Bettina Stark-Watzinger denkt übrigens auch, dass wir in 10 Jahren schon unser erstes Fusionskraftwerk haben werden.
Sie ist eine ganz schöne Träumerin.
> […] “der weltweit erste Beweis der wissenschaftlichen Machbarkeit in der lasergetriebenen Trägheitsfusion” erbracht worden sei, wie Stark-Watzinger sagte. Einem Team des Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) war es gelungen, bei einem Laser-Fusionsexperiment mehr Energie zu gewinnen, als zuvor hineingesteckt wurde.
Oh nein, bitte nicht schon wieder dieser Blödsinn. Das LLNL macht Fusionsforschung für Kernwaffen, die Methode die dort benutzt wird ist für Stromerzeugung mit Kernfusion völlig nutzlos. Außerdem ist der Energiegewinn nur dann positiv wenn man nur einen kleinen Teil der reingesteckten Energie betrachtet und den Wirkungsgrad des Hauptteils der nötigen Apparaturen einfach unter den Tisch fallen lässt. Wer mehr wissen will wie weit ab vom Schuss die ganze Sache von einer sinnvollen Energiequelle ist, dem sei der folgende Artikel empfohlen: https://dothemath.ucsd.edu/2023/08/fusion-foolery/
Mein Kanzler, mit dem Angriff der Fortschrittstechnologien wird alles in Ordnung kommen
1) ” So werden die Voraussetzungen für die Nutzung der Fusion als künftige CO2-neutrale Energiequelle geschaffen.” Das ist zwar grundsätzlich richtig, in dem Papier steht aber kein eindeutiger Satz darüber, dass Fusion ungeeignet dafür ist, irgendwelche Klimaziele zu erreichen.
2) Zwischen 2030 und 2040 soll es den ersten Prototyp geben und ab 2040 dann die ersten Kraftwerke. Das ist doch mehr als ambitioniert. Spielt hier vielleicht Wunschdenken bezüglich 1) mit?
3) Von Heute 571 TWh soll sich der Strombedarf bis 2045 auf 1.549 TWh verdreifachen. Ja, ich sehe zwar auch, dass der Strombedarf steigen wird, alleine schon wegen Wasserstoff und Verkehr, auf der anderen Seite, selbst wenn die Fusionskraftwerke 2045 gebaut wären, wo soll der Strom bis dahin herkommen?
4) ITER wird über die EU und andere Länder finanziert, bzw. eher unterfinanziert, ich denke aber schon, dass man ITER für eine ungefähre Kostenabschätzung, im Bereich Groß- und Spitzentechnologie, heranziehen könnte. Wenn denn Fusion der Heilsbringer sein soll, erscheinen mir, bei dem Zeitplan, 74 Mio im Jahr aber als viel zu gering.
5 comments
Bettina Stark-Watzinger denkt übrigens auch, dass wir in 10 Jahren schon unser erstes Fusionskraftwerk haben werden.
Sie ist eine ganz schöne Träumerin.
> […] “der weltweit erste Beweis der wissenschaftlichen Machbarkeit in der lasergetriebenen Trägheitsfusion” erbracht worden sei, wie Stark-Watzinger sagte. Einem Team des Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) war es gelungen, bei einem Laser-Fusionsexperiment mehr Energie zu gewinnen, als zuvor hineingesteckt wurde.
Oh nein, bitte nicht schon wieder dieser Blödsinn. Das LLNL macht Fusionsforschung für Kernwaffen, die Methode die dort benutzt wird ist für Stromerzeugung mit Kernfusion völlig nutzlos. Außerdem ist der Energiegewinn nur dann positiv wenn man nur einen kleinen Teil der reingesteckten Energie betrachtet und den Wirkungsgrad des Hauptteils der nötigen Apparaturen einfach unter den Tisch fallen lässt. Wer mehr wissen will wie weit ab vom Schuss die ganze Sache von einer sinnvollen Energiequelle ist, dem sei der folgende Artikel empfohlen: https://dothemath.ucsd.edu/2023/08/fusion-foolery/
Mein Kanzler, mit dem Angriff der Fortschrittstechnologien wird alles in Ordnung kommen
Zum Thema, mit Thomas Klinger und Adrian von Stechow, vom Wendelstein 7-X: https://alternativlos.org/51/
Startups: ab 1:12:50
Wurde doch schon gepostet, aber von n-tv, wie auch immer.
Ich glaube da gibt es sehr viele Fragwürdigkeiten im Förderprogramm:
[https://www.bmbf.de/SharedDocs/Publikationen/de/bmbf/7/775804_Positionspapier_Fusionsforschung.pdf?__blob=publicationFile&v=4](https://www.bmbf.de/SharedDocs/Publikationen/de/bmbf/7/775804_Positionspapier_Fusionsforschung.pdf?__blob=publicationFile&v=4)
1) ” So werden die Voraussetzungen für die Nutzung der Fusion als künftige CO2-neutrale Energiequelle geschaffen.” Das ist zwar grundsätzlich richtig, in dem Papier steht aber kein eindeutiger Satz darüber, dass Fusion ungeeignet dafür ist, irgendwelche Klimaziele zu erreichen.
2) Zwischen 2030 und 2040 soll es den ersten Prototyp geben und ab 2040 dann die ersten Kraftwerke. Das ist doch mehr als ambitioniert. Spielt hier vielleicht Wunschdenken bezüglich 1) mit?
3) Von Heute 571 TWh soll sich der Strombedarf bis 2045 auf 1.549 TWh verdreifachen. Ja, ich sehe zwar auch, dass der Strombedarf steigen wird, alleine schon wegen Wasserstoff und Verkehr, auf der anderen Seite, selbst wenn die Fusionskraftwerke 2045 gebaut wären, wo soll der Strom bis dahin herkommen?
4) ITER wird über die EU und andere Länder finanziert, bzw. eher unterfinanziert, ich denke aber schon, dass man ITER für eine ungefähre Kostenabschätzung, im Bereich Groß- und Spitzentechnologie, heranziehen könnte. Wenn denn Fusion der Heilsbringer sein soll, erscheinen mir, bei dem Zeitplan, 74 Mio im Jahr aber als viel zu gering.