ADHS und Suchterkrankungen: “Wenn ich einen Kater hatte, dann war das wie Urlaub im Kopf”

by electric_sheep1984

3 comments
  1. Aspie (diagnostiziert) mit ADHS (noch nicht diagnostiziert, aber eigentlich klar wie Kloßbrühe) hier, kann ich aus Eigenerfahrung soweit bestätigen. Erst ein wenig Freiheit von der “Klammer” durch den Alkohol, danach während/nach dem Kater für kurze Zeit eine Phase von wohltuender aber auch erschütternder Klarheit und Ruhe im Kopf. Manchmal so nüchtern und klar, dass ich es mit Terry Pratchetts Idee von “knurd” vergleichen würde. Als müsste der Kopf neu starten, und es bräuchte Zeit um den ganzen verwirrenden Kram, die irrationalen Ängste und gleichzeitig die Verdrängungsmechanismen, “neu zu laden”. Sehe da deutlich das Suchtpotenzial, würde aber mich individuell nicht als süchtig bezeichnen, da ich das Ganze in meiner eher apokalyptischen Lebenssituation eher mit dem negativen “knurd” assoziiere als mit “Urlaub im Kopf”.

  2. Es ist nicht nur ADHS: Ein Großteil der Süchtigen in Deutschland ist nicht süchtig weil sie sich mal zu lange zu viel eingefahren haben, sondern weil sie damit psychische Probleme „behandeln“, bzw. überdecken.

  3. Das mit ADHS und erhöhtem Suchtpotenzial ist auch nur so eine Halbwahrheit. Viele Leute mit ADHS haben genau das gegenteilige Problem dass es zu einer geringeren Rauschwirkung kommt, was zu einer Schätzung, dass rund 20% der Patienten überhaupt nicht auf zugelassene Arzneistoffe reagieren, führt.

    In Praxis sieht das dann so aus, dass mir schon längst schwindlig und extrem warm wird ohne dass es einen Rausch gibt. Also rausgeworfener Alkohol.

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