Mietwahnsinn, sollte es ein “Recht auf Wohnen” geben?

by AuftragzChiller

11 comments
  1. Irgendwie doof, musste auch mehreren Arbeitgebern absagen in Berlin, weil ich nichts gefunden habe was den Umzug irgendwie rechtfertigt. Hätte weniger Geld, weniger Platz. Aber meine 2 Zimmer Wohnung ist mittlerweile 800€, wenn es nächstes Jahr teurer wird gucke ich tatsächlich nach einer Wohnung in Berlin (außen Ring oder so).

  2. Ich mache mich mal super unbeliebt, aber ich sage mal, dass man kein Recht auf Wohnen in Berlin hat.

    Es zieht immer mehr und mehr Menschen nach Berlin und die könnten auch überall anders wohnen.

    Man kann Lehramt auch in Kassel studieren. Oder Ausbildung X machen.

    Ich bin damals aus meiner Studenten Stadt weggezogen, weil alles 70+ qm über 1000 kalt gekostet hat. In der Kleinstadt daneben kosten mich knapp 100 qm nur 700 kalt.

    Wenn man unbedingt am Ort des Geschehens leben will muss man halt drauf legen.

  3. Ein “Recht auf Wohnen” bedeutet immer Wohnungsneubau. Egal wie wir die Situation drehen und wenden, bei Trends wie dem Krankenhaussterben müssen wir den Wohnungsneubau in Städten mit guter institutioneller Ausstattung vorantreiben.

    Die Stadt Aarhus in Dänemark hat einen hochmodernen Krankenhausneubau für die Universitäsklinik erhalten. Im Gegenzug dafür wächst der Wohnraum in der Stadt Aarhus und im Umland vergleichsweise schnell. Die Bevölkerung der Stadt Aarhus ist zwischen 2000 und 2020 beispielsweise absolut betrachtet schneller gewachsen als die Stadt Hannover. Während die Bevölkerung der Stadt Aarhus im Jahr 2000 bei 217.000 Einwohnern lag, ist die Bevölkerung bis 2020 auf 280.000 Einwohner angestiegen. Die Bevölkerung der Stadt Hannover ist im gleichen Zeitraum von 515.000 Einwohner auf 545.000 Einwohner angestiegen. Gerade bei der Landflucht in Landkreisen wie Holzminden besteht in Niedersachsen ein hoher Bedarf für eine Erweiterung des Wohnraums in den funktionalen Großstädten in Niedersachsen. Die Bevölkerung des urbanen Raums von Kopenhagen ist zwischen 2000 und 2022 absolut betrachtet ähnlich schnell gewachsen wie die Stadt Berlin. Zwischen 2000 und 2022 ist die Bevölkerung des urbanen Raums von Kopenhagen von 1,08 Mio. Einwohner auf 1,36 Mio. Einwohner angestiegen. Im gleichen Zeitraum ist die Berliner Bevölkerung von 3,38 Mio. Einwohner auf 3,76 Mio. Einwohner angestiegen. Prozentual lag der urbane Raum von Kopenhagen in dem Zeitraum bei fast 30% Wachstum, während Berlin bei 11% Wachstum lag.

    Wir haben ein großes Wohnraumproblem in Metropolregionen mit guter institutioneller Ausstattung. Andere Länder erkennen diese Trends und bauen Wohnungen, damit die Bürger sukzessive in Städte mit guter institutioneller Ausstattung ziehen können.

  4. Ich würde eher sagen, dass es ausländischen Investoren schwieriger gemacht werden sollte, Häuser und Wohnungen zu kaufen? Oder zumindest höhere Steuern? Wäre das ne Möglichkeit?

  5. Ich finde Wohnen gehört zur Daseinsvorsorge. Diese ist Aufgabe das Staates. Da dieser Teil der Daseinsvorsorge ganz offensichtlich von den Märkten nicht geregelt werden kann, sollte sich der Staat darum kümmern.

  6. Kurze Antwort: Ja es sollte ein Recht auf Wohnen geben, jeder der was anderes behauptet, naja dafür fehlen mir die Worte.

    Lange Antwort: Ja natürlich brauchen wir ein Recht auf Wohnen, wir werden aber und da ist es auch egal wie gut wir neubauen, Nachverdichten und uns an Ausländischen Beispielen orientieren niemals garantieren können das Max Mustermann von Görlitz nach Berlin ziehen kann, genauso wenig wie Martin Meier aus Bad Tölz nach München oder eben Gerda Freier aus Olpe nach Köln rein. Wir können hier noch x beliebige Beispiele von Großstädten aufführen, aber es wird nicht klappen das wir allen ein Platz in den Metropolen zusichern können.

    Es muss sich gestalten wie u/ThereYouGoreg am Beispiel von Aarhus und Kopenhagen aufzeigt.

    Am Ende heißt es aber auch: Keine / Wenige EFHs und viel MFHs / Wohnungen mit einem Wohnraum von <40m² pro Person.

  7. Meine Familie wohnt in 5. Generation in München, die meiner Frau noch länger. Ihre 93 jährige Oma wohnt zwei Häuser weiter, unsere Eltern in je ca 15 Minuten zu Fuß zu erreichen. Wir haben wahnsinniges Glück für unsere 4 1/2 Zimmer Wohnung nur 1400€ warm zu zahlen.
    Nur leider ist es mit mittlerweile vier Kindern doch recht eng. Wenn ich meine Miete aber nicht mehr als verdoppeln will, muss ich mindestens 100km aus meiner Geburtsstadt, der meiner Frau und unserer Kinder wegziehen. Kann auch nicht Sinn sein, oder?

  8. Ich dachte dass das mit “ Leben am Existenzminimum” schon abgedeckt wäre?

  9. >Article 25

    > 1. Everyone has the right to a standard of living adequate for the health and well-being of himself and of his family, including food, clothing, **housing** and medical care and necessary social services, and the right to security in the event of unemployment, sickness, disability, widowhood, old age or other lack of livelihood in circumstances beyond his control.

    https://www.ohchr.org/en/human-rights/universal-declaration/translations/english

  10. Es gibt ein Recht auf Wohnen, aber (natürlich) nicht ein Recht darauf, zum Wunschpreis am Wunschort zu wohnen.

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