2 368 Milliarden Euro: Deutsche Staatsschulden steigen auf Rekordhoch

by 0711Markus

8 comments
  1. Kleine Anekdote:

    Als ich vor drei Jahren noch zur Berufsschule ging, fragte der Lehrer weshalb die Staatsschulden steigen. Da meldete sich dann eine Klassenkameradin und sagte im O-Ton: “Das liegt an den Flüchtlingen”. Diese Aussage macht mich noch heute fassungslos, da wir hier von einer erwachsenen Frau reden, die zuvor das Abitur machte.

  2. Immer diese Angstmacherei mit den Staatsschulden. Deutschland hat immernoch mit Abstand die niedrigste Schildenquote in den G7 Staaten mit etwa 70%, USA sind mittlerweile bei 120% und Frankreich hat 112%. „Rekordschulden“ heißt einfach die Wirtschaft ist gewachsen, also können wir auch mehr Schulden haben. Ist bei einer Regierung auch total normal. Deutschland sollte aufhören sich selbst zu geiseln mit diesen Schuldenzahlen und stattdessen mal Geld in die Hand nehmen um ins eigene Land zu investieren, was übrigens auch super in ner Rezession sein kann um die Wirtschaft anzukurbeln. Der schleche Zustand Deutschlands kommt größtenteils davon, das wir in Deutschland lieber gespart haben anstatt in die Zukunft zu investieren aus Angst vor sTAAtsVErScHUldUNg.

  3. Der Bundeshaushalt ohne neue Schulden für 2023 beträgt 431 Milliarden. Das heißt wir sind circa um das 5,5 fache unseres jährlichen Einkommens verschuldet. Als Privatperson mit neuem Immokredit ist man deutlich höher verschuldet. Dazu kommt noch, dass ein Staat nicht altert, somit also den Rückzahlungszeitraum beliebig lang strecken kann.

  4. Niemand interessiert doch Staatsschulden in absoluten Zahlen. Wer die benutzt, will bewusst nur agitieren. Das einzige was von Interesse ist, sind die Schulden in Prozent des BIP, und hier steht Deutschland nicht nur weiterhin im internationalen Vergleich sehr gut da, sondern hat auch nach der Sonderverschuldung wegen Corona sogar wieder begonnen weiter abzubauen (wobei fraglich ist, ob man das während einer Rezession überhaupt tun sollte).

  5. Dazu grundsätzlich:

    1. Schulden sind nicht unbedingt etwas schlechtes: Wenn du eine Hypothek aufnimmst um ein Haus zu kaufen und damit mehr Mietzahlungen vermeidest, als zinszahlungen auf deine Hypothek, dann ist das positiv.

    2. Staatsschulden sind nochmal speziell. Staatsschulden haben eine spezielle Stellung im Geldsystem.

    3. Der Nennwert von solchen Beträgen steigt (fast) immer. Schon wegen der Inflation. Wichtig ist die Schuldenquote: Schulden zu BIP. Da gibt es leicht unterschiedliche Bestimmungsarten. Die in der EU festgelegte Methode (Maastrich Verträge) bestimmt die deutsche Schuldenquote als 66.3% (2022). Das ist über dem Zielwert von 60%. Aber deutlich unter z.B. Frankreich u Spanien mit 111% oder Italien mit 144%. Tatsächlich hat Deutschland unter den G7 die geringste Schuldenquote.

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