Heh, nicht alle so stirnrunzelnd auf BW starren! Wir haben hier in Karlsruhe nach dem Krieg brav unseren “Adolf-Hitler-Platz” wieder in “Marktplatz” umbenannt.
Es handelt sich hierbei um ein kleines Projekt von mir, eine interaktive Deutschlandkarte in der alle Straßennamen in Deutschland eingezeichnet sind deren Namensgeber mutmaßlich einen NS-Bezug hatten. Der Datensatz wurde durch einen automatisierten Abgleich von der NSDAP-Mitgliedskartei mit den Namensgebern aller Straßen erzeugt, daher kann es auch noch einige “Blindgänger” geben, z.B wenn die Straße nach einer anderen,gleichnamigen Person benannt wurde.
* NSDAP-Mitglied ist nicht gleichbedeutend mit Nationalsozialist, es finden sich daher neben nach NS-Funktionären benannten Straßen auch Straßen wie z.B die Oscar-Schindler-Straße auf der Karte. Das soll aber auch die Komplexität des Sachverhalts und die vielen Formen der Systemteilnahme-/bekämpfung hervorheben.
* Die Karte soll dazu anregen sich mit seinem Wohnort und den dortigen Namensgebungen auseinanderzusetzen, oft werden der Ursprung von Straßen/Gebäudenamen über lange Zeit nicht hinterfragt.
* Auch soll visualisiert werden wie in der NS-Zeit systematisch Straßen umbenannt wurden (z.B in die sehr häufig vorkommende Agnes-Miegel-Straße) und dass der Prozess der Umbenennung/historischenEinordnung dieser Straßen noch weiter andauert.
Ich hab mich mal durch Hamburg geklickt und ich glaube, dass fast alle der Straßennamen erst nach dem Dritten Reich vergeben wurden.
Hmm, Westfalen sollte glaube ich mal seine Agnes-Miegel- und Karl-Wagenfeld-Straßen loswerden.
Interessantes Projekt!
Ich musste natürlich erstmal in meiner Stadt nachschauen und habe sogar zwei Namen gefunden. Meine oberflächliche Recherche hat ergeben, dass sogar ein Straßenname falsch ist.
Der Erich-Sanders-Weg in Viersen ist nicht nach dem SS-Sturmbannführer benannt, sondern nach einem jüdischen Kind, das 1942 im Alter von 12 Jahren im Vernichtungslager Chelmno vergast wurde.
Ist Ostbayern nazifrei (pers. Erfahrung: nein) oder haben wir nicht mal genug Straßen um all unsere Pfarrer, Bürgermeister, Vereinsvorstände und Künstler zu versorgen?
Bitte prüfe deine Datengrundlage! Nur weil der Name einer Person mit NS-Vergangenheit auch eine Name einer Straße ist, bedeutet das nicht, dass es ein und dieselbe Person ist.
Die anderen beiden Namen in Leipzig sind ein Mitglied der Weißen Rose, das in der NSDAP war (um akademisch Forschen zu können?) und ein Leichtathlet aus Leipzig der nach seinen sportlichen Leistungen Jurist und NSDAP-Mitglied wurde.
Ob die beiden letzten nun umbenannt werden sollten oder nicht, darf der Leipziger Stadtrat klären, aber es hätte mich sehr gewundert, wenn die SED nicht schon vor 70 Jahren die Namen geprüft hätte.
7 comments
Heh, nicht alle so stirnrunzelnd auf BW starren! Wir haben hier in Karlsruhe nach dem Krieg brav unseren “Adolf-Hitler-Platz” wieder in “Marktplatz” umbenannt.
[LINK ZUR INTERAKTIVEN KARTE](https://nsdapkarte.de/)
Es handelt sich hierbei um ein kleines Projekt von mir, eine interaktive Deutschlandkarte in der alle Straßennamen in Deutschland eingezeichnet sind deren Namensgeber mutmaßlich einen NS-Bezug hatten. Der Datensatz wurde durch einen automatisierten Abgleich von der NSDAP-Mitgliedskartei mit den Namensgebern aller Straßen erzeugt, daher kann es auch noch einige “Blindgänger” geben, z.B wenn die Straße nach einer anderen,gleichnamigen Person benannt wurde.
* NSDAP-Mitglied ist nicht gleichbedeutend mit Nationalsozialist, es finden sich daher neben nach NS-Funktionären benannten Straßen auch Straßen wie z.B die Oscar-Schindler-Straße auf der Karte. Das soll aber auch die Komplexität des Sachverhalts und die vielen Formen der Systemteilnahme-/bekämpfung hervorheben.
* Die Karte soll dazu anregen sich mit seinem Wohnort und den dortigen Namensgebungen auseinanderzusetzen, oft werden der Ursprung von Straßen/Gebäudenamen über lange Zeit nicht hinterfragt.
* Auch soll visualisiert werden wie in der NS-Zeit systematisch Straßen umbenannt wurden (z.B in die sehr häufig vorkommende Agnes-Miegel-Straße) und dass der Prozess der Umbenennung/historischenEinordnung dieser Straßen noch weiter andauert.
Ich hab mich mal durch Hamburg geklickt und ich glaube, dass fast alle der Straßennamen erst nach dem Dritten Reich vergeben wurden.
Ein besonderer Fall ist die Schauspielerin Hanne Mertens: Die war zwar NSDAP-Mitglied. Wurde aber im Konzentrationslager umgebracht, weil sie Witze über Hitler und die Nazis gemacht hatte.
https://de.wikipedia.org/?curid=5647430
https://www.stolpersteine-hamburg.de/en.php?MAIN_ID=7&BIO_ID=241
Hmm, Westfalen sollte glaube ich mal seine Agnes-Miegel- und Karl-Wagenfeld-Straßen loswerden.
Interessantes Projekt!
Ich musste natürlich erstmal in meiner Stadt nachschauen und habe sogar zwei Namen gefunden. Meine oberflächliche Recherche hat ergeben, dass sogar ein Straßenname falsch ist.
Der Erich-Sanders-Weg in Viersen ist nicht nach dem SS-Sturmbannführer benannt, sondern nach einem jüdischen Kind, das 1942 im Alter von 12 Jahren im Vernichtungslager Chelmno vergast wurde.
[Link zum Straßennamen](https://www.viersen.de/de/strassennamen/erich-sanders-weg/)
Now I’m sad 🙁
Ist Ostbayern nazifrei (pers. Erfahrung: nein) oder haben wir nicht mal genug Straßen um all unsere Pfarrer, Bürgermeister, Vereinsvorstände und Künstler zu versorgen?
Bitte prüfe deine Datengrundlage! Nur weil der Name einer Person mit NS-Vergangenheit auch eine Name einer Straße ist, bedeutet das nicht, dass es ein und dieselbe Person ist.
Nur bei mir um die Ecke: Reinhold-Schulze-Straße in Liebertwolkwitz [leitet sich von einem Hofrat aus dem 19. Jahrhundert her](https://blumenhalle-friedhof.de/friedhof-liebertwolkwitz-wissenswertes/).
Die anderen beiden Namen in Leipzig sind ein Mitglied der Weißen Rose, das in der NSDAP war (um akademisch Forschen zu können?) und ein Leichtathlet aus Leipzig der nach seinen sportlichen Leistungen Jurist und NSDAP-Mitglied wurde.
Ob die beiden letzten nun umbenannt werden sollten oder nicht, darf der Leipziger Stadtrat klären, aber es hätte mich sehr gewundert, wenn die SED nicht schon vor 70 Jahren die Namen geprüft hätte.