
Deutschland ist kein Strombettler, erklärt Bruno Burger von Energy Charts im “Klima-Labor” | Warum Deutschland so viel Strom importiert
by antelatis

Deutschland ist kein Strombettler, erklärt Bruno Burger von Energy Charts im “Klima-Labor” | Warum Deutschland so viel Strom importiert
by antelatis
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>Bruno Burger: Es gibt keine Strombettler. Wir haben einen europäischen Strommarkt, auf dem Strom verschiedener Länder und Quellen angeboten wird. Länder mit günstigen Stromquellen kommen zum Zug, teure nicht. Die erneuerbaren Energien sind immer die günstigsten, aber davon haben wir bislang nicht genug. Wenn unsere Erneuerbaren also nicht ausreichen, kaufen wir Strom von unseren Nachbarländern dazu. Das ist günstiger, als fossilen Strom selbst zu erzeugen.
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>Aber das vergangene Jahr war ohnehin speziell. Viele französische Kernkraftwerke konnten keinen Strom produzieren, weil sie gewartet werden mussten, technische Probleme oder zu wenig Kühlwasser hatten. Deshalb hat Deutschland sehr viel fossilen Strom für den Export produziert.
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>Wir hatten bis 15. April noch drei Kernkraftwerke am Netz, die mit verminderter Leistung gelaufen sind und nur noch zwei oder drei Prozent zur Stromerzeugung beigetragen haben. Ich empfinde diese Diskussion als müßig. Wir haben den ersten Kernenergieausstieg 2000 beschlossen. Dann gab es 2010 kurzzeitig die Laufzeitverlängerung, die ein Jahr später nach dem Unfall in Fukushima wieder zurückgenommen wurde. Wir müssen dieses Kapitel schließen. Die deutschen Kernkraftwerke sind aus. Jetzt sollten wir den Blick nach vorn richten und überlegen: Wie bauen wir die Erneuerbaren aus?
>Strombettler
Wer hat denn dieses Wort in den Raum gestellt?
Was mir aber bisher weder dieser Artikel noch irgendwer/irgendwas anderes erklären konnte:
Angenommen wir hätten jetzt noch diese 4 GW an Atomenergie. Dann würde das doch bedeuten, dass wir 4 GW weniger aus anderen Quellen produzieren müssten. In Phasen in denen wenig EE produziert werden oder der Bedarf eben sehr hoch ist, müssten wir also 4 GW weniger Kohle dazuschalten. In Phasen in denen wir viele EE haben, müssten die dann zwar vielleicht abgeschaltet werden, aber für die Emissionen ist das doch egal (könnte man diesen EE Strom nicht auch nutzen um ihn nach Polen zu exportieren?). Wenn wir diesen Monat 4 GW weniger Kohle gebraucht hätten, hätte das laut electricity maps 30% unserer Emissionen eingespart. Also was spricht dagegen?