Penny-Aktion: Lebensmittelkosten inklusive der Umweltfolgekosten

by Alexander_Selkirk

18 comments
  1. > Der Händler will mit dem Schritt mehr Bewusstsein für die Umweltbelastungen durch die Lebensmittelproduktion schaffen. Die Mehreinnahmen will die Rewe-Gruppe für ein Projekt zum Klimaschutz und zum Erhalt familiengeführter Bauernhöfe im Alpenraum spenden.

    Es gibt ja im Engineering und IT Bereich das Konzept “Technical Debt”. Das bedeutet etwa: Man spart kurzfristig eigentlich notwendige Dinge wie z.B. Dokumentation oder umfassendes Testen ein, das kostet aber mittel- und langfristig (und zwar erstaunlich schnell) um so mehr.

    Das finde ich auch sehr anwendbar im Bereich des klimaneutralen Umbaus. Beispielsweise wurden 2008 Milliarden in eine Abwrackprämie gesteckt, mit der der Kauf von neuen Verbrennerautos gefördert wurde. Heute stehen wir sowohl vor einem Klima- als auch vor einem ökonomischen Disaster, denn die deutsche Autoindustrie, die konsequent jegliche Anpassung vermieden hat, wird das offensichtlich nicht ohne massive Verluste überstehen. Und das wird **sehr** viel teurer werden – und zwar für alle, Industrie, Arbeitnehmer, Gemeinden, Staat – als hätte man vor 15 Jahren diese Milliarden in angepasste, wirklich zeitgemäße Technik gesteckt.

    Genauso bei Sachen wie Solarenergie und Heizungen…

  2. Eine sehr interessante, und meiner Meinung nach vernünftige Aktion. Interessant wird zu beobachten, wie sich das Konsumentenverhalten verändert und inwiefern die angebotenen Produkte substituierbar sind. Vor allem, wenn mitunter vegetarische und vegane Alternativen günstiger sein könnten!

  3. Ich halte mich für recht umweltbewusst aber diese Aktion verstehe ich einfach 0,0.

    Grundsätzlich halte ich es für sinnvoll, die Umweltfolgekosten bei nicht-lebensnotwendigen Gütern aufzuzeigen. Ich habe kein Problem, wenn meine neue Jeans sagt, welche Ressourcen sie verbraucht hat.

    Aber Lebensmittel in einem Discounter?! Das sind lebensnotwendige Artikel, es heißt *literally* Lebensmittel. Und das Einsparpotential für den Verbraucher ist an der Stelle echt marginal, die viel größere Belastung stellen Lebensmittel dar, die noch vor dem Verkauf vernichtet werden. Aber das ist natürlich unbequem weil da die Verantwortung beim Unternehmen liegt.

    Fühlt sich ein wenig so an, als ob einem ein Krankenhaus nach einer notwendigen OP vorrechnet, wie viel Strom, Plastik und Wasser sie verbraucht haben.

  4. Leider verstehe ich es nicht ganz. Würden die höheren Kosten anfallen, wenn die genannten Lebensmittel ökologische und nachhaltig angebaut werden würden?
    Warum betrifft es auch das vegane Schnitzel, ist das nicht schon Bio?

  5. Die werden dann aber richtig schockiert sein, sobald niemand mehr bei Penny einkauft. Es ist gut, dass man zu erklären versucht, was für Folgen unseres kollektives Konsumverhalten hat, aber hinter dieser Aktion steckt eigentlich die übliche Gier der Großkonzerne.

  6. Eiskalter Take:

    Wenn man das bei irgendwelchen eher hochpreisigen Läden macht, könnte ich das ja noch irgendwo noch verstehen, vielleicht bei Edeka, Kaufland, Rewe. Aber bei einem Discounter wie Penny? Was glauben die denn, wer bei ihnen einkaufen geht?

    Das ist sowas von asozial, solche Experimente genau da zu machen, wo die Leute eh schon kein Geld haben.

    Eine Schande!

  7. Dann im Herbst: Penny-Pilotstudie konnte geringe Preiselastizität bei der Nachfrage zeigen – Ab jetzt alle Lebensmittel um 100% teurer.

  8. Es betrifft 9 von ca. 3000 Produkten und ist gültig von 31.7. bis 5.8. Die Produkte sind:

    Produkt|Gewicht|Preis| Aktionspreis | Aufschlag in %
    :–|:–|:–|:–|:–
    Naturgut Bio-Fruchtjoghurt|400g|1,19|1,56|31
    Naturgut Käsescheiben|200g|2,19|3,70|69
    Naturgut Bio-Mozzarella|200g|1,29|1,92|49
    Naturgut Bio-Würstchen|200g|3,29|5,36|63
    PENNY Zukunftsbauer Fruchtjoghurt|400g|0,99|1,44|45
    Lindenhof Maasdamer Scheiben|300g|2,49|4,84|94
    SAN FABIO Mozzarella|200g|0,89|1,55|74
    Mühlenhof Wiener|400g|3,19|6,01|88
    FOOD FOR FUTURE Vegane Schnitzel|200g|2,69|2,83|5

    Quelle: https://www.penny.de/dam/jcr:e0df3881-5987-4e5f-b0d6-78b2c5b970cb/Wahre_Kosten_Produktuebersicht.pdf

    EDIT: Gewicht und Quelle hinzugefügt.

  9. Einzelhändler-Kette, die bis zu 30% des Fleisches nach Ladenschluss auf den Müll schmeißt, nur weil sie den Kunden Abends keine leergekauften SB-Regale zumuten will, versucht einen auf umweltbewusst.

  10. Gute Aktion aber ich würde dann auch mal gerne die wahren Kosten von den veganen Produkten sehen. Die verkaufen dir 180g Soja mit Chemie für 3,30€ ….

  11. >”Das ist ein mutiger Schritt – gerade in Inflationszeiten”, meint der Marketing-Experte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU in Düsseldorf. Er prognostiziert: “Penny wird aller Voraussicht nach nicht viel von diesen Produkten verkaufen.” Aber darum gehe es dem Unternehmen auch gar nicht. Es wolle Bewusstsein für Nachhaltigkeit schaffen und gleichzeitig die eigene Marke aufwerten, ist der Branchenkenner überzeugt. Die Risiken der Aktion für den Discounter hält der Marketing-Fachmann für überschaubar – nicht zuletzt, weil sie zeitlich befristet und auf wenige Produkte begrenzt ist. “Auch wenn die hohe Inflation zu großer Verunsicherung bei den Verbrauchern geführt hat: Ich glaube nicht, dass die Aktion die Kunden vor den Kopf stößt – solange sie die Wahl haben, zu anderen Produkten zu greifen.”

    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Penny-verlangt-ab-Montag-wahre-Preise-article24294421.html

  12. Preiserhöhungen auf Kosten der Ärmsten unter dem Vorwand Umweltbewusstsein. Was für ein Schwachsinn.

    Sollen sie halt stattdessen die umweltfreundlichen Alternativen günstiger anbieten.

  13. Es wäre interessanter wenn der Preis inkl Umweltnebenkosten einfach auf jedem Preisschild mit notiert ist (So wie der Nettopreis in der METRO?) oder auf dem Kassenzettel fett auftaucht.

  14. (Unfreiwillige) Message der Aktion:

    Schaut mal wie teuer alles wäre wenn man ökologisch Produzieren und leben würde, das könntet ihr euch alle nicht leisten. Also wählt mal lieber AfD damit ja keine ökologische Politik gemacht wird.

  15. Wahre Kosten müssten beim Veganen Schnitzel eher deutlich runter gehen. So von 2.69€ auf 0.69€

  16. Wirkt auf mich mehr wie ein ausloten der Preise.

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