Fachkräftemangel in Deutschland: Auswanderer berichten, warum sie nicht heimkehren

by Impulseps

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  1. > Bei Thomas Krebs schien sich die Uni mehr ins Zeug zu legen. Er hatte vorgeschlagen, seine Frau, die an der Uni Reading Rechtswissenschaft lehrt und sowohl deutsche als auch britische Juristin ist, beim Aufbau des neuen Instituts einzubinden, und dieser Vorschlag wurde angenommen. Am Ende sagte er ab – weil seine älteste Tochter in Leipzig nicht ohne Weiteres aufs Gymnasium hätte gehen dürfen und die Uni Leipzig nicht bereit war, sich an den Schulgebühren für die internationale Schule zu beteiligen. Der Besuch dieser Privatschule wäre für Thomas Krebs und seine Frau die einzige Alternative zu einem Gymnasium gewesen.

    >Die beiden waren davon ausgegangen, dass sie sich in Leipzig ein staatliches Gymnasium für ihre Töchter aussuchen könnten. Thomas Krebs hatte sogar schon bei einzelnen Sekretariaten angerufen, um einen Termin mit dem Schulleiter oder der Schulleiterin auszumachen. Nur einer war bereit, ihn zu treffen. Und dieser teilte ihm freundlich mit, dass es unwahrscheinlich sei, dass seine Töchter eine gemeinsame Schule finden würden. Alle Leipziger Gymnasien seien hoffnungslos überfüllt, und nur die jüngere Tochter habe überhaupt einen Anspruch auf einen Gymnasialplatz, weil sie neu in der fünften Klasse starte. Die ältere habe nur dann eine Chance, wenn er sie als »Härtefall« beim Schulamt anmelde. Was sollte das heißen?

    >Das Infoblatt des Landesamts für Schule und Bildung dazu ist so bürokratisch formuliert, dass selbst das Ehepaar Krebs, beide gestandene Juristen, mehrere Anläufe brauchte, um den Kern zu erfassen:

    >In Sachsen müssen Schüler, die in eine Klasse der Stufen fünf bis neun wechseln wollen und bisher nicht an einer deutschen Regelschule waren, grundsätzlich eine Oberschule besuchen, eine Kombination von Haupt- und Realschule. Solche Oberschulen sind »besonders auf den Übergang in berufliche Bildungswege ausgerichtet«, wie es auf der Website des Sächsischen Staatsministeriums für Kultur heißt. Im Klartext: Mit dem Oberschulabschluss nach der zehnten Klasse sollen die Schülerinnen und Schüler eine Ausbildung beginnen.

    >Das hatte sich das Ehepaar Krebs anders vorgestellt.

    >Im Infoblatt des Schulamts heißt es dazu im schönsten Bürokratendeutsch:

    >*In besonderen Härtefällen kann das Landesamt für Schule und Bildung, Standort Leipzig, auf Antrag der Eltern die Aufnahme an einem Gymnasium genehmigen. Dazu ist ein Härtefallantrag gemäß § 8 SOGYA an das Landesamt für Schule und Bildung, Standort Leipzig, zu stellen. Diese Ausnahme bedarf der Angabe besonderer Gründe im Sinne einer Härtefallregelung.*

    >Mit dem Aufzählen überzeugender »besonderer Gründe« ist es aber noch lange nicht getan. Sollte das Schulamt den »Härtefall« anerkennen, muss nachgewiesen werden, dass die bisher besuchte Schule »den Anforderungen des sächsischen Gymnasiums entspricht« – und die Schülerin oder der Schüler muss auch noch fünf Aufnahmeprüfungen bestehen. Und zwar in Deutsch, Mathematik, Englisch und wahlweise in Biologie, Chemie oder Physik und in Geschichte oder Geografie mit einer Note von besser als 2,0.

    Dieses Land…

  2. Das Wort Fachkräftemangel ist der größte bullsjit den die Politik und Medien erfunden haben. Zahlt faire Löhne, dann arbeiten die Leute gerne

  3. Deutschland ist so ein Bürokraten Land, Menschen die aus anderen Ländern kommen, haben keinen Bock darauf. Nicht wenn es in anderen Ländern so viel einfacher ist.

  4. Deutschland eben. Aber was hat das jetzt mit dem Fachkräftemangel am Hut? Fachkräfte fehlen hauptsächlich im Gesunheitswesen, Bau, Logistik und Informatik. An Jura Profs fehlt es jetzt nicht

  5. Ich predige schon so lange, dass wir endlich unser Bildungssystem angehen müssen, weil das immer untergeht. Es wird einfach links liegen gelassen.

    Klar hier und da sind Dinge, aber das ist nicht genug. Bildung ist einer der Grundpfeiler und man hat das gefühl(!) die Politik interessiert es null.

  6. Dieser Artikel hat wenig mit allgemeinen Fachkräftemangel zu tun, sondern betrifft nur eine sehr kleine professorale Bubble, der Titel ist also schon irgendwie Klick-Bait.

    Auch warum es für einen neuen Studiengang mit nicht näher definiertem Nutzen für deutsche Studenten oder die deutsche Gesellschaft gleich ein neues Institut braucht, wofür scheinbar nur sehr renommierte Professoren geeignet sind, bleibt unklar.

  7. Fachkräftemangel. Ich suche seit Monaten ein Praktikum für mein Studium. Ich habe 10 passende Jobs gefunden. 10. Davon konnte ich direkt tdie Hälfte ausschließen, weil sie utopische Vorstellung an einem Berufseinsteiger haben (berufserfahrung, Auslandsaufenthalte). Die anderen Hälfte hat mich schlichtweg abgelehnt, weil es wen besseres gab.

  8. Je länger ich empfinde, dass es mit dem Bildungssystem weiter und weiter bergab geht, desto attraktiver wird der Gedanke, mich denen, die Deutschland den Rücken kehren, anzuschließen.

  9. In Deutschland braucht man halt ein homogenes Schulsystem über das ganze Land und über alle Schulen. Gymnasien, Realschulen, Hauptschulen, pi pa po. Weg damit. Alle sollten auf die selbe Schule gehen bis zur Oberstufe und dann kann man sich entscheiden ob man Abi machen will oder nicht, so verschwindet diese Klassenspaltung und unnötige Bürokratie zwischen Schule und alle werden gut gemischt aufgeteilt

  10. Das ganze ist meiner Meinung nach ein Nothingburger.

    Man hat versucht, zwei Top-Juristen aus Oxford nach Leipzig zu locken. Man hat ihnen weniger Gehalt geboten als sie in Oxford bekommen. Beide haben dann abgesagt. Jetzt sind alle überrascht.

    Die anderen Dinge sind sicher nicht falsch. Aber diese beiden Überflieger-Kandidaten hätten die Bürokratie schon bewältigt, wenn sie das Gehaltspaket attraktiv gefunden hätten.

    Aber Leipzig kann halt nicht mit Oxford mithalten. So eine Überraschung /s

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