Wird sowieso nichts passieren. Die FDP kommt nicht in den Landtag also hat Söder nur die Option auf eine Koalition mit Freien Wählern – die über die nächsten 5 Jahre die gleiche Politik wie die CSU machen wollen – oder den Grünen. Wenn Söder die Koalition mit den Grünen eingeht, wird das die zu 70% konservativ oder rechts wählende bayerische Bevölkerung sehr verstimmen und könnte der CSU bei weiteren Wahlen empfindlich schaden.
Auf lange Sicht gesehen könnte es auch äußerst unklug sein, Aiwanger abzusetzen. Wenn er weg ist, verlieren die Freien Wähler an Bedeutung und die bayerische AfD könnte sich mit leichtem bei 20%+ positionieren.
Traurige Politik wenn man an dem einen Nazi festhalten muss damit die ganzen anderen Nazis nicht gewählt werden.
Da Markus Söder schon immer ein Opportunist der ersten Stunde war, wird er sich für die Option entscheiden, die für ihn die meisten Vorteile verspricht. Das hat er ja bei Corona und jetzt bei der Klimapolitik genauso gemacht.
Deshalb erwarte ich, dass er Aiwanger bei passender Gelegenheit fallen lassen wird. Mit Aiwanger mag er vielleicht die nächste Wahl mit nem blauen Auge überstehen, aber auch ohne so einen Skandal im Rücken hat er auf dem Zenit seiner Macht gegen Laschet den kürzeren gezogen.
Die Frage ist eher, was Söder will. Auf Landesebene sitzt er das aus. Im Status quo sitzen genug Leute, für die ist Aiwanger schon irgendwie tragbar und hat nur Dinge gemacht, für die man sich nur nicht erwischen lassen sollte.
Hat Söder Ambitionen auf Bundesebene, muss er jetzt Kante zeigen, sonst fällt ihm das vor die Füße.
>Der Chef der Freien Wähler könnte sogar gestärkt aus der Affäre hervorgehen. „Wutwähler“, die vielleicht bei der AfD ihr Kreuz gemacht hätten, könnten zu den Freien Wählern überlaufen. Denn jede Stimme für Aiwanger wäre aus deren Sicht ebenfalls eine Stimme „gegen die da oben“.
Das ist ehrlich gesagt auch meine Befürchtung. Ich komme aus einer eher ländlichen Gegend Bayerns in der Grenzregion zwischen Mittelfranken und Oberfranken (letzteres ist quasi eine kleine Hochburg der FW auf kommunaler Ebene) und habe im Umfeld einige typische Vertreter des FW-Wählerklientels (selbständige und mittelständige kleinbürgerliche Boomer), und ich glaube viele Menschen außerhalb Bayerns schätzen die Reaktionen in diesen Kreisen auf diese Affäre völlig falsch ein, wenn sie jetzt eine Wahlschlappe für die FW erwarten. Bei vielen dort verfängt das “Hexenjagd”-Narrativ und stellt sich eine “Jetzt erst recht!”-Stimmung ein. Aiwanger hat sich in den letzten ~15 Jahren erfolgreich als Vertreter der “ehrlichen” Landbevölkerung gegenüber arroganten Städtern inszeniert, und man sollte nicht die Kraft des Tribalismus unterschätzen wenn es darum geht, dass “einer von uns” von “denen” angegriffen wird.
Ich wäre sogar gar nicht überrascht, wenn die Freien Wähler nach diesem Skandal am Wahltag mehr Stimmen bekommen würden, als sie ohne ihn bekommen hätten.
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Wird sowieso nichts passieren. Die FDP kommt nicht in den Landtag also hat Söder nur die Option auf eine Koalition mit Freien Wählern – die über die nächsten 5 Jahre die gleiche Politik wie die CSU machen wollen – oder den Grünen. Wenn Söder die Koalition mit den Grünen eingeht, wird das die zu 70% konservativ oder rechts wählende bayerische Bevölkerung sehr verstimmen und könnte der CSU bei weiteren Wahlen empfindlich schaden.
Auf lange Sicht gesehen könnte es auch äußerst unklug sein, Aiwanger abzusetzen. Wenn er weg ist, verlieren die Freien Wähler an Bedeutung und die bayerische AfD könnte sich mit leichtem bei 20%+ positionieren.
Traurige Politik wenn man an dem einen Nazi festhalten muss damit die ganzen anderen Nazis nicht gewählt werden.
Da Markus Söder schon immer ein Opportunist der ersten Stunde war, wird er sich für die Option entscheiden, die für ihn die meisten Vorteile verspricht. Das hat er ja bei Corona und jetzt bei der Klimapolitik genauso gemacht.
Deshalb erwarte ich, dass er Aiwanger bei passender Gelegenheit fallen lassen wird. Mit Aiwanger mag er vielleicht die nächste Wahl mit nem blauen Auge überstehen, aber auch ohne so einen Skandal im Rücken hat er auf dem Zenit seiner Macht gegen Laschet den kürzeren gezogen.
Die Frage ist eher, was Söder will. Auf Landesebene sitzt er das aus. Im Status quo sitzen genug Leute, für die ist Aiwanger schon irgendwie tragbar und hat nur Dinge gemacht, für die man sich nur nicht erwischen lassen sollte.
Hat Söder Ambitionen auf Bundesebene, muss er jetzt Kante zeigen, sonst fällt ihm das vor die Füße.
>Der Chef der Freien Wähler könnte sogar gestärkt aus der Affäre hervorgehen. „Wutwähler“, die vielleicht bei der AfD ihr Kreuz gemacht hätten, könnten zu den Freien Wählern überlaufen. Denn jede Stimme für Aiwanger wäre aus deren Sicht ebenfalls eine Stimme „gegen die da oben“.
Das ist ehrlich gesagt auch meine Befürchtung. Ich komme aus einer eher ländlichen Gegend Bayerns in der Grenzregion zwischen Mittelfranken und Oberfranken (letzteres ist quasi eine kleine Hochburg der FW auf kommunaler Ebene) und habe im Umfeld einige typische Vertreter des FW-Wählerklientels (selbständige und mittelständige kleinbürgerliche Boomer), und ich glaube viele Menschen außerhalb Bayerns schätzen die Reaktionen in diesen Kreisen auf diese Affäre völlig falsch ein, wenn sie jetzt eine Wahlschlappe für die FW erwarten. Bei vielen dort verfängt das “Hexenjagd”-Narrativ und stellt sich eine “Jetzt erst recht!”-Stimmung ein. Aiwanger hat sich in den letzten ~15 Jahren erfolgreich als Vertreter der “ehrlichen” Landbevölkerung gegenüber arroganten Städtern inszeniert, und man sollte nicht die Kraft des Tribalismus unterschätzen wenn es darum geht, dass “einer von uns” von “denen” angegriffen wird.
Ich wäre sogar gar nicht überrascht, wenn die Freien Wähler nach diesem Skandal am Wahltag mehr Stimmen bekommen würden, als sie ohne ihn bekommen hätten.