Übrigens macht Wales, wo die erste diskutierte Befragung gemacht wurde, durchaus Veränderungen in der Verkehrspolitik:
* [Speed limit to be lowered to 20mph in Wales](https://www.bbc.com/news/uk-wales-62020427) (also “Tempo 32”, nicht flächendeckend aber ähnlich wie in vielen Städten in Großbritannien in relativ großflächigen Bereichen)
* [All major road building projects in Wales are scrapped](https://www.bbc.com/news/uk-wales-64640215), also ein Moratorium von Straßenneubauten
> Im Rahmen ihrer Studie, die bislang auf dem Preprint-Server PsyArXiv veröffentlicht wurde, hat das Team um den Verkehrs- und Umweltpsychologen Ian Walker von der Swansea University in Wales unbewusste Vorurteile zugunsten von Privatfahrzeugen aufgedeckt. Dazu befragte das Team 2.000 Engländer*innen nach ihrer Meinung zu Sicherheitsmaßnahmen in verschiedenen Lebensbereichen und stellte diese ihrer Einstellung zum Autoverkehr gegenüber.
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> Darunter beispielsweise Aussagen wie „Menschen sollten nicht in dicht besiedelten Gebieten fahren, wo andere Menschen die Abgase einatmen müssen“ versus „Menschen sollten nicht in dicht besiedelten Gebieten rauchen, in denen andere Menschen die Zigarettenabgase einatmen müssen“. Oder „Es hat keinen Sinn, von den Menschen zu erwarten, dass sie weniger Auto fahren, also muss die Gesellschaft einfach alle negativen Folgen akzeptieren, die dadurch entstehen“ versus „Es hat keinen Sinn, von den Menschen zu erwarten, dass sie weniger Alkohol trinken, also muss die Gesellschaft einfach die negativen Folgen akzeptieren, die Alkohol verursacht“.
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> Das Ergebnis war eindeutig: 75 Prozent der Menschen fanden, man solle in größeren Menschenmengen nicht rauchen, aber nur 17 Prozent stimmten zu, dass Autoabgase in größeren Menschenmengen nichts verloren hätten. Ähnliches passierte bei der Frage zur Akzeptanz negativer Folgen einzelner Verhaltensweisen: Während 52 Prozent der Befragten denken, man könne Menschen durch bestimmte Maßnahmen dazu bringen, weniger Alkohol zu trinken, glauben nur 31 Prozent, dass es generell möglich sei, Menschen dazu zu bringen, weniger Auto zu fahren.
Das der Verkehrs- und Umweltpsychologen Walker mit Nachnamen heißt, ist schon irgendwie passend. Haha
Ich bin grade im Urlaub und wollte vor 3 Tagen nach Mailand in die Stadt. Dort darf man selbst mit Euro 5 Diesel nicht mehr in die Stadt, bald auch mit Euro 6 nicht mehr und dann langfristig nur noch mit eAutos. Dafür gibts ein funktionierendes P+R und eine sehr ruhige Stadt.
Also es gibt schon Orte, wo Autos so behandelt werden wie andere Dinge aber es ist wohl die Ausnahme.
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Übrigens macht Wales, wo die erste diskutierte Befragung gemacht wurde, durchaus Veränderungen in der Verkehrspolitik:
* [Speed limit to be lowered to 20mph in Wales](https://www.bbc.com/news/uk-wales-62020427) (also “Tempo 32”, nicht flächendeckend aber ähnlich wie in vielen Städten in Großbritannien in relativ großflächigen Bereichen)
* [All major road building projects in Wales are scrapped](https://www.bbc.com/news/uk-wales-64640215), also ein Moratorium von Straßenneubauten
**Edit:** Noch [dies hier](https://www.walesonline.co.uk/news/news-opinion/20mph-speed-limit-roads-wales-27520098) zur öffentlichen Diskussion in Wales.
> Im Rahmen ihrer Studie, die bislang auf dem Preprint-Server PsyArXiv veröffentlicht wurde, hat das Team um den Verkehrs- und Umweltpsychologen Ian Walker von der Swansea University in Wales unbewusste Vorurteile zugunsten von Privatfahrzeugen aufgedeckt. Dazu befragte das Team 2.000 Engländer*innen nach ihrer Meinung zu Sicherheitsmaßnahmen in verschiedenen Lebensbereichen und stellte diese ihrer Einstellung zum Autoverkehr gegenüber.
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> Darunter beispielsweise Aussagen wie „Menschen sollten nicht in dicht besiedelten Gebieten fahren, wo andere Menschen die Abgase einatmen müssen“ versus „Menschen sollten nicht in dicht besiedelten Gebieten rauchen, in denen andere Menschen die Zigarettenabgase einatmen müssen“. Oder „Es hat keinen Sinn, von den Menschen zu erwarten, dass sie weniger Auto fahren, also muss die Gesellschaft einfach alle negativen Folgen akzeptieren, die dadurch entstehen“ versus „Es hat keinen Sinn, von den Menschen zu erwarten, dass sie weniger Alkohol trinken, also muss die Gesellschaft einfach die negativen Folgen akzeptieren, die Alkohol verursacht“.
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> Das Ergebnis war eindeutig: 75 Prozent der Menschen fanden, man solle in größeren Menschenmengen nicht rauchen, aber nur 17 Prozent stimmten zu, dass Autoabgase in größeren Menschenmengen nichts verloren hätten. Ähnliches passierte bei der Frage zur Akzeptanz negativer Folgen einzelner Verhaltensweisen: Während 52 Prozent der Befragten denken, man könne Menschen durch bestimmte Maßnahmen dazu bringen, weniger Alkohol zu trinken, glauben nur 31 Prozent, dass es generell möglich sei, Menschen dazu zu bringen, weniger Auto zu fahren.
Das der Verkehrs- und Umweltpsychologen Walker mit Nachnamen heißt, ist schon irgendwie passend. Haha
Ich bin grade im Urlaub und wollte vor 3 Tagen nach Mailand in die Stadt. Dort darf man selbst mit Euro 5 Diesel nicht mehr in die Stadt, bald auch mit Euro 6 nicht mehr und dann langfristig nur noch mit eAutos. Dafür gibts ein funktionierendes P+R und eine sehr ruhige Stadt.
Also es gibt schon Orte, wo Autos so behandelt werden wie andere Dinge aber es ist wohl die Ausnahme.