Die Stadt Aachen verschwendet offenbar Unsummen an Geld beim Telefonieren. Die Verträge, nach denen für die rund 2500 Festnetzanschlüsse abgerechnet wird, stammen aus dem Jahr 2004. Zum Teil sind diese Verträge aber nicht mehr auffindbar, also verschwunden. Bei den Mobiltelefonen galten diese Verträge immerhin ebenfalls noch bis August 2022. Das ist das haarsträubende Ergebnis einer Untersuchung von städtischen Rechnungsprüfern.
Mehr noch: Solche Rahmenverträge müssen zwingend alle vier Jahre ausgeschrieben werden. In Aachen geschah dies aber fast 20 Jahre lang nicht. Vermutlich sind in dieser Zeit enorme Summen verschwendet worden, die insgesamt in den Millionenbereich gehen könnten. So sehen diese Verträge keine Flatrates, also Pauschaltarife, vor, die eigentlich schon lange Standard sind. Bei der Stadt Aachen wird stattdessen neben einer Grundgebühr für die Anschlüsse jedes Telefongespräch einzeln abgerechnet. Insbesondere das Telefonieren vom Fest- ins Mobilnetz war zu dieser Zeit noch besonders teuer.
Für die Mobiltelefone wurde die Leistung erst 2022 neu ausgeschrieben. Im Ergebnis spart die Stadt dadurch 120.000 Euro. Im Festnetzbereich dürfte es noch weitaus mehr sein, wenn es denn eine Ausschreibung geben würde. Die Rechnungsprüfer hatten diesbezüglich schon im vergangenen Jahr Alarm geschlagen und eine solche Ausschreibung dringend angemahnt. Schließlich verhält sich die Stadt diesbezüglich seit vielen Jahren rechtswidrig.
Der Aufforderung ist die Verwaltung bis heute aber nicht nachgekommen. Begründet wird das mit Personalmangel. Auch ein modernes Telefonie-Konzept für die gesamte Verwaltung gibt es nicht, es gibt vielmehr gar kein Konzept.
[deleted]
2003 ist die Regio IT als komunaler IT-Dienstleister gegründet worden. Erstaunlich.
Ah ja, Demokratie
Erstaunlich, dass bislang kein Wettbewerber die Stadt Aachen vor die Vergabekammer gezerrt hat. Die Kontrolle durch den Markt kann deutlich schneller und härter sein als das Rechnungsprüfungsamt.
Interessant auch, dass der Rechnungshof noch nichts angemerkt hat.
Ja der Kollege damals war lange krank, und die neuen Sachbearbeiter konnten die Kopien der Verträge so schlecht entziffern. `Schuldigung
Damit sind dann alle telefonisch abgewickelten Dinge seit 2004 automatisch ungültig!
😉
Jetzt kommt als Nächstes raus, dass die Stadt noch Internetverträge aus den 90ern hat. Aber hey: Doppel isdn Leitung rockt!
10 comments
Die Stadt Aachen verschwendet offenbar Unsummen an Geld beim Telefonieren. Die Verträge, nach denen für die rund 2500 Festnetzanschlüsse abgerechnet wird, stammen aus dem Jahr 2004. Zum Teil sind diese Verträge aber nicht mehr auffindbar, also verschwunden. Bei den Mobiltelefonen galten diese Verträge immerhin ebenfalls noch bis August 2022. Das ist das haarsträubende Ergebnis einer Untersuchung von städtischen Rechnungsprüfern.
Mehr noch: Solche Rahmenverträge müssen zwingend alle vier Jahre ausgeschrieben werden. In Aachen geschah dies aber fast 20 Jahre lang nicht. Vermutlich sind in dieser Zeit enorme Summen verschwendet worden, die insgesamt in den Millionenbereich gehen könnten. So sehen diese Verträge keine Flatrates, also Pauschaltarife, vor, die eigentlich schon lange Standard sind. Bei der Stadt Aachen wird stattdessen neben einer Grundgebühr für die Anschlüsse jedes Telefongespräch einzeln abgerechnet. Insbesondere das Telefonieren vom Fest- ins Mobilnetz war zu dieser Zeit noch besonders teuer.
Für die Mobiltelefone wurde die Leistung erst 2022 neu ausgeschrieben. Im Ergebnis spart die Stadt dadurch 120.000 Euro. Im Festnetzbereich dürfte es noch weitaus mehr sein, wenn es denn eine Ausschreibung geben würde. Die Rechnungsprüfer hatten diesbezüglich schon im vergangenen Jahr Alarm geschlagen und eine solche Ausschreibung dringend angemahnt. Schließlich verhält sich die Stadt diesbezüglich seit vielen Jahren rechtswidrig.
Der Aufforderung ist die Verwaltung bis heute aber nicht nachgekommen. Begründet wird das mit Personalmangel. Auch ein modernes Telefonie-Konzept für die gesamte Verwaltung gibt es nicht, es gibt vielmehr gar kein Konzept.
[deleted]
2003 ist die Regio IT als komunaler IT-Dienstleister gegründet worden. Erstaunlich.
Ah ja, Demokratie
Erstaunlich, dass bislang kein Wettbewerber die Stadt Aachen vor die Vergabekammer gezerrt hat. Die Kontrolle durch den Markt kann deutlich schneller und härter sein als das Rechnungsprüfungsamt.
Interessant auch, dass der Rechnungshof noch nichts angemerkt hat.
Ja der Kollege damals war lange krank, und die neuen Sachbearbeiter konnten die Kopien der Verträge so schlecht entziffern. `Schuldigung
Damit sind dann alle telefonisch abgewickelten Dinge seit 2004 automatisch ungültig!
😉
Jetzt kommt als Nächstes raus, dass die Stadt noch Internetverträge aus den 90ern hat. Aber hey: Doppel isdn Leitung rockt!
aachen jumpscare 😱
Au huur!