Sa sieht man mal was für einen Lobby Einfluss ein Minderheit in Deutschland hat
Die Studie selbst ist leider nicht verfügbar, stattdessen muss man sich mit den verbalen Umschreibungen des Spiegels zufriedengeben.
Zusammenfassend:
* 68% finden die neue Grenze “eindeutig richtig” oder “eher richtig”.
* 27% finden die neue Grenze “eindeutig falsch” oder “eher falsch”.
* Es gibt keine nennenswerte Differenzen zwischen Geschlechtern
* 55% der unter 30-jährigen befürworten die Anpassung
* 52% der zwischen 30 und 39jährigen befürworten die Anpassung
* 77% der über 65-jährigen befürworten die Anpassung
No shit, betrifft halt auch nur Topverdiener. Die werden nicht verhungern auch wenn sie jetzt so tun.
Nur, dass ich den Umkehrschluss korrekt verstehe: Ein Paar, das mehr als 150.000€ zvE hat, muss demnach privat vorsorgen, da der Partner, der zuhause bleibt, kein Elterngeld vom Staat kriegen würde. Oder müssten eben mit nur einem Gehalt klarkommen. Passt das so?
Jetzt ist die Grenze grade noch in Ordnung. Das Elterngeld ist aber seit 2007 konstant geblieben und die Einkommensgrenzen sind mehrfach gesenkt worden. Wenn sich nichts tut, bekommen in 10 Jahren die Uniabsolventen mit 2 Jahren Erfahrung kein Elterngeld, weil sie zu reich sind.
Alternativtitel: Große Mehrheit verdient weniger als 150000€ im Jahr.
Find’s geil wie das mit Solidarität immer gespielt wird.
Wenn Geringverdienern eine Leistung gestrichen wird, dann heißt es immer, man braucht mehr Solidarität und wie ungerecht das alles ist.
Jetzt streicht man Besserverdienern Leistungen obwohl diese mehr Steuern, mehr Beiträge zu den Sozialversicherungen zahlen und dadurch den Staatshaushalt und die Leistungen für Geringverdiener und Arbeitslose finanzieren. Und jetzt ist das alles okay, weil lol – Besserverdiener haben keinen Anspruch auf Solidarität. Voll unverschämt, dass sie gutes Geld verdienen.
Mit solchen Maßnahmen und steigenden Steuern/Sozialversicherungsbeiträgen wird man diese Menschen entweder zur Teilzeit zwingen (weniger Steuereinnahmen) oder zum Auswandern.
Deutsche Auswanderer sind U30 und zu 75% Akademiker also genau die Menschengruppen, die man als Staat nicht verlieren möchte.
Ich halte es grundsätzlich für den richtigen Ansatz, aber wieder bescheuert umgesetzt. Wieso definiert man so harte “social cliffs”, wo man von einem auf den anderen Euro statt der vollen Sozialleistung plötzlich gar nichts mehr bekommt? Wieso nicht einfach einen progressiv ans Einkommen gekoppelten Schlüssel zur Anwendung bringen? Der müssten ja nicht mal super kompliziert sein.
Die Inflation läuft weiter, die Gehälter werden steigen. Heute sind es Gutverdiener die nichts kriegen, in 10-20 Jahren recht viele.
Robin Alexander hat im aktuellen Welt Machtwechsel-Podcast ein interessantes Argument für die neue Kappung des Elterngeldes vorgebracht. (Wieso sollte der Staat Akademikern für die gleiche Leistung – Kinder betreuen – mehr Geld zahlen (1800Euro), als Eltern, die zum Mindestlohn gearbeitet haben und entsprechend weniger Elterngeld bekommen. Das sei nicht gerecht.)
Naja, richtig finde ich das nicht, aber die deutlich bessere Alternative als für alle das Elterngeld zu kürzen.
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Sa sieht man mal was für einen Lobby Einfluss ein Minderheit in Deutschland hat
Die Studie selbst ist leider nicht verfügbar, stattdessen muss man sich mit den verbalen Umschreibungen des Spiegels zufriedengeben.
Zusammenfassend:
* 68% finden die neue Grenze “eindeutig richtig” oder “eher richtig”.
* 27% finden die neue Grenze “eindeutig falsch” oder “eher falsch”.
* Es gibt keine nennenswerte Differenzen zwischen Geschlechtern
* 55% der unter 30-jährigen befürworten die Anpassung
* 52% der zwischen 30 und 39jährigen befürworten die Anpassung
* 77% der über 65-jährigen befürworten die Anpassung
No shit, betrifft halt auch nur Topverdiener. Die werden nicht verhungern auch wenn sie jetzt so tun.
Nur, dass ich den Umkehrschluss korrekt verstehe: Ein Paar, das mehr als 150.000€ zvE hat, muss demnach privat vorsorgen, da der Partner, der zuhause bleibt, kein Elterngeld vom Staat kriegen würde. Oder müssten eben mit nur einem Gehalt klarkommen. Passt das so?
Jetzt ist die Grenze grade noch in Ordnung. Das Elterngeld ist aber seit 2007 konstant geblieben und die Einkommensgrenzen sind mehrfach gesenkt worden. Wenn sich nichts tut, bekommen in 10 Jahren die Uniabsolventen mit 2 Jahren Erfahrung kein Elterngeld, weil sie zu reich sind.
Alternativtitel: Große Mehrheit verdient weniger als 150000€ im Jahr.
Find’s geil wie das mit Solidarität immer gespielt wird.
Wenn Geringverdienern eine Leistung gestrichen wird, dann heißt es immer, man braucht mehr Solidarität und wie ungerecht das alles ist.
Jetzt streicht man Besserverdienern Leistungen obwohl diese mehr Steuern, mehr Beiträge zu den Sozialversicherungen zahlen und dadurch den Staatshaushalt und die Leistungen für Geringverdiener und Arbeitslose finanzieren. Und jetzt ist das alles okay, weil lol – Besserverdiener haben keinen Anspruch auf Solidarität. Voll unverschämt, dass sie gutes Geld verdienen.
Mit solchen Maßnahmen und steigenden Steuern/Sozialversicherungsbeiträgen wird man diese Menschen entweder zur Teilzeit zwingen (weniger Steuereinnahmen) oder zum Auswandern.
Deutsche Auswanderer sind U30 und zu 75% Akademiker also genau die Menschengruppen, die man als Staat nicht verlieren möchte.
Ich halte es grundsätzlich für den richtigen Ansatz, aber wieder bescheuert umgesetzt. Wieso definiert man so harte “social cliffs”, wo man von einem auf den anderen Euro statt der vollen Sozialleistung plötzlich gar nichts mehr bekommt? Wieso nicht einfach einen progressiv ans Einkommen gekoppelten Schlüssel zur Anwendung bringen? Der müssten ja nicht mal super kompliziert sein.
Die Inflation läuft weiter, die Gehälter werden steigen. Heute sind es Gutverdiener die nichts kriegen, in 10-20 Jahren recht viele.
Robin Alexander hat im aktuellen Welt Machtwechsel-Podcast ein interessantes Argument für die neue Kappung des Elterngeldes vorgebracht. (Wieso sollte der Staat Akademikern für die gleiche Leistung – Kinder betreuen – mehr Geld zahlen (1800Euro), als Eltern, die zum Mindestlohn gearbeitet haben und entsprechend weniger Elterngeld bekommen. Das sei nicht gerecht.)
Naja, richtig finde ich das nicht, aber die deutlich bessere Alternative als für alle das Elterngeld zu kürzen.