Vielleicht sollte man wieder Trainingslager bei Freiburg oder Erfurt machen. Madrid, wenn’s Wetter in Deutschland zu schlecht ist.
Jedes Kind, dass unbeschwert Sport mitmachen kann ist soviel mehr wert als dieses Leistungsfixierung.
Was sind denn negative Folgen, wenn man weniger wertloses Blech mit nach Hause bringt? Schlaflose Funktionäre? Angeknackstes Selbstbildnis der Sportnation?
Vielleicht liegt es auch an dem katastrophalen unterfinanzierten Zustand der Trainingsstätten idk bin nur ein fauler Gen Z der zuviem auf Tiktok rumhängt
>Das amerikanische System ist ja geschaffen für Leistung. Dort lohnt sich Leistung – wer gut ist, bekommt ein Stipendium und bekommt neben dem Sport eine Top-Berufsausbildung
Also, manchmal. Häufiger geht das an die, deren Eltern bereits reich sind – wobei da die Leistung häufig mitkommt, weil auch die Möglichkeit zur Bildung von Fertigkeiten (sei es traditionelle Bildung oder sportliche Fähigkeiten) häufig vom Reichtum des Elternhauses abhängt. Jeder, der die Sache neutral betrachtet, muss erkennen, das die USA Leistung eben nicht fördern, sondern vielmehr die Leistungfähigkeit von den Leuten, die nachher keine Stipendien oä kriegen, klein hält.
Ob der Sprecher das nicht erkennen kann oder nur nicht will, weiß ich nicht, aber es zeigt schon mal den Ton dieser Betrachtung an.
Na klar, lassen wir alles stehen und liegen. Wir müssen es schaffen, dass einer aus Deutschland schneller im Kreis laufen kann als einer aus USA, koste es was es wolle.
Busemann ist in einer Zeit groß geworden, in der die Trainingspädagogik ganz anders gelebt wurde. Allerdings gab es da auch mehr Konkurrenz, weil mehr Kinder in Vereinen und Jugendabteilungen anders aufgestellt waren. Man hat viel mehr aussieben müssen, weil man nicht jeden mit Spezialtraining versorgen konnte.
Heute ist das nicht mehr so. Man bekommt kaum noch Nachwuchs und im Vorstand finden sich auch keine Nachfolger. Jeder ist froh, wenn man das, was man hat, halten kann. Auch im Training jemanden zur Sau zu machen, kann man sich kaum noch erlauben. Pädagogisch ist längst bewiesen, dass Kinder länger am Sport festhalten, je erfolgreicher sie sind. Im Jugendalter sofort alles zu bewerten ist einfach kontraproduktiv, das lernt man auf jeder Trainerschulung. Nicht das Training ist das Problem. Es mangelt an engagierter Werbung und Mut zu neuem.
Dass er jetzt dort ansetzt ist realitätsfern. Da will jemand festhalten, an einem altbackenen System, das sich über Jahrzehnte hin selbst kaputtgemacht hat, wo alte Männer nicht von alten Methoden ablassen können. Natürlich verteidigt er das, weil er sonst seine eigene Karriere als delegitimiert sieht. Der Querschläger in Richtung Politik bzw. Sozialstaat lässt ihn auch nicht gut dastehen. Damit bedient er ein gewisses liberales, konservatives Klientel ganz bewusst.
Dieser Leistungsbegriff ist unmenschlich und asozial.
Ich mag seine Sichtweise, obwohl ich beim Schulsport den Ball früher, wenn überhaupt, mit dem Gesicht gespielt habe. Aber wer Sport mag, darf auch Leistung mögen. Stört mich nicht, bin ja gut in Mathe.
Unpopuläre Meinung: Leistungssport ist eh ein Problem. Alsoy wenn sich ein Teenager ganz einer Sache verschreibt, schön und gut. Aber wenn Erwachsene ihren Körper kaputt machen und dafür meistens nichts bis fast nichts bekommen, dann ist das – s. Eingang dieses Posts – ein Problem.
Als wenn die BRD bei Olympia oder in der Leichtathletik schon jemals eine Rolle gespielt hätte. Die BRD hat in den 90ern nur von DDR-Sportlern profitiert, deshalb gabs da mehr Medaillen. Man braucht sich bloß die Medaillenspiegel der olympischen Spiele der 80er und 90er Jahre anzuschauen um diesen Trend zu erkennen. Busemann macht hier nur Augenwischerei.
> Doch es darf nicht mehr gesagt werden, wer gewonnen und wer verloren hat, weil das ja irgendwie einen verletzen könnte.
Ok Boomer.
Auch geil:
> Wir sind in einem riesigen gesellschaftlichen Dilemma, das sich auch im Sport zeigt. Wir sind dabei, Leistung abzuschaffen, schon seit Jahren. Wir nehmen immer darauf Rücksicht, dass das schwächste Glied in der Kette gut dasteht.
und
> Sportler brauchen eine gewisse Sicherheit für ihren Alltag. Man kann im Sport gutes Geld verdienen, aber ganz vielen geht es so, dass sie schauen müssen, wie sie Trainingslager, Fahrtkosten und ihren späten Einstieg ins Berufsleben finanzieren. Ich war jahrelang der Meinung, dass eine duale Karriere wichtig und notwendig ist.
Sorry. Wir können nicht immer auf die Schwachen unserer Gesellschaft Rücksicht nehmen. Ich dachte es geht hier um Leistung und nicht darum die sozial Schwächsten abzuholen. Das ist diese Gratismentalität.
MMn wären wir viel weiter, wenn in Vereinen Sport nicht so wettkampforientiert wäre. Ich bin eher unsportlich und habe früher Schwimmen und Volleyball im Verein gespielt. Im Volleyball konnte ich meine Ungeschicklichkeit lange über meine Größe ausgleichen. Im Schwimmen war ich immer gnadenlos letzter.
Wettkämpfe habe ich allgemein gehasst, sie waren für mich nur eine Bloßstellung und letztlich der Grund warum ich nicht mehr hingegangen bin. Den Sport an sich mit Freunden oder beim Schwimmen auch alleine, hat mir aber immer Spaß gemacht. Ich fand es auch immer ganz schlimm, wenn Leute sauer wurden, weil man schlecht abgeschnitten hat. So what, es ist nur ein Spiel?
Mein Fazit: lasst gerade bei Kindern sie selbst mehr entscheiden, ob sie den Wettkampf wollen oder nicht. Bei Einzelsportarten braucht das nur eine Änderung des Mindsets der Trainer, im Gruppensport kann es zugegeben schwierig werden, wenn man dann ein zu kleines Team hat.
Vielleicht muss wieder mehr in Doping investiert werden.
Hätte die Gesellschaft nicht mehr davon, das Geld statt in Spitzensportler in gute Trainer für den Breitensport zu investieren?
16 comments
Passend dazu auch: [https://www.kicker.de/freimuth-kritisiert-teilweise-werden-trainingslager-nach-rotweinguetern-ausgesucht-966003/artikel](https://www.kicker.de/freimuth-kritisiert-teilweise-werden-trainingslager-nach-rotweinguetern-ausgesucht-966003/artikel)
Vielleicht sollte man wieder Trainingslager bei Freiburg oder Erfurt machen. Madrid, wenn’s Wetter in Deutschland zu schlecht ist.
Jedes Kind, dass unbeschwert Sport mitmachen kann ist soviel mehr wert als dieses Leistungsfixierung.
Was sind denn negative Folgen, wenn man weniger wertloses Blech mit nach Hause bringt? Schlaflose Funktionäre? Angeknackstes Selbstbildnis der Sportnation?
Vielleicht liegt es auch an dem katastrophalen unterfinanzierten Zustand der Trainingsstätten idk bin nur ein fauler Gen Z der zuviem auf Tiktok rumhängt
>Das amerikanische System ist ja geschaffen für Leistung. Dort lohnt sich Leistung – wer gut ist, bekommt ein Stipendium und bekommt neben dem Sport eine Top-Berufsausbildung
Also, manchmal. Häufiger geht das an die, deren Eltern bereits reich sind – wobei da die Leistung häufig mitkommt, weil auch die Möglichkeit zur Bildung von Fertigkeiten (sei es traditionelle Bildung oder sportliche Fähigkeiten) häufig vom Reichtum des Elternhauses abhängt. Jeder, der die Sache neutral betrachtet, muss erkennen, das die USA Leistung eben nicht fördern, sondern vielmehr die Leistungfähigkeit von den Leuten, die nachher keine Stipendien oä kriegen, klein hält.
Ob der Sprecher das nicht erkennen kann oder nur nicht will, weiß ich nicht, aber es zeigt schon mal den Ton dieser Betrachtung an.
Na klar, lassen wir alles stehen und liegen. Wir müssen es schaffen, dass einer aus Deutschland schneller im Kreis laufen kann als einer aus USA, koste es was es wolle.
Busemann ist in einer Zeit groß geworden, in der die Trainingspädagogik ganz anders gelebt wurde. Allerdings gab es da auch mehr Konkurrenz, weil mehr Kinder in Vereinen und Jugendabteilungen anders aufgestellt waren. Man hat viel mehr aussieben müssen, weil man nicht jeden mit Spezialtraining versorgen konnte.
Heute ist das nicht mehr so. Man bekommt kaum noch Nachwuchs und im Vorstand finden sich auch keine Nachfolger. Jeder ist froh, wenn man das, was man hat, halten kann. Auch im Training jemanden zur Sau zu machen, kann man sich kaum noch erlauben. Pädagogisch ist längst bewiesen, dass Kinder länger am Sport festhalten, je erfolgreicher sie sind. Im Jugendalter sofort alles zu bewerten ist einfach kontraproduktiv, das lernt man auf jeder Trainerschulung. Nicht das Training ist das Problem. Es mangelt an engagierter Werbung und Mut zu neuem.
Dass er jetzt dort ansetzt ist realitätsfern. Da will jemand festhalten, an einem altbackenen System, das sich über Jahrzehnte hin selbst kaputtgemacht hat, wo alte Männer nicht von alten Methoden ablassen können. Natürlich verteidigt er das, weil er sonst seine eigene Karriere als delegitimiert sieht. Der Querschläger in Richtung Politik bzw. Sozialstaat lässt ihn auch nicht gut dastehen. Damit bedient er ein gewisses liberales, konservatives Klientel ganz bewusst.
Dieser Leistungsbegriff ist unmenschlich und asozial.
Ich mag seine Sichtweise, obwohl ich beim Schulsport den Ball früher, wenn überhaupt, mit dem Gesicht gespielt habe. Aber wer Sport mag, darf auch Leistung mögen. Stört mich nicht, bin ja gut in Mathe.
Unpopuläre Meinung: Leistungssport ist eh ein Problem. Alsoy wenn sich ein Teenager ganz einer Sache verschreibt, schön und gut. Aber wenn Erwachsene ihren Körper kaputt machen und dafür meistens nichts bis fast nichts bekommen, dann ist das – s. Eingang dieses Posts – ein Problem.
Als wenn die BRD bei Olympia oder in der Leichtathletik schon jemals eine Rolle gespielt hätte. Die BRD hat in den 90ern nur von DDR-Sportlern profitiert, deshalb gabs da mehr Medaillen. Man braucht sich bloß die Medaillenspiegel der olympischen Spiele der 80er und 90er Jahre anzuschauen um diesen Trend zu erkennen. Busemann macht hier nur Augenwischerei.
> Doch es darf nicht mehr gesagt werden, wer gewonnen und wer verloren hat, weil das ja irgendwie einen verletzen könnte.
Ok Boomer.
Auch geil:
> Wir sind in einem riesigen gesellschaftlichen Dilemma, das sich auch im Sport zeigt. Wir sind dabei, Leistung abzuschaffen, schon seit Jahren. Wir nehmen immer darauf Rücksicht, dass das schwächste Glied in der Kette gut dasteht.
und
> Sportler brauchen eine gewisse Sicherheit für ihren Alltag. Man kann im Sport gutes Geld verdienen, aber ganz vielen geht es so, dass sie schauen müssen, wie sie Trainingslager, Fahrtkosten und ihren späten Einstieg ins Berufsleben finanzieren. Ich war jahrelang der Meinung, dass eine duale Karriere wichtig und notwendig ist.
Sorry. Wir können nicht immer auf die Schwachen unserer Gesellschaft Rücksicht nehmen. Ich dachte es geht hier um Leistung und nicht darum die sozial Schwächsten abzuholen. Das ist diese Gratismentalität.
MMn wären wir viel weiter, wenn in Vereinen Sport nicht so wettkampforientiert wäre. Ich bin eher unsportlich und habe früher Schwimmen und Volleyball im Verein gespielt. Im Volleyball konnte ich meine Ungeschicklichkeit lange über meine Größe ausgleichen. Im Schwimmen war ich immer gnadenlos letzter.
Wettkämpfe habe ich allgemein gehasst, sie waren für mich nur eine Bloßstellung und letztlich der Grund warum ich nicht mehr hingegangen bin. Den Sport an sich mit Freunden oder beim Schwimmen auch alleine, hat mir aber immer Spaß gemacht. Ich fand es auch immer ganz schlimm, wenn Leute sauer wurden, weil man schlecht abgeschnitten hat. So what, es ist nur ein Spiel?
Mein Fazit: lasst gerade bei Kindern sie selbst mehr entscheiden, ob sie den Wettkampf wollen oder nicht. Bei Einzelsportarten braucht das nur eine Änderung des Mindsets der Trainer, im Gruppensport kann es zugegeben schwierig werden, wenn man dann ein zu kleines Team hat.
Vielleicht muss wieder mehr in Doping investiert werden.
Hätte die Gesellschaft nicht mehr davon, das Geld statt in Spitzensportler in gute Trainer für den Breitensport zu investieren?
Alte Männer sagen alte Sachen.