
Wildschwein-Paradoxon: Rätsel um radioaktive Wildschweine gelöst — Deutsche Wildschweine sind teilweise so radioaktiv, dass ihr Fleisch nicht verzehrt werden darf. Lange hielt man die Katastrophe in Tschernobyl für die Ursache. Doch 40 Jahre später ist die Belastung noch immer konstant hoch – warum?
by QuastQuan
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>„Das Cäsium wandert sehr langsam durch den Boden nach unten, manchmal nur rund einen Millimeter pro Jahr“, so Steinhauser. „Die Hirschtrüffel, die in 20 bis 40 Zentimetern Tiefe zu finden sind, nehmen somit heute erst das Cäsium auf, das in Tschernobyl freigesetzt wurde. Das Cäsium alter Atomwaffentests hingegen ist dort schon lange angekommen.“
>Die Hirschtrüffel sind also in mehrfacher Hinsicht radioaktiv belastet: Zum einen durch das Cäsium, das sich nach den Atomwaffentests vor rund 60 Jahren nach und nach im Boden verbreitet hat, zum anderen nun langsam auch durch den Fallout nach Tschernobyl.
>Auf diese Weise erklärt sich, warum die radioaktive Belastung des Wildschweinfleischs nicht abnimmt – und warum damit zu rechnen ist, dass sich die Situation in den nächsten Jahren nicht verbessern wird. Das ist problematisch:
Weil Wildschweinfleisch durch die hohe Strahlenbelastung oft ungenießbar ist, werden die Tiere in manchen Regionen Deutschlands kaum gejagt. Populationen geraten außer Kontrolle, was oft große Schäden in Forst- und Landwirtschaft verursacht.