Insolvenzwelle bei deutschen Krankenhäusern

by ReadSomeEngels

9 comments
  1. Man könnte fast zum Schluss kommen, dass Einrichtungen der allgemeinen Daseinsfürsorge nicht privat betrieben werden sollten. Nur so als ein ketzerischer Einwurf.

    edit:

    Der sehr neutrale, unvoreingenommene und sicherlich nicht von Eigeninteresse und Lobbybestrebungen beeinflusste Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. findet meinen Vorschlag richtig [toll](https://www.klinik-fakten.de/faktencheck/artikel/nein-zu-verstaatlichung-von-krankenhaeusern).

    > Die Versprechen des Sozialismus klingen verlockend und eignen sich für populistische Parolen. So heißt es, Profit und Patientenwohl seien unvereinbar und die Abhängigkeit von gewinnorientierten Privatunternehmen müsse beendet werden. Die Propaganda bewirkt, dass Menschen die Privatisierung von Krankenhäusern zwiespältig empfinden und zu der (falschen) Vorstellung neigen, Wirtschaftlichkeit und Wettbewerb hätten negative Folgen.

    > […]

    > Die öffentliche Zustimmung für Forderungen nach Verstaatlichung von Krankenhäusern ist meistens das Ergebnis politischer Agitation. Tatsächlich wäre die Einführung von Medizin-Sozialismus weder im Sinne noch zum Nutzen der Patient:innen.

    Nur um dann gleich rückfällig zu werden.

    > Der Staat selbst hat dabei auch die „Auffangverantwortung“, das heißt: Er selbst (bzw. die Bundesländer und Kommunen) soll Krankenhäuser in eigener Trägerschaft nur dann betreiben, wenn die Angebote von Krankenhäusern anderer Träger dem Sicherstellungsauftrag nicht genügen.

    Also Gewinne aus ausgelasteten Krankenhäuser in Ballungsgebieten privatisieren, Verluste aus defizitären Krankenhäusern in Arsch-der-Heidistan sozialisieren. Genau mein Humor.

    PS: Das es auch anders geht, machen uns ausgerechnet die ultra-neoliberalen Engländer vor. Dem NHS gehören nämlich fast alle englischen Krankenhäuser.

  2. Frage an Leute mit mehr Ahnung: gibt es irgendeine realistische Chance, dass die KHs irgendwann wieder in staatliche Hand genommen werden?

    Meiner Meinung nach hätte Gesundheit niemals privatisiert werden sollen und jegliche Reformen werden immer nur die Probleme an eine andere Stelle schieben solange dies so bleibt. Bestes Beispiel die geliebte Fallpauschale, welche letzten endes die Qualität der Patientenbetreuung senkte um die Wirtschaftlichkeit zu steigern..

  3. ich bin inzwischen der Auffassung dass es durchaus gewollt ist Kliniken sterben zu lassen. warum auch nicht? wegen ein paar blöder kranker Leute die in der Zeit nicht arbeiten können und stattdessen Geld verbrauchen? Gerade in den Inneren sind im Grunde eh nur laufende bzw. liegende Verluste bzw. Friedhofsdeserteure anzutreffen, also Rentner die nicht nur in der Behandlung sondern auch der Rentenkasse länger Geld kosten.
    (Kleine Anmerkung: dieser Teil spiegelt nicht meine persönliche Meinung wieder)
    Fakt ist auch dass es zu viele kleine kommunale Bruchbuden gibt die vollkommen ineffizient Personal für eine Möchtegern-Rundumversorgung vorhalten, die aber ohnehin nicht genutzt wird weil die Leute zu spezialisierteren Kliniken gehen. aber man lässt den Laden auch bei einer dauerhaften 30%-Auslastung auf weil derjenige der das mitentscheiden müsste politisch erledigt wäre.

  4. Wenn nur jemand bei der Einführung der DRGs und dem damit verbundenen Hamsterrad beteiligt gewesen wäre, dem man jetzt die Schuld geben könnte. Das wäre sehr deutsch und würde uns alle besser da stehen lassen.
    Am Ende wird die Bundesregierung und das Ministerium von Herrn Lauterbach das wohl richten müssen. Man darf gespannt sein, wie die Reform dann am Ende aussieht.

  5. Politisch gewollt. Das geht seit 20 Jahren so. Der Ökonomisierungsdruck führt seit mehr als 20 Jahren zu Privatisierungswellen und schließenden Einrichtungen.

  6. Hier gibts einen groben Überblick vom Ministerium:

    [https://www.bundesgesundheitsministerium.de/krankenhausfinanzierung](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/krankenhausfinanzierung)

    Hier die Forderungen der DKG:

    [https://www.dkgev.de/fair/in-einem-vorschaltgesetz-zur-reform-brauchen-wir-konkrete-hilfe/](https://www.dkgev.de/fair/in-einem-vorschaltgesetz-zur-reform-brauchen-wir-konkrete-hilfe/)

    Leider konnte ich keinen Überblick finden welche Kliniken/Träger genau insolvenz beantragt haben. Es gab über das Jahr wohl schon mehrere “Wellen”. Es würde mich ja mal sehr interessieren welche Kliniken so problematisch sind. Die DKG will sich auf jeden Fall alles bezahlen lassen was ihnen eingefallen ist, legt sonst aber keine konstruktiven Vorschläge zur allgemeinen besserung vor.

    Es ist ja gut dass die Länder Kliniken finanzieren müssen wenns hakt, ich schließe da aber einen Hang der Träger zur Gratismentalität nicht aus. Mich würde hier mal interessieren inwieweit die Träger verantwortlich gemacht werden können. Sind das einfach Firmen die sich nach eine Pleite einfach aus der Affäre ziehen?

  7. In Dänemark werden staatliche Krankenhäuser wie das Universitätsklinikum in Aarhus großzügig finanziert, während dort auch der entsprechende Wohnraum entsteht, damit die Bürger aus ganz Dänemark auch dorthin ziehen können. Die Bevölkerung der Stadt Aarhus ist zwischen 2000 und 2020 von 217.000 Einwohner auf 280.000 Einwohner angewachsen. Das ist ein höheres absolutes Bevölkerungswachstum als es die Stadt Hannover im gleichen Zeitraum erlebt hat.

  8. Einfach mal die Frage stellen: Gehen die Krankenhäuser pleite weil ein Nachfrageproblem besteht oder weil für Leistungen zu wenig bezahlt wird…. 2022 schrieben an die 60% der Krankenhäuser rote Zahlen.

    DiE pRiVatEN TrÄgeR sinD SchulD! Alles VERSTAATLICHEN!!!!

    Altenheim gesetzliche Vorgaben in NRW: Für die Kost im Heim darf maximal 5,27€ abgerechnet werden. Die PrVATen geben nur SCHUNt zum EsSEn!!!

    Über 100 Altenheime 2023 in der Insolvenz. Die PRIVATEN!!!!! Alles STAATLICH MACHEN!

    Ne Leute, das Problem ist folgendes: Gesundheitsfürsorge ist teuer aber keiner will es sagen und bezahlen.

  9. medizinische betreuung sollte über wirtschaftlichen interessen stehen. so lange das der markt “regelt” ist das nicht der fall. in den letzten jahren hab ich in den börsen nachrichten zu oft den begriff “neues rekordeniveau” gehört um hier nicht die umverteilung von unten nach oben zu vermuten.

    die einzigen die sich gegen eine verstaatlichung stellen sind die die gewinneinbussen befürchten. und die sollten das nicht entscheiden.

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