Ja, so ist das meist leider, wenn man mal über die Jubelartikel hinwegsieht und tatsächlich nachrechnet.
Die Maßnahmen haben generell nur dann eine Chance, einen nennenswerten finanziellen Unterschied bei den Heizkosten zu machen, wenn sie von “komplett ungedämmt” auf “irgendeine Dämmung” gehen. Ob die dann 6 oder 8 oder 12 oder 14 cm dick ist, ist relativ egal. Die beste Chance hat dabei das Dach, weil es in komplett ungedämmtem Zustand mit Abstand am schlechtesten ist, oder Kellerdecke, weil es relativ günstig zu machen ist.
Alles andere ist auf jeden Fall komplett unwirtschaftlich, *außer* die Komponente wird sowieso erneuert. Bei der Außenwand zum Beispiel bin ich aber selbst dann skeptisch, ob sich eine 10-15k Mehrinvestition wirklich rechnet, wenn die Fassade ohnehin komplett erneuert wird. Auch durch Tausch von Fenstern mit Zweifachverglasung und u=1.3 durch Dreifachverglasung mit u=0.9 spart man keine fünfzig Euro im Jahr. Die alten sind einfach zu gut und die Fläche zu klein, als dass es da viel Einsparpotential gäbe.
Über die aktuellen Förderungen, die begünstigen, Dämmungen mit u-Werten von 0.3 abzureißen und durch welche mit 0.18 zu ersetzen, kann man wirklich nur den Kopf schütteln. Das ist einfach nur komplett bescheuert.
ETA: Ich denke man muss akzeptieren dass man alte Bausubstanzen nur begrenzt auf die (mittlerweile sowieso relativ absurden) Effizienzanforderungen von Neubauten modernisieren kann. Wenn überhaupt, sollte man da die effizientesten 1-2 Maßnahmen auswählen (bei BJ 1970, wie im Artikel, vermutlich sowas wie “bei der nächsten Eindeckung das Dach dämmen”) und fertig. Die freiwerdenden finanziellen Mittel und Arbeitskräfte lieber in den Aufbau erneuerbarer Energien und anderer Energieinfrasturktur (z.B. Fernwärme) investieren.
Dann halt lieber den Wertverlust mitnehmen.
Oder man rechnet den verniedenen Wertverlust als Gewinn ein…
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Ja, so ist das meist leider, wenn man mal über die Jubelartikel hinwegsieht und tatsächlich nachrechnet.
Die Maßnahmen haben generell nur dann eine Chance, einen nennenswerten finanziellen Unterschied bei den Heizkosten zu machen, wenn sie von “komplett ungedämmt” auf “irgendeine Dämmung” gehen. Ob die dann 6 oder 8 oder 12 oder 14 cm dick ist, ist relativ egal. Die beste Chance hat dabei das Dach, weil es in komplett ungedämmtem Zustand mit Abstand am schlechtesten ist, oder Kellerdecke, weil es relativ günstig zu machen ist.
Alles andere ist auf jeden Fall komplett unwirtschaftlich, *außer* die Komponente wird sowieso erneuert. Bei der Außenwand zum Beispiel bin ich aber selbst dann skeptisch, ob sich eine 10-15k Mehrinvestition wirklich rechnet, wenn die Fassade ohnehin komplett erneuert wird. Auch durch Tausch von Fenstern mit Zweifachverglasung und u=1.3 durch Dreifachverglasung mit u=0.9 spart man keine fünfzig Euro im Jahr. Die alten sind einfach zu gut und die Fläche zu klein, als dass es da viel Einsparpotential gäbe.
Über die aktuellen Förderungen, die begünstigen, Dämmungen mit u-Werten von 0.3 abzureißen und durch welche mit 0.18 zu ersetzen, kann man wirklich nur den Kopf schütteln. Das ist einfach nur komplett bescheuert.
ETA: Ich denke man muss akzeptieren dass man alte Bausubstanzen nur begrenzt auf die (mittlerweile sowieso relativ absurden) Effizienzanforderungen von Neubauten modernisieren kann. Wenn überhaupt, sollte man da die effizientesten 1-2 Maßnahmen auswählen (bei BJ 1970, wie im Artikel, vermutlich sowas wie “bei der nächsten Eindeckung das Dach dämmen”) und fertig. Die freiwerdenden finanziellen Mittel und Arbeitskräfte lieber in den Aufbau erneuerbarer Energien und anderer Energieinfrasturktur (z.B. Fernwärme) investieren.
Dann halt lieber den Wertverlust mitnehmen.
Oder man rechnet den verniedenen Wertverlust als Gewinn ein…