Als ein sehr stabiles Genie, verfügt Jens Spahn – wie der 45te Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika – über alternative Fakten.
Ich dachte diese populistischen Milchmädchenrechnungen um den Pöbel gegen den geringeren Pöbel aufzuwiegeln hätten wir letztes Jahr schon hinter uns gelassen. Da gabs doch in Österreich diese Rechnung mit dem Maler, der trotz Arbeit seine Familie nicht ernähren kann während die Zugewanderten in Saus‘ und Braus‘ leben von den Sozialleistungen. Oder wars die AfD mit dem Maler? Ich komm da immer durcheinander. Jedenfalls ist dieser Trick mit komplett falschen Zahlen und Halbwahrheiten doch schon ein alter Hut. Irgendwie ist die CDU ganz schön AfD-ig in letzter Zeit. Warum auch sonst sollten ihre Wähler sie meiden? Die Strategie erschließt sich mir nicht. Hey, schau‘ die AfD ist erfolgreich, komm, lass‘ uns auch bissl Populismus auf dem Rücken der Armen machen damit die uns wieder wählen! Die Christen! Nächstenliebe und so… was zum Flamingo denken die sich?
Den Knackpunkt hat die Tagesschau ja in der zweiten Hälfte bennant. Die hohen Kosten für die Unterkunft.
Klar haben arbeitende Menschen mehr Einkommen, sie haben halt auch mehr Ausgaben. Es geht am Ende also um das verfügbare Einkommen nach allen Fixkosten und da nährt man sich im Moment sehr stark an.
Drüben auf r/Finanzen hat es mal einer durchgerechnet für Köln inkl. Kita-Kosten, da waren die verfügbaren Summen auch sehr nah beieinander.
Das Problem ist also dreigeteilt aus meiner Sicht:
1. Die Mieten sind zu hoch und die Kosten für Eigentum sowieso -> mehr Bauen und weniger Bauvorschriften
2. Die Löhne sind zu niedrig und die Abgaben zu hoch -> Steuern auf Arbeit senken, Sozialabgaben senken, dafür Vermögen und Erben besteuern, sowie Steuerverschwendung eindämmen
3. Leistung muss sich wieder lohnen : Solche Späße wie Kita Gebühren für arbeitende Eltern müssen weg, nichts zerstört Leistung mehr als für Arbeit bestraft zu werden
Hätt’ste wohl gerne, daß der Durchschnittsverdiener gerade so auf Bürgergeldniveau rumkrebst …
Lindner kam ja mit seiner Kinderarmutsstatistik auch durch obwohl das ziemlicher bullshit war.
Schade ist, dass in den präsenten Medien wie Tv, Radio, Titelseite usw. ( im Grunde alles was einem ohne suchen erreicht ) solche Falschaussagen unkommentiert verbreitet werden, anstatt direkt einen Faktencheck mitzuliefern der die Lüge sofort auffliegen lässt.
So ein Laden wie die CDU macht immer das gleiche Spiel und alle spielen mit.
Der Artikel nimmt nicht Bezug auf den Mindestlohn. Angenommen ein Paar mit zwei Kindern hat Jobs (1,5 Stellen) im Bereich des Mindestlohns: Wieviel besser stehen sie mit 60 Stunden Arbeit die Woche da, als wenn sie Bürgergeld beziehen würden?
Der Durchschnitt ist absolut unwichtig. Hat der Spahn sich mit einer Aussage – welche dazu noch falsch ist – selbst ein Ei gelegt. Ansonsten würden die Leute einfach ihre Jobs aufgeben und ins Bürgergeld gehen. Normal jetzt schon wie man bei den Zahlen sieht. Bleibt aber irgendwie aus obwohl bei jeder Erhöhung diese Sau durchs Land getrieben wird.
Was wichtig ist, ist der letzte Absatz über Geringverdiener (gerade Alleinverdiener) sowie der Lohnabstand. Selbst bei Azubis spielt der eine eine immer größere Rolle (je nach Region und Jobnachfrage). Dort kommt man eben in einigen Fälle wo man trotz Wohngeld nur ein paar hundert Euro mehr hat. Ignoriert man die Rente (was zwar Menschlich ist (short term/long term) jedoch solche Rechnungen immer kaputt macht) werden sich Bürger eben die fragen stellen ob es sich lohnt dafür noch zu arbeiten. Was schon heute der Fall ist und weswegen gerade der Niedriglohnsektor mit Menschen mit Migrationshintergrund sowie Migranten überrepräsentiert ist.
> Durch die Regelungen zur
Anrechnung von Einkommen beim Bürgergeld ist sichergestellt, dass ein Haushalt mit einer in Vollzeit
arbeitenden Person immer ein um mindestens 348 Euro (Haushalt ohne Kinder) oder 378 Euro (Haushalt
mit Kindern) höheres Einkommen hat als der gleiche Haushalt ohne Arbeitsaufnahme. Dies bedeutet,
dass selbst das kinderlose Paar bei Mindestlohn zum Aufstocker-Haushalt wird.
> Insgesamt ist zu bezweifeln, dass ein Einkommensgewinn von 348 bzw. 378 Euro (also ein Nettozugewinn von 2,10 bis 2,28 Euro je Stunde) einen hinreichenden Anreiz zur Aufnahme einer Vollzeitstelle bietet, da die Arbeitsaufnahme auch Kosten wie die Fahrt zu Arbeitsstelle verursacht und sich mit Aufnahme eines Minijobs bereits fast die Hälfte des Einkommensgewinns realisieren lässt. Da die ersten 100
Euro Zuverdienst nicht auf das Bürgergeld angerechnet werden, es für den weiteren Zuverdienst aber
eine hohe Transferentzugsrate gibt, existieren nur starke Anreize zur Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung, nicht aber zur Aufnahme einer Vollzeitbeschäftigung.
Wie im gelinkten Papier der iwf Kiel zu sehen gibt es immer einen Abstand wenn man die 502 Euro nimmt. Nur kann dies eben für Einzelnen nicht genug sein um mehr als einer kleineren Arbeit nachzukommen. Jobs welche nicht erfüllen oder zu stressig sind müssten eben mit guten Verdienst locken (oder guter work/life balance). Können viele nur nicht mehr bieten weswegen man nun nicht nur nach Fachkräften schreit sondern mehr und mehr auch nach Menschen welche “froh sind” solche Jobs zu haben.
Die konservative Politik hat hier aber auch ein Problem weil sie gleichzeitig immer gegen die Mindeslohnerhöhungen stänkern. Wenn man gegen beides ist führt es zwangsläufig zu US Verhältnissen was bis auf Wirtschaftslobbyisten wohl keiner haben möchte.
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Als ein sehr stabiles Genie, verfügt Jens Spahn – wie der 45te Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika – über alternative Fakten.
Ich dachte diese populistischen Milchmädchenrechnungen um den Pöbel gegen den geringeren Pöbel aufzuwiegeln hätten wir letztes Jahr schon hinter uns gelassen. Da gabs doch in Österreich diese Rechnung mit dem Maler, der trotz Arbeit seine Familie nicht ernähren kann während die Zugewanderten in Saus‘ und Braus‘ leben von den Sozialleistungen. Oder wars die AfD mit dem Maler? Ich komm da immer durcheinander. Jedenfalls ist dieser Trick mit komplett falschen Zahlen und Halbwahrheiten doch schon ein alter Hut. Irgendwie ist die CDU ganz schön AfD-ig in letzter Zeit. Warum auch sonst sollten ihre Wähler sie meiden? Die Strategie erschließt sich mir nicht. Hey, schau‘ die AfD ist erfolgreich, komm, lass‘ uns auch bissl Populismus auf dem Rücken der Armen machen damit die uns wieder wählen! Die Christen! Nächstenliebe und so… was zum Flamingo denken die sich?
Den Knackpunkt hat die Tagesschau ja in der zweiten Hälfte bennant. Die hohen Kosten für die Unterkunft.
Klar haben arbeitende Menschen mehr Einkommen, sie haben halt auch mehr Ausgaben. Es geht am Ende also um das verfügbare Einkommen nach allen Fixkosten und da nährt man sich im Moment sehr stark an.
Drüben auf r/Finanzen hat es mal einer durchgerechnet für Köln inkl. Kita-Kosten, da waren die verfügbaren Summen auch sehr nah beieinander.
Das Problem ist also dreigeteilt aus meiner Sicht:
1. Die Mieten sind zu hoch und die Kosten für Eigentum sowieso -> mehr Bauen und weniger Bauvorschriften
2. Die Löhne sind zu niedrig und die Abgaben zu hoch -> Steuern auf Arbeit senken, Sozialabgaben senken, dafür Vermögen und Erben besteuern, sowie Steuerverschwendung eindämmen
3. Leistung muss sich wieder lohnen : Solche Späße wie Kita Gebühren für arbeitende Eltern müssen weg, nichts zerstört Leistung mehr als für Arbeit bestraft zu werden
Hätt’ste wohl gerne, daß der Durchschnittsverdiener gerade so auf Bürgergeldniveau rumkrebst …
Lindner kam ja mit seiner Kinderarmutsstatistik auch durch obwohl das ziemlicher bullshit war.
Schade ist, dass in den präsenten Medien wie Tv, Radio, Titelseite usw. ( im Grunde alles was einem ohne suchen erreicht ) solche Falschaussagen unkommentiert verbreitet werden, anstatt direkt einen Faktencheck mitzuliefern der die Lüge sofort auffliegen lässt.
So ein Laden wie die CDU macht immer das gleiche Spiel und alle spielen mit.
Der Artikel nimmt nicht Bezug auf den Mindestlohn. Angenommen ein Paar mit zwei Kindern hat Jobs (1,5 Stellen) im Bereich des Mindestlohns: Wieviel besser stehen sie mit 60 Stunden Arbeit die Woche da, als wenn sie Bürgergeld beziehen würden?
Der Durchschnitt ist absolut unwichtig. Hat der Spahn sich mit einer Aussage – welche dazu noch falsch ist – selbst ein Ei gelegt. Ansonsten würden die Leute einfach ihre Jobs aufgeben und ins Bürgergeld gehen. Normal jetzt schon wie man bei den Zahlen sieht. Bleibt aber irgendwie aus obwohl bei jeder Erhöhung diese Sau durchs Land getrieben wird.
Was wichtig ist, ist der letzte Absatz über Geringverdiener (gerade Alleinverdiener) sowie der Lohnabstand. Selbst bei Azubis spielt der eine eine immer größere Rolle (je nach Region und Jobnachfrage). Dort kommt man eben in einigen Fälle wo man trotz Wohngeld nur ein paar hundert Euro mehr hat. Ignoriert man die Rente (was zwar Menschlich ist (short term/long term) jedoch solche Rechnungen immer kaputt macht) werden sich Bürger eben die fragen stellen ob es sich lohnt dafür noch zu arbeiten. Was schon heute der Fall ist und weswegen gerade der Niedriglohnsektor mit Menschen mit Migrationshintergrund sowie Migranten überrepräsentiert ist.
> Durch die Regelungen zur
Anrechnung von Einkommen beim Bürgergeld ist sichergestellt, dass ein Haushalt mit einer in Vollzeit
arbeitenden Person immer ein um mindestens 348 Euro (Haushalt ohne Kinder) oder 378 Euro (Haushalt
mit Kindern) höheres Einkommen hat als der gleiche Haushalt ohne Arbeitsaufnahme. Dies bedeutet,
dass selbst das kinderlose Paar bei Mindestlohn zum Aufstocker-Haushalt wird.
> Insgesamt ist zu bezweifeln, dass ein Einkommensgewinn von 348 bzw. 378 Euro (also ein Nettozugewinn von 2,10 bis 2,28 Euro je Stunde) einen hinreichenden Anreiz zur Aufnahme einer Vollzeitstelle bietet, da die Arbeitsaufnahme auch Kosten wie die Fahrt zu Arbeitsstelle verursacht und sich mit Aufnahme eines Minijobs bereits fast die Hälfte des Einkommensgewinns realisieren lässt. Da die ersten 100
Euro Zuverdienst nicht auf das Bürgergeld angerechnet werden, es für den weiteren Zuverdienst aber
eine hohe Transferentzugsrate gibt, existieren nur starke Anreize zur Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung, nicht aber zur Aufnahme einer Vollzeitbeschäftigung.
Wie im gelinkten Papier der iwf Kiel zu sehen gibt es immer einen Abstand wenn man die 502 Euro nimmt. Nur kann dies eben für Einzelnen nicht genug sein um mehr als einer kleineren Arbeit nachzukommen. Jobs welche nicht erfüllen oder zu stressig sind müssten eben mit guten Verdienst locken (oder guter work/life balance). Können viele nur nicht mehr bieten weswegen man nun nicht nur nach Fachkräften schreit sondern mehr und mehr auch nach Menschen welche “froh sind” solche Jobs zu haben.
Die konservative Politik hat hier aber auch ein Problem weil sie gleichzeitig immer gegen die Mindeslohnerhöhungen stänkern. Wenn man gegen beides ist führt es zwangsläufig zu US Verhältnissen was bis auf Wirtschaftslobbyisten wohl keiner haben möchte.