder keine, Hoffnungen auf Besserung ihre Situation haben, aber Ängste vor weiteren Abstieg.
Teils in Ökonomischer Hinsicht, teils hinsichtlich persönlicher und sozialer Teilhabe, und oft auch beides. Teilweise natürlich aus Selbstverschulden, aber meistens zu einem großen Teil auch strukturell bedingt.
Diese Menschen werden, sofern sie sich überhaupt noch am politischen Prozess beteiligen, zwangsläufig irgendwann auf “Alternative” Parteien umschwenken, wenn sie nicht das Gefühl haben, dass die “normalen” ihnen etwas bieten können. Und keine Partei, welche in den letzten Jahrzehnten in der Regierungsverantwortung war, hat auch nur im Ansatz genug gemacht um jene Menschen abzuholen.
Und irgendwann fangen jene dann an, politisch betrachtet, vor Verzweiflung wild um sich zu schlagen.
Zunehmend zieht dann auch das Argument nicht, dass die AFD rechts und Nazis seien- Denn das betonen stets jene Parteien, und ihre (scheinbaren) Unterstützer:innen, von denen sich diese Menschen “verarscht” fühlen. (Oder sie teilen bereits rechte Ansichten.)
Wenn mir Bernd Höcke erzählen würde, dass etwas schlecht sei, dann ist das für mich, als überzeugte linke Person, geradezu Werbung für jene Sache.
Unser System, wie es besteht, kann nicht mit einer solchen Menge unzufriedener Menschen umgehen. Dazu müsste an den Grundfesten unseres kapitalistischen Systems gerüttelt werden und gänzlich andere Politik gemacht werden.
Dabei geht es nicht einmal darum, dass wir “ihre Sorgen ernst nehmen müssen” und das wir ihnen gut zuhören und zureden müssen. Viele von ihnen haben keine rationale Sorgen. Aber wir haben ein gesellschaftliches System, welches Sorgen schafft und keine Sorgen löst.
Das müssten wir ernst nehmen. Tuen wir aber nicht.
Es ist unvermeidlich, dass wir irgendwann die AFD in die Regierung bekommen.
An alle hassgetriebenen Menschen die glauben unter autokratischen Strukturen ein besseres Leben zu haben…in Russland sind gerade ein paar Wohnungen frei geworden.
> Er sei von den etablierten Parteien maßlos enttäuscht. Die vielen Flüchtlinge. Die Milliarden für die Ukraine. Die 3000 Euro Inflationsausgleich für die Bundesregierung.
„Und uns lassen sie hängen“, schimpft Morgenstern
Der 82jährige Versager flennt rum, aber sagt nicht was er eigentlich will. Soll ihm die Regierung Geld geben, weil die in der Ukraine welches bekommen? Solche Leute sind halt einfach dumme Versager und versuchen anderen die Schuld zu geben. Hatte irgendnen Drecksjob, der zu wenig Rente führt und jetzt ist die Regierung schuld.
Ich Frage mich: im meckern sind sie groß, aber die genauen Probleme kann keiner genau identifizieren?
Ausländer für die eigenen Unzulänglichkeiten zu verteufeln ist für mich kein Argument.
Mag sein dass sie (finanziell) abgehängt sind, aber dann kriegt doch den Arsch hoch. Ich habe mir während meines Studiums den Arsch aufgerissen, nebenher Geld verdient und 16h Tage geschoben. Und das auch auf dem zweiten Bildungsweg nach 8 Jahren Berufserfahrung. Wenn man will, geht vieles.
Auf der faulen Haut ausruhen und auf andere schimpfen ist halt selten ein guter Weg.
Nein, dem Focus-Chefredakteur wird hier eher klar, wie er und sein Magazin noch weiter davon profitieren können.
Erschreckend, was Rony und Schantal so denken und mit der Wahl der AfD einfach mal so gutheißen.
>Otto Morgenstern steht breitbeinig in seiner Hofeinfahrt […].
Irgendwie absurd, dass er Morgenstern heißt, ein bei Juden weit verbreiteter Nachname.
Das beste Gegenbeispiel zu den ländlich geprägten AfD-Hochburgen ist der einwohner**schwächste** Landkreis Deutschlands: Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen.
Lüchow ist 110 km von der Hamburger Stadtgrenze entfernt, 125 km von der Hannoveraner Stadtgrenze entfernt und mehr als 200 km von Berlin entfernt. Die nächstgelegene Großstadt zu Lüchow ist Wolfsburg mit **75** km Entfernung. Um’s kurz zu fassen: Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat wenige Einwohner, eine niedrige Bevölkerungsdichte und liegt in jeder Himmelsrichtung weit von einer Großstadt entfernt. In Frankreich würde man sagen: Der Landkreis Lüchow ist “hyper ländlich” bzw. “hyper-ruralité”.
Trotzdem liegen im Landkreis Lüchow-Dannenberg gute Zukunftsperspektiven vor. Bereits 1997 wurde vom Kreistag beschlossen, dass der Landkreis eine Stromversorgung zu 100% aus Erneuerbaren Energien anstrebt. Seit 2012 erzeugt die Region mehr Energie als dort verbraucht wird. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist also Energie-Exporteur.
Die AfD hat in der Kreistagswahl 2021 in Lüchow-Dannenberg im Vergleich zur Wahl 2016 sogar Stimmen **verloren**. Die AfD erhielt 2021 nur noch 4,56% der Wählerstimmen im Landkreis.
Erstmal:
Ein Focus Online Artikel den ich trotz Ungenauigkeiten gerne gelesen habe. Hölle friert zu.
Zu einem Teil der Statements:
> Susann Weithaas rechnet mit der Ampel ab: „Statt um die Mehrheit der Bürger kümmern die sich um Minderheiten und Probleme, die eigentlich keine sind. Gender-Sprache zum Beispiel ist totaler Nonsens. Oder die sexuelle Orientierung. Soll doch jeder machen, was er will, aber nicht andere Leute damit nerven. Wir haben hier ganz andere Sorgen.“
> Ich frage nach einem Beispiel. „Die Schulen sind marode, es gibt zu wenige Lehrer“, antwortet Frau Weithaas. „Unser Sohn geht in die 7. Klasse. Der hat 12 bis 15 Stunden Ausfall pro Woche und keinen Physikunterricht. Chemie nur eine Stunde, Biologie nur eine Stunde – was sollen denn die Kinder für später mal lernen? Das ist doch eine Katastrophe.“
Ignorieren wir mal dass in jedem “es gibt wichtigeres als gleichgeschlechtliche Liebe immer ein ‘Ich will das nicht’ mitdrinschwingt”, merkt man wie stark die Skandalisierung und Monothematisierung von Focus Online, Pi-News, Bild und deren politischen Armen CDU/CSU/AfD aufgeht.
Was durch und durch im Artikel merklich ist die komplett verknappte Wahrnehmung “weil Hilfsgender nach Ukraine gesendet werden, ist kein Geld für meine Rente da. Weil da jemand genderinklusive Sprache will, bekommen wir marode Schulen.”
Panzer nach Ukraine schicken hält uns nicht von höherem Mindestlohn ab. CDU/CSU/FDP und der Seeheimer Kreis der SPD tun dies.
Aber solange Menschen Zusammenhänge nicht begreifen und vor allem Nicht-Zusammenhänge nicht erkennen, vor allem auch weil Focus/PI/Bild etc pp daraus Kapital schlagen können, haben wir ein Problem.
Für ein unabhängiges Ostdeutschland oder wie
Ein paar richtig geistreiche Kommentare hier…
Kein Bock die Husoquelle zu klicken. Darf ich raten? Weil der Focus sie alle aufgehezt hat jahrzehntelang und mit ihrer Berichterstattung dazu geführt haben, dass auch nichts mehr vorangeht, weil alles was irgendwie Zukunftsinvestitionen sind, Lava ist?
​
Ne, so weit haben sie nicht reflektiert vermutlich?
Ich kann allen nur die zwei Videos vom Parabelritter empfehlen.
Die ganze Thematik ist so komplex.
Der Osten ist abgehöngt, die Leute hier haben seit Jahrzehnten das Vertrauen an die Politik verloren . Es war/ ist logisch das sowas passiert
https://youtu.be/OmuUbefez7U
https://youtu.be/wnNeiJjptsk
Was ich so gar nicht verstehe, wenn man der DDR hinterher trauert, wieso wählt man dann nicht einfach die Linke statt der fucking AfD?
Marode Schule, Unterrichtsausfall, Angst vor finanziellem Kollaps durch geringes Lohn- und Rentenniveau in einer allgemein strukturschwachen und armen Region.
Da kann man sich als Regierung ja ausmalen, wie das in ein paar Jahren in anderen Teilen der Republik aussieht.
>Am Ende meiner Reise treffe ich eine junge Frau. Sie läuft beschwingt über den Schleizer Markplatz. Die Sonne strahlt. Wir unterhalten uns. Sie sagt: „Eigentlich ist die Regierungspolitik richtig, gerade beim Klimaschutz, aber die Parteien arbeiten schlecht zusammen.“ Als Mutter von zwei Kindern sei es ihr ein Anliegen, dass „wir unsere Umwelt besser schützen“.
>
>Angesprochen auf die hohe AfD-Akzeptanz in ihrer Heimat, wird die Frau plötzlich leiser: „Darf ich ehrlich sein? Ich schäme mich dafür.“ Mit ihrer Meinung stehe sie allerdings ziemlich alleine da. „Wenn ich mich auf Arbeit so umschaue, da sind gefühlt 80 Prozent für die AfD.“
>
>Bevor ich mich verabschiede, frage ich die Thüringerin nach ihrem Namen. „Oh“, sagt sie, „ich möchte meinen Namen nicht nennen. Zum Schutz meiner Kinder. Die Eltern von Mitschülern sind AfD-Politiker. Und ich will nicht, dass meine Kinder dadurch Probleme kriegen.“
“Das darf man ja eigentlich gar nicht mehr sagen” – jedenfalls dort, wo die AfD die Hegemonie erringt.
> Bei meiner Reise durch AfD-Hochburg wird mir klar, warum die Menschen rechts wählen
Wäre schön, wenn der Text des Artikels auch auf das “warum” eingangen wäre. So hat er erstmal nur gezeigt, _dass_ die Leute die AfD wählen.
Keine der Behauptungen wird untermauert oder im Text berichtigt. Was bleibt, ist Stammtischnonsens, keine nachvollziehbare Motivation.
Keine Soziale Teilhabe, schwindende Bildung und ganz vorne dabei, wenig bis mein Migrationsanteil. Von politischer Bildung Mal ganz zu schweigen.
Ich bin in Ostdeutschland geboren. Als die Mauer fiel war ich 6 Jahre. Inzwischen wohne ich in Köln, meine Familie nach wie vor in meiner Geburtsstadt. Meine Eltern seit je her solide politisch weit links, gelegentlich auch anfällig für Stammtischparolen, am Ende siegt aber meist die Vernunft. Wirtschaftlich immer recht gut dagestanden. Ich will kurz mal zusammenfassen, was ich von ihnen immer wieder höre, warum sie immer das Gefühl hatten durch die Politik als Bürger zweiter Klasse behandelt zu werden. Diese Dinge werden mE selten benannt. Das ist nämlich kein Gejammer dummer Ossis, sondern hat durchaus solide Ursachen.
1. Nach der gewollten Wende fühlten sie sich übergangen als man in Hinterzimmern beschloss statt wie im GG vorgesehen nach der Wiedervereinigung ganz Deutschland in die Schaffung einer neuen Verfassung einzubeziehen wurde die DDR “nach Art. 24 GG” (der für andere Dinge vorgesehen war) angeschlossen wurde.
2. Die Überführung des Wirtschaftssystems in die Marktwirtschaft durch das Monstrum der “Treuhand” die staatliche Betriebe in private Hand legte ist besonders für meinen Vater ein rotes Tuch. Die Auswahl der Investoren wurde durch historisch noch nie dagewesene Vetternwirtschaft, offene Bestechung, Hinterzimmerabreden und absoluter Gleichgültigkeit betrieben (das ist keine Übertreibung). Allein die Dauer dieser Überleitung war für viele mit einer extrem langen Unsicherheit über den Fortbestand des Betriebes überhaupt verbunden. Und für den glücklichen Fall der privaten Übernahme (die eben meist an windige Investoren ging) wurden viele Betriebe schlicht wirtschaftlich ausgeschlachtet und dicht gemacht. Diese ganzen Vorgänge sitzen bei vielen tief. Das Moloch der Treuhand war eine Totgeburt. Einmal etabliert hat man aber trotz eklatanten, praktisch willkürlicher Führung das Ding einfach laufen lassen.
3. In den 90er Jahen haben 80% (!) der Ostdeutschen ihre Arbeit verloren. Für Leute die bis dahin mit dem Wort arbeitslos nichts anfangen konnten und die lebenslange betriebszugegörigkeit die absolute Regel war, war das eine persönliche Katastrophe.
4. 1990 wurden in Ostdeutschland sämtliche Eliten im Bereich Wirtschaft, Politik, öffentliche Verwaltung/Justiz und Kultur komplett ausgetauscht und durch Westdeutsche ersetzt. Die haben dann auf die Ebenen unter ihnen natürlich ebenfalls Westdeutsche gesetzt. In Ostdeutschland gab (und gibt es überwiegend bis heute) es kein einziges größeres Unternehmen bei dem im Vorstand und höherem Management auch nur eine Ostdeutscher sitzen würde. Ostdeutschen waren gut für “ganz unten”. Man arbeitete stets für Westdeutsche. Aufstiegschancen gab es praktisch nicht.
5. Ostdeutsche Renten wurden politisch bewusst immer niedriger berechnet als Westdeutsche. Mag das zwar im Hinblick darauf wie Sozialversicherung funktioniert nachvollziehbar sein, sahen die Menschen darin schlicht ihre erwerbsbiografien politisch völlig als entwertet an. Die ungleichen Löhne sind bis heute ein Problem.
6. Die radikale Beseitigung aller Strukturen in Ostdeutschland unabhängig von politischer Belastung wurde oft in bestimmten Bereichen wie zum Beispiel die öffentliche Gesundheitsversorgung zb mit dem erfolgreichen Modell von Polikliniken, Kindergärten/Krippen als völlig unverhältnismäßig und radikal angesehen, insbesondere da sie durch offenkundig mangelhafte Systeme ersetzt wurden.
7. Entgegen aller Versprechungen von blühenden Landschaften wurde der Ausbau der Infrastrukturen kläglich vernachlässigt oder nur sehr stiefmütterlich behandelt.
8. Von Heuschrecken die zB in Ostdeutschland absolute Schrottkaren zu absolut überteuerten Preisen den unerfahren Bürgen andrehten ganz zu schweigen.
Für viele Ostdeutsche war jede unmittelbare Berührung mit dem Staat oft mit Enttäuschungen verbunden. Daneben verblassen positive Entwicklungen häufig und ich finde es ist eben nicht nur “einbildung” oder Ergebnis des unflexibelen Ostdeutschen, dass er mit diesen Erfahrungen sich insgesamt bestenfalls ignoriert schlimmstenfalls aktiv “verarscht” fühlt.
Was die gesellschaftliche Neustrukturierung für Schwierigkeiten bereitete, ist noch eine weitere Geschichte. Meine Eltern konnten sich weitestgehend anpassen. Viele andere auch. Manche aber nicht.
Und leider funktioniert der Satz der Bauernfänger der AfD “schaut euch an wofür Geld da ist (Flüchtlinge, Ukraine, Bundeswehr). Für euch hat man es nicht übrig” meiner Erfahrung nach besonders gut. Das kein einziger (Ost)deutscher auch nur einen Cent weniger Sozialleistungen bekommen hat und an keine Stelle an irgendeiner Investition etwas weg genommen wurde versteht man nicht. Simple psychologische Manipulationen (einheitliches Feindbild mit pseudobezügen zu realen persönlichen Problemen herstellen und dann die Leute mit dem Aufruf zur Bekämpfung hinter sich versammeln. Migranten als Objekt staatlicher rundum Fürsorge darstellen als Kontrast zum politisch unfair behandelten Ostdeutschen. Und die Lösung: Wir müssen die nur los werden, dann geht es euch allen besser).